Guten Abend,
auch auf diesem Wege möchte ich gerne um Anregungen und Ideen bitten. Doch vorher versuche ich möglichst kurz die Situation zu schildern.
Wir leben hier zusammen in einem etwa 150qm Haus Eg / 1. und 2. Etage. Offener Flur ohne Türen, das heißt, räumliche Trennung wäre nicht auf Etage bezogen, sondern ginge nur, in dem man eine Katze in EINEN Raum "sperrt".
Wir, das sind mein Mann, unsere Tochter (6) ein Hund, eine Maine Coon (völlig tiefenentspannt vom Züchter, 7 Jahre ) eine EKH vor Jahren vom Tierschutzverein geholt, 9 Jahre) und seit etwas mehr als 2 Jahren einen Kater, auch EKH, der mit geschätzten 7 Wochen als Findelkind vor unserer Tür saß und hier einziehen durfte.
Alle sind kastriert.
Das Zusammenleben funktionierte bis vor wenigen Monaten reibungslos. Zwischen den Tieren herrscht keine große Liebe, aber Akzeptanz. Es gab keine Aggressionen bis...ja bis der Kater anfing, aus unserem Hinterhof zu klettern.
Der Hof ist etwa 40 qm und für Mensch und Tier gemütlich hergerichtet. Es gibt Pflanzen, Liegeplätze und er ist in sofern gesichert, dass er von allen Seiten durch Mauern umgeben ist, die etwa 2,5m hoch sind.
Jedenfalls wurde der Kater gechipt, geimpft und bekam Floh und Zeckenschutz,damit er unseretwegen über die Flachdächer flanieren darf, denn jegliche Versuche, ihm die Spaziergänge zu verwehren, scheiterten. Er fand immer eine Möglichkeit zu gehen...da es hier recht verkehrsberuhigt ist, ist es soweit ok. Für uns Menschen.
Und hier kommt das große Problem. Denn unsere Katze aus dem Tierschutz hat ihn einmal vom Hof aus, auf dem Flachdach gesehen und ich kann euch nur im Ansatz sagen, wie sie auf ihn zugeschossen war.
Sie ist wie eine wild gewordene Furie an dem Rohr der Regenrinne hochgeklettert, sowas habe ich noch nicht erlebt und hat den Kater verjagt.
Vielleicht hat sie ihn nicht erkannt?
Jedenfalls kam der arme Kerl irgendwann völlig verängstigt wieder und wir dachten, wenn er wieder im Haus sei, wäre es ok.
Aber leider war dem nicht so.
Die Katze flippt völlig aus, wenn sie den Kater sieht, bzw. "sah" - dazu gleich mehr...und der Kater reagierte seit dem immer verängstigt, also spielte es sich prompt so ein, dass zwischen den beiden absolute Angst / Aggression herrscht.
Und das darf ruhig in hohem Maße verstanden werden. Die Katze prügelt richtig auf den Kater ein und er schreit wie verrückt.
Also mussten wir sie erstmal trennen. Um Luft zu holen. Einen Tag und eine Nacht musste jeweils eine Katze in unserem Schlafzimmer mit Durchgangszimmer bleiben. Dann wurde getauscht - so konnte jeder im Abstand von 24 Stunden das Haus und Hof nutzen / bzw. bei uns schlafen.
Nach etwa 1,5 Wochen wagten wir einen Versuch die 2 wieder aneinander zu gewöhnen. Das klappte nicht mal ansatzweise.
Meine Mama war dann nach einigen Überlegungen so lieb, die Katze zu nehmen. Sie ist erfahren mit Katzen und alle Gegebenheiten sind für ein schönes Katzenleben gegeben. Platz, gute Haltung, liebevolle Menschenhände.
Tja. Nach 1,5 Wochen hat sie nun angefangen bei meiner Mutter auf das Sofa zu pinkeln und sogar zu koten.
Das ist natürlich eine eindeutige Ansage, die wir alle auch verstehen, also darf die Katze am Freitag wieder zu uns nach Hause.
Einerseits freue ich mich, dass sie wieder kommt. Meiner Mutter tut das jetzt schon total leid, sie mag die Katze auch sehr, ihr Mann ebenfalls und abends wurde auch regelmäßig mit ihr - auf dem Sofa - geschmust. Aber der Katze scheint es trotzdem nicht gut zu gehen...
Andererseits habe ich echt Angst, was uns Freitag erwartet. Wie sie auf den Kater reagiert, der - spätestens, wenn er wieder auf dem Flachdach steht, zur Zielscheibe wird.
Dass der Kater zu meiner Mutter geht, kommt leider nicht in Frage. Er braucht Gesellschaft und ist ein Freigänger, das kann ihm meine Mutter nicht bieten. Er wäre (auch) sehr unglücklich bei meiner Mama.
Mit der Katze war es ein Versuch wert, der anfangs auch sehr vielversprechend aussah, aber dann kippte.
Habt ihr bitte Tipps für uns, was wir machen können? Es wäre für alle (außer der Katze) sehr schade, wenn der Kater weg müsste. Denn dann käme er zu fremden Leuten. Was nicht heißt, dass ich niemanden traue, aber ich bin tatsächlich auch die Einzige, zu der er kommt. Weder zu meinem Mann noch zu meiner Tochter geht er, von Besuch ganz zu schweigen. Wahrscheinlich, weil ich ihn damals aufgepäppelt hatte und Abend für Abend die Flöhe aus dem Fell gepflückt hatte.
Ich denke, er hätte es mit neuen Besitzern sehr schwer, weil er kein Schmusekater ist.
Ach man. Ich bin echt traurig.
Dieses Zeug für die Steckdose taugt auch nicht. Catnip hatten wir ebenfalls versucht.
Vielleicht hat die 2 wöchige Trennung ja auch etwas bewirkt?
Über Anregungen würde ich mich sehr freuen und danke, wer es bis hier gelesen hat und sich Gedanken macht.
LG