Freigang, zweite Katze oder beides ?

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Marpesia

Marpesia

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Hallo liebe Community,

unser kastrierter Maine-Coon-Kater ist jetzt fast 6 Jahre alt und seit Ende Oktober 2015 bei uns.
Er hat in seiner letzten Familie wohl sehr viel mit gemacht und hat die Abgabe in das Tierheim damals sehr schwer verkraftet. Er war total abgemagert und sehr verängstigt, als wir ihn aus dem Tierheim zu uns geholt haben. Das Tierheim meinte zu uns, dass er sehr vernachlässigt wurde und man ihn am besten alleine hält, damit er die volle Aufmerksamkeit der Familie nicht teilen muss.
Allerdings ist der Kater ziemlich schnell zutraulich geworden und hat uns sehr schnell vertraut, was wirklich ein tolles Erlebnis war. Schnell ist er aufgeblüht, hat zugenommen und wurde langsam aber Stück für Stück wieder selbstbewusster.

Bis er uns nach 2 Wochen weg gelaufen ist ... hatte ihn damals auch hier als vermisst gemeldet. 10 Tage war er weg und es war die Hölle auf Erden ... doch zum Glück haben wir ihn wieder bekommen <3 Nur war er dann wieder sehr abgemagert & auch wieder sehr ängstlich ... armes Katerchen :/
Also wieder volles Liebes-Verwöhnprogramm von vorne :D ganzen Tag spielen, bürsten, kraulen, kuscheln, füttern, Leckerlis, Klickertraining ... Hauptsache viel Zuneigung und Aufmerksamkeit und er hatte sich sehr schnell von allem erholt.

Trotz allem oder gerade deswegen haben wir nun alle sehr viel Angst, dass er uns wieder davon läuft. Denn nochmal möchten wir diese Sorgen nicht durch machen. Das Thema kommt halt immer wieder auf, weil ich ihn gerne an den Freigang gewöhnen würde (er war vorher noch nie Freigänger !!!). Klar, er war damals nur 2 Wochen bei uns, hatte sich erschrocken als er aus der Terrassentür raus gerannt und vor dem Nachbarskater geflüchtet ist und hat in der Panik nicht auf die fremde Umgebung geachtet, geschweige denn den Weg allein zurück gefunden. Mittlerweile ist er aber 5 Monate bei uns und wir haben so einen schönen, riesigen Garten, keine Straßen in der nahen Umgebung ... einfach eine tolle Gegend für Katzen. Streunern auch viele in der Umgebung hier rum =) ich lass ab und zu abends einfach die Terrassentüre offen und ganz langsam traut er sich Stückchen für Stückchen weiter raus ... bis ihn ein böses Blatt angreift und er wieder rein huscht :D nur jedesmal muss ich mit meinem Mann böse diskutieren, weil er vor Sorge fast verrückt wird, dass der Kater wieder weg läuft, sich dann (weil er eben so schreckhaft ist) vor irgendwas erschreckt und nie wieder zurück kommt.
Natürlich habe ich auch Angst, nur bin ich kein Freund davon, den Kater ALLEINE in der Wohnung zu halten.
Nun sagt mein Mann "dann lieber eine zweite Katze" aber das Tierheim hatte uns ja davon abgeraten ... zu Recht ? Wenn wir eine zweite Katze dazu holen, was wäre das beste ? Eine Katze ? Kater & Kater wird wohl schwieriger oder ist das nicht unbedingt gesagt ?

Ich würde ja am liebsten eine zweite dazu holen und beide raus lassen :D :D :D

Wäre super, wenn uns erfahrene Katzenbesitzer ihre Meinung mitteilen könnten, ob er nach seiner Vorgeschichte nach 5 Monaten bei uns ruhig raus kann, ob es trotz Tierheimaussage ok wäre, eine zweite Katze dazu zuholen ...

Naja, sorry für den Roman :D und vielen Dank für eure Aufmerksamkeit.

Lieben Gruß

Maresia
 
  • Freigang, zweite Katze oder beides ? Beitrag #2
Erfahrungsgemäß werden nun wieder jede Menge Kommentare kommen, die sich alle überschlagen in der Meinung, wie wichtig es doch ist das man so viel wie irgendwie möglich Katzen hält.

Ich bin da etwas skeptischer. Erst einmal würde ich den Kater sehr gut beobachten. Wenn eine zweite Katze ist die Art und Weise der Zusammenführung ausserordentlich wichtig. Und vor allen sollte man sich ein Rückgaberecht zusichern lassen, so schwer das auch sein mag. Denn es kann ja immer passieren, dass die Zusammenführung nicht so klappt wie man sich das vielleicht vorstellt.

Darüber hinaus bin ich der Meinung, dass es bei einer reinen Freiganghaltung längst nicht so wichtig ist mehrer Katzen zusammen zu halten wie bei reiner Wohnungshaltung. Letztendlich geht es nicht um das Kuschelbedürfnis, wie mache immer meinen, sondern ganz einfach um die Bekämpfung von Langeweile. Außerdem suchen sich Freigängerkatzen ihre sozialen Kontakte schon selbst. Allerdings sollte man sich das mit dem Freigang sehr gründlich überlegen. Es gibt unzählige Gefahren und viele Freigangkatzen werden oft nicht sehr alt.
 
  • Freigang, zweite Katze oder beides ? Beitrag #3
War der Kater denn bei den Vorgänger-Besitzern alleine oder mit anderen Katzen zusammen? Und wie hat er sich im Tierheim (ja, ich weiß das ist nicht ganz so aussagekräftig) mit anderen Katzen?
 
  • Freigang, zweite Katze oder beides ? Beitrag #4
War der Kater denn bei den Vorgänger-Besitzern alleine oder mit anderen Katzen zusammen? Und wie hat er sich im Tierheim (ja, ich weiß das ist nicht ganz so aussagekräftig) mit anderen Katzen?

Der Kater wurde bei den Vorbesitzern als Paar gehalten. Leider wurde sie einzeln vermittelt und er blieb alleine im Tierheim zurück, auch extra alleine in einem Raum. Also er wurde nicht mit anderen Katzen zusammen im Heim gehalten.
 
  • Freigang, zweite Katze oder beides ? Beitrag #5
Wenn ich das so von deinem lese, wird er nicht so schnell ein Freigänger. Die zehn Tage haben ihn wahrscheinlich eher verunsichert. Mit zweiter Katze finde ich -eben wegen der Langeweile- nicht schlecht, aber ob es klappt? Ich bin auch so zusammenführungs-gescheitert und von daher immer sehr vorsichtig.
 
  • Freigang, zweite Katze oder beides ? Beitrag #6
Wenn ich das so von deinem lese, wird er nicht so schnell ein Freigänger. Die zehn Tage haben ihn wahrscheinlich eher verunsichert. Mit zweiter Katze finde ich -eben wegen der Langeweile- nicht schlecht, aber ob es klappt? Ich bin auch so zusammenführungs-gescheitert und von daher immer sehr vorsichtig.
Ja, er hat schon sehr große Angst. Er macht sich zwar erkenntlich, dass er möchte, dass ich die Terrassentüre auf lasse :D aber sitzt dann ewig davor, schnuppert nur, mag aber nicht weiter raus. Ganz selten, dass er sich mal nen Meter von der Türe weg traut & sobald er irgendwas unheimliches sieht oder hört ist er sofort wieder drin.
 
  • Freigang, zweite Katze oder beides ? Beitrag #7
Wenn er mit einer weiteren Katze zusammen gelebt hat, ihr Platz und zeit habt, warum nicht?
Vielleicht ist er mit einem Kumpel her mal im Garten unterwegs wenn er sich an dem orientieren kann.
Als weitere Möglichkeit, auch gerne dann mit Zweitkatze, wäre den Garten einzuzäunen. Da gibt es diverse Möglichkeiten. Man hat den Vorteil das die Zwerge raus können ohne das man permanent Angst haben muss.
Kater zu Kater und Katze zu Katze ist in der Regel besser aufgrund der unterschiedlichen Spielverhalten.

Auch hier: zu lesen.

wichtig ist, das es ein gut sozialisierter Partner ist, der weiß wie er mit anderen Katzen interagieren muss.
 
  • Freigang, zweite Katze oder beides ? Beitrag #8
Hallo, ich würde mir das auch mit gesichertem Freigang überlegen. Dann müsstet ihr euch keine Sorgen mehr machen das er abhaut oder ihm etwas zustößt. Mit dem Freigang an sich würde ich mir keine Sorgen machen. Ich denke wenn es warm wird und ihr öfter drausen seit wird er von selbst nachkommen. Denn erstens hat er seine Beschützer dann dabei und die Neugier, was ihr dort macht, wird ihn bestimmt übermannen.
Vielleicht könnt ihr den Garten noch schön katzenfreundlich gestalten, mit Katzenklo, Verstecken, überdachter Hütte, Trinkstelle, Aussicht... Wenn er sich verstecken kann fühlt er sich bestimmt auch sicherer.

Über eine Zweitkatze würde ich mir auch Gedanken machen. Wenn, dann würde ich zu einem gut sozialisierten, passiven, gleichaltrigen Kater raten.
 
  • Freigang, zweite Katze oder beides ? Beitrag #9
Achtung, längerer Text ;-)

Letzten Endes stellst du dir ja zwei Fragen.
1. Der Freigang:
Was das angeht, kannst du deinen Mann beruhigen. Ein Kater, der den Freigang erkundet, ist etwas völlig anderes, als ein Kater, der von einem anderen Tier verjagt wird und sich vor lauter Schreck verläuft.
Im Gegenteil, wenn ihr den Kater an den Freigang gewöhnt, verbessert ihr damit seine Chancen, wieder zurückzufinden, sollte er sich noch einmal so erschrecken - denn dann kennt er die Umgebung.
Meine Lolly war anfangs auch so schüchtern, hat höchstens mal auf der äußeren Fensterbank gesessen und sich nicht weiter raus getraut.
Mittlerweile ist sie überzeugte Freigängerin, liebt es, sich draußen aufzuhalten und ist am längsten von meinen drei Katzen unterwegs. Wenn sie sich vor etwas erschreckt, kommt sie aber sofort wieder reingerast - immer.
Wenn nicht zufällig etwas den Weg nach innen versperrt, passiert es nur selten, dass Katzen in Panik lieber ins Ungewisse rennen als ins sichere Heim. Ich denke, das war damals bei euch einfach ein blödes Zusammenspiel von Panik und der Tatsache, dass er erst so kurz bei euch gewohnt und sich noch nicht richtig zu hause gefühlt hat.
Wenn ihr euch da ganz sicher sein wollt, könnt ihr natürlich, wie schon vorgeschlagen, den gesicherten Freigang wählen. Allerdings sperrt ihr damit nicht nur euren Kater ein, sondern auch die anderen Katzen aus, was heißt, dass er trotzdem alleine wäre. Wenn ihr diese Möglichkeit wählt, solltet ihr also in jedem Fall nach einer Zweitkatze Ausschau halten, da er an sich ja kätzische Gesellschaft kennt.

Womit wir zum nächsten Punkt kommen.
2. Die Zweitkatze:
Es gibt durchaus Katzen, bei denen ich von einer Vergesellschaftung definitiv abrate. Auch bei eurem Kater hätte ich das vermutlich getan, wenn du nicht geschrieben hättest, dass er lange als Paar gelebt hat.
So aber kennt er ja die kätzische Gesellschaft, daher würde ich sie ihm auch nicht vorenthalten wollen.
Wichtig ist aber, dass ihr die Partnerkatze sorgfältig aussucht und euch dabei an den Bedürfnissen eures Katers orientiert, nicht an euren.
Ich hatte hier mal eine Zusammenführung, die furchtbar schief gelaufen ist. Ich hatte das in Paules Link angesprochene, typische Kater/Katze-Problem und wollte dem mit einem Raufkumpel für den Kater Abhilfe schaffen. Es wurde dann doch eine Raufkumpeline, da diese, wie mir die Vorbesitzerin sagte, gerne sehr katerig spielt.
Das stimmte auch, Lui und sie haben sich super verstanden. Leider hatte ich nur Luis Bedürfnisse im Kopf und nicht die meiner Katze Lolly - die konnte die Neue nämlich gar nicht gut leiden.
Nach mehreren Monaten Krieg habe ich den Entschluss gefasst, für Chucky (so hieß die Neue) ein anderes Zuhause zu suchen. Diese Erfahrung hat mich lange zögern lassen, wieder eine dritte Katze zu holen, aber mein Kater/Katze-Problem war ja nunmal nicht mehr gelöst und so zog letztes Jahr im März Lenny bei uns ein.
Lenny ist raufig genug, um Lui zu beschäftigen, aber auch sozial genug, um mit Lollys Diva-Gehabe klarzukommen.
Dass sich eine Katze also mit einer anderen nicht versteht, muss nicht automatisch heißen, dass sie unverträglich ist, vielleicht ist es einfach nur nicht die passende Katze.
Ihr solltet also euren Kater gut beobachten und eine zweite Katze (oder besser einen Kater) dazuholen, der zu ihm passt. So, wie du ihn beschreibst, würde ich da auf einen etwa gleich alten, sehr sozialen Kater setzen, der die Zusammenführung geduldig mitmacht und Artgenossen gern mag.
Dann klappt es bestimmt auch mit den Beiden :)
 
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