Am Montag Abend mußte ich dich gehen lassen, mein geliebter Findus, für immer......
Alles ging so unglaublich schnell.
Ich glaube noch immer, daß das alles nur ein böser Traum sein kann und ich jeden Moment aufwache, mit dir auf meinem Bauch, schnurrend.
Noch drei Stunden zuvor schien alles in bester Ordnung zu sein.
Als ich um 15 Uhr nach Hause kam, wartest du bereits an der Tür.
Auf schnellstem Weg in die Küche, deine Mahlzeit hat jetzt oberste Priorität.
Aber plötzlich war etwas anders, du wendest dich vom deinem Futter ab und gehst zur Haustür...
Noch mache ich mir keine Gedanken, vielleicht einfach dein Geschäft draussen erledigen, war dir immer lieber als auf der Katzentoilette.
Und dein Futter läuft ja nicht weg.
Was Minuten später passiert ändert alles, nichts wird jemals wieder so sein wie zuvor.
Ich höre dich von draussen laut miauen, sehr laut...schreien trifft es wohl besser.
In Panik laufe ich zu dir, auf dem Boden liegend finde ich dich.
Die Hinterläufe seitlich verdreht, die blanke Angst im Gesicht, deine Augen scheinen durch mich hindurch zu sehen.
Trotzallem rappelst du dich hoch, humpelst erst am rechten Hinterbein, ziehst es dann nach, als wäre es taub.
Du möchtest dich verstecken, ich rede mit dir in deinem Versteck, versuche ruhig zu bleiben....es klappt nicht, fühle mich so hilflos.
Sehe dich leiden, kann nichts tun.
Es zerreißt mit das Herz.
Aber mit einem Mal scheint es, als erkennst du mich und kommst zu mir, trotz der Schmerzen.
Wir gehen zusammen nach drinnen ins Warme, ganz langsam.
Ich erschrecke als ich sehe das nun beide Hinterbeine nicht mehr zu funktionieren scheinen.
Was ist hier bloß los, frage ich mich....
Du amtest schwer, bekommst kaum Luft, dein Miauen ist herzzerreißend.
Ich sehe auf die Uhr, 15.45, nur noch kurz dann öffnet der Tierarzt.
Die Zeit scheint stillzustehen, ich greife zum Telefon....sage etwas wie "Notfall, kann nicht laufen, atmet schwer, unendliche Schmerzen.
Die Stimme am anderen Ende sagt, ich schaue mal...kommen sie so um 18 Uhr.
Ich sage, nein...nicht 18 Uhr, sondern sofort...
Wo ist die Transportbox, Autoschlüssel.....scheine völlig neben mir zu stehen.
Habe Angst dich hochzuheben, den Schmerz noch zu verschlimmern.
Du möchtest nicht in diese böse Box, aber es muß sein.
Lange Minuten bis zur Praxis, kein Betrieb, frage mich: "warum 18 Uhr?". Werde etwas ärgerlich.
Muß kurz im Wartezimmer ausharren. Der Arzt kommt, untersucht dich.
Blut zirkuliert noch in den Hinterbeinen, leichte Untertemperatur, Atemnot...das kommt vom Herz.
Ich verstehe nur "Bahnhof".
Wie vom Herz ?, frage ich.
Der Arzt entschuldigt sich und erklärt es mir, zumindest versucht er es.
Habe nur Augen für dich, halte dein Köpfchen, rede mit dir...
Höre Dinge wie Herzschwäche, Thrombose, Wasser in der Lunge, Atemnot, Lähmung der Hinterbeine.
Aber er macht uns Mut, sieht nicht so schlimm aus.
Blutverdünner, Schmerzmittel um deinen Zustand zu stabilisieren.
Er schlägt vor, dich dort zu behalten um dir eine erneute Fahrt zu ersparen.
Morgen früh möchte er dann ein Herzultraschall machen.
Ich lasse dich alleine, bin aber guter Dinge nach seinen Aussagen.
Ist ja nur kurz. Morgen hole ich dich nach Hause, so denke ich.
Hätte ich da schon geahnt was kommen sollte.
Das werde ich mir niemals verzeihen können....
Kaum zu Hause angekommen klingelt das Telefon.
Dein Zustand hat sich verschlechert, der Arzt fürchtet, das du die Nacht nicht überstehst.
Mir wird ganz flau im Magen, kann nicht klar denken.
Das darf nicht sein!!!
Muß mit jemandem reden, nur ganz kurz, Telefon, 3 Minuten...
Sitze im Wagen, gleich bin ich bei dir mein Schatz...
Das Handy klingelt, oh nein, ich schreie.
Akute Atemnot, keine Zeit mehr...
Ich trete aufs Gas....................................................................
Und bin zu spät.......
Die Welt ist so leer ohne dich.
Alles erscheint so sinnlos.
Du bist das Wichtigste in meinem Leben und in deiner schwersten Stunde war ich nicht da.
Es tut mir unendlich leid, mein liebster Findus.
Bitte verzeih mir!