Aber wie geht man am besten mit dieser starken Sorge um? Sie könnte überall sein. Ich weiss nicht wie es ihr geht...
Dort ist es so gross und weitläufig. Sie kann in jeder Motorhaube, Keller, Hof usw sein.
Uns macht die Suche vor Ort total fertig.
Das ist das Schwerste an der ganzen Sache - während Lolly weg war, habe ich versucht, mich abzulenken und etwas zu unternehmen, wenn ich gerade eh nicht suchen konnte und ich habe gedacht, ich hätte mich auf der Arbeit gut zusammengerissen - aber jeder hat bemerkt, wie schlecht es ihr ging und richtig lachen konnte ich erst wieder, als sie wieder da war.
Ich glaube, es ist wichtig, zu akzeptieren, dass du tust, was du kannst und wenn das nicht reicht, dann ist es nicht deine Schuld. Akzeptiere die Möglichkeit, dass ihr etwas schreckliches zugestoßen ist, aber konzentriere dich auf die Möglichkeit, dass es ihr gut geht und ihr sie wiederfindet. Das ist leichter gesagt als getan, das weiß ich aus eigener Erfahrung - aber es hilft.
Wie lange würdest du denn vor Ort selber weiter suchen? Und wie oft...
Ich habe erst aufgehört zu suchen, als ich vor lauter Erschöpfung krank geworden bin. Nachdem ich wieder auf den Beinen war, habe ich die Suche so reduziert, dass ich nur noch alle 2-3 Tage aktiv suchen gegangen bin und ansonsten nur auf Hinweise von Anrufern reagiert habe.
Ganz aufgeben solltest du die Suche nicht - der Keller, in dem meine Lolly eingesperrt war, war nur zwei Häuser weiter...
Und kannst du dir vorstellen wieso ich diese Panikattacken bekomme wenn ich weiss, dass wir wieder suchen gehen? Denn ich verstehe mich selbst nicht mehr.
Ja, kann ich mir vorstellen. Du hast Angst, dass ihr sie nicht findet - oder, dass ihr sie findet und sie nicht mehr lebt. Der Gedanke macht dir so zu schaffen, dass du körperlich darauf reagierst.
Das ist an sich nicht ungewöhnlich, ist aber leider nicht hilfreich. Du musst dir vor Augen halten, dass du jetzt stark sein musst. Deine Katze braucht kein Häufchen Elend, das in Selbstvorwürfen versinkt, sie braucht ihre "Mama", die Himmel und Hölle in Bewegung setzt, um sie zu finden und sicher und heil nach Hause zu bringen.
Sie braucht dich und du musst für sie da sein.
Du musst glauben, dass du sie finden wirst und dass es ihr gut geht, denn nur dann bist du in der Lage, durchzuhalten.
Es kann sein, dass ihr nie erfahrt, was mit ihr ist. Es kann sein, dass ihr herausfindet, dass sie tot ist. Aber es kann auch sein, dass ihr sie morgen schon wieder findet, oder dass sie einfach plötzlich wieder auftaucht, oder dass jemand anruft und sagt, er hat sie gefunden, und daran müsst ihr glauben.
Wenn sich dieser Glaube eines Tages als falsch erweist, wird es wehtun.
Aber wenn ihr den Glauben verliert, gebt ihr sie auf und das dürft ihr nicht.
Du kannst gerne meinen Thread über Lolly lesen - ich war selbst mehrfach kurz davor, die Hoffnung zu verlieren. Aber immer, wenn ich kurz davor war, kam irgendetwas oder jemand, der mir wieder Hoffnung und Kraft geschenkt hat, und es hat sich gelohnt, trotz aller Angst weiter zu kämpfen.
Nichts kann schlimmer sein als das Gefühl, seine Katze verloren zu haben, weil man nicht jede Möglichkeit ausgeschöpft hat.