Hallo zusammen,
seit zwei Wochen wohnt eine ganz entzückende Katzendame von nicht ganz zwei Jahren bei uns.[emoji7]
Sie kommt von einer Freundin, die allerdings auf sie extrem allergisch reagiert hat.

Auf ihre drei Maine Coons reagiert sie nicht, aber Nala hat kurze Haare und anscheinend ist das anders.
Deswegen ist sie drei Tage nach ihrer frischen Kastration bei der Mutter meiner Freundin eingezogen, aber die Katzen der Mutter haben sie dann extrem verprügelt. :S Wollte sie aufs Klo, wurde sie fortgejagt, so dass sie keinen Ausweg sah, als auf Sofa oder Bett zu pinkeln. Sie war total gestresst und nervös.
Es war geplant, dass wir uns Nala in näherer Zukunft mal ansehen (meine Kinder waren bis. Ende der Ferien beim Papa und ich habe dauerhaft gearbeitet, daher klappte das nicht), aber nachdem es ihr so mies ging, haben wir spontan gesagt, das müssen wir jetzt direkt versuchen.
Sie ist total süß, zart und lieb und zutraulich. Die Traumatisierung der letzten zehn Tage war deutlich spürbar, sie war sehr angespannt und schreckhaft, wobei meine Freundin meinte, sie sei extrem verschmust und personenbezogen.
In der ersten Nacht hat sie uns prompt auf den Bettvorleger gekackt und ins Bett gepinkelt. Das nehme ich aber auf meine Kappe, ich hatte Ökostreu gekauft statt ihrer bislang bekannten Sorte.
Weil sie außerdem die ganze Nacht schrie und das so nicht ging, haben wir sie erst mal mit Futter, Wasser und Klo ins Bad gebracht und die Tür zu gemacht. Fand sie nicht wirklich toll, weil sie Eingesperrtsein nicht kennt. Obwohl man überall liest, man solle Katzen beim Umzug erst mal in einem einzelnen Raum lassen...
Dementsprechend schmiss sie erst mal alles runter, was nicht festgeschraubt war. Morgens fand ich sie ganz hinten oben auf der Sauna, kam aber nach viel Locken runter.
Da ich erst mal die gewöhnte Streu besorgen wollte, ohne dass sie irgend etwas vollpinkelt (es ist immer noch megachaotisch hier #angst), haben wir sie am Morgen wieder ins Bad gesperrt, weil ich mit meiner Großen zur Einschulung in die Fünfte musste.
Als ich wieder kam, musste ich sie auch wieder ewig überreden, runter zu kommen, und dann war sie den ganzen Tag über sehr schreckhaft. Beim kleinsten Geräusch war sie wieder auf der Sauna, und dabei kommt sie aus einer Familie mit drei Kindern und drei anderen Katzen! Allerdings wohnen die sehr ruhig, und vor unserem Fenster ist wirklich Leben...
Sie verbrachte dann den ganzen Tag auf der Sauna, während wir alle im Garten waren, und offenbar war diese Ruhe genau das, was sie brauchte. Abends war sie viel entspannter und benahm sich wie eine ganz normale junge Katze - also, wo man sich denkt: "Hä? Was macht die denn da? - Ach so, klar, verrückte Katze!", weil sie die ganze Zeit Fliegen jagt und so was...
In der Zwischenzeit hatte ich das Klo und ein weiteres (bzw. zwei zweckentfremdete TROFAST-Kisten) mit der gewohnten Streu befüllt, und in die später gestellte Kiste hat sie dann, zu unserer großen Erleichterung, ihre Geschäfte erledigt. Seitdem ist sie komplett sauber, ein richtiges geschlossenes Klo, wie sie es gewohnt war, habe ich inzwischen auch schon besorgt. Auch ihr gewohntes Cachet, und nachdem mein Freund merkte, dass sie so wenig fraß, weil sie mit diesem tiefen Keramiknapf nicht klar kam, habe ich flache Näpfe hingestellt, seitdem geht das.
Nala ist total verschmust. Immer, wenn ich beim Heimkommen rufe, kommt sie sofort runter, folgt mir auf Schritt und Tritt... Sie schnurrt, sie putzt sich, sie springt immer auf meinen Schoß, sie knetet die Decke, sie wälzt sich, markiert uns alle mit Kopfreiben... Stundenlanges Schmusen ist Pflicht.
Sie soll Freigängerin werden, heute gehen wir für die nötigen Impfungen zum Tierarzt. Sie will auch unbedingt raus, gestern ist sie uns mehrfach aus der Tür entwischt und wollte den Hof erforschen. Allerdings wollen wir sie eigentlich mindestens vier Wochen drinnen behalten, und wenn es länger dauert, bis der Impfschutz einsetzt, dann halt noch länger.
Ich habe so ein bisschen Angst, dass ihr was passiert. Unsere Straße ist zwar eine Anliegerstraße, aber dennoch kennt sie den Verkehr ja nur vom Rausgucken. Aber sie muss raus, sie braucht Gesellschaft (meine Freundin meinte, sie sollte nach dem Stress mit den Katern erst mal alleine sein, um sich zu erholen, aber das ist ja kein Dauerzustand), sie ist neugierig, und ich finde Ausgang auch nötig. Ich würde mich freuen, wenn ihr eure Erfahrungen damit, Wohnungskatzen zu Freigängern zu machen, mit mir teilt.
Ach so: wir haben einen großen Garten am äußersten Rand der Stadt, es gibt viele Felder, aber leider auch Straßen. Die Nachbarn haben eine Katze, die immer quer durch unseren Garten in ihren läuft, wir müssen mal sehen, wie die zwei sich dann verstehen...
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