Senior gewöhnt sich nicht ein

Diskutiere Senior gewöhnt sich nicht ein im Senioren und Katzen mit Handicap Forum im Bereich Katzenfreunde; Hallo, ca. ich bin neu in der Liste habe aber ein großes Problem. Weihnachten bekamen wir einen Kater ca. 10 Jahre und sehr scheu. Willi kommt...
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Ryka

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Hallo, ca.
ich bin neu in der Liste habe aber ein großes Problem. Weihnachten bekamen wir einen Kater ca. 10 Jahre und sehr scheu. Willi kommt bisher nur aus seinem Versteck heraus, wenn das Futter parat steht. Er steht dann sehr nahe an seiner Schüssel, hält aber genug Abstand um eine feindliche Übernahme zu vermeiden. Abends kommt er ins Wohnzimmer und bettelt, hüpft sogar auf die Couch verschwindet aber sofort wenn ich mich bewege. Ab und an sieht man ihn wenn er aufs Klo geht. Er zieht es aber vor heimlich zu gehen. Willi lässt sich nicht anfassen oder einfangen und deshalb konnte er bisher noch nicht zum Tierarzt.

Als er kam, war sein Fell sehr verstrubbelt. Das hat sich mittlerweile gelegt, er putzt sich ausdauernd. Seit Freitag ist er nun unterwegs. Bisher hat er jede offene Tür mit Mißachtung gestraft. Am Montag lief er in den Garten und kam erst zwei Tage zurück, fraß und weg war er. Heute kam er noch nicht zurück. Ich mach mir wegen seiner Freigänge nicht wirklich Gedanken, denn wir wohnen in einem sehr kleinen Dorf mit vielen Feldern und Wälder rundum.

Willis Frauchen ist verstorben, dann kam er zu einem Freund. Der konnte ihn aber nicht behalten, weil er sein Futter erbrach und das Katzenklo meidete. Danach kam er zu einer anderen Freundin, die 7 Katzen hat. Weil er sich mit den anderen Katzen nicht wirklich vertrug bzw. unrein wurde, gab sie ihn ab. Willi übergibt sich immer noch, wenn er zuviel frißt oder das Futter nicht mag.

Hätte ich all das vorher gewusst, hätte ich ihn bestimmt nicht genommen, da ich mir letztes Jahr einen Oberschenkeltrümmerbruch zuzog und dieses Jahr mein Mann sich den Oberschenkel brach. Mir fällt es schon schwer die Unreinheiten von Willi zu entfernen. Aber der arme Kerl hat so viel mitmachen müssen, dass wir ihm keinen weiteren Umzug zumuten wollen.

Wenn er kein Schmusekater wird, werde ich das überleben, doch er sollte sich berühren lassen. Als er die letzten 2 Tage weg war überlegten wir, wie wir ihn suchen sollen. Das ist unmöglich, denn er würde ja sofort weg laufen.

Willi ist nicht unser erster Kater. Wir hatten zeitweise bis zu acht Katzen, die ältesten waren 19 und 20 Jahre. Gerlinde wurde von einem Tier ins Bein gebissen und trotz mehrerer Operationen musste sie eingeschläfert werden. Max starb mit 20 Jahren an Niereninsuffizienz. Das war ein ziemlicher Schlag besonders für meinen Mann.

Wer hat einen Rat?

Viele Grüße
Ryka
 
  • Senior gewöhnt sich nicht ein Beitrag #2
Da habt ihr und der arme Kater ja schon viel durchgemacht, das tut mir leid:sad:

Der Kater wird nach den Ereignisse viel Zeit brauchen um wieder Stabilität und Vertauen zu finden.
Ich konnte nicht richtig rauslesen ob ihr zu dem Kater noch weitere Katzen habt, bzw. ober er ein Einzelkater war. Wenn er keine Katzengesellschaft gewöhnt ist wird er zusätzliche Probleme bei der Umstellung habe.
Ich würde ihm am Tag mehrere kleine Portionen Futter geben, ruhig drei oder mehr. Ältere Tiere vertragen das besser, er übergibt sich nicht wegen Überfessens, wenn er das Futter nicht mag kann er problemlos eine Mahlzeit auslassen und er muss öfter aus seinem Versteck. In seiner Gegenwart, auch beim Fressen, würde ich stets mit ruhiger Stimme sprechen, damit verbindet er etwas positives mit euch. Je nach Tier können Leckerli helfen. Diese erstmal aus der Entfernung zu ihm schießen und nach und nach die Abstände verkürzen. Vielleicht frisst er bald aus der Hand, WICHTIG nicht zwingen, das Tier kommen lassen.
Wenn er nicht zu euch kommen möchte kann man ihn nicht zwingen.
So schwer es fällt, ich würde ihn ignorieren. Vor Neugier wird er schon kommen. Wenn er euch auf dem Sofa untersucht würde ich ihn am Anfang auch ignorieren, langsam bewegen, damit er nicht erschrickt und ihn nicht anschauen. Mit der Zeit wird er dann eure Bewegungen kennen lernen und verstehen das ihr ihm nicht schadet/ ihn wieder packen und wegbringen möchtet. Sobald er Vertrauen gefasst hat und nicht bei jeder Bewegung wegläuft, könnt ihr euch ihm langsam nähern. Erstmal nur die Hand zum Untersuchen hin halten, dann mit dem Handrücken der Katze nähern und langsam beginnen zu streicheln. Mit dem Handrücken deshalb, da er zum einen nicht so stark riecht wie die Handflächen, manchen Katzen ist das zu intim und zum anderen weil man Katzen mit dem Handrücken nicht packen kann, das vermittelt Sicherheit.
 
  • Senior gewöhnt sich nicht ein Beitrag #3
er weiß jedenfalls, wo sein Zuhause ist
das ist doch gut
Er ist wieder zu euch zurückgekommen

Lasst dem armen Kerl Zeit, er hat viel durchgemacht.

Ich würde ihn auch, wie schon geschrieben, ignorieren.

Wenn er euch anschaut, blinzeln und wegschauen, nicht auf ihn zugehen.

Lasst ihn das Tempo bestimmen

Ich finde es toll, dass ihr diesem armen Schatz eine Chance gebt
 
  • Senior gewöhnt sich nicht ein Beitrag #4
Hallo Ryka,
der alte Herr hat es echt nicht leicht. Mit der gewohnten Umgebung verlor er auch sein Revier und seine Bezugsperson. Und alte Katzen tun sich mit Veränderungen sehr schwer. Und dann noch die Versuche der beiden anderen Personen.

Das Vertrauen einer Katze bekommt man nur mit sehr viel Geduld. Ich würde es erst mal mit etwas sehr leckerem versuchen, was er nur aus der Hand bekommt. Da Du die Katze nicht kennst musst Du etwas experimentieren. Wenn er nicht kommt, gibts dieses Superleckerle halt nicht. Und er bekommt bei Dir nur an seinem Platz im Haus zu fressen. Nirgendwo anders. Er braucht eine feste Struktur, etwas Verlässliches, damit er sich wieder auskennt. Im Moment scheint er Ziel- und orientierungslos zu sein, fühlt sich noch nicht zuhause. Die besten Sachen gibt es nur bei Dir, und nur an einem bestimmten Platz.
Und versuche mal diese stinkenden Baldriankissen. Meine Katzen lieben diese Dinger wahnsinnig. Wenn sie dann genug damit gespielt haben, das Kissen triefend nass ist und noch mehr stinkt, dann schlafen sie selig ein und sind total entspannt.
Ansonsten, es ist und bleibt ein Kater und es ist Frühling. Da kann der Ausflug schon mal länger dauern.
 
  • Senior gewöhnt sich nicht ein Beitrag #5
Vielleicht könntest du auch noch was mit einem Feliway-Stecker machen, das sind diese Pheromone. Ansonsten muss ich auch sagen, dass ich es klasse finde, dass ihr euch des älteren Herrn angenommen habt.
 
  • Senior gewöhnt sich nicht ein Beitrag #6
Die Feliwaystecker habe ich auch schonmal ausprobiert. Geholfen hat er gut, er hat der Katze Sicherheit gegeben. Aber sobald der Stecker weg war und damit die Pheromone, war die Katze wieder unsicher. Und während des Freigangs wird er auch nicht helfen. Eine Überlegung ist er aber wert...
 
  • Senior gewöhnt sich nicht ein Beitrag #7
Vielen Dank für die Antworten. Willi kam gestern nicht nach Hause aber der Kater darf das erste Mal in seinem Leben ins Freie. Trotzdem mache ich mir doch Sorgen. Verläuft er sich? Findet er den Weg zurück nachdem er den listigen Weibchen hinterher hechtet? Wenn er verletzt wird, kann ich ihn dann zum Tierarzt bringen? Angeblich ist er kastriert, jedoch konnte ich das noch nicht verifizieren. Eigentlich hatte ich gedacht, dass es leichter wird, wenn wir die Türen wieder offen halten können. Jetzt muss ich einsehen, dass dies nicht wahr ist. Ich gönne ihm seine Freiheit aber .......

Ich werde diesen Pheromonstecker ausprobieren. Willi ist unser einziger Kater nachdem Max letztes Jahr starb. Eigentlich wollten wir keine Tiere mehr sondern reisen, reisen, reisen. 50 Jahre sorgten wir für Kinder, Enkel, Hund, Katze, Maus, Hamster, Meerschwein usw. Jetzt sind wir dran, dachten wir.

Gott sei Dank wohnen Tochter, Enkel und Urenkel nicht weit weg, so dass Willi zu Hause bleiben kann, wenn wir verreisen. Irgendjemand zieht dann hier ein und kümmert sich um ihn.

Gruß aus der Holledau
Ryka
 
  • Senior gewöhnt sich nicht ein Beitrag #8
Ich drücke euch die Daumen das er wieder nach Hause kommt.
Das Problem ist, wenn er das erste Mal Freilauf hat kann es sein das er die Gefahren nicht mehr richtig einschätzen und in seinem Alter nicht schnell genug reagieren kann. Oder das er, wenn es ihm zu stressig war, einfach woanders hin gegangen ist
 
  • Senior gewöhnt sich nicht ein Beitrag #9
Das ist jetzt zwar kontraproduktiv, aber ich würde nicht gleich vom Schlimmsten ausgehen.
Katzen sind nicht dumm und haben einen guten Orientierungssinn, außerdem hat er bei Dir schon gute
Erfahrungen gemacht, das merkt er sich.
Wenn er wieder da ist würde ich aber umgehend mit den vertrauensbildenden Maßnahmen anfangen.
Und nicht gleich die volle Futterration geben, sondern erst einmal ein paar Leckerle, aber auch in dem Raum wo sein Futterplatz ist. Wenn er ausgehungert ist springt er eher über seinen Schatten.
Ein paar hin legen und wenn er auf den Geschmack gekommen nach und nach ein weiteres, immer mehr in Deine Nähe. Und dann erst einmal gut sein lassen und ihm sein Futter geben. Das würde ich ein paar mal wiederholen und dann den nächsten Schritt gehen, er muß es aus Deiner Hand holen. Und immer ruhig und mit etwas höherer Stimmlage mit ihm reden, ihn loben. Ihm die Hand hin strecken und schnuppern lassen, wenn Du Leckerle in der Hand hattest wird er den Geruch in der Nase haben. Und so kommst Du Stück für Stück näher an ihn ran und er kommt auf Dich zu. Rückschläge sind aber nicht ausgeschlossen. Dann bei der Übung weiter machen wie es ihm angenehm war.

Ich habe noch einen relativ jungen Kater, 2,5 Jahre alt, eine Handaufzucht, ich habe ihn gefunden als er ca.
1 Woche alt war. Mit 6 Monaten begann ich mit ihm das Training "weite Welt erkunden". Als er dann die ersten paar Male allein unterwegs war und sehr ausgedehnte Spaziergänge machte war ich rasend vor Sorge.
Ich habe dann eine Plastikdose mit Trockenfutter gefüllt und wenn er ein Leckerle bekam habe ich auch die Dose geschüttelt. Im weitesten Sinne ein Klickertraining. Das hat relativ schnell in der Wohnung funktioniert, und wenn er dann mal wieder überfällig war habe ich draußen mit der Dose geschüttelt und gerufen.
Je nach dem wie schnell der kleine Racker da war wusste ich, aha er war in der Nähe und hatte nur keine Lust zu kommen, oder wenn es länger ging war er weiter weg und musste sich erst mal auf den Weg machen.
Gleiches habe ich auch mit einem Pfiff gemacht. Auf den reagiert er heute, ein paar Mal pfeiffen und seinen Namen rufen, dann kommt er angewackelt.

Du hattest noch das Futterproblem mit Erbrechen erwähnt. Ist das bei Dir auch so oder war das nur bei dem vorherigen Menschen so? So gut wie jede Katze bekommt mit 8-10 Jahren erste Anzeichen einer CNI. Katzen werden nun mal heute viel älter und das ist deren typische Alterskrankheit. Öfteres Erbrechen kann neben Futterallergie und Stress auch ein Anzeichen für die ersten Nierenprobleme sein. Wenn das bei Dir auch so ist, kann ich Dir gerne ein paar Tipps geben. Aber jetzt warten wir erst einmal ab bis der werte Herr wieder da ist.
 
  • Senior gewöhnt sich nicht ein Beitrag #10
Hallo,

schön, daß du einem altem Herrn, der dazu noch scheu ist, eine Chance gibst...
Wenn er wieder zu Hause sein sollte, setze dich doch einmal in seine Nähe, so wie er Distanz zulässt und lese ein Buch oder die Zeitung, so, daß er es hören kann. Lese dies so ungefähr eine Stunde und lasse dies zur Gewohnheit werden....
Im Tierheim wurden die sehr, sehr scheuen Katzen so nach und nach mutiger... Dann drei oder vier Wochen später, legte ich ein paar Leckerchen neben mich, las aber weiter Zeitung, die Katzen nur aus den Augenwinkeln betrachend... Nach einiger Zeit kamen die ersten Kandidaten, um die Leckerchen zu nehmen... Ich beachtete sie nicht und las weiter. Nach Wochen kam eine Hand beim Lesen zufällig etwas tiefer....einige Wochen später liessen sich die Mutigsten darauf ein, Leckerchen aus der Hand zu nehmen...
Gebe deinem alten Herrn die Zeit, die er braucht und lasse ihn das Tempo bestimmen....
 
  • Senior gewöhnt sich nicht ein Beitrag #11
AW: Senior gewöhnt sich nicht ein - Nachtrag -

Nach ca. 4 Monaten holte ich mir vom Tierarzt eine Lebendfalle und so konnte der Tierarzt diagnostizieren, dass Willis Zähne verfault und der ganze Mund entzündet war. Er hatte schlimmen Durchfall, Magen-Darm-Nieren Entzündungen. Der Arzt zog alle Zähne bis auf zwei und behandelte seine schlimmsten Beschwerden. Ich bekam Medikamente nach Hause, weil unser Tierarzt richtig vermutete, dass Willi nicht mehr so schnell in die Falle laufen wird.

Willi ist nun seit fast 1 Jahr bei uns und ist immer noch kein Schmusekater aber er hat sich ganz gut eingewöhnt. Mein Mann und ich können ihn kurz streicheln, wenn er sein Fressen bekommt. Dauert es zu lange geht er einfach weg. Kommt Besuch geht er sofort in Deckung. Meine Enkel haben den Kater noch nie gesehen, denn er versteckt sich sofort, wenn es klingelt. Kleine Probleme gibt es mit dem Fressen, denn da wünscht er sich Abwechslung. Wegen den fehlenden Zähnen kann er nur Pasteten fressen bzw. von allem anderen lässt er die Bröckchen stehen. Länger als 1 Woche frisst er kein Futter von einem Hersteller. So wandere ich durch alle Läden und kaufe was da ist.

Er hat zwei Katzenklos auf der Toilette, die er regelmäßig abwechselnd benutzt. Seit kurzem deckt er sein Geschäft ab und trifft auch nachts seit wir das Licht im Bad anlassen. Ich muss also nachprüfen lassen ob er nachtblind ist.

Natürlich habe ich auch da ein Problem. Bisher vermied ich es den Kater zum Arzt zu bringen, weil ich nicht den kleinen Vertrauensbeweis stören wollte. Doch jetzt wird es notwendig, dass er den Arzt besucht. Er fängt an sich mehr und mehr zu putzen, sein Fell wird immer schöner. Er hat so schöne Augen und sowohl mein Mann als auch ich sind der Meinung er will, traut sich aber nicht. Vielleicht ist auch ein Jahr zu kurz um Enttäuschungen zu überwinden.

Viele Grüße
Ryka
 
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