Hallo liebe Gemeinde,
habe mich endlich angemeldet, weil ich einfach nicht mehr weiter weiß...
Mein Kater wird im April 16 Jahre alt, Wohnungs- bzw. Balkonkatze, sein Bruder ist vor vier Jahren an
Niereninsuffizienz verstorben.
Im Sommer 2014 habe ich eine
Giardien-Infektion und Flohbefall (!) erfolgreich behandelt, seither hat er dahingehend keine Probleme mehr.
Mir fiel in den letzten 12 Monaten auf, dass sein Appetit und Durst sich gesteigert hatte und auch sein Verhalten sich insoweit verändert hatte, als dass er plötzlich viele und laute Maunzkonzerte gab, zu jeder Tages- und Nachtzeit. Trotz dass er viel gefressen hat, hat er innerhalb dieses Jahres ca. 1,4 kg verloren, was nicht sooo schlimm war, da er moppelig gewesen ist. Also, insgesamt war er putzmunter und verfressen.
In letzter Zeit, vielleicht weil er abgenommen hatte, spürte ich, wenn ich ihn auf den Arm nahm, dass sein Herz ziemlich schnell schlägt. Vor ca. 8 Wochen fiel mir das erste Mal richtig auf, dass er ziemlich oft pieselt (normalerweise 3 x in 24 Stunden, plötzlich 7-8 mal) und auch statt normalerweilse 2 x tgl. nun 4-5mal täglich Kot absetzte. Ich kaufte dann Urostix und stellte fest, dass sich im Urin eine Spur Eiweiß und Leukozyten (stark positiv) befand.
Da er schon immer sehr, sehr schwer in die Transportbox zu bekommen ist, haben mein Mann und ich ihn dann in einem "Überraschungsangriff" da hinein bugsiert und zum Tierarzt gebracht. Er maunzte kläglich und hechelte auch (was er früher nie getan hat).
Die Tierärztin hörte und tastete ihn ab und entnahm eine Blutprobe, welche einen T4-Wert von 12,8 ergab. Sie gab mir daraufhin Felimazol 5 mg, davon sollte ich ihm 1 Tbl. täglich verabreichen. Ansonsten war das geriatrische Profil o. B., die TÄ schließt auch aus, dass er eine verdeckte
Niereninsuffizienz hat, es gäbe seit einem Jahr einen neuen Test, der trotz SDÜ eine solche anzeigen würde.
So...also wir kamen vom Tierarztbesuch nach Hause, mein Katerchen hechelte auch auf dem Heimweg. Er verschwand im Gästezimmer und lag eigentlich eine Woche lang auf dem Bett, fraß nur noch sehr wenig und vernachlässigte auch die üblichen Rituale mit mir, kam auch nachts nicht in mein Bett, wo er sonst immer schläft....Normalerweise ist er nach dem Tierarztbesuch schnell wieder ok, so hat er sich noch nie verhalten...
Die Tierärztin, der ich von diesem Verhalten berichtete, meinte, er solle sich erstmal ein paar Tage erholen, bevor ich mit der Felimazol-Gabe beginne. Die Dareichungsform gestaltete sich erstmal äußerst schwierig, gemörsert in der Leberwurst hat er es nur einmal geschleckt und verweigert seit dem auch Leberwurst ohne Tablette. Ich habe einiges ausprobiert und bin da gelandet, die Tablette gemörsert in eine Multivitaminpaste zu mischen und ihm diese auf das Vorderbeinchen zu schmieren, so dass er, seinem Putztrieb folgend, diese Paste abschleckt. Das klappt.
Er reagierte gleich heftig auf das Felimazol mit Müdigkeit/Benommenheit und der Appetit wurde immer weniger, so dass ich mir wirklich Sorgen machte, da er mehr und mehr abnahm und dehydrierte.
Äußerst seltsam war sein Verhalten dann, weil er dauernd Wasser wollte, es aber nicht trank. Also er stand vor der Badtür (wie immer...) und sprang auf den Wannenrand. Wenn ich dann den Duschkopf andrehte, trank er nicht und lief wieder weg. Solche Fehlversuche gab es viele über den Tag verteilt. Ich habe überall Wasserschälchen aufgestellt und auch einen Brunnen gekauft, aber er trinkt nur wenig, obwohl er ständig Durst zu haben scheint.
Schließlich machte die TÄ auf meine Bitte einen Hausbesuch, nachdem er fast nur noch auf dem Bett lag und etwas teilnahmslos wirkte. Sie gab ihm 150 ml Kochsalzlösung subcutan, eine Dosis Antibiotika sowie ein Schmerzmittel, da es auch sein könnte, dass er vielleicht einen Harnwegsinfekt hat wegen den Leukozyten. Nach dieser Behandlung war er ein "neuer" Kater, sprang fröhlich durch die Wohnung und fraß etwas besser. Das hielt ca. 24 Stunden an, dann wurde er wieder wie müde und hatte keinen Appetit mehr. Das einzige, was er noch zu sich nahm, war mal ein "Süppchen" (Beutel von Animonda 'Soupé' mit viel Soße). Er schlabberte aber nur die Soße, immerhin. Und ein paar Stückchen
Trockenfutter. Mit wieder zunehmender
Dehydration konnte er, obwohl er wollte, das
Trockenfutter nicht mehr essen.
Nun, seit Anfang der Woche, bekommt er täglich von uns 150 ml Kochsalzlösung unters Fell, prophylaktisch ein wenig Schmerzmittel dazu. Dies ist für ihn purer Streß, vor allem, da es zu Hause passiert, in seinem bisher sicherem Territorium.
Traue mich kaum noch, das Felimazol zu geben, da ich nicht weiß, ob ihm davon übel wird und er deswegen das Futter verweigert. Ein Auslaßversuch von zwei Tagen verbesserte allerdings nichts.
Nun ist mir klar, dass mein Katerchen etwas traumatisiert ist durch die Infusionen zu Hause, die wir ihm nur mit sanfter Gewalt verabreichen können sowie die gestern auch noch versuchte Zwangsfütterung mit Spritze (welche aber dann letztendlich scheiterte aufgrund gewaltiger Gegenwehr), da er so gut wie gar nichts mehr frißt.
Was soll ich nur machen? Ihn in Narkose zu legen um ihn komplett durch zu untersuchen scheidet aus wegen des hohen Alters und der Herz-Kreislauf-Situation. Er frißt heute schon den ganzen Tag nicht und hat auch kein Wasser verlangt. Heute gibts keine Infusion, da ich alleine zu Hause bin und dabei Hilfe brauche.
Ich habe Angst um meine Katze und frage mich, ob er nun komplett das Fressen ablehnt, weil er das Vertrauen in sein sicheres Umfeld verloren hat. Er wirkt nämlich verstört und gestresst. Wenn ich mit einem Leckerchen komme (ich versuche es andauernd, ihn zum Fressen zu animieren), schaut er erst sehr interessiert, ich habe stark das Gefühl, er WILL fressen, dann schaut er nervös zur Tür, immer darauf wartend, dass jemand kommt und ihn schnappt um ihm die Infusion zu verabreichen.
Es passierte die letzte Tage dauernd, dass er am Fressen sehr interessiert scheint, drei Happen nimmt und dann den Kopf weg dreht. Gerade eben hat er ein wenig (viel zu wenig) Wasser geschleckt, im Bad wieder das gleiche...er verdurstet vor dem vollen Wassernapf...quasi....
Wie kann ich sein Vertrauen wieder gewinnen und ihn zum Fressen bringen? Er war vor dem Arztbesuch lebensfroh und munter.....Ich habe hier ein Fläschchen Bachblüten Original Tropfen ohne Alkohol (aber nicht speziell für Tiere). Noch nie benutzt...kann das helfen? Und wie verabreiche ich es wenn er nichts von mir annimmt?
Habe der TÄ gesagt, dass ich gerne die Ohrensalbe möchte in der Hoffnung, dass dann keine Übelkeit oder Inappetenz auftritt.
Ziemlich viel...ich weiß. Und evtl. auch etwas chaotisch. Am liebsten würde ich ihn schnappen und in die Tierklinik fahren, aber ich habe Angst um ihn wegen seiner Panik, dem Hecheln und dem Herzrasen, das er ja schon in Ruhe hat. Ich weiß nicht, wieviel Streß er noch aushält...wir beide
Bitte um Ratschläge...
Viele Grüße
Honeymoon