Hallo zusammen,
ich wende mich hier an dieses Forum, um mir Ratschläge und Tips zu holen, da ich ein wenig verzweifelt bin. Ne verzweifelt ist das falsche Wort, ich möchte die richtige Entscheidung für "Moritz" treffen.
Zu meiner Person, ich bin 28 Jahre alt. Habe vier Hasen in einer 20qm grossen Scheune. Die Schlappohr Mama wurde bei uns am Feldrand mit Käfig ausgesetzt. Wir, mein Freund und ich, haben Schlappi aufgenommen und ca 2 Wochen später kamen drei süsse kleine flauschige Babys raus. Wir haben alle behalten, da wir den Platz haben. Mein Freund hat einen vier Etagen Käfig gebaut und die Scheune wurde in ein riesen Hasenparadies umgebaut
Letztes Jahr im August haben wir Mogli, damals 6 Wochen alt, aus einer Familie raus geholt. Die Familie erzählte uns, er sei bereits 12 Wochen und würde alleine fressen, was aber nicht der Fall war. Sie wollten die Kleinen alle nur los werden.
Flöhe hatten sie alle und Würmer.
Mogli ist also sehr jung zu uns und nicht so sehr gut sozialisiert. Er sucht den Kontakt zu anderen Katzen sehr stark, hat aber nicht richtig gelernt, wie man mit anderen Katzen umgeht. In unserer alten Wohnung, mitten im Wald, wurde er oft von Wildkatzen angegriffen, sodass wir im ersten Jahr 1500€ Tierarzt kosten hatten.
In dieser Zeit habe ich oft darüber nachgedacht, ob Mogli einen zweiten Kater toll finden würde. Habe oft drüber nachgedacht, aber es nie richtig in Angriff genommen.
Mogli ist ein richtiger kleiner süsser Proll, noch total verspielt, aber ein ganz ganz süsser.
Im August diesen Jahres sind wir in ein Dorf weiter gezogen, direkt am Feldrand, wo sich auch die Scheune der Hasen befindet. Wir haben einen Garten und Mogli kann durch die Katzenklappe jederzeit rein und raus aus der Wohnung.
Seit dem Umzug gab es auch keine Verletzungen mehr, er hatte sogar einen "Freund" da gefunden, was für mich total schön war.
Vor gut vier Wochen erhielt ich eine Whats App Nachricht von meiner Mama, sie hat selbst auch eine Katze vom Katzenschutzbund damals geholt. Es ging um "Notfall Moritz". Moritz wohnte einen Ort weiter, ist 13 Jahre alt und ein totaler Schmusekönig. Seine Besitzerin hat MS und wird in das Haus, wo Moritz die ganze Zeit (12Monate schon) alleine wohnte, nicht mehr zurück kehren

In diesen 12 Monaten hat sich eine Freundin meiner Mama mehrmals täglich um Moritz gekümmert. Ihn rein und raus gelassen, ihn gefüttert und ihm versucht soviele Schmusemöglichkeiten wie möglich zu geben.
Da die Besitzerin nicht mehr zurück kehrt, wollten die Eltern das Haus weiter vermieten. Sprich Moritz sollte nun endlich da raus. Die Freundin meiner Mama war bereits seit einiger Zeit mit dem Katzenschutzbund in Kontakt, um ein geeignetes Zuhause für Moritz zu finden. Die Eltern der Besitzerin sind nicht sehr tierlieb und haben nur geäussert: Sonst setzt ihn einfach raus, er wird sich schon selbst ein neues Zuhause suchen!" Ich kann garnicht sagen, wie schlimm ich das fand.
Am rief also an dem Abend direkt bei der Freundin hat, unterhielt mich mit ihr und machte für den nächsten Tag ein Treffen aus, wo mein Freund und ich Moritz besuchten. Er hat wirklich alles gegeben uns zu beschmusen und zu zeigen was er für ein süsser ist. Ist er auch wirklich, wenn er einen anguckt, dann hat er einen Blick als würde er kleine Herzchen schicken. Wir haben uns dann dafür entschieden ihn zu uns zu nehmen. Wir kennen ja unseren Mogli, der den Kontakt zu anderen Katzen sucht. Moritz war früher zu zweit, ist absolut verträglich mit anderen Katzen.
Mittwoch waren wir beim ersten Treffen, Freitags hat sie ihn uns schon vorbei gebracht. Meine Mama war auch da, um die Situation mit einschätzen zu können. Wichtig war ja auch, dass wenn Mogli rein kommt, ich nicht, wegen Eifersucht, den neuen schütze, sondern für Mogli greifbar bin.
Die erste Begegnung hat wirklich total super funktioniert. Moritz war erst ca. 1 Stunde mit uns alleine in der Wohnung, lief nach 5 Minuten bereits mit aufgerichtetem Schwanz durch die Wohnung, beschmuste uns wie wild und erkundete alles. Als Mogli rein kam, wurde ein Buckel gemacht, Moritz versteckte sich unterm Bett für ca.1 Stunde, danach war das Eis gebrochen und seitdem habe ich die beiden auch bereits zusammen.
Es gibt mal ein fauchen oder es fliegt mal ne Tatze, aber alles im total normalen Bereich. Moritz hat Mogli auch schon geputzt und Mogli in beschmust

Ich war also total happy. Die kleinen Fauchereien gehören dazu und somit war es wirklich alles perfekt. Fressen klappte direkt, Klo wurde super benutzt und sie waren beide sichtlich entspannt, wenn auch zwischendurch mal ein wenig skeptisch.
Mogli ist ein kleiner Wildfang und erschreckt Moritz zwischendurch gerne mal, was er nicht böse meint, er möchte dann halt was spielen. Moritz ist derjenige, der Mogli dann in einer unbeschreiblichen Ruhe zeigt, dass er nicht möchte und geht in Zeitlupe davon.
Moritz durfte am Anfang ja noch nicht raus. Mein Freund ist Fernfahrer, sprich von Sonntag Nacht bis Freitag Abend komplett unterwegs. Ich bin mit Sport morgens um die 12Stunden unterwegs.
In der ersten Woche hat Moritz mich morgens angeschaut und dann einfach in der Küche los gepinkelt. Das ganze hat er drei mal gemacht, nicht alles an einem Tag, aber innerhalb der Zeit, wo er drinne war. Dann haben wir gedacht, es liegt daran das er noch nicht raus darf. Also haben wir ihn nach gut einer Woche an einem Samstag raus gelassen. Ich bin mit ihm raus gegangen und es hat super geklappt. Er wusste wo er hin musste, wo es schutz gab und seit dem Tag darf er rein und raus wie er möchte.
Als mein Freund das erste Wochenende wieder da war, hat Moritz bei uns im Bett geschlafen (Mogli liegt lieber im Gästezimmer oder aufm Sessel im Gästezimmer), jedoch war es eine sehr schlaflose Nacht. Moritz kam kaum zur Ruhe, ist ständig über uns drüber gelatscht. Absolut verständlich aus seiner Sicht. Er musste 12 Monate alleine schlafen, ist nun in einem neuen Zuhause, wo zwei Menschen sind und eine kleiner Matchokater. Moritz braucht aber immer den Körperkontakt, er muss ganz nah an mir dran schlafen. Auch wenn wir im Wohnzimmer sind und ich gehe in die Küche, er bleibt nicht liegen, er muss mit mir mit gehen.
Ich konnte auf jedenfall nicht mit Moritz im Schlafzimmer bleiben, da mein Freund seinen Schlaf braucht, weil er lange am Steuer sitzt. Ich arbeite im Büro und kann da auch mal ein wenig müder sitzen

Ich bin dann also mit Moritz ins Gästezimmer gegangen, was gut funktioniert hat. Ich möchte aber nicht jede Nacht, wenn mein Freund schon mal da ist, im Gästezimmer schlafen.
Also habe ich mit der Freundin meiner Mama gesprochen und noch einer Katzenliebhaberin, die meinten, dass ich Moritz schon dran gewöhnen kann, dass er unter der Woche bei mir mit ihm Bett schlafen kann, am Wochenende auch tagsüber ins Schlafzimmer kann, nur Nachts dann auf seine Kuscheldecke im Gästezimmer muss, oder wohin er auch möchte. Wir haben 100qm, also Platz ist genug

Die erste Nacht mit Schlafzimmertür zu, war für mich echt schlimm, weil er immer an der Tür gewishct hat, er kann nicht richtig miauen. Ist eher so ein krächzen, oder Mund öffnen und es kommt kein Geräusch raus

Ab der zweiten Nacht war es aber alles in Ordnung und es funktionierte super,jetzt liegt er manchmal auch am Wochenende tagsüber auf seiner Kuscheldecke aufm Sessel und schläft dort. Immer abwechselnd.
Nun kam ich letzte Woche Mittwoch nach Hause und nahm einen starken Pipi Geruch aus dem Schlafzimmer war. Er hatte dort auf sein dickes Kissen gepinkelt, welches er auch in der Box drin hatte, wo er bei uns ankam. Da hatte er vor Angst drauf gepinkelt, ich hatte es aber gewaschen. Am Samstag zuvor hatte er auf die Badematte vor unser Klo gemacht, obwohl dort auch sein Klo steht, welches er auch benutzt.
Ich habe dann mit meiner Mama telefoniert, die mir dann sagte: Irgendwas stresst ihn, er ist mit irgendetwas unzufrieden

Vielleicht bist du ihm doch zuviel weg.
Sie hat ihn ja auch schon erlebt und gesehen und weiss daher auch, wie liebebedürftig er ist.
Ich musste dann weinen, weil es mir total leid tat und ich ihm ja wirklich einfach ein tolles Leben schenken wollte, wo er soviel schlechtes mit gemacht hat, nun ist er unglücklich

Der Gedanke ihn direkt zu einer anderen Familie abzugeben, gibt es für mich nicht, da es einige Möglichkeiten gibt zu schauen, wo das Problem genau liegt. So ein Familienwechsel ist für ein Tier ja total schlimm und das möchte ich ihm nicht zumuten.
Also habe ich Bachblüten geholt (Globolis) gegen Anst, Stress & Unsicherheit. Diese brauchen ja auch ein wenig, bis sie wirken. Gebe sie erst seit Donnerstag. Diese Woche Montag morgen, mein Freund ist kurz vor Abfahrt, sitzt in der Küche und streichelt Moritz aufm Kopf und da pullert er schon wieder los. Blasenerkranungen sind bei ihm nicht bekannt.
Wir haben nun beide in zwei Wochen Urlaub und sind dann zu Hause, wo ich ihn viel schmusen kann. Ich würde gerne wissen, ob hier jemand ähnliche Erfahungen gemacht hat? Oder jemand eine Idee hat, wodran es liegen könnte? Was ich vielleicht noch machen kann?
Ich habe den dicken Moritz so lieb und möchte ihn nicht abgeben. Wenn er sich die ganze Zeit ängstlich und scheu zeigen würde und ich denken würde, er fühlt sich nicht wohl, es passt alles nicht, hätte ich schon etwas schönes für ihn gesucht. Aber er beschmust mich ohne Ende, sobald ich sitze sitzt er auf meinem Schoss und möchte garnicht mehr weg. Im Bett liegt er wie ein Baby in meinem Arm.
Meine Mama war gestern noch da und meinte: Ganz objektiv betrachtet, er braucht mehr Zeit und Aufmerksamkeit.
Ich kann aber leider ja nicht kündigen für ihn, auch wenn ich ihn gerne immer um mich hätte.
Meint ihr eine Katze, die soviel Aufmerksamkeit und Liebe braucht, kann sich auf mein Timing einspielen?
Hat jemand ähnliche Erfahrungen?
Ich bin an den Wochenenden selten bis nie viel unterwegs. Ich bin sehr häuslich. Nur unter der Woche halt, arbeite etwas weiter weg und bin dann schon von morgens zehn vor sechs bis abends sechs weg.
Ich würde mich sehr freuen, wenn mir hier jemand helfen kann.
Liebe Grüsse
Sandra