Kommt die Trauer erst später?

Diskutiere Kommt die Trauer erst später? im Verhalten und Erziehung Forum im Bereich Katzenfreunde; Hallo liebe Katzenfreunde. Ich habe mich hier im Forum angemeldet, weil mich eine Frage sehr quält: Kann die Trauer über einen verlorenen...
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Hallo liebe Katzenfreunde.

Ich habe mich hier im Forum angemeldet, weil mich eine Frage sehr quält:
Kann die Trauer über einen verlorenen Artgenossen auch erst ein paar Tage später kommen?

Zum Hintergrund:
Wie ihr in meinem Profil lesen könnt, hatten wir zwei Katzen (ich konnte es nicht übers Herz bringen, Momo nicht im Profil auftauchen zu lassen.). Den Kater Momo und seine Schwester Pu.
Ich werde es einfach mal ganz ausführlich erklären, vielleicht können mir dann die Erfahreneren einen Tipp geben, wie ich weitermachen soll.

Mein Freund und ich haben die Miezen von einem verlassenen Bauernhof "gerettet" (der Eigentümer kam ins Pflegeheim, die Angehörigen haben kein Interesse an Hof und Tieren). Bevor der Eigentümer ins Pflegeheim musste, bat er den Großcousin (D.) meines Freundes darum, die Bauernhofkatzen zu versorgen (3 Erwachsene, 2 Kinder). Durch Zufall erzählte mein Freund dem lieben Dieter, dass er für uns in naher Zukunft eine Katze sucht, weil wir in eine größere Wohnung umziehen werden - mit Garten, am Ende einer Sackgasse, die nur zwei Häuser hat und nebendran der Friedhof. Also der perfekte Ort für Katzenkinder.
Wir haben uns also Ende Oktober 2016 die kleine Katze angesehen und waren einfach nur hin und weg. Sie war zwar offensichtlich krank und sehr, sehr schüchtern, aber wir wussten, dass wir sie in ein schönes Zuhause bringen, wo es ihr an nichts fehlen sollte.
Wir fuhren da also ein paar Mal hin und eines Tages trafen wir auch ihren Bruder. Sein Auge war ganz geschwollen und eitrig. Also haben wir beschlossen, ihn auch zu "retten". Umso besser, dachten wir uns, dann sind sie zu zweit und können auch die paar Stunden überbrücken, wenn wir in der Arbeit sind.
Da wir aber mitten im Umzug steckten, vereinbarten wir mit D., dass wir die Katzen zum Tierarzt bringen und versorgen lassen und er sie dann in seinem Nebenhaus pflegt. Und genauso wurde es gemacht, sie wurden entwurmt. Die Kleine wurde aufgepäppelt (hatte Ende Dezember immer noch nicht mal 2 kg), ihr Fieber bekamen wir in den Griff und Momos Auge wurde entfernt.
D. hat sie wunderbar gepflegt und mit sehr viel Liebe überschüttet.
Kurz nach Silvester kamen sie dann zu uns, über die Wochen hinweg wurden beide noch kastriert (ging zunächst wegen Krankheit und Untergewicht nicht) und natürlich geimpft.

Die vergangenen Wochen waren die schönsten in unserem Leben. Wir hatten diese zwei perfekten Katzen, die so drollig miteinander spielten, sich gegenseitig putzten und miteinander kuschelten. Sie waren nicht aufeinander fixiert, aber es war immer schön, ihnen beim Zusammenleben zuzusehen. Auch wir haben von Momo (auch genannt Cäpt'n Schleckbart) sehr viel Liebe durch Abschlecken erfahren. Allgemein liebten die beiden uns und wir sie abgöttisch.
Mein Freund ist ein sehr sicherheitsbewusster Mensch, um nicht zu sagen, ängstlich. Es dauerte also doch einige Zeit, bis wir sie ohne Beobachtung rausließen, aber auch da immer nur ein paar Stunden, wenn wir zuhause waren und die Terrassentür offen war. Wir wollten ihnen einfach Zeit geben, um sich an den wiedererlangten Freigang zu gewöhnen.
In den letzten 3-4 Wochen hat es sich eingespielt, dass ich morgens aufstand, sie fütterte und streichelte und dann die Tür zum Garten öffnete, damit die beiden rumtollen können.
Mein Freund steht immer erst auf, wenn ich das Haus verlasse. Sobald er aufstand, kamen die Katzen sowieso immer rein und schauten nach dem Rechten. Das taten sie immer, wenn sie draußen waren: alle paar Minuten vorbeischauen.

Am Freitag war aber alles anders. Ich weckte meinen Freund und verabschiedete mich für den Tag. Er blieb noch ein bisschen (ca. 10 Minuten) im Bett liegen, als es plötzlich an der Haustür klingelte.
Eine Frau stand davor und fragte ihn: "Habt ihr zwei kleine schwarze Katzen?", mein Freund bestätigte das. Und sie meinte: "Dann habt ihr jetzt nur noch eine."
Mein Freund konnte es natürlich nicht glauben und war auch sehr perplex durch diese gemeine Aussage. Er ließ sich von ihr dann zeigen, was sie meinte.
Sie hatte meinen kleinen Momo getötet, indem sie in mit ihrem Auto am Kopf getroffen hat. Er war vermutlich auf der Stelle tot.
Ich glaube, die Frau kann wirklich nichts dafür. Momo hatte immer die Angewohnheit im Spieltrieb wie ein Verrückter loszusprinten - und scheinbar hat er das auch am Freitag morgen gemacht, aus der Hecke auf die Straße.
Mein Freund hat dann sein Duschtuch genommen (damit es nach ihm riecht), den kleinen Momo eingewickelt und nach Hause gebracht. Er hat das Handtuchpaket dann vor die Kleine gelegt, damit sie sich noch verabschieden kann, aber er brachte es einfach nicht übers Herz das Handtuch von Momo abzunehmen (und das kann ich ihm auch nicht verübeln).
Die Kleine zeigte sich ziemlich uninteressiert und ist wieder auf die Couch gewandert.

Mein Freund hat es nicht übers Herz gebracht und mir davon erzählt, bis ich ihn nachmittags im Büro besucht habe. Er hat nur ständig drauf bestanden, dass ich erst noch bei ihm vorbeifahre, bevor ich nach Hause fahre.
Als ich hingekommen bin, stand er vor der Tür und ging plötzlich rein, bevor ich reingekommen bin. Unter Tränen hat er mir erzählt, was passiert ist.
Ich konnte es erst gar nicht fassen und sagte nur, ich muss schauen, wie es der Kleinen geht.
Bin dann gleich nach Hause, aber sie ließ sich überhaupt nichts anmerken, sie hatte gerade auf der Couch geschlafen und begrüßte mich gähnend wie immer.

Seit Freitag Nachmittag sitzen wir zuhause und weinen fast durchgehend. Immer wieder erinnert uns irgendetwas an ihn und das Geheule geht wieder los.
Wir haben heute die gesamte Wohnung geputzt, weil mein Freund es nicht aushält, überall seine Fuß- und Schleckabdrücke zu sehen. Selbst wenn er das KaKlo ausräumt, bricht er in den Tränen aus, weil nur noch die Hälfte drinnen ist.

Nun zu meiner eigentlichen Frage: die Kleine zeigt sich vollkommen unbeeindruckt von der ganzen Geschichte. Sie merkt, dass es uns schlecht geht, also kommt sie immer wieder zu uns und will gestreichelt werden. Und dann schnurrt sie so laut wie sie es immer macht und ihr Schwänzchen zittert (vor Freude?) wie immer. Sie isst vollkommen normal, geht ganz normal auf KaKlo und spielt und fängt Fliegen wie eh und je.
Sie sucht ihn nicht. Wir haben alle Türen offen, damit sie nachsehen könnte, aber es scheint sie einfach nicht zu interessieren.
Das einzige, was anders ist: sie hat heute plötzlich begonnen, uns abzuschlecken. Das hat sie vorher nie gemacht, das machte immer nur Momo. Natürlich ist das reine Vermenschlichung, aber es fühlt sich an, als wollte sie sagen: "Seid nicht traurig, ich kann auch so sein wie Momo".

Kann es also tatsächlich sein, dass unsere Kleine nicht trauert? Oder müssen wir uns darauf einstellen, dass das erst ab morgen oder noch später kommt, wenn wir beide wieder in die Arbeit müssen und sie dann ganz allein in der Wohnung ist?
Ich habe so ein furchtbar schlechtes Gewissen, weil ich ihn rausgelassen habe, weil ich ihn nicht beschützen konnte, aber v.a. weil ich die Kleine in Zukunft alleine lassen muss.
Also bitte sagt mir: ist jemand unter euch, dessen Katze auch nicht getrauert hat, obwohl die beiden sich zu Lebzeiten verstanden haben?

Danke für die Geduld mit dem langen Text,

eure todtraurige Johanna mit Pu
 
  • Kommt die Trauer erst später? Beitrag #2
Herzlich Willkommen hier im Forum, auch wenn der Anlaß ein trauriger ist.
Leider kann ich zu Deiner Frage nichts sagen mangels Erfahrung. Trotzdem wollte ich Dir antworten, weil bisher niemand reagiert hat und es mir unendlich leid tut um Euren Verlust.
Es ist durchaus möglich, dass ihr Momo erst fehlt, wenn sie allein ist bzw. Ihr arbeitet. Andererseits kann es auch gut möglich sein, dass sie nicht merķlich trauert. Und das wäre ein wahres Glück. Denn Tiere sind wirklich dazu in der Lage zu trauern mit Futterverweigerung und allem drum und dran.
 
  • Kommt die Trauer erst später? Beitrag #3
Ich hab neulich leider meinen geliebten Tiger verloren. Meine Loona war seit jeher mit ihm zusammen und hat ihn sehr geliebt. Wirklich sichtbar getrauert hat sie aber auch nicht. Ich hatte nur das Gefühl, dass sie nachdenklich ist, weniger spiellustig... und sie fing an Plätze zu meiden, wo die beiden oft zusammen gelegen haben.
An sonsten war aber alles ganz normal bei ihr, also Fressverhalten, Toilettengang, Putzen.
Ich denke, bei Tieren ist das viel schwieriger einzuschätzen, weil sie ja nicht weinen und einem nicht sagen "ich vermisse den anderen."

Tut mir leid, dass du das erleben musstest. Ich weiß wie das ist :-(
 
  • Kommt die Trauer erst später? Beitrag #4
Auch ich weiß wie das ist, eine Katze durch Unfall zu verlieren. Ist mir schon zwei mal passiert. Aber auch zwei Katzen sind durch Krankheit gestorben, und um diese beide soll es Hauptsächlich gehen.
Momo und Tiger kannten sich seit Jahren. Beide waren Freigänger, kamen jedoch jeden Abend ins Haus.
Irgendwann wurde Momo krank und die Ärzte in der TK entschieden, das Momo aufgrund der Krankheit die er hatte, eingeschläfert werden soll. Doch dazu ist es nicht gekommen, denn bevor die Spritzen gesetzt werden konnten verstarb Momo!
Natürlich habe ich ihn wieder mit nach Hause genommen und Tiger hat kurz an ihm geschnuppert. Das war es, so dachte ich. Denn trauern habe ich sie nie richtig gesehen.

Durch einen Zufall habe ich aber das Gegenteil mit bekommen.

Draußen war es am stürmen und dort wo Momo begraben war, konnte der Wind nicht so hin wie er wollte. Dort habe ich Tiger gesehen. Sie saß am Grab von Momo und war am Miauen. Also hat sie sich mit Momo unterhalten. Ich habe sie gelassen und auch später sie nie gehindert zu dem Grab zu gehen. Aber ich weiß, das sie Zeit ihres restlichen Lebens um ihren Momo getrauert hat!

So wird es auch bei deiner Katze sein. Sie zeigt einfach nicht wie sie trauert. Erst wenn sie alleine ist, wird sie weinen und trauern. Darum lass sie machen was sie will. Kuschel nicht mehr wie vor dem Tod ihres Partners mit ihr. Irgendwann wird auch bei deiner Katze die Trauerzeit vorbei sein.

Glaub aber bitte nicht, das es von heute auf morgen geschieht. Mein Peter, inzwischen auf beiden Augen blind und noch keine sechs Jahre alt, trauert noch heute um seine Mutter und seine Schwester. Die Mutter starb bei einem Unfall im Jahre 2013 und seine Schwester im Jahre 2014. Auch heute, trotz seiner Blindheit, will er noch zu den Gräbern seiner Mutter und Schwester um dort an zu fangen zu Miauen.

Du liest also, das die Trauer von Katzen ganz unterschiedlich ist. Fast hätte ich Luna vergessen. Das ist eine Katze die seit über 7 Jahren bei mir lebt. Diese hat nur kurz um Stella, Peters Mutter, getrauert. Aber auch bei ihr weiß ich, das sie oft am Grab sitz, jedoch haut sie sofort von dem Platz ab, wenn sie ein Geräusch hört. Sie will nicht erwischt werden.

Gruß Helmut
 
  • Kommt die Trauer erst später? Beitrag #5
Liebes Krabbentier,
danke für deine netten Worte. Ich verstehe auch, dass sich kaum jemand gemeldet hat. Es ist ein sehr langer Text und natürlich auch eine Frage, die keiner so richtig von außen beurteilen kann. Trotzdem habe ich mich über deine Nachricht gefreut!

Liebe Rhiannon,
wie gesagt, bisher kann ich nichts Ungewöhnliches feststellen. Sie ist "wie immer", vielleicht vermenschliche ich sie wirklich einfach zu sehr. Natürlich achten wir beide momentan extrem drauf, ob sich irgendwas verändert, aber dadurch macht man sich halt selbst verrückt :(

Lieber Helmut,
auch dir danke für die Antwort. Es war mir bisher nicht bewusst, dass es auch stumme Trauernde bei den Katzen gibt. Also danke, dass du mir von deinen Erfahrungen erzählst. Wir versuchen jetzt einfach, für sie da zu sein und sie nicht allzu sehr zu verziehen. Momentan fehlt uns Momo beiden so, dass wir uns stark beherrschen müssen, dass sie nicht ab sofort bei uns im Bett schlafen darf..
 
  • Kommt die Trauer erst später? Beitrag #6
Ich habe GsD noch keine Erfahrung aber kann mir vorstellen das auch Katzen trauern. Jeder geht damit anders um und die Katzen bestimmt auch. Lasst Euch die Zeit die ihr braucht um mit dem Verlust einigermaßen klar zu kommen. Irgendwann scheint für Euch und der Katze/n wieder die Sonne und ihr erfreut Euch an die Erinnerungen die in Euren Herzen verankert sind
 
  • Kommt die Trauer erst später? Beitrag #7
es tut mir wirklich sehr leid ich kann es vollkommen verstehen.. als ich im urlaub war wurde mein kater auch überfahren.. die katze die ich noch habe ist seine mama.. sie waren nie getrennt weder beim spielen noch beim schlafen.. als ich vom tod gehört habe bin ich am nachsten morgen nach deutschland zurück und meine kleine war ganz normal was mich irritiert hat.. wir haben den kater im garten beerdigt und ich habe nur noch geweint. ich konnte auch nicht mehr die wohnung betreten da er damals direkt nach der geburt schon in meinen händen war und wir nie grossartig getrennt waren ausser die 2 wochen urlaub.. ich bin mit meiner katze zu meinen eltern gezogen und nachts als ich geweint habe hat sie meine tränen abgeschleckt.. am nachsten morgen fand ich sie im garten wo ihr sohn begraben wurde.. das ist jetzt 1jahr her. wir wohnen jetzt in einer anderen stadt aber jedes mal wenn wir vor der alten wohnung stehen ( direkt gegenüber von meinen eltern ) will sie in die wohnung rein jault extrem geht dann in den garten und bleibt ewig vor dem grab stehen..
als sie merkte wie traurig ich war hat es erst bei ihr angefangen wehzutun.. wenn wir zuhause sind ist sie ganz normal aber sobald wir meine eltern besuchen kommt es ihr hoch..
sorry dass ich keine satzzeichen benutzt habe aber es nimmt mich wieder mit..es ist ein schreckliches gefühl denn haustiere sind einfach familienmitglieder und das bleiben sie auch nach dem tod :(

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  • Kommt die Trauer erst später? Beitrag #8
Liebe Rina, danke für deine lieben Worte. Ich merke, wie bei mir die Trauer langsam (ganz allmählich) umschlägt in Dankbarkeit, dass wir ihn überhaupt kennenlernen durften. Er war so ein toller kleiner Kerl <3

@LK53: Das ist ja schrecklich! Die arme Mama. Ich kenne eben auch soviele Geschichten, in denen Tiere aufrichtig trauern. Die Erfahrung mit dem Trösten hab ich auch gemacht. Katzen sind einfach die besten Tröster, die man haben kann. Sie verstehen dich, schnurren dich an, schlecken dich ab ohne dir irgendein beschwichtigendes Zeug aufzudrücken.
Ich verstehe dich vollkommen, Momo fehlt hier einfach wirklich ganz schrecklich. Wie du sagst: Tiere sind Familienmitglieder und der Verlust schmerzt ein Leben lang. Auch wenns vielleicht zwischendrin leichter wird, aber ein gewisses Vermissen wird immer da sein.

Im Übrigen: Meine Kleine hat am Montag begonnen, zu suchen. Sie schnuppert die alten Spielsachen ab, sie ruft ihn überall und sucht ihn an seinen Lieblingsplätzen. Sie spielt zwar ganz ausgelassen und kommt auch noch recht häufig zum Kuscheln, aber ich bemerke schon eine gewisse Traurigkeit. Ich werde mich jetzt mal schlau machen, wie ich damit am besten umgehe. Trauer zulassen oder ablenken? Spielgefährten dazunehmen oder alleine lassen...


@admins: Da sich die Frage für mich erledigt hat, kann man den Thread auch gerne in das Unterforum Regenbogenbrücke verschieben. Für mich ist klar: ja, die Trauer kam später. Danke!
 
  • Kommt die Trauer erst später? Beitrag #9
ich würde nicht versuchen abzulenken.. hab ich probiert und sie hat drauf mit kuschelverbot reagiert.. wie bei menschen würde ich lieber trauern lassen- das braucht man (katze) auch mal

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  • Kommt die Trauer erst später? Beitrag #10
Es tut mir furchtbar leid für euch und für euere Katze. So ein Unfall ist einfach schrecklich.

Auch bei meinen Katzen habe ich bemerkt, das die Trauer sehr unterschiedlich abläuft. Sehr häufig mit Meiden der Lieblingsplätze der gestorbenen Katze.
Vermutlich hat die Kleine auch nicht gleich gemerkt, das er tot ist. Im Handtuch eingewickelt, hat sie das bestimmt nicht so registriert.

Bei uns mußte vor 2 Wochen ein Pferd eingeschläfert worden. Wir haben die Pferde in einer Herde, und sie wurde deutlich gesucht. Dann habe ich die anderen Pferd hingeführt und sie ihnen gezeigt.
Auch da waren die Reaktionen total unterschiedlich. Von nebenbei zur Kenntnis nehmen bis zur totalen Versteinerung von einem Pony war da alles vertreten.

Aber man hat in der Herde deutlich gemerkt, das sie getrauert haben. Kein fröhliches auf die Wiese stürmen, sondern einfach nur rausgehen. Und irgendwie waren die Pferde erst einmal enger zusammen.

Das sind kleine Sachen, die nur auffallen, wenn man darauf achtet. Und auch hier, nicht jedes Tier zeigt es auf die gleiche Art und Weise an. Auch Menschen trauern verschieden.

Aber was trotzdem wichtig ist und wo ihr euch irgendwann auseinandersetzen solltet: Euere Katze wird wieder einen Gefährten brauchen. Oder (besser) eine Freundin.
Nicht heute oder morgen. Aber irgendwann. Weil sie muß sonst zu viel und zu lange alleine sein.
Aber auch Katzen brauchen jemanden, mit dem sie sich auf kätzisch unterhalten können. Sie wird euch zeigen, wenn sie so weit ist und wann sie wieder Gesellschaft haben möchte.

Auch wenn es für euch schwer ist.
 
  • Kommt die Trauer erst später? Beitrag #11
Ich hab mir nicht alle antworten durchgelesen, aber ich habe auch erst vor kurzen mein kleines Baby verloren. Also mein Baby im Sinne, weil er einfach mein liebster war.
Wir haben noch 3 andere Katzen und wir haben ihn, also wir ihn im Tuch tot nachhause genommen haben, auch erst mal draußen hingelegt, damit die Katzen schnuppern können.
Einer der Katze war sehr interessiert daran. Schnupperte immer wieder und ging nur sehr langsam immer näher dran. Er war sichtlich verwirrt und auch verängstigt. Hat sich nur sehr langsam dem Tuch genähert und war wirklich sehr lange dabei, zu schnuppern und sich wieder umzuschauen. Ich glaube ihn hat es auch getroffen, seinen Kameraden jetzt tot zu sehen bzw zu riechen.
Die anderen haben weniger reagiert. Aber das war bei unserem letzten Verlust vor 9 Jahren anders. Da hat gerade die Mutter sehr stark reagiert, als ihn Sohn, den wir behalten haben, verstorben ist. Dieses mal war sie eher ruhig. Aber ingesamt verhielten sie sich im Alltag normal. Essen normal und spielen normal.


Ich glaube Katzen trauern nicht so stark bzw vergessen wohl viel schneller. Es sind schließlich immer noch Tiere.
 
  • Kommt die Trauer erst später? Beitrag #12
Ich glaube Katzen trauern nicht so stark bzw vergessen wohl viel schneller. Es sind schließlich immer noch Tiere.[/QUOTE]


Klar sind es Tiere und auch Tiere reagieren anders bzw unterschiedlich. Ich glaube aber nicht, das sie einen geliebten Kumpel ( mit dem sie durch dick und dünn gehen, wo möglich mit aufgewachsen sind oder sich einfach gefunden haben ) nicht stark betrauern bzw ihn schnell vergessen
 
  • Kommt die Trauer erst später? Beitrag #13
@rina2102

Anders kann ich mir aber das Verhalten von der anderen kleinen Katze nicht erklären.
Ich würde jetzt nicht behaupten, sie ist eine empathielose Katze, wenn Katzen denn Empathie empfinden.
Katzen können trauen natürlich, aber es ist nicht unnormales oder verwerfliches, wenn sie es nicht tuen. Tiere empfinden das eben anders.

Meine Katzen waren untereinander niemals dicke mit einander und trotzdem hat z.B. der eine Kater, den wir erst seit einem Jahr haben, sehr stark auf den toten Körper meines anderen Katers reagiert. Die anderen, sie sich seit 8 Jahren kennen, haben eben gar nicht darauf reagiert.
 
  • Kommt die Trauer erst später? Beitrag #14
@Chaneli

das streite ich ja auch nicht ab. Ich persönlich glaube es so wie ich es geschrieben habe. Lass mir den Glauben:grin: Es ist für mich ein beruhigendes Gefühl daran zu glauben. Ob es wirklich so ist, weiß im Grunde doch keiner:mrgreen:
 
  • Kommt die Trauer erst später? Beitrag #15
Hallo ihr Lieben!

Also, ich muss auch gestehen, dass ich mir gerne einrede, dass unsere kleine Pu nicht trauert, sondern nur etwas unruhig ist, aber ich stelle fest, sie ist verändert. Wie schon gesagt wurde, natürlich sind es "nur" Tiere, aber ob es nun eigene Gedanken der Katze sind oder sie die Stimmung im Haus aufnehmen, sie leiden tatsächlich :(

Wir haben tatsächlich (zu?) schnell reagiert und unserer Pu einen kleinen Spielgefährten geschenkt. Seit Donnerstag Abend wohnt bei uns ein junger Kater. Ein freundlicher kleiner Kerl, der immer wieder vorsichtig auf sie zu geht und nicht beleidigt ist, wenn sie ihn wieder anfaucht. Glücklicherweise ist er relativ ruhig und bedrängt sie nicht.
Ich weiß ja, dass es ein paar Tage dauert, aber trotzdem ist es nicht wirklich leicht zu sehen, wie sie vorsichtig um einander umschleichen.
Es ist in meinen Augen keine Aggression zu entdecken. Wie gesagt, der Kleine ist sowieso total entspannt und sie faucht nur ganz leicht, wenn er ihr doch etwas zu nahe kommt und sie anstupst. Aber sie verjagt ihn nicht oder provoziert ihn anderweitig. "Nur" dieses leichte Fauchen. Auf der Couch schläft sie an meinem linken Bein und er an meinem rechten. Das ist doch ein gutes Zeichen, oder nicht? Problem ist halt auch, dass sie momentan nicht raus darf, weil mein Freund so Angst hat, dass sie uns weglaufen könnte wegen dem ganzen Stress.
Hab Angst, dass ich was Falsches machen könnte...

Und ja, ich weiß, dass es wirklich früh ist, weil wir ja auch noch so an Momo hängen, aber wir konnten den Verlust nicht mehr auffangen. Könnt ihr mich wenigstens ein kleines bisschen verstehen oder bin ich wirklich so ein schrecklicher Mensch, wie ich mich grade fühle? :(

Übrigens baut Michi im Moment einen gesicherten Freigang, damit sowas nicht mehr passieren kann.
 
  • Kommt die Trauer erst später? Beitrag #16
Ich kann dich verstehen wie du dich gerade fühlst. Lass den kleinen erst mal richtig ankommen und euch alle kennen lernen.:wink: Ihr schafft das da bin ich mir sicher:wink:

Die Zweifel bleiben da auch zu einem späteren Zeitpunkt die Frage kommt ob der Neuzugang zu früh kam oder nicht
 
  • Kommt die Trauer erst später? Beitrag #17
Wenn ihr einen gesicherten Freigang bauen könnt, ist das echt eine tolle Lösung.

Und ja, wir können dich verstehen. Und ja, die "Rechte" oder vielleicht eher das Wohlbefinden des noch lebenden Tieres muß über unserer Trauer stehen. Gerade weil deine Katze noch jung ist, ist ein Katzenpartner ungemein wichtig für sie.
Das die beiden etwas Zeit brauchen, ist absolut normal.

Ich behaupte übrigens, das Katzen sogar sehr stark trauern könen. Ich habe es 2 x erlebt. Einmal hatte ich eine sehr innige Freundschaft zwischen einer Katze und einem Kater in der Gruppe. Die beiden schliefen zusammen in einer Hängematte, wo sie eigentlich gar nicht reingepaßt haben.
Diese Hängematte war zwischen allen Katzen heiß umkämpft. Aber eigentlich war das die von dem Liebespaar. Sie fraßen immer aus einem Napf, mit Körperkontakt. Draußen ging der Kater zwar seine eigenen Wege, aber zuhause klebten die beiden zusammen.
Dann starb der Kater.
Und keine einzige Katze hat sich jemals wieder in diese Hängematte reingelegt. Ich habe sie gewaschen, an einen anderen Platz gehängt, nichts. Irgendwann habe ich sie entsorgt, sie wurde einfach nicht mehr angenommen.
Die Katze hat lange Zeit den Kontakt zu den anderen Katzen gemieden. Erst nach ca. 1 Jahr hat sie sich wieder in die Gruppe gemischt.

Eine ähnliche Geschichte war es mit meiner Hündin. Meine Katzen und die Hündin liebten sich heiß und innig. Und oft mußte ich die Katzen aus dem Korb scheuchen, damit sich der Hund hinlegen konnte. Dann legten sie sich eben auf den Hund drauf, da lag ein Hund und 5 Katzen neben und über den Hund im Korb.

Auch hier - nach dem Tod des Hundes legte sich niemals mehr eine Katze in den Korb. Bis ich ihn schließlich wegräumte.
Nach einiger Zeit zog ein neuer Hund hier ein. Probehalber bot ich dem Hund mal den Korb an. Der war eigentlich zu klein, nur um zu sehen, ob ein Korb angenommen werden würde. De Hund fand den Korb gut, auch als ein größerer Korb da war, faltete er sich immer wieder in den kleinen rein.
Und ab diesem Zeitpunkt schliefen auch die Katzen wieder im Korb. Auch hier quer über dem Hund.
 
  • Kommt die Trauer erst später? Beitrag #18
Und ja, ich weiß, dass es wirklich früh ist, weil wir ja auch noch so an Momo hängen, aber wir konnten den Verlust nicht mehr auffangen. Könnt ihr mich wenigstens ein kleines bisschen verstehen oder bin ich wirklich so ein schrecklicher Mensch, wie ich mich grade fühle? :(

Ich finde, Du bist überhaupt nicht "schrecklich", sondern es ist toll, dass Du trotz Deiner Trauer um Momo vor allen Dingen an Pu gedacht hast, die bestimmt wieder einen kätzischen Kumpel haben möchte.

Momo hat ja für immer ein Plätzchen in Deinem Herzen, aber es ist schön, dass es trotzdem wieder offen für ein anderes Tierchen ist. Momo hätte sich das bestimmt auch gewünscht.

Alles Gute für Euch!
 
  • Kommt die Trauer erst später? Beitrag #19
Also, kurzes Update:
Positive Nasenstupser werden immer mehr, ab und zu faucht Pu ihn schon noch an, aber es wird von Tag zu Tag leichter.
Morgen kaufen wir das Material für den gesicherten Freilauf: 1,80 m hoher Holzzaun, drüber Katzennetz nach vorne abgewinkelt. Hab mich viel hier im Forum umgesehen, deshalb hier danke an alle, die sich hier so beteiligen und so wertvolle Tipps geben!
Wie ich meinen Schatz kenne, ist das auf ein paar Tage erledigt..und dann ist endlich dieser Frust von Pu weg, dass sie nicht mehr so ohne Weiteres raus darf und Simba darf auch endlich raus :)

Ich danke euch auch noch für die lieben Worte. Das muntert mich tatsächlich sehr auf..Ich rede mir auch immer ein, dass Momo sich das für seine kleine Schwester sicher auch gewünscht hätte, dass sie getröstet wird und Katzengesellschaft hat.
 
  • Kommt die Trauer erst später? Beitrag #20
:f040:Schöne Nachrichten von dir. Ich glaube dein Neuzugang wurde von deinem Liebling geschickt:-D
 
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Kommt die Trauer erst später?

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