Liebe Katzenfreunde hier im Katzen-Forum,
ich hatte vor einiger Zeit meine Katze, die nur ein Baby und zu viel Muttermilch hatte, als Amme angeboten, falls jemand verwaiste Babies hat. Ich danke Euch für Eure herzensgute Anteilnahme und möchte Euch kurz berichten, wie es weiterging:
2 Tage nach meinem Post hat mich eine Tierärztin kontaktiert. Bei ihr wurden 4 neugeborene Kitten abgegeben, die die Mutter in einem Hundezwinger geboren und verlassen hatte. Die Babies waren sehr klein und neugeboren und lagen noch nass auf dem Betonboden. Eine gute Fee fand die Babies und brachte sie zur Tierärztin. Zwei der 4 Kitten überlebten die Nacht nicht, sie waren fast steif vor Kälte und natürlich sehr schwach. Die anderen beiden waren völlig unterkühlt und ebenfalls sehr schwach. Die Tierärztin wärmte sie und kümmerte sich um Erstversorgjng über Nacht. Am nächsten Tag brachte sie sie zu mir. Sie wogen nur 80 und 90 Gramm. Sie wagen in einer kleinen Schachtel auf einem Wärmekissen, mit Tüchern warmgehalten. Ich habe dann das Kitten meiner Katze in die Schachtel zu den beiden Neugeborenen gelegt, damit sie den Geruch ein bisschen annehmen. Dann kam Flocke, die Mutterkatze. Sie schnupperte kurz und ging weg. 3 Sekunden später hatte sie wohl nachgezählt .... oooops, das sind doch jetzt mehr als eines.... ;-) Sie ging zurück zur Schachtel, in der die drei Babies lagen. Sie schnupperte, dann nahm sie vorsichtig eines der Neugeborenen aus der Schachtel (ich hatte spontan Angst.... sie wird doch nicht denken, das sei mal ne nette Maus....). Doch es zeigte sich, dass man Katzen absolut vertrauen darf. Flocke trug das Baby in ihre "Höhle" in der Kratztonne, holte dann das zweite Baby und dann ihr eigenes. Sie nahm sie sofort an und säugte sie. Die Tierärztin und ich - wir strahlten vor Freude. Ich bin glücklich, dass die beiden Minis dank der Erstversorgung durch die Tierärztin schon ein bisschen Nahrung aufgenommen hatten und es so schafften, selbst zu säugen, wenn auch anfangs nur sehr wenig, denn sie waren ja sehr schwach. Die erste Zeit war dann mühsam. Sie nahmen zu, aber nur recht wenig. Es waren ein Junge und ein Mädchen, ich nannte sie (da verlassene Kinder) Hannes und Greta in Anlehnung an Hänsel und Gretel. Flocke kümmerte sich rührend um alle drei und auch meine beiden anderen Katzen im Haushalt akzeptierten alle drei Kitten. So ging die erste Zeit recht gut, Gewichtszunahme wurde täglich dokumentiert und mit der Tierärztin abgeglichen. Hannes nahm deutlich mehr zu, Greta machte uns Sorgen. Hannes wog nach wenigen Tagen fast doppelt so viel wie seine Schwester. Dennoch, auch sie nahm zu und entwickelte sich zunächst normal. Am neunten Tag dann ein Rückschlag: Greta bekam Krämpfe. Es sah aus wie Epilepsie, sie wurde komplett durchgeschüttelt und krampfte stark. Ich fuhr mit ihr sofort zur Tierärztin, die Kleine in ein Halstuch eingewickelt, das ich mir um den Hals gelegt hatte. So spürte ich auch während der Fahrt jede ihrer Bewegungen und sie hörte meine Stimme - die sie ja kannte und zum Glück beruhigte. Sie hatte bei Ankunft bei der Tierärztin schon 4 Krampfanfälle gehabt und 3 weitere in der Praxis. Sie bekam zunächst Spritzen gegen Epilepsie - mit der Befürchtung, dass sie diese starken Medikamentengaben nicht überleben würde. Sie überlebte sie, aber die Anfälle setzten sich fort. Dann behandelte die Tierärztin gegen Hirnhautentzündung. Das war`s dann. Treffer. Ab dieser Behandlung hörten die Krämpfe sofort auf. Vermutlich hatte Greta sich die Hirnhautentzündung durch die Unterkühlung nach der Geburt zugezogen und die Krankheit kam eben erst 9 Tage danach zum Ausbruch. Greta blieb über Nacht bei der Tierärztin, sie war auch durch die vorangegangenen Krampfanfälle zu schwach, um Nahrung aufzunehmen. So versorgte und ernährte sie die Tierärztin in dieser Nacht. Am nächsten Morgen durfte ich Greta wieder mit zu ihrer Adoptivmama bringen - die sie sofort wieder umsorgte. Greta war weiterhin schwach, konnte aber säugen. Wir fuhren am gleichen Abend zum Nachspritzen und Check nochmals zur Tierärztin , diesmal nahm ich auch Hannes mit. Die beiden hängen unendlich aneinander, als wüssten sie, dass sie nur knapp dem Tod entkommen waren und nur gemeinsam überleben konnten, weil sie sich gegenseitig wärmten. Hannes und Greta ging es gut, Greta hatte auch keine Krämpfe mehr, es blieben zum Glück keinerlei Folgeschäden. Greta nahm zu und entwickelte sich prächtig. Mittlerweile sind die beiden 3 Monate alt. Sie sind beide fit und fröhlich, sehr sehr anhänglich und haben ein unglaubliches Urvertrauen in Menschen. Morgen dürfen sie zu ihren neuen Besitzern umziehen. Sie werden bei einem wundervollen jungen Paar wohnen, das ihre Vorgeschichte kennt. Mir war es sehr wichtig, dass die beiden zusammenbleiben dürfen. Sie sind einander so sehr Halt und Stütze und kuscheln und spielen viel miteinander. Hannes ist wie ein fürsorglicher großer Bruder. Ist er ja auch wirklich. Die große Adoptivschwester ist auch sehr zutraulich, doch diese beiden verbindet ein scheinbar untrennbares Band.
Morgen nun werden sie umziehen - und mir blutet das Herz, weil ich so sehr an den beiden hänge. Dennoch weiß ich ganz ganz ganz sicher, dass die beiden ein wundervolles Zuhause haben werden - und das macht mich unendlich glücklich. Mittlerweile heißen sie Momo und Cisko (finde ich auch schön), diese Namen haben die künftigen Besitzer von Herzen für sie ausgewählt. Das ist völlig ok so. Ein bisschen ist es wie eine Heirat mit neuem Familiennamen: Man freut sich über den neuen Namen, ist stolz, er ist Ausdruck neuer Zugehörigkeit. Aber der "Mädchenname" / "Geburtsname" bleibt.
Wir grüßen Euch herzlich
Momo geb. Greta
und Cisko geb. Hannes