Hallo Communkitty,
ungeplant und kurzfristig ist vor ein paar Wochen Gizmo eingezogen:
Ich hatte eigentlich nie vor mir Haustiere anzuschaffen, da ich generell gegen Tierhaltung bin.
Tiere jeder Art habe ich gern um mich und ich denke auch, dass wir einen guten Draht zueinander haben, dennoch sehe ich sie lieber in freier Natur als in der Wohnung.
Wie auch immer, Gizmo wurde von einer Bekannten vom Tierschutz an einem Wochenende aus einer Familie geholt. Eigentlich suchte sie nur jemanden, der sich zwei/drei Tage um ihn kümmern kann, bis sie einen Platz für ihn gefunden hat. Jaja! Nachtigall, ick hör dir trapsen.
Der kleine Mann wurde dort leider so überhaupt nicht gepflegt und kam völlig verfilzt an. Da war auch leider nix mehr zu machen, Glatze musste her. Ich erspare Euch jetzt die traurigen Bilder der nackten Katze.
Seit dem Scheeren hat er sich ziemlich verändert und ist zum ADHS-Kuschelmonster geworden. Mit anderen Katzen verträgt er sich leider nicht, dass hat sein bisheriger "Werdegang" gezeigt. Er ist durch mehrere Familien gegangen, war immer nur kurz irgendwo "zu Hause". In 3 Jahren hatte er 5 Pflegefamilien. Man sagte mir er wäre unsauber, verhaltensaufällig und aggressiv.
Gegen die Unsauberkeit half das Scheeren definitiv, er putzt sich viel öfter und scheint sich wohler zu fühlen. Dennoch musste ich neben das Katzenklo eine Packung Feuchttücher legen, da sich der Herr nicht richtig säubert. Aggressiv empfinde ich ihn nicht, er muss nur lernen das Hände und Gesicht beim Menschen empfindlich sind. Verhaltensauffällig ist er dennoch:
Aus unerkennbaren Grund beißt er beim streicheln. Nicht wirklich bösartig, aber unangenehm. Morgens wird man durch Bisse in Arm oder Gesicht dazu aufgefordert ihn zu füttern.
Manchmal liegt er irgendwo scheinbar entspannt um dann in der nächsten Sekunde völlig verschreckt und hastig aufzuspringen. Er braucht für eine Katze unheimlich viel Aufmerksamkeit. Egal ob Couch, Schreibtisch, Küche oder sonstige Orte in der Wohnung - man ist keinen Meter unbeobachtet. Bekommt er diese nicht, wird lautstark protestiert. Verlasse ich die Wohnung, sitzt er an der Tür und bewacht diese bis zu meiner Rückkehr (ich hab so eine IP-Webcam gekauft um unterwegs mal nach dem Rechten zu schauen). Im Bezug auf Futter tragen wir gerade den Es-gibt-kein-4%-Fleischanteil-Mist-mehr Kampf aus. Zuvor gab es nur das Billigste vom billigen. Grau, Almo, Cats Finefood (u.a.) oder gar rohes Fleisch werden beschuppert, aber nicht gefressen. Seit Tagen schiebt er daher Hunger und findet es auch gar nicht lustig, dass ich versuche sein altes Futter mit dem neuen zu mischen (ausschleichen). Ich möchte, dass er etwas vernünftiges zu fressen bekommt und nicht nur "tierische Nebenprodukte", Schlachtabfälle und nutzloses Pflanzenprotein schaufelt.
Meine Freundin ist teilweise durch seine Art latent genervt, mir macht das allerdings nichts.
Dennoch: Da niemand weiß was er bisher so mitmachen musste frage ich mich, ob man ein Tier nach 3 Jahren noch "sozialisieren" kann. Würdet ihr (trotz einschlägiger Warnung) versuchen ihn mit einem Katzenkumpel zusammen zu bringen? Was kann man gegen diese Beißattacken unternehmen (wirksam)?
Meine Freundin macht sich hier sehr verrückt da bald unser Nachwuchs kommt.
P.S.: Gesundheitlich ist alles ok. Er war nicht kastriert, dass wurde direkt nachgeholt. Der Zahnstatus ist nur mäßig, Termin zur Reinigung steht kommende Woche an. Impfungen/Wurm- Floh- und Parasitenkur hat er bekommen. Er hat einen großen Kratzbaum bekommen (wird auch angenommen), wird bespielt und geliebt. Hat 2 Katzenklos, einen Brunnen, mehrere Decken/Höhlen, einen katzensicheren Balkon und ich werkel gerade an einem Catwalk um die Auslauffläche etwas zu vergößern. Feliway scheint bei ihm keine Wirkung zu zeigen.