Hallo,
nachdem mir Tierärzte keinen Rat geben können, versuche ich es mal hier. Oftmals, so erscheint es mir, sind diejenigen, die Fellnasen zuhause haben, informierter als so mancher Tierarzt. Da ist es wohl oft nur nach Lehrbuch.
Mein ein und alles ist mein 15-jähriger Kater Marvin.
Seit 13 Jahren lebt er bei mir.
Immer ein gesunder Mitbewohner. Zu Fressen bekommt er hochwertiges Nassfutter (hoher Fleischanteil). Damit er genug trinkt, verdünne ich das Fressen stets mit Wasser.
Seine Blutwerte sind o.k. Der Kreatinin-Wert ist leicht erhöht. Das kann bei einer Fütterung mit hochwertigem Futter (hoher Fleischanteil) passieren.
Sein Herz wurde untersucht. Es ist leicht auffällig, aber in Anbetracht seines Alters wohl i. O.
Er leidet an dem Cauda Equina Syndrom. Die Wirbelsäule ist fast komplett versteift.
Laut einer Tierphysiotherapeutin entstand das durch eine falsche Hüftstellung (wohl schon in jungen Jahren) in den Hinterbeinen.
Als Schmerzmedi bekommt er Zeel. Zudem Grünlippmuschelextrakt und Vermiculite Staufen als Kur
Er hat seit ca. 2 Jahren immer wieder Anfälle, deren Ursache sich nicht finden lässt.
Die Anfälle laufen wie folgt ab:
Er schreit sehr laut vor Schmerzen und versucht sich fortzubewegen. Die Hinterläufe laufen nicht mit. Sie eiern bis schleifen hinterher. Dann kommt er zum Liegen. Manchmal hechelt er und fällt dann wohl in Ohnmacht. Er ist weder ansprechbar noch reagiert er auf Kneifen in die Ballen.
Wenn die Anfälle nicht ganz so schlimm ablaufen sind diese so, dass er wegläuft (als wenn er versucht vor dem Schmerz davon zu laufen). Seine Hinterbeine lassen nur einen torkeligen Gang zu. Dann kommt er zum Liegen. Teilweise schreit er laut.
Beim letzten Anfall verlor er Urin (das ist das erste Mal passiert). Und war dann eine kurze Zeit ohnmächtig.
Die erste Tierärztin habe ich nach einem Umzug nicht mehr aufgesucht, da sie mir Frontline (und dessen Nachfolger) empfohlen hat. Auf meine Äußerung, dass ich das für meine Katze nicht verwenden möchte, da es hochgiftig sei, meinte sie, dass alles was helfen soll, eben giftig sein müsse.
Für Interessierte: als Alterative gibt es Program und Capstar
Die 2. Tierärztin hat eine Niereninsuffizienz festgestellt. Nur von dem Blutbild. Lediglich der Kreatinin-wert war erhöht. Zum „Glück“ hatte sie sehr teures Spezialfutter in Ihrer Praxis, welches ich nur dort kaufen könne. Wie ich durch Recherche erfahren habe, müssen für die Diagnose Niereninsuffizienz auch andere Werte beachtet werden und eine Urinuntersuchung wird vom Tierarzt durchgeführt.
Der nächste Tierarzt sagte, dass die Niereninsuffizienz völliger Blödsinn wäre (das wusste ich dann dank vielem Googeln auch schon). Er konnte aber nichts feststellen und das Tier sei eben alt.
Die letzte Tierärztin hat mich in eine Spezialklinik überwiesen in der sein Herz untersucht wurde.
Diese Untersuchung ergab nichts auffälliges. Der Arzt dort meine, man könne noch weitere Untersuchungen anstellen, die wahrscheinlich kein Ergebnis liefern würden und ich die Katze eben Katze sein lassen soll. Das klang sehr vernünftig.
Und trotzdem
Ich weiß nicht was ich bei so einem Anfall machen soll. Ich halte ihn fest und halte ihn so vom weiterem „laufen“ ab.
Woher weiß ich, dass die Schmerzmedikamente nicht mehr helfen und er stärke nehmen muss?
Ab wann ist ein erneutes Röntgenbild fällig? Das letzte wurde vor 2 Jahren gemacht (als die Anfälle anfingen). Die Physiotherapeutin meinte, dass man wohl eine Verschlimmerung sehen würde, aber dass mir das Wissen nichts bringt. Es sei nur Stress für den Kleinen.
Ich habe viel über Epilepsie, Herzerkrankungen, Ischämische Myopathie, Thrombose und Niereninsuffiziens gelesen. Als Diagnose würde ich immer wieder als Ursache die Wirbelsäulenversteifung nennen. Aber ich bin absoluter Laie.
Marvin ist so ein toller Kater. Ich weiß, dass ich mich irgendwann von ihm trennen muss. Momentan ist er aber fit wie ein Junger. Er spielt und rennt durch die Gegend und sieht auch gut aus (Fell, Augen, Ohren), lässt sich immer wieder ein neues Kunststück beibringen (ist also sehr wach im Kopf).
Die Häufigkeit der Anfälle weiß ich nicht genau. Ich bin in der Woche tagsüber außer Haus.
Im Jahr 2015 waren es 2 schlimme Anfälle. 2016 habe ich ca. 3 leichte Anfälle miterlebt. 2017 war ein schlimmer Anfall.
Vielleicht kennt jemand einen ähnlichen Fall und kann mir Tipps geben was ich machen kann oder wen ich noch kontaktieren könnte.
Vielen Dank für das geduldige Lesen.