Ich muss mir das von der Seele schreiben. Man gewöhnt sich an Zustände, nimmt sie hin. Aber jedesmal wenn ich irgendwas zu Zoes Verhalten schreib könnte ich Heulen.
Oskar und sie sind sechs Jahre alt und von klein auf extrem verfeindet. Im Lauf der Jahre hat sich das, vielleicht nicht verschlechtert, aber quasi "betoniert". Wenn es früher noch hin und wieder freundliche Momente gab, dann sind die leider schon lange nicht mehr.
Seit Joschi bei uns lebt sind die Extrem-Situationen deutlich seltener geworden, aber es gibt sie. D.h. dass Oskar dann alles daran setzt, sie zu vertreiben oder wenn er sie erwischt "windelweich" zu prügeln. Da ist absolut nichts spielerisches mehr dabei :-(. Zu allem Überfluss läuft es auch zwischen Joschi und Zoe nicht prickelnd. Joschi ist freundlich und neugierig, was Zoe ätzend findet. Manchmal kriegt dann auch er den Rappel und sie bezieht auch noch von ihm Prügel :shock:
Zoe ist eine ziemliche Panikkatze (wer könnte ihr das verdenken) und extrem auf mich bezogen. Obwohl mir vollkommen klar ist, dass sie erklärte Einzelprinzessin ist wird mir beim Gedanken sie irgendwohin zu geben speiübel. Madame rennt schonmal mit dem Schädel an geschlossene Türen, wenn sie Panik bekommt. Und fremde Menschen sind per se böse.
Solange sie ihren Freigang hat zieht sie im Sommer für einige Monate aus, kommt nur sehr selten zum Fressen kurz in die Wohnung. Sie ist aber immer mehr oder minder in der Nähe, genießt gemeinsame Spaziergänge und holt sich dabei ihre Kuscheleinheiten. Im Herbst schafft sie es trotz allem den Weg zurück in die Wohnung zu finden und "lebt" dann wieder auf dem Sofa. Genau das ist auch der Punkt, der mich an ihrem Leiden irgendwie Zweifeln lässt. Dass sie extrem gestresst ist von Oskar weiß ich. Aber wenn es ihr wichtig ist und sie in Ruhe gelassen wird hindert sie das nicht daran, "sich zu nehmen was sie braucht".
Woher weiß man, wann eine Situation für eine Katze nicht mehr zumutbar ist? Einerseits weiß ich, dass sie glücklicher sein könnte. Zumindest wenn das Leben ein rosa Plüschball wäre. Andererseits liebt sie ihren Freigang, sie "liebt" (oder "benutzt") mich. Sie frißt, schnurrt, kuschelt....
Wie das bei einem Umzug werden soll, wenn die drei wochenlang in der Wohnung sein müssen wage ich mir nicht vorzustellen :-?