Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt ;-) Die Kandidatinnen, die in der Internetbeschreibung ganz vielversprechend klangen, waren bei näherer Betrachtung dann doch nicht so ganz geeignet.
Tierheim-Besuche sind immer schwierig. Man muss sich ja doch zusammenreißen, um wirklich nur mit einer (oder wenn es eben nicht passt keiner) Katze da rauszugehen ... Es sind einfach so viele tolle Tiere dabei. Wäre es eine reine Herzensentscheidung, hätten wir wohl zwei einjährige Katzenmädels mitgenommen. Da hat dann aber doch noch die Vernunft gesiegt …
So blieb eine Katzendame in der Auswahl übrig. Alter ca. 2-4, wurde im Frühjahr trächtig gefunden, hat nun ihre Kitten erfolgreich großgezogen und soll diese Woche kastriert werden. Glückskatze im Bonsai-Format (die ist sogar kleiner als unser Bröselchen), im Moment aber noch sehr knochig – sagten die Mitarbeiter auch, die müsste ein bisschen aufgepäppelt werden. Aber das sollte das kleinste Problem sein,sie frisst nämlich gerne :lol:. Selbstbewusst – freundlich – verspielt – weiß aber was sie will. Also nicht so ganz das angestrebte scheue Bauernhofmodell. Und dann kam das große ABER: Bisher ist nicht bekannt, ob sie sich mit anderen Katzen versteht, da sie mit ihren Kitten isoliert war (die hat sie aber wohl gut versorgt und vernünftig großgezogen).
Zu dem Zeitpunkt hatte sie sich schon klammheimlich bei uns ins Herz geschlichen …
Also nochmal alles durchgesprochen, erst mit der
Tierheim-Mitarbeiterin, dann abends zu Hause Bestandsaufnahme gemacht:
1. Wir haben uns vor längerer Zeit einmal einen jungen Kater angeschaut. Bei dem hieß es, der wäre total umgänglich mit anderen Katzen und sollte gerne zu Spielkumpels. Er wäre da auch unkompliziert. Wir waren mit ihm 1 Stunde im Gehege und bei mir tauchten sehr viele Fragezeichen auf: Er achtete bei anderen Katze keinerlei Distanz und bedrängte sie immer weiter trotz mehrfacher Abwehrreaktionen. Er hatte dort schon fast alle Katzen gegen sich aufgebracht.
Was ich damit sagen will: Man kann wohl auch mit einem vermeintlich sozialen Tier Pech haben. Es wird wohl immer ein bisschen Wundertüte sein.
Als wir draußen im Gespräch standen, saß sie hinter der Glastür und wir Menschen schauten auch immer mal zu ihr hin, zum Teil eben zeitgleich mit drei paar Augen: Die Lütte hat dann sofort angefangen das komplette „Ich bin harmlos und freundlich und überhaupt nicht von Euch beindruckt“-Repertoire abzuspielen

: Es wurde geblinzelt und gezwinkert was das Zeug hält – demonstrativ-betont-lässig in eine andere Richtung geschaut und gegähnt. Auch als wir bei ihr drinnen waren hat sie mit uns sehr kätzisch kommuniziert, es wurde enorm viel Köpfchen gedötzt und gezwinkert. ;-)
2.) Sie ist menschenbezogener, als geplant. Aber mein Mann arbeitet jetzt seit einiger Zeit teilweise von Zuhause, dadurch haben wir mehr Zeit als früher zur Verfügung (die zwar ursprünglich in solche Dinge wie Gartenarbeit investiert werden sollte, aber wer bitte benötigt einen komplett unkrautfreien Garten :mrgreen

. Bisher passt es ganz gut, dass jede unserer Katzen ihre „Quality Time“ hat.
Lange Rede, kurzer Sinn: Wenn alles klappt, zieht nächste Woche Nummer 6 bei uns ein. Und jetzt werde ich schon ein wenig hibbelig …
