Der 29.08.2017 wird sich leider in unser Gedächtnis brennen als einer der schlimmsten Tage im Leben. Zumindest fühlt es sich so an. Ich traue mich gar nicht zu Schreiben, das es momentan eine schlimmere Trauer zu sein scheint, als bei meinem Schwiegervater vor paar Monaten. Deswegen fühle ich mich noch schlechter.
Unser Kätzchen kam vor 2 Jahren zu uns, aus der Not einer gescheiterten Zusammenführung mit einer anderen Katze. Sie war so klein, so niedlich. Wie Katzenbabys nunmal so sind. Wir haben uns dann für diese Katze entschieden, durften aber auch, nach kleiner Diskussion mit unserem Vermieter, nur eine Katze haben. Und trotzdessen, das man im Netz immer wieder liest, das es Tierquälerei sei nur eine Katze zu halten, hatten wir das Gefühl das sie Glücklich war.
Unser Schatz hat sich vollends an unseren Rhytmus angepasst. So wartete sie meist gegen halb zwölf Abends im Flur geduldig das wir endlich ins Bett gingen. Ja, unser Schatz durfte bei meiner Frau und mir im Bett schlafen. Meistens auf der Decke, wenn es kalt war ist sie auch schon mal unter die Decke geschlichen.
Neytiri hatte ein Schlafplätzchen direkt vor meinem Monitor in der Computerecke. Das nutzte sie recht häufig, so das ich sie immer beim Schlafen beobachten konnte. Natürlich gibt es da auch hunderte Fotos von, eines süßer als das andere. Wenn es denn langsam Spät wurde, setzte sie sich direkt vor mich hin, sah mir liebevoll in die Augen, als würde sie sagen wollen "Du, ist Spät. Lass uns in Bett gehen". Sie Frass dann noch ein wenig, und schlief ebenso wie wir die ganze Nacht durch.
Morgens, meine Frau ist meisten vorher wach und versorgte unser Kätzchen, kam sie immer angerannt sobald ich die Schlafzimmertür öffnete, um "Guten Morgen" zu sagen.
Unsere Katze war nie ein richtiger Schmusetiger. Mann konnte sie auch nicht einfach in den Arm nehmen und sie schnurrte sofort, wie man es von vielen Katzen kennt. Was natürlich möglicherweise auch an der Rasse liegen mag. Wenn sie Hunger hatte schnurrte sie, und wenn sie am Milchtreten war, was sie sich nie abgewöhnt hat. Aber sie brauchte das, fühlte sich dabei wohl und schlief danach oft im Arm ein.
Unsere Katze war nie allein. Meine Frau ist Hausfrau, und war quasi immer bei ihr. Sie ging oft mit ihr Spazieren, Anfangs mit Geschirr. In unserem recht großen Garten haben wir sie aber später aber auch alleine laufen lassen. Sie hatte einen Lieblingsplatz unter einem kleinen Buxbaum unter dem sie alles gespannt beobachtet hat, was so im Garten vor sich ging. Im letzten halben Jahr ist sie auch oft ausgebüchst, wir haben ihr aber immer mehr Freiheiten gegeben. Nach paar Stunden kam sie aber meistens freiwillig wieder rein. Wir wohnen in einem Einfamilienhaus in einer sehr ruhigen Wohngegend.
Ich war der einzige bei uns, der sie länger auf dem Arm tragen durfte. Sie hat dann auch sofort ihre Pfötchen eingeklappt und fühlte sich wohl.
Erst neulich hatte ich sie auf dem Arm und betrachtete sie im Spiegel und dachte mir, jeden Tag gibt es ein neues, unbekannten süßen Gesichtsausdruck von ihr. Unglaublich schön!
Es ist sehr unreal zu Erfassen, das diese vielen Geräusche die sie machte, oder die Art wie sie gespielt hat, nie wieder statt finden wird. Nie wieder! Sie war, wie jede Katze, einzigartig vom Charakter. Nie wieder würden wir eine Katze mit diesen tollen Eigenschafften haben wie sie Neytiri hatte. Dieses "NIE WIEDER" bohrt sich so durchdringend in mein Herz und ist so endlich, das es weh tut. Dabei scheint es meiner Frau noch viel näher zu gehen als mir. Und dann ist da ja auch noch unsere Tochter......
Das schimme ist, man kann mit kaum jemanden darüber reden, weil Menschen die keine Katzen haben, diese innige Verbundenheit nicht verstehen können. Womit ich nicht sagen will, das es mit anderen Tieren nicht auch so schön sein kann. Aber Katzen sind einfach was anderes, als z. B. Kaninchen, die wir auch haben.
Dieser schwarze Tag gestern, als ich von der Arbeit kam und meine Frau weinend vor der Haustür sah. Dieser Moment, als ich dann nach unten blickte, und unseren Schatz Blutübertrömt sah, werde ich nie wieder vergessen.
Und man fragt sich, was man hätte tun können. Hätte man sie doch nicht raus gelassen, oder nur unter AUfsicht...oder oder oder. Da sind tausend Gründe, warum man sich jetzt Schuldig fühlt, weil dieses Katzenleben einfach viel zu Kurz war.
Es waren 2 wunderschöne Jahre, unsere Neytiri hat uns viel mehr gebeben als wir ihr geben konnten. Und meine gesamte Innereien ziehen sich zusammen, wenn ich wieder Erfassen muss, das nun alles anders wird, und man nichts daran tun kann. Würde ich einen Wunsch frei haben, so wäre dieser die Zeit auf Dienstag morgen zurück zu drehen mit einer Vorahnung, so das wir das hätten verhindern können. Wird aber nicht passieren.
Wir haben sie gestern Abend unter ihrem Buxbaum begraben, ihrem Lieblingsplatz. Und was für ein Zufall mag es ein, das heute Morgen Katzenpfoten in der Erde bei ihrem Grab zu sehen waren. Sie wurde wohl abgeholt und ist über den Regenbogen gewandert.