12 Jahre alte Katze - welches "Zuhause" wäre besser für sie?

Diskutiere 12 Jahre alte Katze - welches "Zuhause" wäre besser für sie? im Senioren und Katzen mit Handicap Forum im Bereich Katzenfreunde; Freigang/ Wohnungshaltung ist ja ein kontrovers diskutiertes Thema. Und es gibt Verfechter mit starken Argumenten auf beiden Seiten. Für...
  • 12 Jahre alte Katze - welches "Zuhause" wäre besser für sie? Beitrag #21
Freigang/ Wohnungshaltung ist ja ein kontrovers diskutiertes Thema. Und es gibt Verfechter mit starken Argumenten auf beiden Seiten.

Für Wohnungshaltung spricht wohl am ehesten der Sicherheitsaspekt.
Für Freigang spricht die Lebensqualität.

Ich halte mich für relativ neutral. Bin mit Freigängern aufgewachsen, weiß wie aktiv Freigänger sind und habe jetzt selbst Katzen in Wohnungshaltung weil Freigang von der Wohnsituation her nicht umsetzbar ist.

Ich sehe die Idee, Freigänger in Wohnungshaltung zu "zwingen" sehr kritisch. Und frage mich, ob all die "umerzogenen" Freigänger die ja sooo gerne in der Wohnung und Fürsorge und Sicherheit leben, auch freiwillig in der Wohnung bleiben würden wenn sie denn die Möglichkeit hätten, selbst zu entscheiden ob sie ein- und aus gehen können.

Ich kann die Wohnungshaltung mit meinem Gewissen vereinbaren wenn die Katze es nicht anders kennt und gar nicht weiß was "Draussen" und "Freiheit" bedeuten.

Und auch wenn in den Foren oft propagandiert wird, dass Katzen keine Einzelgänger sind, dies gilt vor allem als Mahnung für Halter junger Katzen.
Alte Katzen tun sich mit Veränderungen oft schwer und das eine 12jährige Katzen wirklich Freude daran hat, mit einem Artgenossen in 60qm gesperrt zu sein halte ich für sehr unwahrscheinlich.

Meine Erfahrung?
Ich habe vor Jahren aus Unerfahrenheit und mit dem Gedanken etwas gutes zu tun zwei alte Katzen aus dem Tierheim in Wohnungshaltung aufgenommen. Die eine war zuvor wie deine Katze allein gehaltene Freigängerin, die andere hatte eine unbekannte Vorgeschichte, aber hatte bereits mehrere gescheiterte Vermittlungsversuche hinter sich.

Und obwohl sie sich im Tierheim wohl vertragen haben- bei mir haben sie sich nie akzeptiert und wären in Einzelhaltung wesentlich besser dran gewesen.
Auch was die Gewöhnung an die Wohnungshaltung betrifft, zumindest die Freigängerin wäre immer gerne rausgegangen, das hat man gemerkt weil sie versucht hat zur Eingangstür auszubüchsen und oft wartend davor saß.

Das Leben in der Wohnung ist verdammt eintönig im Vergleich zu dem was eine Freigängerkatze erleben kann. Das wird auch durch teure Kratzbäume, Federangeln und Futterlabyrints nicht ausgeglichen.

Und auch die Redensart "Ein Versuch schadet nicht" trifft in diesem Fall nicht zu. Je nach Charakter einer Katze kann es Monate dauern bis sie sich in eine neue Umgebung eingelebt hat und aufgetaut ist.
Ebenso dauert es bei älteren Tieren oft viele Monate bis man eine Zusammenführung als abgeschlossen bezeichen kann. Und das muß nicht ein erfolgreicher Abschluß sein= Katzen haben sich angefreundet, sondern kann auch das Ergebnis sein, dass sie sich soweit akzeptieren dass sie nebeneinherleben ohne sich zu bekriegen oder es kann auch die Erkenntnis sein dass es mit den Katzen wohl nie klappen wird.

Alles in allem sehr stressig und kräftezehrend für die Beteiligten (auch den Menschen).

Deswegen meine Antwort:
Ich würde die Katze ihr gewohntes Leben weiterleben lassen. Auch mit dem Risiko, dass sie tierärztlich nicht, oder zumindest nicht optimal versorgt wird.

Falls das für dich nicht tragbar ist, würde ich alles dransetzen ihr selbst einen Einzelplatz mit Freigangsmöglichkeit zu bieten oder einen entsprechenden Platz für sie zu finden.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
  • 12 Jahre alte Katze - welches "Zuhause" wäre besser für sie? Beitrag #22
nun hast du so viel verschiedene Standpunkte gelesen und wir alle haben Katzen und doch unterschiedliche Sichtweisen. Dennoch musst du es ganz allein entscheiden.

Vielleicht ist ja die Übernahme der ärztlichen Versorgung eine Option für dich, somit wäre der Katze schon enorm geholfen.

lg
Verena
 
  • 12 Jahre alte Katze - welches "Zuhause" wäre besser für sie? Beitrag #23
@Sini: Faszinierend, wie unterschiedlich die Erfahrungen sind. Ich habe hier mittlerweile zwei Zusammenführungen von älteren Katzen hinter mir und beide (einmal schlecht sozialisierter, hoch neurotischer Vermehrer-Perser-Lookalike, 8, und alter, schwer kranker, panischer Ex-Freigänger, 13+, das andere Mal auch nicht so pralle sozialisiertes Tierschutz-Pflegetier, 13, und alter, schwer kranker, panischer Ex-Freigänger, 14+) liefen wirklich problemlos. Nach ein paar Tagen von "Mach das böse Tier weg!" war in beiden Fällen absolut und dauerhaft Ruhe.

Und was die "nicht ausreichende medizinische Versorgung" angeht... mein Sirius hat jahrelang so gelebt, und genau deswegen ist er gesundheitlich (CNI, SDÜ, schwere Arthrose) und psychisch (Angst, Panik, innere Unruhe durch die Schmerzen und die SDÜ) eine absolute Ruine und jedes Mal, wenn ich diesen großen und früher sicher sehr stolzen Kater ansehe und daran denke, was er einmal war und wie es ihm jetzt gehen würde, wenn es Menschen gegeben hätte, die sich kümmern, kommen mir die Tränen.

Wenn die Menschen sich nicht kümmern und sich nicht kümmern wollen und sich auch nicht kümmern, wenn man sie darum bittet, anfleht, am Telefon anbettelt, sie anbrüllt oder ihnen einen Hunni verspricht (wobei die letzte Vorgehensweise doch noch eine gewisse Erfolgsaussicht hat), hilft es dann auch nichts, wenn man sagt, man übernimmt die Kosten für die medizinische Versorgung. Und wenn dann noch ein gewisser Typ Tierarzt dazukommt, dann kann es auch ganz schnell sein, dass man im Nebensatz am Telefon erfährt, dass die Katze halt eingeschläfert wurde, weil die Leute sie loswerden möchten...
 
  • 12 Jahre alte Katze - welches "Zuhause" wäre besser für sie? Beitrag #24
@Sini: Faszinierend, wie unterschiedlich die Erfahrungen sind. Ich habe hier mittlerweile zwei Zusammenführungen von älteren Katzen hinter mir und beide (einmal schlecht sozialisierter, hoch neurotischer Vermehrer-Perser-Lookalike, 8, und alter, schwer kranker, panischer Ex-Freigänger, 13+, das andere Mal auch nicht so pralle sozialisiertes Tierschutz-Pflegetier, 13, und alter, schwer kranker, panischer Ex-Freigänger, 14+) liefen wirklich problemlos. Nach ein paar Tagen von "Mach das böse Tier weg!" war in beiden Fällen absolut und dauerhaft Ruhe.



Und was die "nicht ausreichende medizinische Versorgung" angeht... mein Sirius hat jahrelang so gelebt, und genau deswegen ist er gesundheitlich (CNI, SDÜ, schwere Arthrose) und psychisch (Angst, Panik, innere Unruhe durch die Schmerzen und die SDÜ) eine absolute Ruine und jedes Mal, wenn ich diesen großen und früher sicher sehr stolzen Kater ansehe und daran denke, was er einmal war und wie es ihm jetzt gehen würde, wenn es Menschen gegeben hätte, die sich kümmern, kommen mir die Tränen.



Wenn die Menschen sich nicht kümmern und sich nicht kümmern wollen und sich auch nicht kümmern, wenn man sie darum bittet, anfleht, am Telefon anbettelt, sie anbrüllt oder ihnen einen Hunni verspricht (wobei die letzte Vorgehensweise doch noch eine gewisse Erfolgsaussicht hat), hilft es dann auch nichts, wenn man sagt, man übernimmt die Kosten für die medizinische Versorgung. Und wenn dann noch ein gewisser Typ Tierarzt dazukommt, dann kann es auch ganz schnell sein, dass man im Nebensatz am Telefon erfährt, dass die Katze halt eingeschläfert wurde, weil die Leute sie loswerden möchten...


Das möchte ich mal ganz dick unterstreichen :) sehe ich genauso!
 
  • 12 Jahre alte Katze - welches "Zuhause" wäre besser für sie? Beitrag #25
Hallo, ich habe die Diskussion nicht von Beginn an verfolgt und daher einiges überflogen, daher bitte ich um Verzeihung bei Wiederholung. Erstmal ein Satz zu meiner Erfahrung. Meine ältere Katze war früher eine Steunerin und vegetierte in einer Gartenkolonie bevor sie ins Tierheim kam. Mittlerweile wohnt sie bei mir als Wohnungskatze und zeigt nicht wirklich den Drang nach draußen. Allerdings kam sie bereits mit circa vier Jahren ins Tierheim, bzw. zu uns. Und es kommt natürlich auch individuell auf das Tier an.
Jetzt einenFrage an dich. Wenn ihr die Katze mit in die Wohnung nehmt, wie lange wäre sie am Tag allein?
Kann sein das du bereits dazu was geschrieben hast, das ich überlesen habe. Aber ich denke der Umzug und die Umgewöhnung würden für sie schon schwer werden, wenn sie dann aber am Tag noch viel allein ist, macht es das ganze noch schwieriger.
 
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