Mobbing?

Diskutiere Mobbing? im Verhalten und Erziehung Forum im Bereich Katzenfreunde; Hallo liebe Forenmitglieder, ich lese schon seit längerem hier mit und habe jetzt beschlossen, meinen "Fall" hier zu schildern, da ich selbst...
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Kassiopeia

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Hallo liebe Forenmitglieder,
ich lese schon seit längerem hier mit und habe jetzt beschlossen, meinen "Fall" hier zu schildern, da ich selbst nicht mehr weiter weiß und die Situation wirklich nicht sehr schön ist.
Wir haben insgesamt vier Katzen, alle leben schon immer nur in Wohnungshaltung. In unserer Wohnung haben sie etwa 100qm zur Verfügung, auf drei Räume und einen großen Flur aufgeteilt. Mein Arbeitszimmer ist tabu, da liegen viele wichtige Unterlagen, und mein Thai-Mädchen dekoriert gerne die Wohnung mit Papierschnipsel. :).
Meine Mutter ist beim Tierschutz tätig und betreut jedes Jahr viele Katzen, hat außerdem sechs eigene. So ist es klar, dass ich irgendwann auch eine Katze wollte.
Also war ich vor drei Jahren im Tierheim und habe eine wunderschöne graue Britisch-Kurzhaar-Dame entdeckt, die ich unbedingt haben wollte.
Sie, Shiva, ist jetzt auch mein Sorgenkind. Aber ich fange am Anfang an...Shiva lebte ihr bis dato zweijähriges Leben bei einer alten, bettlägrigen Dame ganz alleine, die dann auch verstorben ist. Daraufhin nahm ihre Tochter sie zu sich, wo sie aber von ihrer alteingesessenen Katze so drangsaliert wurde, dass sie vom Balkon sprang. Dann haben sie Shiva ins Tierheim gegeben. Das war vor drei Jahren.
Bei mir zuhause zeigte sie sich sehr zutraulich, kannte aber augenscheinlich keine Spielzeuge und nichts, sie wusste mit nichts von den diversen Mäuschen und Spielangeln, die ich hatte, etwas anzufangen. Auch kratzte und biss sie mich manchmal unmotiviert und benahm sich nicht so...kätzisch. Mit viel Zuwendung und Übung wurde das besser, sie lernte apportieren und spielte auch mehr. Allerdings war sie doch sehr einsam, auch weil ich oft lange arbeiten war.
Nach einem halben Jahr entschloss ich mich, noch eine zweite Katze dazuzunehmen - Siri, ein kleiner Thai-Wirbelwind. Siri war etwa sechs Monate alt, als ich sie bekam. Da sie ein sehr gut sozialisiertes Tierchen ist, nahm sie natürlich sofort Kontakt auf, was zuerst stressig war, aber bald verstanden sie sich einigermaßen. Die große Liebe war es zwar nicht, aber Shiva taute sichtlich auf und auch ihr Verhalten wurde immer mehr wie das, was man von einer Katze erwartet. Sie spielte, redete mit mir und auch die unmotivierte Beißerei wurde sehr viel besser. Shiva war glücklich, jetzt litt aber Siri, die sehr sozial und kuschelbedürftig mit ihren Artgenossen ist. Das ging aber leider gar nicht mit Shiva, die sich zwar ab und an von ihr ablecken ließ, aber kuscheln oder gar zusammen schlafen, das ging nicht.
Siri war also nicht ganz glücklich, weswegen mir meine Mama zu einem kater riet. Platz hatte ich ja genug, also zog der kleine Kasimir, ein Türkisch Van-Mix, bei mir ein. Jetzt war alles bestens, denn Kasimir und Siri verstehen sich prächtig, sie haben geschmust, gebalgt und gerauft, und Kasi ist der sanftmütigste Zeitgenosse, den man sich vorstellen kann. Er hielt Abstand zu Shiva, und alle drei waren glücklich und zufrieden. Shiva suchte Kontakt, wann sie wollte, und die anderen beiden hatten sich.
Dann stand ein beruflich bedingter Umzug an, ich konnte mit meinem Mann zusammenziehen, der vorher noch anderswo gewohnt hatte. Er liebt die Katzen über alles und verbringt sehr viel Zeit mit ihnen beim Spielen und Leckerlies verstecken, erfindet neue Fummelbretter und so weiter.
Letztes Weihnachten waren wir bei meinen Eltern, und jetzt geht das Problem los: Sie hatte zwei kleine, flauschige, weiße Türkisch Angora-Kater da, zehn Wochen alte Brüder. Wunderschön und total verschmust.
Weil zu der Zeit gerade der weiße Lieblingskater meiner Mum gestorben war, wollte sie einen behalten, den anderen vermitteln. Einer der Kleinen war in der Entwicklung deutlich hinterher, er war viel zu klein und wollte nicht zunehmen. Den wollte sie behalten.
Nur gab es das Problem, dass der andere wahrscheinlich taub ist. in der Vergangenheit hatte sie schon einige taube Katzen vermittelt, die dann aber entgegen ihrer Empfehlung rausgelassen wurden und unter einem Auto endeten. Deswegen machte sie sich Sorgen, dass ihm auch so etwas passiert.
Ich wollte eigentlich keine vierte Katze, aber mein Mann hat mit Engelszungen auf mich eingeredet, weswegen wir dem kleinen Babou eine Chance gaben. Es hat sich rausgestellt, dass er tatsächlich taub ist, wie es ja öfters bei weißen Katzen vorkommt.
Wir haben ihn also mitgenommen, und er war ein echter Traum. Total anhänglich,lieb und verschmust,das war schon fast anstrengend ;)
Shiva war sehr skeptisch, aber durchaus offen und neugierig, die anderen zwei haben ihn quasi sofort akzeptiert, Siri hat die Mutterrolle übernommen und auch wie wild mit ihm gebalgt (sie ist beim Spielen eher wie ein Kater und rauft gerne), mit dem Kasimir rennt er wie ein Pony durch die Wohnung. Die sind halt einfach ein Traum in der Hinsicht.
Der Kleine wuchs schön und entwickelte sich super, er orientiert sich wegen seiner Taubheit halt an den anderen, das ist aber weiter kein Problem.
Die Erziehung ist recht schwierig, da er ja auf ein "Nein" nicht reagiert. Die anderen wissen genau, dass sie mit dem, was sie tun, aufhören müssen, wenn ich nein sage, bei ihm ist das schon schwierig, wenn ich ihn von was wegsetze, nimmt er es als Spiel und rennt grade erst recht wieder hin. Zum Glück orientiert er sich auch bei verbotenen Sachen an den anderen.
Er wurde mit sechs Monaten kastriert. Vom Charakter her ist Babou altersgerecht verdammt wild und tobt und rennt wie verrückt durch die Wohnung, was aber Siri und Kasimir nix ausmacht. Wenn er sie zu sehr drangsaliert, kriegt er eins drauf und gut ist.
Nur, jetzt kommt das große Problem: Shiva hasst ihn inzwischen, da er natürlich auch sie jagt. Das ist sie nicht gewohnt und sie hat furchtbare Angst vor ihm. Sie schreit Zeter und Mordio, was er aber natürlich nicht hört. Ihre Körpersprache kann oder will er nicht lesen und geht jedes Mal, wenn er auch nur ihre Schwanzspitze sieht, auf sie los und jagt sie wie verrückt. Sie schreit dann das ganze Haus zusammen, fauxht wie verrückt, brummt und springt irgendwo hoch. Er hört das natürlich nicht und rennt munter weiter hinterher, da er ja, da bin ich mir sicher, nur spielen will. Ich bin mir sicher, dass er ihr nix Böses wollte.
Mittlerweile ist es aber leider so, dass er sie wirklich jedes Mal jagt, wenn er sie sieht, und er legt sich auch ganz gezielt neben den Sessel, in den sie sich verkriecht. Das tut sie leider seit zwei Wochen quasi den ganzen Tag, sie liegt nur noch unter dem Sessel und kommt, wenn überhaupt, nur ganz zögerlich raus, schaut sich ängstlich um und schleicht durchs Zimmer. Wir haben ihr einen Futternapf und eine Toilette in die Nähe gestellt, damit sie wenigstens das tun kann.
Ich bin deswegen extremst verzweifelt, da nichts die aktuelle Situation verbessert. Ich gebe ihr jeden Tag Zylkene, ich versuche, ihr besonders viel Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, rede mit ihr und sitze neben dem Sessel. Dann kommt sie meistens auch raus, aber nur, wenn ich direkt danebensitze. Und wenn sie ihn sieht, dreht sie sofort um.
Den Kleinen nehme ich sofort weg, wenn er Anstalten macht, sie zu jagen. Ich habs mit wegnehmen versucht, mit Ablenkung durch Spielen, mit zeitweisem Aussperren aus dem Zimmer, mit erhobenem Zeigefinger, ich hab mich zwischen den Beiden positioniert...alles bringt rein gar nichts, sobald er wieder die Möglichkeit hat, geht er zu diesem Sessel, unter dem die Shiva liegt. Zuerst dachte ich, das legt sich wieder, wenn er kapiert, dass sie das nicht will. Er hat ja die anderen beiden zum Spielen, und ihn powere ich auch jeden Tag so gut es geht aus.
Am Anfang ist er ihr auch nur nachgelaufen, wenn sie weggerannt ist, ich vermute, weil er spielen wollte, inzwischen springt er aber auch, wenn sie auf einem Kratzbaum oder so liegt, hoch.
Shiva traut sich aber inzwischen gar nix mehr, und zu allem Überfluss nehmen die anderen zwei jetzt seit einigen Tagen auch noch Position vor dem Sessel ein und laufen ihr nach, wenn sie mal rauskommt und wegrennt. Wenn ich da schimpfe, hören sie aber wenigstens wieder damit auf.
Für mich sieht das alles inzwischen nach Mobbing aus, und ich weiß nicht, was ich noch tun soll.
Einmal haben wir sie nachts alleine mit ins Schlafzimmer genommen, da war sie wie früher. Es liegt also definitiv am Kleinen.
Hat jemand einen Tipp für mich, was ich noch tun kann? Es ist ja eine extrem stressige Situation für meine Shiva...und ehrlich gesagt, inzwischen auch für mich.
Macht es Sinn, sie längerfristig zu separieren? Bachblüten? Verhaltenstherapeuten aufsuchen?

Vielen Dank für's Lesen!
Ich bin für jeden Tipp dankbar!

Verzweifelte Grüße,
Kassiopeia
 
  • Mobbing?

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  • Mobbing? Beitrag #2
Leider habe ich keinen guten Rat der zur Besserung der Situation beitragen könnte.

Ich würde mir an deiner Stelle aber ein zeitliches Limit setzen, dass sich (wie auch immer) bis zum Tag X die Situation für Shiva deutlich entspannen muß.

Ansonst würde ich den kleinen Frechdachs weiter vermitteln.
 
  • Mobbing? Beitrag #3
Hi,
also wenn ich das richtig zusammenfasse, dann hast du
- Shiva, eine ca. 3-4 Jahre alte BKH Dame, gemütlich, schlecht sozialisiert, braucht nicht unbedingt Katzengesellschaft.
- Siri und Kasimir, ca 1-2 Jahre alt, quirlige Orientalen, nahmen aber bisher Rücksicht auf Shiva.
- Babou, ein taubes max. 1 Jahr alter Orient-Wirbelwind Katerchen, kennt keine Grenzen und mobbt Shiva und stachelt auch die beiden anderen auf.


Wenn du alle Katzen behalten willst, dann musst du das Fehlverhalten von Babou schnellsten versuchen zu unterbinden, die beiden anderen fangen ja auch schon an ihn nachzuahmen.
Nur wie? Da er taub ist und somit akustische Signale unmöglich sind, fällt mit leider nur die blöde Wasserpistole ein, Nassspritzen wenn er zur Jagd auf Shiva ansetzt, Belohnen wenn er Shiva ignoriert.
Deine bisherigen Versuche wie Aussperren, Weg versperren sollten eigentlich auch wirken, wie lange und wie konsequent versuchts du das denn schon?

Für Shiva (und nur für Shiva) würde ich das Arbeitszimmer freigeben, als 100% sicheren Rückzugsplatz.

Die Alternative wäre wohl entweder für Shiva oder für Baboo eine passendere Umgebung zu suchen.
 
  • Mobbing? Beitrag #4
Er versteht ja die Sprache nicht, er hat ja keine Möglichkeit zu erkennen wo ist meine Grenze. Ich denke eher er will unbedingt Kontakt. Weiß nicht ob Wasser das richtige Mittel ist! Er ist halt auch ein junger Kater mit hohem Nervpotential....

Hast du schon mal versucht einen Tierpsychologen mit einzubinden?

lg
Verena
 
  • Mobbing? Beitrag #5
Hallo zusammen,
vielen Dank für eure schnelle Rückmeldung!

Sini: Ja, das mit dem Ultimatum hatten wir auch schon besprochen, können uns aber nicht so wirklich drauf einigen, wie lange wir ihnen noch Zeit geben wollen...

Geek: Gute Zusammenfassung, außer dass Shiva 5 ist und nicht wirklich das, was ich als "gemütlich" bezeichnen würde, im Gegenteil, sie ist sehr aktiv (gewesen :( ), nachdem ich ihr gezeigt habe, was man als Katze so alles Tolles anstellen kann...
Die Wasserpistole hatte ich auch schon im Sinn, aber noch nicht umgesetzt, weil ich nicht weiß, ob ihn das in seinem Verhalten nicht eher bestärken würde. Er liebt nämlich Wasser, liegt unterm Wasserstrahl im Bidet und tunkt sein Spielzeug in den Katzenbrunnen, kommt in die Dusche während ich dusche...Aber ich denke, einen Versuch ist es wert.
Meine Erziehungsversuche mache ich konsequent seitdem er mit dem Mist angefangen hat, allerdings ist auch hier das Problem, dass er es nicht als Strafe sieht. Wenn ich mich dazwischenstelle, spielt er halt mit meinem Bein oder rennt blitzschnell außenrum. Sperre ich ihn ins Bad, hängt er sich ins Bidet und macht dort Blödsinn. Ich habe noch eine kleine Gästetoilette, vielleicht wäre die als "Bestrafungsort" angemessener, aber ich weiß eben auch nicht, ob das so eine geeignete Methode ist und er nicht am Ende das Zutrauen zu mir verliert? Ich bin eigentlich kein Fan von Aussperrerei, aber ich denke, das Gästeklo wäre mein nächster Versuch.
Ich hatte mir auch schon überlegt, Shiva ins Arbeitszimmer zu lassen, aber dann ist sie ja wieder alleine und besteht nicht die Möglichkeit, dass sie noch mehr drangsaliert wird, wenn ich sie beispielsweise separiere, wenn ich nicht Zuhause bin? Und sonderlich groß ist das Zimmer auch nicht, vielleicht 12qm oder so.

Verena: Kontakt zu einem Tierpsychologen hatte ich bisher nicht, aber ich bin so mit meinem Latein am Ende, dass ich schon das Internet abgesucht habe. Leider scheint es bei uns in der Nähe so etwas nicht zu geben...

Viele Grüße,
Kassiopeia
 
  • Mobbing? Beitrag #6
Hi Kassiopeia,
wenn der Kleine Wasser liebt, dann ist das natürlich sinnlos.
Dann fällt mir eigentlich nur noch eine Art Klickertraining ein mit Optischen Signalen oder Vibrationen durch Klopfen.
Schau doch mal, ob du was zu "klickern mit tauben Katzen" findest.

Das Arbeitszimmer für Shiva soll nicht als Bestrafung wirken, im Gegenteil als Belohnung und sicherer Ort zum Entspannen. Also nicht allein einsperren/separieren, sondern nur mit dir zusammen als Wellness Ort. Einfach eine Zeit in der sie mit dir zusammen keine Angst mehr haben muss.
Der beste Effekt wäre wenn sie merkt, dass trotz dem nervenden kleinem Wirbelwind alles ok ist und sie deshalb auch entspannter auf die Annäherungsversuche reagieren kann.
 
  • Mobbing? Beitrag #7
Ich würde Shiva jetzt auch nicht unbedingt als "braucht keine anderen Katzen" einstufen; sie kommt ja durchaus zwischendurch zum spielen zu den beiden anderen "großen" und hat viel von ihnen gelernt.

Das Problem sehe ich bei dem kleinen Katerchen, der einerseits unbedingt spielen möchte und Kontakt sucht, andererseits nicht versteht, wenn dieser nicht erwünscht ist.
Der Kleine braucht Katzen um sich, die genauso wild darauf sind wie er.

Darf ich fragen, warum deine Mutter ihn überhaupt von dem anderen Zwuck getrennt hat?
Und lebt der andere Kleine ganz allein bei ihr?
In diesem Fall fände ich es wohl für beide Katerchen schöner, wenn der kleine Weiße zurück zu deiner Mama und seinem Bruder dürfte.
 
  • Mobbing? Beitrag #8
Hallo Kassiopeia,

hab gerade schon deine Vorstellung gelesen. Eine tolle, bildhübsche Truppe hast du da!

Ich schmeiß mal einfach meine Gedanken mit auf den Markt. ;-)

Shiva einen Extrastatus einzuräumen und ihr Zugang zum Arbeitszimmer (z.B. am Wochenende, zeitweise + zusammen mit dir) zu geben, hätte zumindest den Vorteil, dass sie dort ungestört Kraft- und Nervenreserven auftanken kann und dadurch auch wieder etwas selbstbewusster werden könnte.

Dass er ihre Ablehnung ignoriert muss nicht unbedingt nur mit seiner Taubheit zu tun haben. Das kann auch jugendbedingte Respektlosigkeit und Grenzen austesten sein. Unser Bröselchen hört verdammt gut (wenn er denn will ...), setzt sich aber bei Kontaktaufnahme/Spielanfrage geflissentlich über jedes Fauchen und Knurren unserer übrigen Katzen hinweg. Erst wenn eine pfotengreiflich wird, nimmt er sich zurück. Das wird jetzt so langsam besser, er wächst da raus. Hat aber auch ca. 1 Jahr gedauert ...

Siehst Du vielleicht eine Chance für die beiden zusammen positive (und ruhige) Momente herzustellen? Gemeinsames Belohnen? Bei unseren geht die Liebe durch den Magen und für eine Runde Snacks würden sie sich zu vielem überreden lassen. Ihn vorher am besten ein wenig müde spielen und vielleicht auch mit 2 Menschen an die Sache herangehen, dann hat man genügend freie Hände :).
Ich weiß, ist leichter gesagt als getan, wenn eine der Katzen mit der anderen partout nix mehr zu tun haben will :-( ich red da aus Erfahrung. Man kann es nur immer wieder versuchen und irgendwann erwischt man einen guten Moment. Und, wie gehabt :) loben, loben, loben, wenn es sich auch nur ansatzweise in die richtige Richtung entwickelt.

Da ein gesprochenes "Nein" nicht funktioniert, vielleicht kannst du ihm aber ein Handzeichen anlernen? Aus irgendwelchen Gründen hat sich bei meinem ehem. Streuner "Schnitzel" und mir neben dem "Nein!" auch einfach ein direkter Blick mit gehobenem Zeigefinger etabliert. Er weiß inzwischen genau, dass dann Ende ist mit Raufen. Ein zusätzliches "Nein" braucht er nicht. (Er versucht aber immer sehr kätzisch mit uns zu kommunizieren und eine gehobene Pfote wäre unter Artgenossen ja auch schon eine recht deutliche Ansage). Funktioniert natürlich leider nicht so gut auf Distanz :-( und vermutlich nur mit recht sensiblen Katzen.

Viele Grüße
Jahira
 
  • Mobbing? Beitrag #9
Wow, da ist man mal schnell einkaufen, und schon so viele Antworten. Vielen Dank erstmal dafür!
Geek und Janira, ihr habt mich überzeugt. Ich werde jetzt direkt das Arbeitszimmer aufräumen (die meiste "Arbeit" liegt unsortiert rum...) und dann mit Shiva ein ruhiges Stündchen dort verbringen. Grade, als ich heimkam, kam sie mir freudigst schreiend entgegengelaufen und hat direkt geschmust. Ich hab sie, bevor ich weg bin, aber auch ins Zimmer begleitet und ihr gezeigt, wo der kleine liegt. Babou lag nämlich pennend auf dem Sofa und hat nichts mitbekommen. Das ist einer der Vorteile, dass er das nicht hören kann;). Ich hab sie natürlich sehr gelobt, dass sie sich ganz alleine rausgetraut hat und sie hat auch gleich ein Leckerlie und Streicheleinheiten bekommen.
Dann gabs Futter für alle und das kriegt er aber dann doch mit. Er ist aber brav zu seinem Napf gegangen, der etwa anderthalb Meter von ihrem wegsteht, und hat gefressen. Also auch Lob für ihn. Danach hat er aber doch angesetzt und ich hab ihn sofort weggenommen und den Arm gehoben und wild mit dem Zeigefinger gewedelt. Das hat gewirkt, er saß ganz verdutzt da. Aber als ich mich rumgedreht hab, rannte er doch ins Bad, wohin Shiva sich zwischenzeitlich auf ein Regal verzogen hatte. Aber immerhin hat sie nicht gefaucht und gebrummt, sondern ist einfach abgetigert. Der weiß ganz genau, dass er das nicht soll.
Ich sehe das wie du, Jahira, er ist eben noch jung und will seine Grenzen austesten. Da werden die von anderen auch mal überschritten. Dinge wie den Arm hochheben und "böse Blicke" kennt er eigentlich ganz gut und weiß auch, was das bedeuten soll. Aber in dem Moment, in dem Shiva losrennt, knallen bei ihm die Sicherungen durch und er will jagen...
Die positiven Momente kamen mir auch schon in den Sinn, das ist aber extrem schwierig. Manchmal kommt Shiva her und er sitzt irgendwo, sie hat ihn nicht bemerkt. Ich lobe sie wie bekloppt, rede und schmuse mit ihr, aber sobald sie sieht, dass er auch im Raum ist, rennt sie weg und spätestens das ist für ihn das Signal, dass die Jagdsaison eröffnet ist. Er nimmt aber auch wenn er sie sieht gleich die Lauerstellung ein...Im Moment wird es also extrem schwierig, die Beiden lange genug beieinander zu halten, dass sie was Positives erleben können.

Zu Labiae: Meine Mutter hat das Brüderchen behalten und quasi zeitgleich noch zwei andre Neuzugänge bekommen, die gleich alt sind. Sie hat jetzt momentan sieben Katzen und mein Vater geht an die Decke, wenn da noch eine dazukommt. Ansonsten wäre das natürlich auch eine Option gewesen, aber von der Seite kam ein klares Nein. Zur Not würde sie Babou aber weitervermitteln. Shiva herzugeben, kommt nicht in Frage. Babou herzugeben, aber eigentlich auch nicht. Zumindest noch nicht. Ich bin noch nicht so weit, hier aufzugeben, und hoffe, dass sich das mit viel Geduld und Zuwendung und allem, was man sonst noch tun kann, irgendwie in den Griff bekommen lässt. Sollte Shiva allerdings anhaltend weiter leiden, wird der Kleine wohl wieder ausziehen müssen :(
 
  • Mobbing? Beitrag #10
Hey,

ich hab zwar keinen weiteren Rat, aber das was du nun vor hast hört sich doch ganz gut an. Einen ruhigen Ort für Shiva schaffen und ihr Extrazeit mit dir geben. Dem Jungspund mit zeichen Grenzen setzen und beide zusammen postitiv bestärken.

Das wird nun auch einfach eine Weile dauern bis es fruchtet. Ich denke aber schon, dass es klappen kann. Noch würde ich nicht an weitervermitteln denken. Der Bub ist nun auch einfach in der Pupertät, was es mit der Taubheit nicht einfacher macht.

Ich wünsch dir viel Erfolg :-D
 
  • Mobbing? Beitrag #11
Hallo ludjo,
ja, ich hoffe auch, dass das ein guter Weg ist.
Irgendwann sollte er mal aus der schlimmsten Phase raus sein, hoffe ich.
Gestern war ein echt schlimmer Tag. Shiva ist auf einem Einbauschrank, der fast den ganzen Raum einnimmt und über 2 Meter hoch ist, rumgerannt, und hat eine etwa 50 cm breite Lücke an der Hinterwand entdeckt, von der ich gar nicht wusste, dass sie existiert. Dann ist sie dort (freiwillig! Es war keine andre Katze in der Nähe) reingehüpft, und zuerst dachte ich, das ist kein Problem,da sie locker zwei Meter hoch aus dem Stand springen kann. Nach fünf Minuten war ich aber dann doch besorgt und hab mal dahintergeschaut, was schon alleine eine Aktion war...da steckte sie jämmerlich etwa einen Meter fünfzig hoch komplett fest, konnte sich nicht drehen und nichts. Ich kam mit den Armen nicht ran,nund als sie mich gesehen hat,hat sie wie verrückt versucht, da rauszuspringen. Wir haben dann echt Panik bekommen, da der Schrank riesengroß ist, aus mehr oder weniger einem Teil besteht und nicht verrückt werden kann. In der Not haben wir mit einem Hammer die dicke Spanplatte der Rückwand eingeschlagen, was auch ziemlich schwierig war. Und extrem laut. Mein Mann hat versucht, größere Teile mit der Hand rauszubrechen, und es kam, wie es kommen musste, auf einmal war ein Stück Finger von ihm weg, er hat geblutet wie ein Schwein und Shiva hing immernoch fest.
Ich habe sie dann doch noch rausbekommen, und sie war natürlich total durch den Wind. Musste sie erstmal ins Bad tun, nach kurzer Untersuchung, ob sie unverletzt ist, sind wir ins Krankenhaus gefahren, wo sich zum Glück rausgestellt hat, dass die Verletzung nicht so schlimm ist, wie sie aussieht. Nur ist die Hand jetz erstmal nicht zu gebrauchen.
Wieder zurück habe ich mich zur Shiva ins Bad gesetzt, wo sie die ganze Zeit vor sich hin geschrien hat, nicht wegen Schmerzen, sondern weil sie wohl so etwas wie einen Schock hatte. Wir hatten uns überlegt, mit ihr zum Notdienst zu fahren, damit sie durchgecheckt werden kann, aber sie hat sich auf meinem Schoß ziemlich schnell beruhigt, getrunken und auch etwas gefressen, und fing dann an,die Wohnung zu inspizieren.
Sie ist sogar direkt auf Babou zugelaufen, der viel zu geschockt war, um ihr nachzurennen. Den restlichen Tag ist sie durch die Wohnung gezogen und war wie ausgewechselt, hat sich nicht erschrecken lassen und war ziemlich selbstbewusst unterwegs. Ist das nicht seltsam?
Heute Nacht durfte sie ganz alleine bei uns im Bett schlafen, wo sie quasi die ganze Nacht damit verbracht hat, mir die Füße abzulecken.
Heute ist sie noch genauso munter wie gestern, streift durch die Wohnung und schaut sich um. Sie ist zwar immernoch vorsichtig, traut sich aber mehr als die letzten paar Wochen.
Vielleicht hat unsere Zuwendung ja schon so viel gebracht, dass sie jetzt schon etwas selbstbewusster ist? Babou hat sie zwar heute schon gejagt, ich hab ihn aber gleich sanktioniert, und er hat sie dann gelassen.
Mann, solche Tage wie gestern braucht echt niemand...
Morgen gehe ich ohnehin mit Shiva zum Tierarzt, weil die Impfung ansteht, der soll sie sich nochmal anschauen.

Einen erholsamen Sonntag!
 
  • Mobbing? Beitrag #12
Oh :shock: Was habt ihr denn für einen Tag hinter euch. Zum Glück alles nochmal einigermassen gut ausgegangen.

Gute Besserung an deinen Mann.

Warum auch immer Shiva sich nun so selbstbewusst verhält, ich hoffe es bleibt so :-D

Zum Thema impfen magst vielleicht mal hier ein bisschen reinlesen ?



Euch auch einen erholsamen Sonntag und erholt euch gut von dem Schreck
 
  • Mobbing? Beitrag #13
Hallo zusammen,
Leider waren die letzten Wochen so stressig, dass ich hier nicht zum Schreiben gekommen bin.
Mein Mann war krankgeschrieben, aber der Finger ist zum Glück wieder ganz gut verheilt.
Leider hat sich an der Situation rein gar nichts verändert.
Shiva versteckt sich weiterhin unter dem Sessel und dreht durch, sobald sie den Kleinen sieht. Ich verbringe momentan sehr viel Zeit mit ihr alleine im Bad, da ist sie auch wie immer, redet mit mir und spielt, ich bestärke sie auch, dass sie etwas mutiger wird.
Er geht aber nach wie vor sofort auf sie los, sobald er auch nur ihre Schwanzspitze sieht. Ich lenke ihn mit spielen ab, ich sperre ihn weg, ich baue mich drohend vor ihm auf, es bringt alles genau nichts.
Langsam bin ich echt mit meinem Latein am Ende...
Es grüßt eine frustrierte Kassiopeia
 
  • Mobbing? Beitrag #14
Hi Kassiopeia,
das klingt ja wieder richtig stressig.

Wenn du schreibst, dass du versuchst ihn mit spielen ablenken wenn er auf Shiva losmarschiert, dann kann es sein, dass du ihm genau dadurch eine positive Bestätigung gibst.
"Ich ärgere jetzt Shiva - juhu Dosi spielt mit mir - Gleich nochmal ..."

Was bedeutet "ich baue mich drohend vor ihm auf"? Versperrst du ihm aktiv den Weg und drängst ihn wirklich auch mal zurück, bis er die Aktion aufgibt (kann schon mal paar Minuten dauern) oder kann er einfach an dir vorbei gehen?

Ich würde es nochmal mit anderen negativen Reizen probieren, sobald er anfängt zu stalken. Wirf mal ein Handtuch/Decke/Kissen vor ihn, halt irgendwas was ihn zusammenzucken läßt aber bitte nichts so schlimmes, dass er nur noch in Panik ist.
Wichtig ist, dass er die Shiva Aktion komplett abbricht, zur Ruhe kommt und erst dann wieder gelobt wird. Solange er stalkt, darf er keinerlei positives Feedback oder Erfolgserlebnis bekommen.
 
  • Mobbing? Beitrag #15
Hallo Geek,
ich habe das bisher tatsächlich noch nicht so gesehen, dass er dann eine positive Verknüpfung herstellt, wenn ich ihm meine Aufmerksamkeit widme. Wenn ich ihn nehme und wegtrage, ist er auch sehr entspannt, er ist generell gerne auf den Arm und schnurrt dann auch wie verrückt. Das hört sich also für mich sehr sinnvoll an, was du da schreibst. Spielen/wegtragen ist also nicht mehr jetzt. Nix positive Verknüpfung.
Wenn ich mich vor ihm aufbaue, scheuche ich ihn auch immer wieder weg, wenn er auf den Sessel zugeht. Wenn ich dazwischenstehe, geht er aber normalerweise auch nicht an mir vorbei, allerdings sobald ich weggehe, schon. Vielleicht muss ich da konsequenter stehenbleiben und ihn immer wieder verscheuchen, aber ich befürchte, das sieht er auch eher als Spiel.
Ich denke auch, dass das mit dem Handtuchwerfen einen Versuch wert ist. Ich würde natürlich niemals etwas machen, was ihn dauerhaft verschreckt oder so. Aber ein Handtuch oder ein kleines Kissen, das kann ich mir gut vorstellen.
Ich verstehe halt echt nicht, wieso er gerade auf die Katze, die nichts mit ihm zu tun haben will, so losgeht... Die anderen zwei spielen gerne mit ihm, Siri rauft sogar mit ihm nach Katermanier, bis er total geschafft daliegt. Falls aber ein Teilchen von der Shiva irgendwo sichtbar wird, dreht er, auch wenn er eigentlich total knülle ist, auf 180.
Da ich seit heute auch Ferien habe, bin ich noch die nächsten anderthalb Wochen zuhause und werde ihm mal meine pädagogischen Grundsätze angedeihen lassen :).

Vielen Dank schon einmal für die guten Ratschläge. Ich werde hier berichten, wie es weitergeht! Und ich hoffe, dass ich auch mal was Positives schreiben kann!
 
  • Mobbing? Beitrag #16
Noch was eingefallen.
Wenn du Babou bremst, da sei bitte auch richtig sauer, d.h. zeig ihm deine Emotionen und übertreibe damit.
Ich bin überzeugt, dass Katzen recht gut wahrnehmen können, wie die Dosis grad drauf sind.
Also nicht "Armes kleines taubes Katerchen, du darfst leider nicht zu Shiva", sondern eher "Du kleiner Stinker hörst sofort damit auf. Sofort!"
 
  • Mobbing? Beitrag #17
Hi,

das mit der positiven Bestärkung ist richtig, wenn du immer in dem Augenblick den Wedel nimmst. (z.B.) würde ich auch lassen.

Inwiefern es aber hilfreich ist Shiva extra Aufmerksamkeit zu geben ist auch fraglich. Das kriegen auch die anderen mit und wissen nicht wieso sie in das Zimmer mit dir darf, sie selbst aber nicht.

Ich würde mal sagen balou ist ist ein kleiner Wirbelwind, völlig normal, der eben spielen will. Gerade wenn Shiva manchmal gar nicht sichtbar ist, wird sich seine Aufmerksamkeit mehr auf sie lenken, wenn sie später wieder da ist. Ich weiß ja nicht wie lange du mit ihr in dem Arbeitszimmer bist, aber ich halte das perönlich für keine gute Idee. Auch weil Shiva so lernt, alleine mit Frauchen ist es besser. Aber eine Einzelkatze ist sie grundsätzlich ja nicht und ich glaube auch nicht, das man auf diese Weise ihre Verhalten ändern kann.

Für mich ist das so kein Mobbing, das Problem liegt sicher bei Shiva selber. Ich bin sehr sicher das, wenn sie stehen bleiben würde und ihm paar knallen würde, er sie sofort in Ruhe lässt. Das macht sie offenbar aber nicht und sobald sie weg geht, freut er sich, weil sie rennt ja. Rennen ist toben für ihn, genau wie das sein Jagt Instinkt durch kommt.

Ich hatte sowas ab und mal mit Xanthi und Tessa. Immer hab ich Xanthi schreiend wegrennen sehen und Tessa hinterher. Abgesehen von den wenigen Situationen in denen Xanthi anfing und provozierte, war es so, das Tessa nur in ihre Richtung schaute und Xanthi ging in Deckung und rannte dann weg. Tessa hinterher. Irgendwann bleib Xanthi aber sitzen und schon bestand kein Interesse mehr. Tessa lief an ihr vorbei, oder ging erst gar nicht hin. Bei mir waren die Momente recht selten, grundsätzlich habe ich harmonie in meiner Gruppe.

Wie man das Problem so richtig löst, keine Ahnung. Ich würde auch dazwischen gehen und mal richtig trampeln und ihn dann mal anpusten. Denn die Virbrationen am Boden von deinen Füße dürfte Balou wahrnehmen. Vielleicht bekommt man ihn so dazu, dies zu lassen. Ich bezweifle es aber, weil er einfach jung ist und es nicht einmal böse meint.

lg Juli
 
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