Ich glaub so machst du das genau richtig! Lass ihn einfach in Ruhe, bedränge ihn nicht, fass ihn nicht an, guck ihn nicht zu lange an, sei eine höfliche Katze, und irgendwann kommt er sicher zu dir und zeigt dir, was er gerne möchte.
Ich hab hier ja auch einen großen schwarzen Panikscheubären zu Hause (er ist allerdings schon ein Senior, kein junger Hüpfer wie deiner mehr) und jetzt nach fast zwei Jahren glaubt er uns zumindest fast, dass wir ihn nicht töten wollen. Fast. Meistens :roll: Allerdings müssen wir ihn auch 2-3 Mal am Tag ärgern und bedrängen, damit er seine Medikamente bekommen kann (kein Zylkene, sondern gegen seine Krankheiten), deswegen fällt ihm das mit dem Vertrauensaufbau natürlich ziemlich schwer.
Was wir gemacht haben: Wenn er an bestimmten Stellen liegt, dann wird er dort nicht bedroht oder angegangen, selbst wenn wir ihm seine Medikamente verabreichen müssen. Das sind seine "Safe Spots", auf denen er sich vor bösen, bösen Menschen sicher fühlen kann. Und wenn ich an meinem Schreibtisch sitze, dann kommt er neben meinen Stuhl gelaufen und kann sich dort nach Herzenslust kraulen und streicheln und wuscheln lassen, ohne, dass er etwas befürchten muss. Dann drückt er auch sein Köpfchen gegen meine Hand und schmust mit meinen Beinen oder stemmt seinen dicken Katerschädel gegen mein Bein, weil es sooooo schön ist, am Bauch gekrault zu werden. Und wenn ich meine Hand nach unten halte und schnipse, dann kommt er angelaufen, weil er weiß, dass er dann geschmust wird.
Im Rest der Wohnung bin ich immer noch böse und er wird ganz klein, wenn er mich sieht, und weiß gar nicht so recht, wo er hinsoll (dann mache ich ihm Platz, damit er sich verkrümeln kann). Aber er weiß ja jetzt, wo er hin muss, wenn er seine Streicheleinheiten möchte, und auch bei Bewegungen ist er in den letzten sechs Monaten wesentlich entspannter geworden. Deswegen: Hoffnung nicht aufgeben! Wenn es bei einem über 12-jährigen schwerkranken Ex-Wildling funktioniert hat, dann auch bei eurem Jungspund, der sich alles von den anderen Katzen angucken kann. Der kommt von selbst, wenn er etwas möchte.