Vom Straßenkater zum Sofatiger... Oder wie wir zu "Alkoholiker" wurden....

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Goofy75

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Vom Straßenkater zum Sofatiger...
Oder wie wir zu "Alkoholiker" wurden....

Auch ich möchte euch erzählen wie wir zu unserer Katze kamen. Ich denke das es eine nicht so alltägliche Story ist, weshalb sie auch etwas länger ausfällt.

Nun aber von vorne: in unserem Ort leben leider viele unkastrierte Straßenkatzen, die, weil unsere Gemeinde nichts ans Landkreis-Tierheim zahlt, auch nicht kastriert werden. Eine dieser Katzendamen verirrte sich letzten Winter in unseren Hof am Ortsrand. Neben unseren Garagen haben wir eine Halle in der sie sich abundzu niederließ. Der Lebensgefährte meiner Schwiegermutter, seines Zeichens Katzenmensch, fing an die Katze zu füttern. Sie war extrem scheu und fauchte bereits auf 2m Entfernung. Da die Katzenplage schon mehrfach Thema im Gemeinderat war und diejenigen die füttern auch die Verantwortung übernehmen sollten, bat ich (Hundemensch) ihn das füttern zu lassen und den Dingen seinen Lauf zu lassen. Mit dieser Entscheidung konnte ich gut leben, da die Katze wohlgenährt und auch recht gesund aussah.

Der Frühling kam, es war Mai und eines Samstags saß ich mit meiner Familie beim Frühstück, als ich auf der gegenüber liegenden Straßenseite, an einer alten Steintreppe zwei kleine Katzenwelpen rumtollen sah. Die alte Treppe führt an einer ebenfalls alten Steinmauer entlang hoch zum Friedhof. In der Mauer sind einige Hohlräume, in der die Kitten bei Gefahr verschwanden. Einige Tage beobachteten wir also das putzige Treiben. Allerdings waren plötzlich die Kleinen samt Mama verschwunden und wo tauchten sie mit wackeligen Beinen wieder auf? Natürlich bei uns in der kleinen Halle. So war natürlich auch mein hartes Herz dahingeschmolzen und ich nahm mich den kleinen Wilden an. Es war aber von vornherein klar, das wir sie nur hier draußen pflegen würden, da weder meine Schwiegermutter noch mein Mann Haustiere haben wollten. Ich sorgte also für ein passendes, kuscheliges Körbchen und besorgte Nassfutter, Fress- und Trinknäpfe. Später dann noch ein paar Leckerlies und eine Spielangel. Mama-Katze schaute noch sporadisch nach den Kleinen und kam nur zum Fressen mit 'ner Freundin und Papa-Kater (sah man sofort, die Kitten waren ihm wie aus dem Gesicht geschnitten) schaute plötzlich auch, vorrangig spätabends, vorbei. Die Kitten waren bei weitem nicht so scheu wie Muttern und fraßen auch aus der Hand. Aber trotzdem ganz nach dem Motto: nur gucken nicht anfassen. Leider wurde eins der Kleinen überfahren. Das verbliebene Kitten schien sich aber trotzdem bei uns wohlzufühlen, denn er (er hatte sich beim putzen als Kater geoutet) blieb da. Im Sommer hielten wir uns natürlich auch viel draussen auf und Tiger (so hatten wir ihn inzwischen getauft) suchte dann auch unsere Nähe. Wenn wir von der Arbeit kamen, wurden wir mauzend, hocherhobenen Schwanzes begrüßt und natürlich zu sofortiger Dosenöffnertätigkeit aufgefordert. Dafür wurde uns netterweise auch ab und an stolz die ein oder andere erlegte Maus vor die Kellertür gelegt. Mittlerweile hatte meine Schwiegermutter auch ein Katzenklo in die Halle gestellt, da der Kater immer ihre Blumentöpfe als Toilette benutzte. Ich machte mir schon Gedanken, wie ich den jungen Mann denn mal zum Tierarzt bekommen könnte, er ließ sich ja trotz aller Bemühungen noch immer nicht anfassen. Leider bekam ich auch keine Hilfe durchs Tierheim. Also schob ich diese Gedanken immer schön vor mir her. Als die Nächte im September langsam kühler wurden, umbaute ich das Körbchen mit einem Karton und stellte es etwas höher um Tiger vor der Bodenkälte zu schützen.

Dann musste ich für ein paar Tage ins Krankenhaus. Eines Abends bekam ich ein Foto von meinen Kids auf's Handy geschickt. Ich erkannte zunächst nicht viel. Nur etwas flauschiges, getigertes... Ohje, erneut brachte Mama zwei kleine Würmchen. Die Augen bereits geöffnet, aber noch tapsigen Schrittes hielten die Zwei sich an ihren großen Bruder. Mama brachte Essen (einmal brachte sie tatsächlich eine Forelle) ran und verschwand schnell wieder. Da es nun ja bereits Ende Oktober war, bastelte ich aus einer alten Spielzeug Kiste ein Winterquatier für unsere Katzenbande. Ich sägte in die Holzkiste ein möglichst kleine Öffnung und füllte ordentlich Stroh hinein. Die Öffnung ließ ich Richtung geschlossener Seite der Halle zeigen, sodas wenig Zugluft hineinkam. So wurde es Weihnachten, das neue Jahr begann und die 3er Bande versuchte möglichst oft in die wärmere Garage zu kommen. Sehr zum Ärger meines Mannes. Leider wurden innerhalb von einigen Tagen zunächst eins der Kleinen und dann auch noch die Mama vor unserem Haus überfahren. Tiger kümmerte sich rührend um das verbliebene Kitten. Nach einigen, wohl jetzt auch ziemlich kalten, Nächten, hatten sie einen Weg gefunden, in unserer Waschküche zu übernachten. Dann plötzlich war Tiger verschwunden. Von einem Tag auf den anderen. Einfach weg. Ich hatte zunächst gehofft, das er nur mal ne Nacht gestreunt hat, aber er blieb verschwunden.

Tja, jetzt war das Kitten ganz allein! Es brach mir das Herz. Aber von dem Moment an, ließ es sich streicheln, ich konnte es sogar auf den Arm nehmen um es zu wärmen. Es legte sich, sehr zu meinem Unbehagen, mauzend vor die Haustür (die direkt an der Hauptstraße liegt, unser Hof liegt auf Kellerebene und dahinter nur Wald und Wiese). Da mein Mann ja nun auch kein kalter Klotz ist, durfte das kleine Kätzchen nun dauerhaft und ganz offiziell in die Waschküche einziehen. Katzenklo war ja kein Problem, da Tiger seine Geschwisterchen schon prima erzogen hatte. Nach zwei Wochen Waschküche wollte ich sichergehen daß das Kätzchen gesund ist und keine Mitbewohner auf seinem Fell und in Ohren und Bauch hat, schließlich befindet sich ja auch die gewaschene Wäsche dort. Also kaufte ich eine günstige Transportbox, rief beim Tierarzt an und war keine 4 Stunden später auf dem Weg zu selbigen. Und was soll ich sagen. Mein kleiner Kater, (wie ich als erstes erfuhr), ca. 16 Wochen alt (die Ärztin hielt ihn für etwas jünger, aber ich wusste ja wann Mamakatze ihn zu uns gebracht hatte und da hatten die Kleinen ja schon die Augen geöffnet) verhielt sich vorbildlich. Kein Fauchen, kein Kratzen, keine Fluchtversuche. Er war gesund, keine Ohrmilben, keine Flöhe. Also lies ich ihn entwurmen und impfen. Ich stellte ein paar Fragen, bin ja wie gesagt eigentlich eingefleischter Hundemensch. Die Ärztin gab mir Tipps zur Wohnungshaltung, tja wo wir wieder bei dem Thema waren.... Ich erklärte also das er nur in der Waschküche bleiben soll und mein Mann kein Haustier möchte. Da grinst mich die Ärztin an und meint: " Warten sie mal ab, in 'nem halben Jahr liegt er zusammen mit dem Kater auf der Couch.". Gut, glaube ich jetzt nicht so wirklich, ich kenn ja meinen Göttergatten, dachte ich so bei mir, packte trotzdem stolz meinen lieben und schönen (waren Ärztin und Helferinnen einer Meinung), noch namenlosen Kater ein und fuhr wieder heim.

30 min später saß ich mit meinem Mann zusammen und erzählte ihm alles was beim Tierarzt so gemacht und besprochen wurde, alles, auch die Sache mit dem halben Jahr und der Couch. Und plötzlich brummelt er doch tatsächlich sowas wie "Na, von mir aus" in seinen Bart. Ich war so überrascht, das ich erst glaubte mich verhört zu haben. Nach ein paar Minuten fasste ich meinen Mut zusammen und fragte ob ich ihn vorhin richtig verstanden habe. Ja, hatte ich. Jippii!!! Das ließ ich mir nicht zweimal sagen. Also war ich die nächsten 3 Stunden damit beschäftigt die Wohnung einigermaßen katzentauglich zu machen, er sollte nicht noch eine Nacht draußen verbringen. Um 23 Uhr zog mein kleiner Straßenkater bei uns ein. Tja, jetzt noch die Sache mit den Alkoholiker: wir haben ihn "Whisky" getauft.
 
  • Vom Straßenkater zum Sofatiger... Oder wie wir zu "Alkoholiker" wurden....

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  • Vom Straßenkater zum Sofatiger... Oder wie wir zu "Alkoholiker" wurden.... Beitrag #2
AW: Vom Straßenkater zum Sofatiger... Oder wie wir zu "Alkoholiker" wurden....

Hallo und Willkommen!
Schön, dass ihr euch Whiskey angenommen habt. Bleibt er jetzt ein reiner Wohnungskater? Dann wäre ein "Scotch" dazu sicher nicht verkehrt.
Betroffen gemacht hat mich allerdings, dass so viele der anderen Katzen direkt bei euch überfahren werden mussten, bis ihr euch zum Handeln entschlossen habt. Bitte passt jetzt gut auf den Kleinen auf, er hat es verdient.
Hier im Forum wirst du sicher viel informatives zur Katzenhaltung finden.
Alles Gute!
 
  • Vom Straßenkater zum Sofatiger... Oder wie wir zu "Alkoholiker" wurden.... Beitrag #3
AW: Vom Straßenkater zum Sofatiger... Oder wie wir zu "Alkoholiker" wurden....

auch von mir ein Willkommen :)
eine sehr schöne aber auch traurige Geschichte und ich freue mich mit dir das es nun Whiskey bei euch gut hat..
freu mich schon auf Fotos vom Spriti :mrgreen:
gruß Inge
 
  • Vom Straßenkater zum Sofatiger... Oder wie wir zu "Alkoholiker" wurden.... Beitrag #4
AW: Vom Straßenkater zum Sofatiger... Oder wie wir zu "Alkoholiker" wurden....

Herzlich Willkommen!

Ich freue mich schon auf Bilder, jetzt bin ich doch wirklich mal gespannt wie euer Whisky aussieht :)
 
Thema:

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