Lange Zeit galt Thiamazol bei Schilddrüsenüberfunktion (SDÜ) als tierärztliches "Mittel der Wahl", das allerdings wegen seiner Nebenwirkungen von vielen Katzen nicht vertragen wird. In diesen Fällen konnte dann von Tierärzten das Humanpräparat Carbimazol verordnet werden. (Hier der Link zu einer Unterseite einer Tierarztpraxis, in der die "Umwidmung" des Humanpräparats zur Verordnung bei Katzen ausführlich dargestellt wird:
http://www.jungundradick.de/index.php?section=info-krankheiten#Umwidmungskaskade.)
Inzwischen gibt es Carbimazol unter dem Handelsnamen Vidalta auch für Katzen.
Wenn man bei einem Tierarztbesuch mit einer neuen, unerwarteten Diagnose konfrontiert wird, macht man in der Regel zunächst mal "unhinterfragt" das, was der Tierarzt empfiehlt. Fragen ergeben sich dann häufig erst später... In meinem/unseren Fall war dies die Frage nach den erheblichen Preisunterschieden zwischen Vidalta und den entsprechenden Humanpräparaten, die - siehe oben - grundsätzlich auch für Katzen verordnet werden konnten, solange es kein speziell für Katzen zugelassenes Carbimazol-Präparat gab.
Um die Größenordnung zu verdeutlichen: 30 Tabletten Vidalta mit 15 mg kosten ca. 30 €. Bei der - in den meisten Fällen üblichen - Nachverordnung kosten 100 Tabletten mit 10 mg ca. 70 € (ich weiß, dass es davon abweichende Nachverordnungen gibt, aber hier geht es mir - wie gesagt - erst mal nur um die Größenordnung). 100 Tabletten mit 10 mg Carbimazol als Humanpräparat der Fa. Aristo kosten dem gegenüber ca. 20 €.
Damit es kein Vertun gibt: Mein Tier ist mir "lieb und teuer". Ich habe hier allerdings den Eindruck, dass die Herstellerfirma MSD ihr aktuelles
Monopol eines speziell für Katzen zugelassenen Carbimazol-Präparats in ihrer Preisgestaltung "ausnutzt". Der einzige Unterschied zum Humanpräparat ist, dass es Retard-Tabletten sind, sie also nur einmal täglich gegeben werden müssen. Ich weiß, dass viele hier im Forum von Schwierigkeiten berichten, ihren Katzen Tabletten zu geben (und der Post im "Header" dieses Unterforums beschäftigt sich genau damit im Zusammenhang mit SDÜ), aber dieses Problem habe ich mit Minkie nicht; es wäre völlig unproblematisch möglich, ihm zweimal täglich eine Tablette mit 5 mg zu geben.
Jetzt meine konkreten Fragen im Sinne der Bitte um Vorab-Informationen vor dem nächsten Tierarztbesuch, bei dem es um Laborkontrolle, Bestimmung der Dosis der Dauermedikation etc. geht, und in dem ich das Thema des Präparats zur Weiterverordnung auch ansprechen werde:
Hat jemand hier Erfahrungen mit der tierärztlichen Verordnung von Carbimazol als Humanpräparat und gegebenenfalls auch eine entsprechende "Diskussion" mit seinem Tierarzt im Zusammenhang mit Vidalta geführt? Welche Argumete sprechen für Vidalta im Gegensatz zum Human-Carbimazol? Weiß jemand über die aktuelle verordnungsrechtliche Situation in diesem Zusammenhang Bescheid?
Vielen Dank (über mein entsprechendes Gespräch mit dem Tierarzt, das in etwa zehn Tagen ansteht, werde ich hier natürlich berichten)
edit "rein sprachlich"