Es gibt Neuigkeiten.
Mein Mann hat direkt mit dem Besitzer des Bengalen telefoniert. Versetzten Freigang lehnt er ab, weil er die Randale im Haus nicht erträgt, die dadurch entstehen. Das kann ich einerseits gut nachvollziehen, denn auch Kalle dreht hier durch, wenn wir ihn einsperren. Andererseits...
In diesem Gespräch haben wir auch erfahren, dass der Bengale doch nicht kastriert ist. Er ist nur sterilisiert. Und eine nachträgliche Kastration kommt nicht in Frage, weil er die OP seines Herzfehlers wegen nicht überleben würde.
Der Tierarzt des Bengalen meint, solche Kämpfe seien halt ganz normal, kann man nichts machen, da müssen die durch. Und außerdem klingelt die Kasse hinterher auch immer so hübsch, wenn die Bauchwunde zum x-ten Mal aufgerissen wurde.
Ich frage mich aber auch, wie lange ein Kater mit schwerem Herzfehler ständige Kämpfe - mit tiefen Wunden und bis zur totalen Erschöpfung - überleben soll?
Wir machen jetzt erstmal selbst auf "Bengalenschreck". Da wir beide zu Hause arbeiten, können wir zumindest tagsüber meistens frühzeitig eingreifen. Wir haben zwei Wasserschläuche mit Sprühpistolen "strategisch positioniert". Bislang habe ich vor sowas zurückgeschreckt, aber der Zweck heiligt hier hoffentlich die Mittel. Und die Besitzer des Bengalen raten selbst dazu. Wenn er sich von Kalle nicht fernhalten lässt, dann vielleicht von uns.
König Kalle geht´s übrigens wieder gut. Er darf wieder raus und macht seinem Titel alle Ehre: Er residiert im Gartenpavillon oder in seiner Kratzbaumhöhle und gewährt ab und zu Audienzen.