Achtung, längerer Text ;-)
Letzten Endes stellst du dir ja zwei Fragen.
1. Der Freigang:
Was das angeht, kannst du deinen Mann beruhigen. Ein Kater, der den Freigang erkundet, ist etwas völlig anderes, als ein Kater, der von einem anderen Tier verjagt wird und sich vor lauter Schreck verläuft.
Im Gegenteil, wenn ihr den Kater an den Freigang gewöhnt, verbessert ihr damit seine Chancen, wieder zurückzufinden, sollte er sich noch einmal so erschrecken - denn dann kennt er die Umgebung.
Meine Lolly war anfangs auch so schüchtern, hat höchstens mal auf der äußeren Fensterbank gesessen und sich nicht weiter raus getraut.
Mittlerweile ist sie überzeugte Freigängerin, liebt es, sich draußen aufzuhalten und ist am längsten von meinen drei Katzen unterwegs. Wenn sie sich vor etwas erschreckt, kommt sie aber sofort wieder reingerast - immer.
Wenn nicht zufällig etwas den Weg nach innen versperrt, passiert es nur selten, dass Katzen in Panik lieber ins Ungewisse rennen als ins sichere Heim. Ich denke, das war damals bei euch einfach ein blödes Zusammenspiel von Panik und der Tatsache, dass er erst so kurz bei euch gewohnt und sich noch nicht richtig zu hause gefühlt hat.
Wenn ihr euch da ganz sicher sein wollt, könnt ihr natürlich, wie schon vorgeschlagen, den gesicherten Freigang wählen. Allerdings sperrt ihr damit nicht nur euren Kater ein, sondern auch die anderen Katzen aus, was heißt, dass er trotzdem alleine wäre. Wenn ihr diese Möglichkeit wählt, solltet ihr also in jedem Fall nach einer Zweitkatze Ausschau halten, da er an sich ja kätzische Gesellschaft kennt.
Womit wir zum nächsten Punkt kommen.
2. Die Zweitkatze:
Es gibt durchaus Katzen, bei denen ich von einer Vergesellschaftung definitiv abrate. Auch bei eurem Kater hätte ich das vermutlich getan, wenn du nicht geschrieben hättest, dass er lange als Paar gelebt hat.
So aber kennt er ja die kätzische Gesellschaft, daher würde ich sie ihm auch nicht vorenthalten wollen.
Wichtig ist aber, dass ihr die Partnerkatze sorgfältig aussucht und euch dabei an den Bedürfnissen eures Katers orientiert, nicht an euren.
Ich hatte hier mal eine Zusammenführung, die furchtbar schief gelaufen ist. Ich hatte das in Paules Link angesprochene, typische Kater/Katze-Problem und wollte dem mit einem Raufkumpel für den Kater Abhilfe schaffen. Es wurde dann doch eine Raufkumpeline, da diese, wie mir die Vorbesitzerin sagte, gerne sehr katerig spielt.
Das stimmte auch, Lui und sie haben sich super verstanden. Leider hatte ich nur Luis Bedürfnisse im Kopf und nicht die meiner Katze Lolly - die konnte die Neue nämlich gar nicht gut leiden.
Nach mehreren Monaten Krieg habe ich den Entschluss gefasst, für Chucky (so hieß die Neue) ein anderes Zuhause zu suchen. Diese Erfahrung hat mich lange zögern lassen, wieder eine dritte Katze zu holen, aber mein Kater/Katze-Problem war ja nunmal nicht mehr gelöst und so zog letztes Jahr im März Lenny bei uns ein.
Lenny ist raufig genug, um Lui zu beschäftigen, aber auch sozial genug, um mit Lollys Diva-Gehabe klarzukommen.
Dass sich eine Katze also mit einer anderen nicht versteht, muss nicht automatisch heißen, dass sie unverträglich ist, vielleicht ist es einfach nur nicht die passende Katze.
Ihr solltet also euren Kater gut beobachten und eine zweite Katze (oder besser einen Kater) dazuholen, der zu ihm passt. So, wie du ihn beschreibst, würde ich da auf einen etwa gleich alten, sehr sozialen Kater setzen, der die Zusammenführung geduldig mitmacht und Artgenossen gern mag.
Dann klappt es bestimmt auch mit den Beiden
