Das Wissen um den Getreidegehalt würde doch an deiner Einstellung gar nichts ändern. Das ein Getreideanteil, egal wie hoch oder gering schlecht sein muss steht doch sowieso schon unverrückbar fest?
Wirkliche Belege, dass ein gewisser Stärkeanteil im Futter zu gesundheitlichen Schäden führt, existieren allerdings nicht.
Oft wird argumentiert, dass eine Katze natürlicherweise kein Getreide frisst und wenn, dann nur in verschwindent geringen Mengen. Nachvollziehbar, obwohl ich die Unterscheidung von "natürlich= Gut & unnatürlich= Böse" schon allgemein für einen falschen Denkansatz halte.
Und ziemlich verqueer wird es halt, wenn aufgrund dieser Argumentation gegen Getreide gewettert wird, aber Zusätze von Granatapfelkernen, Kartoffeln, Gemüse und Kräutern dann bedenkenlos verfüttert werden.
Ich finde es bei den Futterdiskussionen im Allgemeinen interessant, das so viel Wert darauf gelegt wird, dass ein "gutes" Futter bestimmte Voraussetzungen erfüllt. Oft sind das Kriterien die leicht überprüfbar sind und auch auf unserem kulturell geprägten menschlichen Essverhalten beruhen. Wie hohe Fleischqualität, viel Muskelfleisch, Fleisch von bestimmten Tierarten, kein Zusatz von Getreide und Zucker, alles möglichst naturbelassen, wenig oder keine künstlichen Zusatzstoffe.
Mein Interesse liegt da eher bei den langfristigen, belegten Auswirkungen welche die Nahrung auf den Katzenorganismus hat.
Ein Futter das aus dem frisch geschlachteten Filet edelster Bio Kobe-Rinder besteht, sehr hochpreisig, auf´s Gramm genau deklariert, ohne künstliche Zusatzstoffe- das würde hier gefeiert werden. Egal wie teuer es ist, für den Liebling ist das Beste nur gut genug. ;-)
Blöd nur, dass ein derartiges Futter Katzen nicht ausreichend mit Nährstoffen versorgt. Und richtig schade, dass es für Laien wie mich, kaum oder nur extrem schwer ist, herauszufinden, welches Futter das überhaupt kann.
Da es nahezu unmöglich ist, mit reinem gekochten Muskelfleisch den Nährstoffgehalt einer kompletten rohen Maus nachzuahmen, sollte man bei derartigen Werbeversprechen zumindest mal hellhörig werden. Wo bleiben da die Mineralstoffe, die Ballaststoffe, Taurin und Vitamine?
Mein Rat in punkto Futter ist weiterhin, auf viel Abwechslung zu setzen. Das heißt, möglichst viele verschiedene Marken anzubieten. Weil da die Chance am größten ist, dass gewisse Mängel ausgeglichen werden. Und Überversorgungen nicht so sehr ins Gewicht fallen.