Guten Tag,
Leider ist gestern meine Katze Arroya im Alter von 5 Jahren verstorben.
Bevor ich mit dem eigentlichen Thema einsteige, möchte ich gerne den Verlauf und ihre Geschichte schildern da es mir wohl auch ein wenig hilft darüber zu schreiben und es vielleicht anderen in ähnlichen Situationen eine kleine Hilfe ist.
Unser Leben mit Arroya:
Arroya war das beste Tier, dass ich je kennenlernen durfte. Ich habe sie vor fast genau 5 Jahren aus einem Tierheim in Hurghada (Ägypten), genauer gesagt im Bluemoon Animal Center, getroffen und von dort aus nach Deutschland mitgenommen. Arroya war in einem Gehege mit ein paar anderen Katzen, doch sie kam sofort auf mich zu, lies sich auf den Arm nehmen und es war innerhalb von Sekunden klar, dass sie meine Katze wird. Als ich sie das erste Mal in meine Wohnung lies, hat man nur gemerkt, wie glücklich das Tier ist. Es lief in jede Ecke, kam immer wieder zu uns und maunzte uns nach dem Motto an "lebe ich jetzt wirklich HIER"?.
Sie war vom ersten Moment an ein glückliches Tier, welches dieses Glück stets zum Ausdruck gebracht und auf uns übertragen hat. Sie nahm jeden Sonnenstrahl auf dem Balkon mit und kroch im Winter stets unter jede Decke, die sich angeboten hat. Auch erkämpfte sie sich immer wieder den Platz in der Mitte zwischen uns. Mit ihrem Partner, Ciaran, hat sie sich immer gut verstanden. Sie waren ein sehr gutes Team.
Es war auch immer lustig zu sehen, wenn sie sich mit meiner Freundin stritt, wenn es um Essen ging, oder das Tier sich heimlich ins Schlafzimmer schlich. Ich kann gar nicht sagen wer häufiger das letzte Wort hatte. Ich kann nur sagen, dass ich eine Katze, die so viele Eigenschaften hat, ohne Zweifel noch nie in meinem Leben zuvor getroffen habe und ich bin Arroya für jede Erinnerung unglaublich dankbar.
Der ernste Teil:
Montag vor einer Woche haben wir bemerkt, dass Arroya nicht mehr frisst. Erst dachte ich bei der Hitze, vielleicht ist das Essen schlecht oder sie hat einfach bei 28 Grad keinen Hunger. Ciaran isst sowieso nicht ganz so viel und vor allem nicht auf einmal, weswegen man sowas an ihm etwas schwieriger ausmachen kann ob ggf. das Essen schlecht ist. Ich habe daraufhin anderes Futter gekauft und auch das Futter an verschiedene Stellen der Wohnung und auf dem Balkon platziert.
Arroya hat zumindest ein paar Bissen genommen und ist dann wieder gegangen.
Mittwoch fiel uns dann zusätzlich auf, dass sie sich von uns entfernt. Anstatt wie immer zwischen uns zu liegen, lag sie nur noch neben uns oder am anderen Ende der Couch. Noch immer war es angesichts der Temperatur nichts sooo ungewöhnliches. Wie gerne hätte ich rückblickend schon hier richtig reagiert.
Am Donnerstag wollte ich dann zum Tierarzt, doch dann habe ich morgens beobachtet, dass sie etwas mehr isst und auch regelmäßig trinkt. Ich dachte okay, ihr geht es besser. Trotzdem wollte sie nicht zu uns und hat viel geschlafen. In der gesamten Zeit hat sie leider auch keine weiteren Anzeichen einer ernsten Erkrankung (wie Erbrechen, Durchfall usw.) gemacht.
Als sie Freitag wieder nicht fressen wollte, habe ich sie dann sofort eingepackt und bin morgens früh zum Tierarzt gefahren. Da ich noch nicht lange in Düsseldorf wohne, hab ich per Google, Yelp und Facebookbewertungen den bestmöglichen Tierarzt ausgewählt. Leider war ich selten mit einem
Tierarzt unzufriedener. Sie haben Arroya durchgecheckt, ein Blutbild und Röntgenaufnahmen gemacht. Dabei haben sie lediglich Entzündungen im Blut festgestellt, ihr ein Antibiotikum und Kortison gespritzt.
Ich konnte sie am Nachmittag wieder abholen und leider hatte der
Tierarzt keine Ahnung was ihr fehlt. Mir wurde gesagt, dass ich das Tier am WE beobachten soll und falls sie noch immer nicht frisst, ich am Montag nochmal anrufen sollte.
Da Arroya bis Sonntag nichts gefressen hat, mittlerweile nur noch auf der Seite lag und ihr Zustand sich weiter verschlechterte, bin ich in die Tierklinik Lesia gefahren, für die ich nur gute Worte übrig habe. Bitte, wenn ihr ein krankes Tier habt und aus dem Umkreis Düsseldorf kommt, fahrt hier hin.
Sie haben den Ernst der Lage sofort erkannt, mich direkt vom Empfang in ein Behandlungszimmer mitgenommen, mir genau zugehört und Arroya aufgenommen.
Beim Ultraschall haben sie leider festgestellt, dass sich bereits viel Flüssigkeit in der Bauchhöhle gesammelt hat und auch andere Organe befallen sind. Die Bauchspeicheldrüse war wohl stark entzündet. Dennoch hat man nicht aufgegeben und das Tier bestmöglich behandelt. Ich konnte Arroya auch jederzeit besuchen und die Ärzte waren unglaublich freundlich. Während meine Katze Montag schon totgesagt wurde, hatte man Dienstag sogar wieder leichte (wirklich nur leichte) Hoffnung, weil sie auf die Therapie anschlug, doch leider war es Mittwoch früh dann doch soweit und ich erhielt den Anruf aus der Klink, dass es keine Hoffnung mehr gibt. Ihr Zustand hat sich in der Nacht deutlich verschlechtert, es kamen mittlerweile Blutarmut und Anzeichen von Gelbsucht dazu. Leider gab es für mein Tier nun nur noch eins zu tun. Wir sind dann direkt zur Klinik gefahren, ich konnte mein Tier das letzte Mal streicheln, in den Arm nehmen und einfach danke für die gemeinsame Zeit sagen. Ich wollte sie nicht mehr lange leiden lassen, sie atmete schwer und so haben wir sie dann eingeschläfert. Sie lag dabei auf meinem Schoß, ihre Pfoten waren auf meinem Arm. Ich mein...geht es friedlicher und schöner (in Anbetracht der Umstände)? Im Anschluss haben wir sie dann mitgenommen und im Garten beerdigt. Es war so schwer ihren Leichnam in das Grab zu legen und ihr ein letztes Mal auf Wiedersehen zu sagen.
Dennoch empfehle ich allen, die sich in einer solchen Situation befinden, das Gleiche zu tun. Es hilft dem Tier auf seinem letzten Weg und es hilft euch bei der Trauer. Natürlich heule ich total während ich diese Zeilen schreibe, doch wenn ich an Arroya zurückdenke, dann empfinde ich für ihr Leben nur Dankbarkeit und sogar bin ich dankbar, ihr in ihrem letzten Kapitel so nah gewesen zu sein.
Die eigentliche Frage...was mache ich mit Ciaran?
Ciaran ist mittlerweile drei Jahre alt und er ist eine norwegische Waldkatze. Er ist ein sehr freundliches und aufgeschlossenes Wesen, welches auch keine Berührungsängste mit anderen Tieren hat. Ganz im Gegenteil, er läuft auf fremde Tiere zu und fängt sich schon mal eine weil er zu schnell zu nah kommt und versteht dann nicht mal warum. Bei Menschen selektiert er schon eher. Die, die er mag, werden von ihm fast belästigt und bei den anderen hält er einen kleinen Abstand.
Er und Arroya waren gute Partner, sie kuschelten zusammen und er animierte sie immer zum Spielen.
Momentan ist er gut drauf, er frisst normal, ist natürlich ein bisschen unruhig wegen der Veränderung und kommt deutlich häufiger zu uns als vorher. Er darf, so lange er alleine ist, auch ins Schlafzimmer damit nach Möglichkeit immer jemand bei ihm ist. Ich arbeite meistens eh von zu Hause aus, weswegen er selten länger als wenige Stunden alleine ist.
Klar ist für mich auch, dass er einen neuen Partner benötigt, denn er ist einfach zu jung und aufgeschlossen, um alleine zu sein. Ich möchte dass er sein freundliches und aufgeschlossenes Wesen beibehält. Doch die Frage ist...wie lange kann/soll man warten?
Ich bedanke mich für das Lesen und freue mich auf eure Antworten. Ich hoffe, dass ich Menschen in ähnlichen Situationen, oder Menschen, die den schweren Weg noch vor sich haben, mit meinen Worten ein wenig helfen kann.
Gruß,
Robin