Guten Morgen,
wir bekommen am Samstag eine Katze aus dem Tierheim. Sie ist ein Abgabetier wegen Krankheit/Umzug ins Pflegeheim des Besitzers. Sie ist 10 Jahre alt und verhält sich innerhalb der Gruppe eher neutral. Sie nutzt das offene Klo und scheint sonst wenig Interesse an allem zu haben, was um sie herum passiert. Wenn Menschen kommen, sitzt sie gerne am Fenster und lässt sich durch die Gitterstäbe kraulen. Sie spielt, sie bewegt sich recht normal und entspannt innerhalb der Gruppe. So weit, so gut.
Wir haben ein dreistöckiges Einfamilienhaus mit 65qm Grundfläche.
Stelle ich alles, was wir für sie haben (Kratzbaum, Toilette z.B.) erstmal nur ins Wohn- und Esszimmer damit sie sich hier erstmal einleben kann und dann nach und nach das Haus erkunden kann? Das hieße aber auch, dass z.B. Toilette irgendwann wandern muss. Wird das dann problematisch? Ziel ist eh, dass sie nach 8 Wochen raus darf als Teilzeitfreigänger, aber die 8 Wochen müssen wir ja irgendwie überstehen.
Futter bekommt sie in der Küche, das ist und bleibt so. Im Prinzip hab ich nichts dagegen, ihr sofort das gesamte Haus zur Verfügung zu stellen, wird sie es so flott erkunden dass sie weiß, Klo steht im Bad/Gästeklo sonstwo und wo das alles zu finden ist? Sie lässt sich noch nicht wirklich überall anfassen, daher wird ein Tragen zum Klo eher schwierig, ich mag sie auch nicht stressen.
Wir hatten bereits eine Katze vor ihr, sie war ebenfalls aus dem Tierheim, da sie sich aber nach ihrem Fund im Müllcontainer und zwei gescheiterten Vermittlungen mit folgendem Hautpilz auf uns stürzte und einfach nur gehofft hat, dass sie bleiben darf, war sie nach der Kennenlernphase im Tierheim extremst auf uns fixiert und hat uns verfolgt, sich somit auch direkt das gesamte Haus unter die Pfoten gerissen. Problem hier war: Sie war so verstört, sie hat überall hingemacht nur nicht ins Klo. Wir hatten sie bereits als unsauber mit aus dem Tierheim genommen, war klar, dass ihre Probleme so groß sind, dass sie da nie sauber und ihren Hautpilz los werden würde. Also nahmen wir die Herausforderung an. Wir hatten drei Toiletten aufgestellt, auf jeder Ebene eins, aber ein Jahr lang hat sie gebraucht, bis sie ihre psychischen Probleme ablegen konnte und sich alles normalisierte. Dann haben wir auf ein Klo reduziert und gut war. Diese Problematik ist danach nie wieder aufgetreten. Sie hat sich erstmals nach eineinhalb Jahren aus dem Haus getraut, keine Chance vorher, sie blieb an allen Türschwellen wie angeklebt sitzen.
Mausi (die aktuelle Katze aus dem Tierheim, noch heißt sie so, mal schauen) hat sowas ja gar nicht hinter sich. Sie hatte ein behütetes Leben vorher und nun 8 Wochen Tierheim, in dem sie offenbar gut zurecht kommt bzw. die Situation irgendwie akzeptiert.
Wie erleichtern wir ihr das Eingewöhnen? Wie wichtig ist dass z.B. das Klo an der Endstelle steht oder kann man so eine Toilette einfach umparken nach ein paar Wochen?
Heute haben wir ein Gespräch im Tierheim, ich hab schon viele Fragen aufgeschrieben, was das gewohnte Futter und die Streu angeht, damit sie ein paar gewohnte Sachen auch erstmal bei uns hat. Futterumstellung werde ich dann langsam angehen, Ziel ist barfen, wie bei unserer vorherigen Katze auch. Weihnachten möchte ich gerne damit durch sein. Wir sind damals vom 4%-Tierheimfutter über Beimischungen zu 60-70%igem Leonardo bzw. Animonda gewechselt, dann hat sie das irgendwann komplett bekommen, dann Beimischung von Barf bis wir dann da auch komplett durch waren.
Was versuchen wir? Ganzes Haus auf einmal zum Erkunden oder Zimmer für Zimmer oder schauen, wie sie sich selbst hier gibt und dann entsprechend handeln, d.h. ob sie sich überhaupt die Treppen hoch traut und sowas. Vielleicht wären zwei Klos doch angebracht?
Viele Grüße,
marielaurin