Hallo Zusammen,
der gestrige Tag war ein Tag voller Trauer und auch Freude bei uns.
Erst einmal zu uns. Wie ich schon in unserer Vorstellung geschrieben habe, haben mein Mann und ich zwei Katzen. Kiara und Lilly. Lilly hat CNI und kam daraufin nicht mehr in unsere Wohnung, sondern nur noch ins Büro (welches im selben Haus ist, aber die Wohnung ist im Dachgeschoss und das Büro im Erdgeschoss). Leider vertrug sie sich auch nicht mehr mit ihrer Schwester und wollte von anderen Katzen generell nichts mehr wissen. Sie wollte nur noch bei uns sein und draußen rumtigern.
Da wir ihren Wunsch respektierten, aber auch merkten, dass es der Kiara sehr an einer Katzenfreundin fehlte, fuhren wir vor zwei Wochen in ein kleines Tierheim bei uns in der Nähe. Nach einem sehr ausführlichem Gespräch und einer intensiven Spielrunde entschieden wir uns für Sansa, eine ca. 3-4 jährige Katze, welche der Kiara in ihrem Charakter sehr ähnelt. Sie ist zwar noch schüchtern gegenüber Menschen, aber das stört uns nicht.
Durch eine Durchfallerkrankung im Tierheim mussten wir noch auf Sansa warten, bis die Ergebnisse der Stuhluntersuchung da war, ob die Katzen wieder komplett genesen sind. Wir bereiteten dennoch alles vor.
Lilly hat sich am WE schon zurückgezogen und wollte viel in Ruhe gelassen werden. Sie fraß auch nicht mehr richtig. Dann kam sie gestern plötzlich komplett blutverschmiert und wollte sich verkriechen. Wir haben sie genommen und sofort zum Tierarzt gebracht. Sie war völlig entkräftet und apathisch.
Der Tierarzt stellte dann fest, dass die Nieren nur noch verkrümmte, kleine, steinharte Brocken sind und kam zu dem Schluss, dass die Blutungen sehr wahrscheinlich von den Nieren kommen. Lilly war auch völllig ausgetrocknet. Sie riet uns zur Einschläferungen.
Welch ein Schock für uns! Lilly ist doch gerademal 6 Jahre alt gewesen. Und zuvor kam sie wirklich gut mit ihrer Krankheit klar. Aber gestern war sie nur noch ein Häufchen Elend, welches starke Schmerzen hatte. Die TÄ war wirklich nett und ließ uns alleine und mein Mann und ich entschieden nach langem Überlegen sie gehen zu lassen.
Lilly war immer uns Baby. Sie setzte sich unglaublich gerne bei mir auf den Schreibtisch und ließ sich durchknuddeln. Auch gab sie meinem Mann oft Stärke und Zuversicht, wenn es ihm nicht gut ging. (Er ist Dialysepatient). Sie hat uns in unserer schwersten Zeit begleitet, sie war unser Sonnenschein. Wenn wir traurig waren, knuddelte sie mit uns oder sie machte irgendetwas lustiges um uns aufzuheitern. (Legendär waren immer ihre Purzelbäume auf der Couch).
Wir konnten dann auch als wir wieder mit ihr daheim waren, auch erstmal nicht mehr aus dem Auto aussteigen. Es fühlte sich so falsch an, das Haus ohne sie zu betreten. Vorallem ist es nicht fair, dass sie nur sechs Jahre hier sein durfte.
Just in diesem Moment kam der Anruf des Tierheim, dass die Stuhlprobe negativ ist und Sansa kommen kann. Da meine beste Freundin (welche auch hier im Haus wohnt) dort ehrenamtlich mitarbeitet und auch Katzen von diesem Tierheim hat, durfte sie sie mitbringen, wenn wir wollen würden. Ansonsten würde es ca. eine Woche dauern, da jetzt viele Vermittlungen sind (war ja Vermittlungsstop bzw. die Katzen durften noch nicht umziehen wegen der Durchfallerkrankung) und erst nächste Woche ein Termin frei wäre.
Mein Mann und ich sahen uns wie gelähmt an. Aber dann beschlossen wir, dass Sansa kommen darf. Sie ist kein Ersatz für unsere Lilly, aber die Kiara war lang genug alleine und vielleicht würde uns eine Ablenkung gut tun.
Und genauso war es. Wir fanden Sansa nicht, aber naja das hat uns nicht gewundert. Bis wir merkten, dass die Katzenklappe offen war! Oh Schreck. Wir haben dann die Sansa stundenlang gesucht und uns unglaubliche Vorwürfe gemacht. (Achso Sansa und Kiara sind reine Wohnungskatzen, sollen also nicht raus. Die Klappe war für die Lilly) Vorallem Sansa ist einäugig und ist draußen wirklich gefährdet.
Um 1 Uhr nachts bin ich dann ins Bad und schau nach einer Fliege und gucke hoch zur Decke und wer blinzelt mich da an? Die kleine Sansa. Lag die in einer Kuhle im Dachstuhl. Völlig verstaubt und mit vielen Staubmäusen im Gesicht aber wohlauf. Was für eine Erleichterung!
Heute nacht war dann auch Remidemi hier bei uns mit den zwei Mädels aber sie scheinen gut miteinander auszukommen.
Gerade eben habe ich meine Lilly im Garten begraben und einer Blutpflaume. Da saß sie immer so gerne.
Es tut wirklich noch weh, aber ich bin auch froh, dass die Sansa hier bei uns ist.
Danke für alle die bis hierhin gelesen haben, aber es tat gut, sich das alles von der Seele zu schreiben.
LG
Franzi