Von Inzucht spricht man immer, sobald es ein Verwandtschaftsverhältnis zwischen den Vorfahren gibt, bzw. sobald ein Vorfahre in dem Stammi mehr als einmal auftaucht.
Mit dem Verhältnis Tante/Neffe hast du eine eher entfernte Verwandtschaft. Je nähe diese ist, umso höher ist der Inzuchtkoeffizient, den man gezielt berechnen kann.
Inzucht ist in der Zucht ein Art "Werkzeug", um bestimmt Ziele zu erreichen. Inzucht ist nicht aus Prinzip gut oder schlecht ... sondern es kommt immer auf den Einzelfall an. Inzucht sollte von einem Züchter sehr gut geplant sein und grundsätzlich gehört es ausschließlich in die Hände von Züchtern, die genau wissen, was sie da tun.
Es sind exzellente Linienkenntnisse erforderlich; außerdem sage ich immer, dass ein Züchter, der so was macht sehr, sehr gute Verbindungen in die "Szene" haben sollte, weil nur dann erfährt man auch die Dinge, die sonst mal unter den Teppich gekehrt werden. Nur so kann man sicher sein, dass die Linien, mit denen man arbeitet auch wirklich sauber sind.
Aber ich kann dich auch beruhigen: Treten bei Inzucht Probleme auf, so sind sie oft lethal - das heißt, die Schäden sind so gravierend, dass die Kitten gar nicht lebend geboren werden, oder die ersten Tage nicht überleben. Die sogenante Immundepression ist bei der entfernten Verwandtschaft der Eltern noch nicht relevant, das wird erst bei höheren Inzuchtkoeffizienten kritisch.
Was ich persönlich jetzt allerdings nicht in Ordnung finde, ist das man einen Kitteninteressenten jetzt nicht im Vorfeld darüber aufklärt - und es so nebenbei erwähnt. Ich weiß als Züchter, dass Kittenkäufer damit Probleme haben - bzw. sich eben nicht auskennen. Und dann ist es meine Aufgabe, VOR dem Kauf über alles aufzuklären.
Grüße,
Nic