Danke für euer Mitgefühl und eure Anteilnahme.....
Was mich fertig macht, ist die Tatsache, dass er so elendig sterben musste, mit Schmerzen und Krämpfen, in einer fremden Umgebung, wo er doch so sehr Angst hatte vor allem Fremden.
Seine letzten 48 Stunden war er in der Klinik und ich konnte nicht bei ihm sein, ihn erst wieder halten, als er von Schläuchen und Kabeln befreit in meinen Armen seine letzte Reise angetreten hat.
Mein Kopf weiß, dass es das einzig richtige war ihn zu erlösen. Als ich ihn in der Box gesehen hab, durch die starken Medikamente nur ganz flach atmend, habe ich gewusst, dass es keine Alternative gibt. Und als ich die Ärztin gefragt habe, ob es denn vielleicht doch noch irgend eine Hoffnung gibt, hatte er wieder einen Krampfanfall, fast so, als wollte er mir ein Zeichen geben, schau, es gibt keine Hoffnung, bitte hilf mir, erlös mich.....
Und trotzdem kann mein Herz nicht aufhören zu bluten. Es tut soooo furchtbar weh. Es gibt keine Hoffnung und keinen Trost. Und ich wollte ganz sicher nicht, dass er so schrecklich leiden muss. Das macht mich so fertig, ich kann es nicht in Worte fassen. Er war sooo ein lieber, so fröhlich und aufmerksam, war immer in meiner Nähe, bei allem was ich tat. Mein Mann hat immer gesagt, wenn man mich sucht, muss man nur schauen wo Carlo ist. Wir hatten unsere eigene Sprache und haben so miteinander kommuniziert, es war schon fast unheimlich, wie nahe wir uns waren.
Dass er eines Tages gehen muss, war mir immer klar. Und dass es mich fast umbringen würde auch. Aber dass er SO gehen muss, das übersteigt meinen Verstand. Das ist einfach nur furchtbar ungerecht und gemein. Das hat er sowas von nicht verdient. Das hat er nicht verdient.... Es ist zum Schreien.
Und jetzt ist es so traurig und still in der Wohnung. Hanni, unsere 2. Katze, sucht Carlo überall, frisst kaum noch und hat angefangen, sich das Fell am Bauch auszureißen. Sie ist schon ganz kahl. Das gibt mir jetzt natürlich den Rest. Sie ist keine Kuschelkatze, niemals gewesen. Wenn sie Aufmerksamkeit möchte, fordert sie sie strikt ein, ansonsten duldet sie keine Annäherungsversuche und fährt schon mal die Krallen aus, wenn man Kopfistossen oder Knuddeln möchte, sie aber nicht.....
Ich bin heute von der Arbeit zu Hause geblieben, weil ich es nicht ertragen kann, so zu tun als wäre nichts gewesen, den Alltag so zu leben wie immer. Das Leid und der Schmerz ersticken mich fast, aber ich kann nicht rausgehen.
Ich habe echt keine Ahnung, wie ich weitermachen soll. Manchmal denke ich mir, ich spinne, mich so sehr gehen zu lassen. Aber Carlo war mein Baby und meine Welt ist zusammengebrochen. Er wird mich nie wieder mitten in der Nacht mit seiner feuchten Nase wecken, damit wir kuscheln und gemeinsam weiterschlafen können, mich nie wieder in der Früh aufwecken, weil er glaubt verhungern zu müssen, wenn ich ihm nicht sofort sein Happi gebe, nie wieder vor dem Bad oder WC warten, nie wieder beim Fernsehen, Lesen, Musik hören auf meinem Schoß liegen und zwischendurch immer wieder mal wohlig schmunzeln, nie wieder an der Türe warten, wenn ich heimkomme und mir lautstark erzählen, wie sein Tag war. Und so vieles mehr. Nie. Wieder. Nie wieder......
Das ist un-be-greiflich.
Noch nie in meinem ganzen Leben habe ich so gelitten, hat meine Seele solche Schmerzen gehabt.
Ich könnte noch stundenlang weiterschreiben. Aber das bringt ihn auch nicht mehr zurück. Oder erspart ihm das unvorstellbare Leid seiner letzten Tage.
Vielleicht versteht mich jemand da draußen.....