Inzucht??

Diskutiere Inzucht?? im Zucht und Genetik Forum im Bereich Katzenzucht und Nachwuchs; Als neuling was Kitten anbetrifft habe ich mal ne Frage. Gestern hat die Vorbesitzerin der Kitten angerufen und sich nach deren Wohl erkundigt...
  • Inzucht?? Beitrag #1
K

Katzenpappa

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Als neuling was Kitten anbetrifft habe ich mal ne Frage.

Gestern hat die Vorbesitzerin der Kitten angerufen und sich nach deren Wohl erkundigt. Fand ich gut.
Dabei kamen wir ins Gespräch.
Dabei stellte sich folgendes raus was passiert ist - jetzt wirds kompliziert.
Also, von einem Geschwisterpaar schwängert der Kater eine andere Katze. Der Wurf wächst heran und ein Kater daraus schwängert die Katze aus dem Geschwisterpaar, also quasi seine Tante. Aus diesem Wurf stammen Ally und Mino, also meine kleinen Racker.

Ist das Inzucht?
Woran kann ich jetzt feststellen ob etwas nicht stimmt?
Muss ich mir Sorgen machen??
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Inzucht?? Beitrag #2
Von Zucht hab ich wenig Ahnung. Aber sicher, wenn sich enge Verwandtschaft paart wird das schon Inzucht sein.

Übel? Ja.

Sorgen machen? Eher nein.
Ich hab hier Katzen, die aus vielen, vielen Generationen Inzucht stammen. Ja, bei meinen hat das leider Schaden angerichtet. Aber selbst noch weiter "ingezüchtete" (gibts dafür ein richtiges Wort? :shock:) sind gesünder als meine.
 
  • Inzucht?? Beitrag #3
Hi,

ich kann dir sagen das Xanthi aus einer Vater/Tochter Verpaarung stammt, sie wird im September 9 Jahre alt und ist bisher kerngesund. Abgesehen von Calici viren, aber das hat mit der Genetik ihrer Herkunft nichts zu tun.

lg Juli
 
  • Inzucht?? Beitrag #4
Wie's aussieht brauch ich mit also keine Sorgen zu machen.
Bis jetzt sind sie ja ''normal''. Der Tierarzt hat ja auch nix festgestellt letzten Monat bei der Impfung.
Dann hoffe ich mal das es so bleibt.
 
  • Inzucht?? Beitrag #5
Von Inzucht spricht man immer, sobald es ein Verwandtschaftsverhältnis zwischen den Vorfahren gibt, bzw. sobald ein Vorfahre in dem Stammi mehr als einmal auftaucht.

Mit dem Verhältnis Tante/Neffe hast du eine eher entfernte Verwandtschaft. Je nähe diese ist, umso höher ist der Inzuchtkoeffizient, den man gezielt berechnen kann.

Inzucht ist in der Zucht ein Art "Werkzeug", um bestimmt Ziele zu erreichen. Inzucht ist nicht aus Prinzip gut oder schlecht ... sondern es kommt immer auf den Einzelfall an. Inzucht sollte von einem Züchter sehr gut geplant sein und grundsätzlich gehört es ausschließlich in die Hände von Züchtern, die genau wissen, was sie da tun.

Es sind exzellente Linienkenntnisse erforderlich; außerdem sage ich immer, dass ein Züchter, der so was macht sehr, sehr gute Verbindungen in die "Szene" haben sollte, weil nur dann erfährt man auch die Dinge, die sonst mal unter den Teppich gekehrt werden. Nur so kann man sicher sein, dass die Linien, mit denen man arbeitet auch wirklich sauber sind.

Aber ich kann dich auch beruhigen: Treten bei Inzucht Probleme auf, so sind sie oft lethal - das heißt, die Schäden sind so gravierend, dass die Kitten gar nicht lebend geboren werden, oder die ersten Tage nicht überleben. Die sogenante Immundepression ist bei der entfernten Verwandtschaft der Eltern noch nicht relevant, das wird erst bei höheren Inzuchtkoeffizienten kritisch.

Was ich persönlich jetzt allerdings nicht in Ordnung finde, ist das man einen Kitteninteressenten jetzt nicht im Vorfeld darüber aufklärt - und es so nebenbei erwähnt. Ich weiß als Züchter, dass Kittenkäufer damit Probleme haben - bzw. sich eben nicht auskennen. Und dann ist es meine Aufgabe, VOR dem Kauf über alles aufzuklären.

Grüße,
Nic
 
  • Inzucht?? Beitrag #6
Von Inzucht spricht man immer, sobald es ein Verwandtschaftsverhältnis zwischen den Vorfahren gibt, bzw. sobald ein Vorfahre in dem Stammi mehr als einmal auftaucht.

Mit dem Verhältnis Tante/Neffe hast du eine eher entfernte Verwandtschaft. Je nähe diese ist, umso höher ist der Inzuchtkoeffizient, den man gezielt berechnen kann.

Inzucht ist in der Zucht ein Art "Werkzeug", um bestimmt Ziele zu erreichen. Inzucht ist nicht aus Prinzip gut oder schlecht ... sondern es kommt immer auf den Einzelfall an. Inzucht sollte von einem Züchter sehr gut geplant sein und grundsätzlich gehört es ausschließlich in die Hände von Züchtern, die genau wissen, was sie da tun.

Es sind exzellente Linienkenntnisse erforderlich; außerdem sage ich immer, dass ein Züchter, der so was macht sehr, sehr gute Verbindungen in die "Szene" haben sollte, weil nur dann erfährt man auch die Dinge, die sonst mal unter den Teppich gekehrt werden. Nur so kann man sicher sein, dass die Linien, mit denen man arbeitet auch wirklich sauber sind.

Aber ich kann dich auch beruhigen: Treten bei Inzucht Probleme auf, so sind sie oft lethal - das heißt, die Schäden sind so gravierend, dass die Kitten gar nicht lebend geboren werden, oder die ersten Tage nicht überleben. Die sogenante Immundepression ist bei der entfernten Verwandtschaft der Eltern noch nicht relevant, das wird erst bei höheren Inzuchtkoeffizienten kritisch.

Was ich persönlich jetzt allerdings nicht in Ordnung finde, ist das man einen Kitteninteressenten jetzt nicht im Vorfeld darüber aufklärt - und es so nebenbei erwähnt. Ich weiß als Züchter, dass Kittenkäufer damit Probleme haben - bzw. sich eben nicht auskennen. Und dann ist es meine Aufgabe, VOR dem Kauf über alles aufzuklären.

Grüße,
Nic

Toll geschrieben.
Anmerkung:
Inzucht ist positiv und negativ.

Durch Inzucht kann man etwas positives verstärken. zb bei Bengalen große Rosetten.
auf der anderen Seite kannst du etwas negatives zwingen sich zu zeigen. Sagen wir mal einen Knickschwanz. :-D
Hat Papa das Gen zum Knickschwanz an seine Tochter weitergegeben, so das beide Genträger vom Knickschwanz sind führt eine Verpaarung von beiden dazu, das sich ebend dieser Gendefekt zeigt. So kann man theoretisch (sollte man dann auch) beide Tiere aus der Zucht nehmen.
 
  • Inzucht?? Beitrag #7
Toll geschrieben.
Anmerkung:
Inzucht ist positiv und negativ.

Und es passiert immer beides ... also ich kann die Verstärkung nie nur auf einen Teil beschränken. Tier, die man für Inzuchtverpaarungen auswählt, sollten immer ganz nah am Standard sein und nicht nur ein oder zwei gut Merkmale haben.

Wenn man also beispielsweise Vater und Tochter mit guten kleinen Ohren hat, würde man dieses Merkmal bei einer Rückverpaarung durchaus verstärken. Wenn Vater und Tochter aber gleichzeitig eine schlechte Augenfarbe und z.B. einen zu langen Schwanz haben, sollte man tunlichst die Finger von der Verpaarung lassen, weil sich genau diese Merkmale ebenfalls verstärken, d.h. in zukünftigen Generationen besonders gut vererbt werden.

Grüße,
Nic
 
  • Inzucht?? Beitrag #8
Und es passiert immer beides ... also ich kann die Verstärkung nie nur auf einen Teil beschränken. Tier, die man für Inzuchtverpaarungen auswählt, sollten immer ganz nah am Standard sein und nicht nur ein oder zwei gut Merkmale haben.

Wenn man also beispielsweise Vater und Tochter mit guten kleinen Ohren hat, würde man dieses Merkmal bei einer Rückverpaarung durchaus verstärken. Wenn Vater und Tochter aber gleichzeitig eine schlechte Augenfarbe und z.B. einen zu langen Schwanz haben, sollte man tunlichst die Finger von der Verpaarung lassen, weil sich genau diese Merkmale ebenfalls verstärken, d.h. in zukünftigen Generationen besonders gut vererbt werden.

Grüße,
Nic

stimme ich dir im großen und ganzen zu.

Es gibt einige Sachen die sind recht schnell zu erreichen. Nehmen wir zb die Farbe.
Andere wie zb kleine Ohren, kurzer kräftiger Schwanz um bei den Bengalen zu bleiben, ist deutlich schwerer und mit einem längeren und intensiven Aufwand zu bekommen. Da kann es schon mal 2-4 Generationen dauern.
Im gesamten ist die Inzucht ein schwieriges und breitgefächertes Feld und sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden.

LG Sven
 
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