Wir vermissen dich, Grisou

Diskutiere Wir vermissen dich, Grisou im Regenbogenbrücke Forum im Bereich Katzenfreunde; Hallo ihr Lieben, ich weiß noch gar nicht recht, wie ich anfangen soll und ob ich überhaupt hier öffentlich posten soll, aber ich habe die...
  • Wir vermissen dich, Grisou Beitrag #1
Woomi

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Hallo ihr Lieben,
ich weiß noch gar nicht recht, wie ich anfangen soll und ob ich überhaupt hier öffentlich posten soll, aber ich habe die Hoffnung, dass es mir so ein wenig leichter fällt, mit meiner Trauer umzugehen.
Grisou hat innerhalb einer Woche so extrem abgebaut, es fing an mit Fieber (41,2) und Rückenschmerzen, auf dem Röntgenbild wurde allerdings nichts Schlimmes entdeckt in der Klinik, weshalb erst einmal AB und Schmerzmittel gegeben wurden. Bei unserer Tierärztin wurden erneut Röntgenbilder angefertigt, auf denen eine HD zu sehen war und beginnende Arthrose. Also weiter Schmerzmittel und AB. Von Tag zu Tag wollte Grisou immer weniger fressen (nur noch Soße geschlabbert oder mal ein Stück Leckerchen) und auch das Fieber blieb (meist um die 40), sodass ich schon skeptisch wurde, dass die Medikamente nicht anschlagen. Er lag viel herum, kam nur ab und dann noch mal auf die Couch, kam nachts nicht mehr ins Bett. Er war dann fast alle 2 Tage in der Praxis und hat die Medikamente per Spritze bekommen, da er ja fast gar nichts mehr gefressen hat, nicht mal Leckerchen und wir so die Tabletten nicht geben konnten.
Beim nächsten Besuch wurde die Ärztin schon stutzig, da sie etwas im Bauch gefühlt hatte, er sollte sofort zu einem anderen Arzt zum Ultraschall. Der Arzt dort sagte beim Tasten schon, er fühlt einen Tumor, machte dann Ultraschall und sah den Tumor sofort, 3 x 6 cm groß, es lief auch ein Gefäß durch den Tumor, er war inoperabel. :-?
Außerdem hatte er schon freie Flüssigkeit im Bauchraum und viel Kot im Darm. Auch die Globuline und Neutrophile waren auffällig!
Er meinte dann, man könnte jetzt mit Kortison versuchen, ihn noch zum Fressen zu bringen, aber es sieht nicht gut aus.
Mittags dann wieder zu unserer Ärztin, mit ihr gesprochen und sie meinte auch, es sieht ganz, ganz schlecht aus, der Tumor ist ja auch so schnell gewachsen, samstags hatte sie noch nichts gefühlt und Grisou lag die letzten zwei Tage nur noch rum, hat sich angewidert weggedreht, wenn der Napf zu nah kam.
Wir haben dann entschieden, es nicht länger rauszuzögern und ihn erlösen lassen.
Ich habe schon einige Tiere verloren, kenne das alles sehr gut und es ist jedes Mal schwer, aber dieses Mal ist es noch schlimmer, vielleicht, weil es eben so schnell und unerwartet kam. Am schlimmsten sind diese Zweifel und Schuldgefühle, die ich habe. Hätte man mehr tun sollen? War es zu früh, ihn gehen zu lassen? Es gibt Phasen, da geht es und ich bin mir sicher, es war richtig, dann kommen wieder diese Gedanken, dass es alles viel zu schnell ging und ich denke an die Momente, wo er doch noch ins Wohnzimmer kam, am Kratzbaum gekratzt hat, sich auf den Rücken geschmissen hat, wo ich immer dachte, sowas tut doch keine Katze, die so krank ist? Aber die letzten zwei Tage wie gesagt, hat er nichts mehr fressen wollen und lag eng an die Wand gequetscht hinter der Couch.
Ich bin einfach so verunsichert und wollte das glaube ich einfach mal los werden.
Sorry, dass es so lang geworden ist, wahrscheinlich hab ich eh noch die Hälfte vergessen. :wink:
 
  • Wir vermissen dich, Grisou Beitrag #2
Mein tiefstes Beildeid. Grisou wird für ewig in deinem Herzen sein.
Du hast nichts falsch gemacht. Es war für deinen Liebling eine Erlösung, ehe er Tag für Tag unter Schmerzen verbracht hätte.

Meine Katze hat auch plötzlich aufgehört zu fressen. Beim Tierarzt wurden dann viele kleine Tumore entdeckt. Ehe sie verhungert, habe ich sie erlösen lassen vom Tierarzt. Eine OP war nicht mehr möglich.
Es ist ein schmerzvoller Schritt. Aber bedenke dabei immer, dass wir Menschen es uns nicht aussuchen können ob wir eine erlösende Spritze bekommen dürfen. Unseren Fellnasen hingegen können wir die Qual und den Schmerz ersparen, indem wir ihnen den letzten Liebesdienst erweisen. Sie gehen lassen mit Tränen in den Augen.

Könnten Tiere reden, würden sie bestimmt oft sagen: "Ich danke dir für die wundervolle Zeit, welche ich bei dir sein durfte. Bitte lass mich aber jetzt gehen, denn ich ertragen die Schmerzen nicht mehr".
 
  • Wir vermissen dich, Grisou Beitrag #3
Danke für deine lieben Worte.
Ich denke ja eigentlich auch, dass es richtig war - eigentlich - aber dann kommen eben doch wieder diese Zweifel, wenn ich daran denke, dass er zwei Tage vorher doch noch ankam zum Schmusen oder mal auf die Fensterbank gehüpft ist, um zu schauen, allerdings immer nur ganz kurz, bevor er wieder geschlafen hat. Mich nerven diese Zweifel ja selbst, aber ich kann das momentan nicht abstellen, warum auch immer?!
Sein letzter Tag war auch so voller Stress, den ganzen Tag von Arzt zu Arzt, um dann am Ende doch eingeschläfert zu werden. Da denke ich dann auch wieder, war das zu schnell, hätte man ihm noch einen "schönen" Tag geben sollen? Aber was ist daran schön, wenn man Schmerzen hat und verhungert? Ich wollte dann eben nicht egoistisch sein und vielleicht mit Kortison noch ein paar Tage rausschlagen (wenn überhaupt), es hätte ja an dem Ausgang nichts geändert. Und wer weiß, wie schnell sich das Wasser im Bauch ausgebreitet hätte und was noch alles passiert wäre?
Ich verstehe einfach nicht, wie innerhalb von zwei Tagen ein Tumor so groß werden kann oder es überhaupt so schnell gehen kann...
Da denkt man, man tut alles für seine Tiere, geht regelmäßig zum CheckUp, er war sogar im Januar noch für ein großes Blutbild beim Arzt, eine Woche, bevor es ihm so schlecht ging, haben wir noch Zucker und Krea testen lassen, weil er eben häufiger mal am Wassernapf war und ich das Gefühl hatte, er ist ein wenig ruhiger geworden, da war aber offensichtlich alles gut, die Ärztin meinte noch, er sieht gut aus. Eine Woche später dann sowas! :-(
Wahrscheinlich dauert es einfach noch eine Weile, bis ich das richtig verarbeitet habe, ich wünschte eben nur, diese Zweifel und Schuldgefühle würden aufhören. Aber vielleicht hilft es ja, hier einfach mal seine Gedanken zu verewigen...
 
  • Wir vermissen dich, Grisou Beitrag #4
Ich schließe mich an. Deinen Kater rechtzeitig zu erlösen, ist ein großer Liebesbeweis und zeugt von großer Fürsorge und Verantwortungsbewusstsein und Du hast mein ganzes Mitgefühl in dieser schweren Zeit:-(.
 
  • Wir vermissen dich, Grisou Beitrag #5
Vielen Dank.
Ich bin einfach ein Mensch, der zu viel nachdenkt und auch zu oft in Foren liest, wenn andere eben schreiben, sie haben noch dies probiert und das und noch diese Untersuchungen etc.
Aber ich weiß nicht, ob man dem Tier damit einen Gefallen tut, nur um es etwas rauszuzögern, ihm noch diesen ganzen Stress anzutun.
Und am Ende sind die meisten Tiere dann doch an dem Tumor gestorben, nur, dass sie eben noch ein paar Tage/Wochen länger hatten - allerdings mit viel Stress und vielleicht Schmerzen.
Die Medikamente haben ihm ja scheinbar auch nicht mehr geholfen, ich denke auch, mehr konnten wir leider nicht tun... :-(
 
  • Wir vermissen dich, Grisou Beitrag #6
Meine Katze hat sich zwei Tage, bevor sie aufhörte zu fressen, noch ganz normal benommen. Als ich dann zum Tierarzt ging, wurde erst mal auch nichts gefunden. Der Arzt sagte beim abtasten, und selbst nach dem Röntgenbild, dass sie wohl grad Kot im Darm hat.
Ich ging mit Katze und Medikamenten wieder nach Hause. Als sie weiterhin nicht gefressen hat, habe ich auf eine weitere Untersuchung bestanden, wo dann die Tumore entdeckt wurden.
Meine Katze hat zwischendurch immer wieder versucht zu fressen, hatte aber wohl schon zu starke Schmerzen.

Ich erzähle dir das, damit du mit Selbstvorwürfen vielleicht ein wenig besser umgehen kannst.
Klar hätte ich noch eine Woche länger, mit Zwangsernährung, mit meiner Katze verbringen können. Aber hätte ich ihr damit wirklich bewiesen, wie sehr ich sie liebe?

Wenn es dir gut tut, dann schreibe dir deinen Schmerz hier auf jeden Fall weiterhin von der Seele. Jeder hier kann verstehen was du gerade durchmachst und wie es dir geht.
 
  • Wir vermissen dich, Grisou Beitrag #7
Danke für deinen Bericht, es ist schon erstaunlich, wie viele Katzen an einem Tumor gestorben sind, ich dachte sonst immer, CNI wäre DIE Todesursache Nr. 1 bei Katzen, aber scheinbar kommt Krebs auch ziemlich häufig vor. Es hilft auf jeden Fall ein wenig, wenn man auch von Außenstehenden/fremden Personen hört, dass es richtig war und nicht zu früh.
Und ich bin ja auch nicht dafür, noch ein paar Tage rauszuschlagen, das ist purer Egoismus und das Wohl des Tieres geht natürlich immer vor, ganz klar. Darum kam die schnelle Entscheidung ja auch. Mir tut es eben nur so leid, dass sein letzter Tag so voller Stress war, die Diagnose war da und sofort kam die Entscheidung und er war von morgens bis mittags nur unterwegs von einem Arzt zum nächsten...
Aber er sollte eben nicht noch einen Tag mit Schmerzen verbringen und mit Hungern, ich glaube nicht, dass er diesen Tag wirklich noch gewollt hätte.
Es bringt ja auch nichts, sich selbst noch damit zu quälen, das weiß ich auch. Nur die Umsetzung will nicht immer so gelingen. :wink:
 
  • Wir vermissen dich, Grisou Beitrag #8
Hallo Woomi, in Deinem anderen Thread habe ich ja schon Deine Süßen bewundert. Hier möchte ich Dir sagen, dass es mir sehr leid tut, dass Ihr Grisou verloren habt.
Ich habe ja seit 11 Jahren meine heißgeliebte Krabbe und ich muss sagen, ich hätte nicht anders gehandelt. Allein bei dem Gedanken, er müsse leiden, kommen mir die Tränen. Kein Tierchen sollte das ertragen, wenn die Möglichkeit besteht, es zu erlösen. Und ich werde meinem Schatz niemals zumuten, zu leiden, nur um ihn vllt noch eine Zeit länger bei mir zu haben.
Grisou hat gespürt wie sehr Du ihn liebst, er hatte ein glückliches Katzenleben und durfte, als es für ihn zu schlimm wurde, gehen. Du hast losgelassen, aus Liebe zu ihm und das wird er Dir danken.
 
  • Wir vermissen dich, Grisou Beitrag #9
Vielen Dank, das ist lieb von dir.
Ich meine eben immer, weil einige schreiben, dass ihre kaum noch laufen konnten, total abgemagert waren, nicht mehr aufs Klo sind, dass ich da vielleicht doch zu früh gehandelt habe. Auf dem Weg zum Tierarzt (für seinen letzten Gang) hat er im Korb total Terror gemacht, weil er von dem ganzen Tag genervt war. Daran muss ich eben auch immer denken, dass er da ja noch so viel Kraft hatte, um sich zu beschweren. Und ich habe ihm immer gesagt, alles wird gut und kam mir vor wie ein Verräter, weil ich genau wusste, nichts wird mehr gut und er wird nicht mehr mit nach Hause kommen. :-(
Aber dafür lag er eben zu Hause vorher viel in einer Ecke rum, kam aber wie schon gesagt trotzdem auch noch mal an, das ist es ja, was mich so unsicher macht im Nachhinein. Wir können sie ja leider nicht fragen, ob sie noch möchten... :???:
Aber selbst wenn wir es noch versucht hätten, er hat ja nichts mehr gefressen, wäre also dann verhungert und Zwangsernährung ist auch totaler Stress wieder. Und wenn der Tumor so schnell wächst und schon Wasser im Bauch ist, hätte es ja auch innerhalb von Stunden noch schlimmer werden können und er wäre vielleicht qualvoll gestorben - und das wollten wir auf jeden Fall vermeiden!
Das meine ich, wenn ich das hier schreibe, ist mir selbst klar, dass es sicher das Beste war, aber später kommen doch wieder diese Zweifel durch. Aber damit wird man dann immer leben müssen, bei so einer schweren Entscheidung. :-(

Hier eine kleine Collage von Grisou

26001784qb.jpg
 
  • Wir vermissen dich, Grisou Beitrag #10
Auf den Fotos sieht man, was für ein wunderschönes Leben er bei dir hatte.
Behalte ihn genau so in Erinnerung. Im letzten Bild sieht er genau so aus, als wäre er zufrieden eingeschlafen und froh, dass er endlich keine Schmerzen mehr hat.

Auf dem Weg zum Tierarzt (für seinen letzten Gang) hat er im Korb total Terror gemacht, weil er von dem ganzen Tag genervt war. Daran muss ich eben auch immer denken, dass er da ja noch so viel Kraft hatte, um sich zu beschweren. Und ich habe ihm immer gesagt, alles wird gut und kam mir vor wie ein Verräter, weil ich genau wusste, nichts wird mehr gut und er wird nicht mehr mit nach Hause kommen. :-(
Meiner ersten Katze (hatte sehr starke Probleme mit der Galle) habe ich damals auch versprochen, dass ich sie nach der OP wieder mit nach Hause nehme. Und das, obwohl ich zu 85% wusste, dass es nicht der Fall sein wird.
Meine Tierarzt sagte schon, dass eine OP nichts mehr bringt und sich die Katze, selbst wenn sie die OP überlebt, nur noch quält.
Lange Zeit habe auch ich mir Vorwürfe gemacht, dass ich ihr das Versprechen gegeben habe, welches ich nicht halten konnte.
Nun sind einige Jahre vergangen, und ich habe verstanden, dass meine Fellnase nach ihrem Tod ja keine Erinnerung mehr daran hat was ich beim Abschied zu ihr sagte. Ich weiß nur, dass sie ewig in meinem Herzen weiterleben wird, ohne Schmerzen.
Dieser Prozess hat aber sehr lange bei mir gedauert. Dir wünsche ich die Kraft, dass du, indem du dir hier weiterhin alles von der Seele schreibst, besser und schneller damit klar kommst.
 
  • Wir vermissen dich, Grisou Beitrag #11
Dankeschön, mit der Zeit wird es auch besser werden, das ist klar und es wird auch immer wieder Phasen geben, wo man doch wieder traurig ist, so ist das leider immer.
Und ich weiß auch, dass mir niemand diese Zweifel und Schuldgefühle nehmen kann, aber durch eure lieben Worte fällt es auf jeden Fall leichter zu glauben, dass wir alles richtig gemacht haben und es auch der richtige Zeitpunkt war.
 
  • Wir vermissen dich, Grisou Beitrag #12
Jeder von uns wird einen Grund finden, warum man ein Versprechen nicht gehalten hat, zu früh unsere Schätze haben gehen lassen, meint etwas falsch gemacht zu haben. Dafür lieben wir unsere Tiere viel zu sehr, um den Tod so hinzunehmen. Das ist doch fast schon vorprogrammiert. Man grübelt und zweifelt weil wir es einfach nicht fassen können. Mir wird es, egal was passiert, mit Sicherheit genauso gehen. Vor diesem Schmerz habe ich heute schon Angst.
 
  • Wir vermissen dich, Grisou Beitrag #13
Wir, die das entscheiden ein Tier gehen zulassen, hadern immer in der Trauerphase. Zweifeln an der Richtigkeit der Entscheidung, weil es uns leichter fällt es anzuzweifeln als zu sagen... es war eine gute Entscheidung.

Wenn du die Entscheidung rausgezögert hättest und du siehst wie dein Tier weiter leidet hättest du auch Schuldgefühle, weil du so egoistisch warst und nicht loslassen konntest.


lg
Verena
 
  • Wir vermissen dich, Grisou Beitrag #14
Wir, die das entscheiden ein Tier gehen zulassen, hadern immer in der Trauerphase. Zweifeln an der Richtigkeit der Entscheidung, weil es uns leichter fällt es anzuzweifeln als zu sagen... es war eine gute Entscheidung.

Wenn du die Entscheidung rausgezögert hättest und du siehst wie dein Tier weiter leidet hättest du auch Schuldgefühle, weil du so egoistisch warst und nicht loslassen konntest.


lg
Verena

Das hast Du gut formuliert, danke dafür. Denn ich gehöre auch zu denjenigen, die sich im Nachhinein fragen, wirklich alles, alles getan zu haben etc. Lillifee war z. B. auf dem letzten Weg zum Tierarzt auch aufmerksam und ist vorher noch auf die Toilette gegangen, so als ob sie mir zeigen wollte, wie fit sie noch ist - sie war es ganz und gar nicht und trotzdem...die Zweifel bleiben. Andererseits weiß ich, dass sie in Würde gehen konnten und nicht leiden mussten, dass sie, wenn auch eingeschränkt, ihre Zeit im Kreise der anderen genießen konnten bis zum Schluss.
 
  • Wir vermissen dich, Grisou Beitrag #15
Lillifee war z. B. auf dem letzten Weg zum Tierarzt auch aufmerksam und ist vorher noch auf die Toilette gegangen, so als ob sie mir zeigen wollte, wie fit sie noch ist - sie war es ganz und gar nicht und trotzdem...die Zweifel bleiben.

Gut, dass zu lesen, ich glaube eben, dass dadurch die Zweifel so groß sind im Nachhinein, denn vorher war ich ja zu 100% sicher. Aber weil er nicht apathisch im Korb lag, wie einige andere, zweifel ich die Entscheidung im Nachhinein an. Nur denke ich auch, so weit muss man es ja gar nicht erst kommen lassen, das haben wir ihnen erspart - und wer weiß, was noch alles...

Danke auch an alle anderen für die lieben Worte.
 
  • Wir vermissen dich, Grisou Beitrag #16
Wie bei meinem Herzens/Sternenkater. Er ist standhaft geblieben bis zum letzten Tag.
Auch ich musste Ihn leider einschläfern lassen, von selber wollte er wohl perse nicht gehen.
Dennoch, ich hab mich Wochen danach noch gefühlt wie ein Mörder und Verräter der gegen sein
Gewissen gehandelt hätte. Dabei bin ich genau diesem gefolgt, aber mein Herz wollte das noch lange nicht einsehen. Kabbentier hat es bestens beschrieben. Wir lassen unsere kleinen Lieblinge halt nicht einfach so
gehen.

Mittrauergruß !:-(


Ralle
 
  • Wir vermissen dich, Grisou Beitrag #17
Hallo Woomi,

ich habe hier im Forum schon lange nichts mehr geschrieben und habe auch mehr zufällig bei Dir reingeschaut. Und die Thematik "Selbstvorwürfe" hat mich sofort bewegt...

Mein Tino hatte Ende 2012 rapide abgebaut. Seine Ärztin tappte im Dunkeln und riet zu einer Einweisung in eine Tierklinik. Dort verbrachte mein kleiner Schatz 48 Stunden, in denen ihm angeblich geholfen werden sollte. Nach insgesamt 5 Tagen Leiden starb mein Süßer. Er hatte durch die Lauferei von Arzt zu Arzt und die "lebenserhaltenden Maßnahmen" einen ziemlich schweren Tod. Die Ärzte in der Klinik hatten mir so viel Hoffnung gemacht, daher war ich damals total davon überzeugt, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Im Nachhinein fressen mich noch heute manchmal die Selbstvorwürfe auf, überwiegend deshalb, weil Tino zwei Tage und zwei Nächte einsam und allein in der Klinik lag. Und ich werde nie erfahren, wie er sich dabei gefühlt hat...

Rückblickend denke ich oft "Hättest Du ihn doch in Ruhe zuhause sterben lassen." Andererseits weiß ich aber, dass ich wieder ähnlich handeln würde, wenn ich so voller Hoffnung wäre, wie ich es damals war. Worauf ich hinaus will: Ich glaube, es gibt kein 100 % richtig oder falsch. Und ich glaube, dass man immer Schuldgefühle haben wird, egal, welche Entscheidung man trifft. Und ich weiß auch, dass niemand einem die Schuldgefühle so ganz nehmen kann. Trotzdem: Ich finde, dass Ihr richtig entschieden habt. Grisou hatte bei Euch ein tolles Leben, er wurde geliebt und umsorgt. Und den letzten Liebesbeweis habt Ihr ihm jetzt gegeben - Ihr habt ihm ein qualvolles Ende erspart. Das mag immer etwas abgedroschen klingen, aber es stimmt ja. Ich selbst hatte damals auch aus Liebe entschieden, das muss ich mir allerdings mitunter selbst immer wieder mal klar machen.

Ich wünsche Euch, dass Ihr irgendwie durch diese schwere Zeit kommt. Dabei hat mir das Schreiben hier übrigens prima geholfen. Es tut so gut, mit Gleichgesinnten über seinen Schmerz zu "reden". Und wenn man im Zweifel erstmal jeden Tag wieder am Ausgangspunkt steht, irgendwann geht es schrittweise voran...

Ich drücke Euch einmal unbekanntermaßen aus der Ferne!
 
  • Wir vermissen dich, Grisou Beitrag #18
@Ralle
Vielen Dank, das ist lieb. Es wäre ja auch schlimm, wenn man das einfach so wegstecken würde und sie einem nicht fehlen würden...

@lovely cat
Vielen Dank für diese lieben Worte.
Das mit deinem Tino tut mir sehr leid, das ist sicherlich auch hart, aber auch du hast ja nur das Beste für ihn gewollt und einfach noch Hoffnung gehabt. Man verlässt sich ja schließlich auch auf die Ärzte.
Als Außenstehender sieht man das ja auch anders, da würde ich mir sicherlich auch sagen, es war richtig, aber schön, dass du auch diese Selbstzweifel und Schuldgefühle verstehst.
Das ist richtig, dass man nie die Gewissheit haben wird, ob es nun richtig war, zu früh, zu spät, ob er/sie schon bereit war, zu gehen - das müssen wir dann leider entscheiden und eben mit diesem Gefühl danach leben.
Ich habe einfach immer diese guten Phasen vor Augen, wie er noch 2 Tage vorher wieder "Robbe gespielt" hat, also auf dem Rücken lag, ganz gechillt und ich dachte, so benimmt sich doch keine todkranke Katze. Und dann 2 Tage später eben diese schockierende Diagnose und die sofortige Entscheidung, ihn zu erlösen. Sein letzter Tag war eben alles andere als schön, das tut mir so leid für ihn.
Ich weiß auch, ich erzähle hier immer das Gleiche, aber das sind eben diese Zweifel. Einen Tag geht es dann wieder besser und dann ist es wieder ganz schlimm...
Aber die lieben Worte anderer Dosis tun dann immer wieder gut und ich bin - wenn auch nur für einen kurzen Moment - wieder davon überzeugt, richtig gehandelt zu haben. Danke dafür.
 
  • Wir vermissen dich, Grisou Beitrag #19
Dieses "immer wieder dasselbe erzählen" ist aber genau das, was hilft, finde ich. Es ist das, was uns beschäftigt und irgendwie an uns nagt. Ich habe damals meinen Freunden und meiner Familie auch immer wieder von vorne meine Zweifel erzählt. Es hat so gut getan, immer wieder auf geduldige Zuhörer zu treffen. Und genau die wirst Du hier auch immer finden :)

Übrigens war mir schon während Tino noch lebte klar, dass - falls er es nicht überleben sollte - ich mir immer Vorwürfe machen würde, egal welche Entscheidung ich treffe. Und so war es dann ja auch, entgegen aller Logik. Aber vielleicht ist das immer so, wenn wir die Entscheidung treffen müssen, für jemanden, den man unendlich lieb hat...
 
  • Wir vermissen dich, Grisou Beitrag #20
Und das ist schön, dass man hier geduldige Zuhörer hat, vor allem, wen es nervt, der kann es einfach ignorieren, ist dann leichter als im wahren Leben. :wink:
Stimmt schon, genau das beschäftigt einen und es tut schon gut, dann auch von fremden Menschen zu hören, dass es richtig war, wie man entschieden hat.
 
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