Hallo,
du kannst bei erwachsenen, gesunden Katzen auf jeden Fall bis zu 20% der wöchentlichen Futtermenge durch Rohfleisch ersetzen, ohne dass du irgendwas hinzufügen musst.
Dabei würd ich einfach in Mahlzeiten rechnen, nicht in Futtergewicht - also wenn du zwei Mahlzeiten täglich = 14 Mahlzeiten wöchentlich fütterst, dann kannst du wöchentlich zwei Mahlzeiten gefahrlos ersetzen. Oder einen Tag pro Woche komplett roh füttern.
Und wie schon geschrieben wurde, nimm dazu am besten "normales" Fleisch aus dem Supermarkt, dazu je nach Lust und Laune noch Geflügelherzen und/oder Geflügelmägen (die zählen als Muskelfleisch). Keine anderen Innereien, keinen Fisch und vor allem keine wilden Mischungen. Damit machst du am wenigsten falsch.
Bei Kitten würd ich empfehlen, das Rohfleisch zumindest mit einer zermörserten Eierschale (entspricht etwa 5-6 g Eierschalenpulver) und 2 g Taurinpulver pro Kilo Fleisch zu supplementieren. Die Eierschale ist fürs Calcium, das brauchen Kätzchen im Wachstum unbedingt für den Knochenaufbau.
Felini Complete oder ein vergleichbares Komplettsupplement kannst du dann auch nehmen, ist aber unverhältnismäßig viel teurer und aus meiner Sicht nicht nötig, wenn du unter den 20% bleibst.
PS. Ach ja, und durch den Wolf jagen lassen musst du das nicht, wenn deine Katzen funktionsfähige Zähne haben

Freigänger wolfen sich ihre Mäuse auch nicht vor dem Fressen ...
Es ist umstritten, ob KH gut für Katzen ist.
Leicht OT: Nee, das ist nicht wirklich umstritten - sogar das Katzenernährungsbuch, das vom Mark Morris Institute (= mit dem Hersteller von Hills verbandelt) herausgegeben wird, enthält die Aussage, dass Katzen für ihren Stoffwechsel keinerlei verdauliche Kohlenhydrate brauchen.
Und dass große Mengen an verdaulichen Kohlenhydraten das Verdauungssystem sogar ordentlich durcheinanderbringen, weil die entsprechenden Verdauungsenzyme bei Katzen nur eingeschränkt funktionieren, ist auch bekannt. Zum Beispiel kann man diabetische Katzen oft schon einfach dadurch in Remission bringen (oder zumindest ihren Insulinbedarf stark senken), dass man sie auf eine kohlenhydratfreie Ernährung setzt.
Die einschlägig bekannten Futterhersteller verwischen und vertuschen diese bekannten Informationen nur gerne, weil sie sonst ja nicht die Mengen von billigem Getreide (oder, in den "besseren" Futtersorten, Kartoffeln) rechtfertigen könnten, die sie ins Futter stopfen. Da werden dann gern z.B. verdauliche Kohlenhydrate (= Stärke) mit unverdaulichen (= Rohfaser) in einen Topf geworfen.
Etwas Rohfaser als Ballaststoff-Ersatz ist nämlich tatsächlich gut für die Verdauung, wenn das Futter kein Fell und kein Bindegewebe enthält, das sonst als Ballaststoff dient. Diese Kohlenhydrate werden aber nicht physiologisch verwertet (deshalb heißen sie auch "unverdaulich"), sondern sie helfen nur mechanisch dem Futter beim Durchrutschen durch den Darm.