Da haben wir in meinem Forum kürzlich auch drüber gesprochen. Ich habe eine sehr liebe "Züchter-Freundin" in meinem Forum, die bei den Maine Coons den (gemäßigten) Showtyp bevorzugt und dementsprechend die
Linienzucht durchführt. Sie hat mir kürzlich bzgl.
Linienzucht die Augen geöffnet und es ist, wenn es verantwortungsbewusst und mit entsprechendem Hintergrundwissen durchgeführt wird, in der Tat nicht alles so negativ, wie immer behauptet wird und hat auch durchaus seine positiven Seiten.
Nichts desto trotz werde ich weiterhin keine
Linienzucht durchführen, allein schon deshalb nicht, weil ich auf den ursprünglicheren, kompakten Typ Maine Coon stehe und somit enge Linienverpaarungen gar nicht duchführen muss, um gewisse optische Merkmale entsprechend schnell und intensiv zu festigen.
Ich bin in der Tat weiterhin von der Outcross-/Foundationzucht überzeugt, bei der ein möglichst breitgefächerter
Genpool das Ziel ist. Bei der
Linienzucht werden tatsächlich schneller unerwünschte Gene zum Vorschein kommen und können somit direkt ausgemerzt werden, aber ich möchte ja gar nicht erst, dass unerwünschte negative Gene zum Vorschein kommen und versuche das eben durch einen möglichst großzügigen
Genpool von Anfang an zu vermeiden. Je mehr Gene man hat, desto geringer ist einfach die Möglichkeit, dass zwei gleiche Gene aufeinandertreffen. Das ist dann allerdings sowohl bei den negativen, als auch bei den positiven Genen der Fall.
Ich halte jedoch auch die reine Outcross-/Foundationzucht mittlerweile nicht mehr für den einzig richtigen Weg (genauso wenig wie die reine
Linienzucht). Eine gesunde Mischung ist meiner Meinung nach genau richtig. Bei der Outcross-/Foundationzucht hat man zwar möglichst viele verschiedene Gene, das betrifft aber wie oben erwähnt sowohl die negativen, als auch die positiven Gene. Somit verringert das eben auch die Möglichkeit, dass zwei positive Gene aufeinandertreffen, die bspw. optische Merkmale entsprechend positiv hervorheben. So ist es bei Outcross/Foundation Maine Coons oft so, dass sie dem Standard nicht mehr sooo entsprechen und oft ein fliehendes Kinn haben. Um dem wieder entsprechend entgegenzuwirken, ziehe ich persönlich mittlerweile auch in Betracht, mal durchgezüchtete, aber nicht zu eng gezüchtete Tiere mit in mein Zuchtprogramm aufzunehmen (wobei das momentan noch gar nicht nötig ist, da meine Foundation-Coonies, die ich hier zur Zucht einsetze, sehr typvoll sind, mit kräftigem Kinn und perfektem Profil :mrgreen

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Edit: im Endeffekt haben beide Zuchttechniken wie alles andere auch gewisse Vorteile und gewisse Nachteile. Da muss jeder für sich abwägen, wo für ihn die Vorteile die Nachteile überwiegen. [...]