Hilfe! Mit Neuankömmling wird alte Katze unerwartet zur Angstkatze.

Diskutiere Hilfe! Mit Neuankömmling wird alte Katze unerwartet zur Angstkatze. im Neuankömmlinge Forum im Bereich Katzenfreunde; Wir haben seit etwas über drei Jahren unsere kleine Katzendame Lizzy. Wir haben sie mit vier Monaten aus privater Hand bekommen und sie lebte bis...
  • Hilfe! Mit Neuankömmling wird alte Katze unerwartet zur Angstkatze. Beitrag #1
Ninnghizhidda

Ninnghizhidda

Beiträge
28
Reaktionspunkte
1
Wir haben seit etwas über drei Jahren unsere kleine Katzendame Lizzy. Wir haben sie mit vier Monaten aus privater Hand bekommen und sie lebte bis dahin dort mit ihren Eltern und drei Geschwistern (plus zwei Menschen ;)) in einer Wohnung. Auch bei uns lebt sie ausschließlich in der Wohnung (80qm Grundfläche aber mit wirklich viel vertikalem Raum zusätzlich), da wir im vierten Stock in einem Großstadtapartment leben. Sie war nie eine besonders kuschelige Katze, mag Streicheleinheiten nur bedingt und hasst es, hochgenommen oder sonstwie festgehalten zu werden, hängt aber ganz offensichtlich trotzdem sehr sowohl an mir als auch an meinem Mann. Sie begrüßt mich beim Nachhausekommen immer mit einem kurzen Köpfchenrubbel, hält sich grundsätzlich im selben Raum auf, in dem wir auch sind und schläft immer bei uns im Bett (in der Regel auf meinen Beinen, aber wenn sie dort Platz findet auch gerne mal unter der Decke). Sie spielt und tobt mit großer Energie und machte im Großen und Ganzen immer einen sehr glücklichen und zufriedenen Eindruck. Einzig, was sie überhaupt nicht vertragen mag, ist es, wenn wir beide mal für mehr als 24 Stunden weg sind. Mein Vater kümmert sich zwar zweimal am Tag um das Nötige wie Futter, Toilette und auch Spielen, wenn sie denn möchte, aber statt ihrer Familie eine semifremde Person für nur 1-2 Stunden am Tag zur Verfügung zu haben gefällt ihr gar nicht und sie pinkelt dann aus Protest auf die Couch. Nun wollten wir doch vielleicht in den nächsten Jahren auch mal irgendwann wieder in den Urlaub fahren, und haben uns daher nach langem Überlegen entschlossen eine zweite Katze anzuschaffen. Seit etwas über drei Wochen lebt dann jetzt also auch noch der 7 Monate alte Nissan bei uns, eine Tierheim-Katze aus einer Rettungsaktion auf Lanzarote. Er ist natürlich wie auch Lizzy selbst kastriert und anders als wir befürchtet hatten kein bisschen traumatisiert. Er ist super zutraulich, verschmust und verspielt und hat sich an uns Menschen in kürzester Zeit voll gewöhnt. Wir sind die üblichen Schritte der Zusammenführung durchgegangen und hatten zunächst auch den Eindruck, dass alles fantastisch läuft. In der ersten Woche war er ausschließlich im Badezimmer bei vollständig geschlossener Tür und ich habe nur zweimal am Tag einen Fellpflegehandschuh ausgiebig an Nissan benutzt und Lizzy zur Begutachtung in den Flur gelegt. Die ersten zwei- oder dreimal hat sie ihn angeknurrt, aber dann hat sie ihn eigentlich nur noch interessiert beschnuppert und sogar Leckerchen, die ich drauf gelegt habe gefressen. Auch Leckerchen die ich direkt vor der geschlossenen Badezimmertür platziert habe, hat sie vorsichtig aber letztlich doch anstands- und ausnahmslos gefuttert. Nissan auf der anderen Seite frisst sowieso alles, was halbwegs essbar erscheint, egal wo es liegt oder wie es riecht. So weit so gut. In der zweiten Woche haben wir die Badezimmertür dann immer einen Spalt breit offen gelassen, so dass ziemlich genau eine Katzenpfote durchpasst, aber kein Kopf. Da fing es an schwieriger zu werden. Nissan wurde neugierig auf die Außenwelt und mochte nicht mehr alleine im Badezimmer sitzen, was er uns zum Teil auch recht lautstark hat wissen lassen. Und Lizzy machte von da an einen großen Bogen um die Tür und fraß auch die davor ausgelegten Leckerlis nicht mehr. Ich hab‘ mit einer ganzen Leckerlispur ausgemacht, dass sie nicht näher als etwa zwei Meter an die Tür herankommt. Das hat sich im Laufe dieser zweiten Woche auch nicht geändert. Davon ab lebte sie aber ganz normal ihr Leben weiter. In der dritten Woche haben wir dann angefangen, Nissan in den Rest der Wohnung zu lassen. Zunächst nur hin und wieder mal eine Stunde im Carrier, dann an der Leine (die er sich völlig gutmütig gefallen lässt, der Süße) und schließlich jetzt seit drei Tagen für mehrere Stunden ganz frei. Lizzys Reaktion ist immer exakt die gleiche. Sie sieht ihn, bleibt mindestens zwei Meter entfernt kurz stehen und faucht ein bisschen und rennt dann weg und versteckt sich irgendwo. Wenn ich in ihre Nähe komme (hängt vom Versteck ab), biete ich ihr beruhigende Worte und Leckerchen an, aber meistens ist sie zu nervös, um zu fressen. Sie beobachtet ihn sehr angespannt und wenn er näher als diese zwei Meter an ihr Versteck kommt (meistens völlig unbewusst während er spielt), faucht und knurrt sie solange bis er wieder weggeht. Nissan selbst macht überhaupt nichts. Wenn sie faucht, hält er kurz inne und guckt sie verdutzt an, aber dann wendet er sich ohne jede Hast wieder seinem Spiel oder der Entdeckungsreisen zu. Zweimal hat er versucht hinter ihr her zu laufen, aber beide Male hat sie dann so angsterfüllt geschrien, dass wir ihm jetzt immer NEIN sagen oder ihn ablenken, damit er sie in Ruhe lässt. Was er auch brav tut. Er beachtet sie eigentlich gar nicht mehr, aber das überzeugt sie nicht im Geringsten von seiner Ungefährlichkeit. Solange er sich frei in der Wohnung bewegt, bleibt sie über viele Stunden konsequent an einem von drei Orten, an denen sie sich halbwegs sicher fühlt. Wir müssen ihn jetzt immer noch über Nacht im Badezimmer einschließen (was er natürlich echt sch*** findet), damit sie überhaupt frisst, auf die Toilette geht und in Ruhe schläft. Wir hatten während der gesamten Zeit zwei Feliway-Stecker eingesteckt. Beide Katzen fressen und trinken normale Mengen und noch hat es kein Markieren oder Protest-Pinkeln gegeben. Sobald Nissan weggesperrt ist, kommt Lizzy aus ihrem Versteck, schleicht ungefähr 5 Minuten mit Bauch auf dem Boden durch die ganze Wohnung, um sich zu überzeugen, dass es jetzt sicher ist, aber dann benimmt sie sich wieder völlig normal, spielt mit ihrem Spielzeug und schläft auch immer noch bei uns im Bett.

Nach dieser langen, langen Einführung nun die Frage an alle, die Erfahrung mit so einer Situation haben: Was können wir nur tun, damit sich Lizzy endlich mal ein bisschen entspannt? Er tut ihr doch gar nichts, also warum hat sie so eine panische Angst vor ihm?
 
  • Hilfe! Mit Neuankömmling wird alte Katze unerwartet zur Angstkatze. Beitrag #2
Hallo,
ich glaube, dass das noch keine wirklich lange Zeit ist gemessen an der Zeit, die eure Katze vorher allein war.
Bei unseren dauert es immer noch an und es wird nun 1 Jahr; aber Fortschritte gibt es ständig.
GGf, ist auch die Wahl- junger Kater mit eurer Katze- nicht ganz ideal, aber das wird sich zeigen.
bestimmt gibt es noch gute Tipps hier für euch. LG und alles Gute
 
  • Hilfe! Mit Neuankömmling wird alte Katze unerwartet zur Angstkatze. Beitrag #3
Wir haben jetzt schon das unangenehme Gefühl, beide Katzen zu quälen. Lizzy, die sich in den Stunden, die er draußen ist, nicht mal auf die Toilette traut, geschweigedenn an ihre geliebten Fensterguckplätze. Und Nissan, der immer noch mindestens 8 Stunden am Tag auf 10qm eingesperrt ist, wenn er doch so gerne rumtoben und bei uns sein möchte. Dazu kommt leider ganz besonders bedrückend, dass wir nach Ostern für ein paar Tage (4.-8.) verreisen, und ich absolut keine Idee habe, was ich meinem Vater sagen soll, wie er mit der Situation umgehen soll. Ich weiß, dass wir uns das vom Zeitpunkt der Adoption her wirklich besser hätten überlegen sollen, aber ich hatte keine Ahnung, dass eine Tierheim-Adoption so lange dauern kann. Wegen Lizzy hatte ich damals angerufen und sie zwei Tage später nach Hause geholt. Wir hatten uns bereits im Januar für Nissan entschieden, den Schutzvertrag unterschrieben und alles. Dass wir ihn erst acht Wochen später abholen konnten, hat sich dann erst ergeben (das hatte was mit der Kastration und der Tollwut-Impfung zu tun). Diese acht Wochen fehlen uns jetzt vor der Reise schmerzhaft, aber ändern kann ich's nun auch nicht mehr. Können wir Nissan für die vier Tage frei lassen und riskieren, dass Lizzy während der gesamten Zeit hungernd und durstend auf dem Schrank hockt und sich einnässt? Oder können wir den armen Kerl für ganze vier Tage ohne nennenswerte Ablenkung einsperren und riskieren, dass er das ganze Haus zusammenschreit?
 
  • Hilfe! Mit Neuankömmling wird alte Katze unerwartet zur Angstkatze. Beitrag #4
Hallo,

schön, dass deine Katze doch noch einen Kumpel bekommen hat.
Ich würde die ständige Separierung weglassen. Entweder ganz offen oder mit Gittertür getrennt. Wenn du dir unsicher bist, verwende eine Gittertür und starte eine langsame Zusammenführung. Allerdings ganz oder gar nicht.
Wenn deine Katze den Neuankömmling riechen kann, weiß, dass er offensichtlich irgendwo lauert, aber immer wieder verschwindet, wird sich die Panik m.M.n. nicht legen.
Außerdem bitte nicht dafür loben, dass sie sich ängstlich versteckt. Keine Sonderbehandlung, alles ist ganz normal. ;-)
Bei uns hat es mehrere Monate gedauert, bis sich alle beruhigt haben. Geduld zahlt sich aus :smile:
 
  • Hilfe! Mit Neuankömmling wird alte Katze unerwartet zur Angstkatze. Beitrag #5
GGf, ist auch die Wahl- junger Kater mit eurer Katze- nicht ganz ideal, aber das wird sich zeigen.

Wir hatten übrigens ironischerweise ganz bewusst einen jüngeren Kater ausgewählt, weil Lizzy ganz damenuntypisch sehr rohes Raufen dem Spiel mit Bällen oder dergleichen vorzieht. Ich selbst bin da zu zimperlich für, aber die Hand meines Mannes ist mit Abstand ihr liebstes Spielzeug. Wir hatten vorher wirklich eher die Befürchtung, dass sie mit einem Neuzugang zu rau und dominant umgehen könnte.
Wie man sich doch täuschen kann. :-?

Allerdings ganz oder gar nicht.

Im Grunde bin ich völlig deiner Meinung, denn insbesondere für Nissan gestaltet sich das gerade alles sehr verwirrend. Er meint immer, dass er für irgendwas bestraft wird, wenn er zurück ins Bad muss. Es bleibt zwar immer einer von uns noch eine ganze Weile bei ihm, um mit ihm zu spielen und ihn zu streicheln, aber das ist natürlich nicht dasselbe wie Freiheit. Und eine leicht geöffnete Tür ändert daran genauso wenig wie ein Gitter es tun würde. Er ist in seiner Bewegungsfreiheit stark eingeschränkt. Das tut mir total leid für ihn, aber wenn Lizzy den ganzen Tag noch nichts gefressen hat und vor allem nicht auf dem Klo war, dann verliere ich am Abend die Nerven und will ihr etwas Luft zum Atmen gönnen.

Außerdem bitte nicht dafür loben, dass sie sich ängstlich versteckt.

Ich möchte halt nicht, dass bei ihr der Eindruck entsteht, dass sich jetzt alles nur noch um die neue Katze dreht und sie abgemeldet und nicht mehr wichtig ist. Eine Sonderbehandlung ist es im Grunde auch nicht, weil wir immer schon viel mit ihr gesprochen haben. Sie ist selbst nicht sehr gesprächig (im Gegensatz zu Nissan), aber hat immer sehr intensiv zugehört und freundliche Ansprache als Zuwendung lieber entgegengenommen als angefasst zu werden.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Hilfe! Mit Neuankömmling wird alte Katze unerwartet zur Angstkatze. Beitrag #6
Im Grunde bin ich völlig deiner Meinung, denn insbesondere für Nissan gestaltet sich das gerade alles sehr verwirrend. Er meint immer, dass er für irgendwas bestraft wird, wenn er zurück ins Bad muss. Es bleibt zwar immer einer von uns noch eine ganze Weile bei ihm, um mit ihm zu spielen und ihn zu streicheln, aber das ist natürlich nicht dasselbe wie Freiheit. Und eine leicht geöffnete Tür ändert daran genauso wenig wie ein Gitter es tun würde. Er ist in seiner Bewegungsfreiheit stark eingeschränkt. Das tut mir total leid für ihn, aber wenn Lizzy den ganzen Tag noch nichts gefressen hat und vor allem nicht auf dem Klo war, dann verliere ich am Abend die Nerven und will ihr etwas Luft zum Atmen gönnen.

Natürlich ist der Platz- und Gesellschaftsmangel nicht prickelnd, ich wollte aber eher darauf hinaus, dass eure Katze sich nicht damit abfinden kann, dass ein zweites Tier im Haus ist, wenn sie sich nicht damit auseinander setzen kann. Weißt du, was ich meine?
Eine Gittertüre wäre da schon hilfreicher.
Ich würde sagen, dass meine Zusammenführungen bisher immer gut bis sehr gut gelaufen sind- trotzdem haben sie mit 3-tägigem Fauchen, Knurren, Nix-Fressen, Nix-Schlafen und und und begonnen.
Das ist für alle Seiten Stress, ganz klar, aber ich fürchte da muss man und katz durch.



Ich möchte halt nicht, dass bei ihr der Eindruck entsteht, dass sich jetzt alles nur noch um die neue Katze dreht und sie abgemeldet und nicht mehr wichtig ist. Eine Sonderbehandlung ist es im Grunde auch nicht, weil wir immer schon viel mit ihr gesprochen haben. Sie ist selbst nicht sehr gesprächig (im Gegensatz zu Nissan), aber hat immer sehr intensiv zugehört und freundliche Ansprache als Zuwendung lieber entgegengenommen als angefasst zu werden.

Du musst natürlich selber wissen, inwieweit deine Ansprache und Zuwendung so ist wie immer oder verstärkt durch die Situation.
Wenn sie unsicher ist und sich versteckt, kann es sein, dass sie deine Zuwendung als Zuspruch dafür versteht, dass hier alles "komisch" und der Neue furchtbar gefährlich ist. Wenn du dagegen so tust, als ob alles wie immer wäre, kann sie sich an deiner Normalität aufbauen.
 
  • Hilfe! Mit Neuankömmling wird alte Katze unerwartet zur Angstkatze. Beitrag #7
Natürlich ist der Platz- und Gesellschaftsmangel nicht prickelnd, ich wollte aber eher darauf hinaus, dass eure Katze sich nicht damit abfinden kann, dass ein zweites Tier im Haus ist, wenn sie sich nicht damit auseinander setzen kann. Weißt du, was ich meine?

Ja, ich denke ich versteh' dich schon und es gibt mir auch sehr zu denken, ob ich unsere sonst doch immer so selbstbewusste Dame nicht vielleicht doch einfach mal ins kalte Wasser werfen sollte, und länger und ruhiger abwarten, ob Hunger, Durst oder Harndrang sie nicht doch irgendwann mal etwas mutiger werden lassen, so dass sie aus ihrem Versteck hervorkommt, ohne dass wir ihn erst wegsperren müssen. Immerhin hat er tatsächlich ja noch nie irgendetwas getan, da sollte man doch meinen, dass es auf ihrer Seite nur noch das ein oder andere kleine Erfolgserlebnis braucht, dass sie sich etwas beruhigt.

Eine Sache ist mir noch aufgefallen. Lizzy war immer schon ein kleiner Blinzler, der speziell mir gelegentlich mal zuzwinkert. Aber seit ein paar Tagen, blinzelt sich immer dann, wenn Nissan gerade weg ist und sie wieder aus ihrem Versteck kommt, um endlich zu essen, so dermaßen einen zusammen, dass man meinen könnte, es ginge um ihr Leben. Aber immer nur mir gegenüber, nie der anderen Katze. Ist das nicht eigentlich ein typisches Katzen-Nicht-Angriffs-Pakt-Verhalten, so in etwas „Ich will dir nix tun, tu du mir bitte auch nichts.“?
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Hilfe! Mit Neuankömmling wird alte Katze unerwartet zur Angstkatze. Beitrag #8
Ja, ich denke ich versteh' dich schon und es gibt mir auch sehr zu denken, ob ich unsere sonst doch immer so selbstbewusste Dame nicht vielleicht doch einfach mal ins kalte Wasser werfen sollte, und länger und ruhiger abwarten, ob Hunger, Durst oder Harndrang sie nicht doch irgendwann mal etwas mutiger werden lassen, so dass sie aus ihrem Versteck hervorkommt, ohne dass wir ihn erst wegsperren müssen. Immerhin hat er tatsächlich ja noch nie irgendetwas getan, da sollte man doch meinen, dass es auf ihrer Seite nur noch das ein oder andere kleine Erfolgserlebnis braucht, dass sie sich etwas beruhigt.

Ich würde das tatsächlich so machen. Ich bin ein richtiger Schisser in solchen Angelegenheiten und muss mir einen Plan austüfteln, an den ich mich halte und der mir Sicherheit gibt. Dabei hat mich das Forum hier unterstützt.
Ist die Katze erst mal "aus dem Sack"- Tee trinken und abwarten. :mrgreen:
Erfolgserlebnisse kann man dann mit reichlich Leckerli provozieren, aber erst, wenn auch mal Entspannungsmomente spürbar werden.

Eine Sache ist mir noch aufgefallen. Lizzy war immer schon ein kleiner Blinzler, der speziell mir gelegentlich mal zuzwinkert. Aber seit ein paar Tagen, blinzelt sich immer dann, wenn Nissan gerade weg ist und sie wieder aus ihrem Versteck kommt, um endlich zu essen, so dermaßen einen zusammen, dass man meinen könnte, es ginge um ihr Leben. Aber immer nur mir gegenüber, nie der anderen Katze. Ist das nicht eigentlich ein typisches Katzen-Nicht-Angriffs-Pakt-Verhalten, so in etwas „Ich will dir nix tun, tu du mir bitte auch nichts.“?

Blinzeln ist auch ein freundlicher Ausdruck im Sinne von "Hi, ich mag dich, wie geht's?" ;-)
 
  • Hilfe! Mit Neuankömmling wird alte Katze unerwartet zur Angstkatze. Beitrag #9
Ich hab' gestern Abend mit meinem Mann gesprochen und wir haben beschlossen, heute Abend ist es soweit. Da wir morgen nicht aufstehen müssen, können wir unsere Sorgen und lautes Katzengefauche in der Nacht riskieren und lassen den kleinen schwarzen Panther ab heute komplett frei und gucken einfach mal, ob Lizzy trotzdem noch an ihren üblichen Schlafplatz kommt.
Was uns neben Ovis Zuspruch viel Mut gemacht hat, ist, dass sie tatsächlich ausgerechnet gestern während wir sprachen ein ersten Aufflackern von Territorialverhalten gezeigt hat. Als ich nach Hause kam, hat sie sich wie meistens auf dem Küchenschrank versteckt (er kommt da NOCH nicht hoch) und Nissan lief rum. Ich hab die beiden dann gefüttert ohne ihn wie sonst einzusperren. Lizzy hat sich wohl drauf verlassen, dass er weg ist und kam an ihren Teller in der Küche. Er hat seinen Teller noch im Badezimmer und war aber natürlich viel schneller fertig als sie (er inhaliert sein Futter eher, als dass er es frisst :roll:) und wollte dann in die Küche kommen. Und - oh Wunder - sie ist nicht wie von der Tarantel gestochen davongerannt wie sonst immer, sondern hat ihn todesmutig von ihrem Futter ferngehalten. Und er hat ihr Geknurre ohne jede Gegenwehr respektiert und sich getrollt. Das hat ihr sichtlich Auftrieb gegeben und sie hat sich dann an der Küchentür postiert und bestimmt für eine halbe Stunde Wache gehalten und ihn nicht reingelassen. Halleluja! :-D Danach hat sie sich dann wieder auf ihren Schrank verzogen, wo sie auch heute Morgen sofort nach dem Aufstehen wieder hin ist (diesmal leider ohne ihr Fressen anzurühren :-(), aber man kann ja nicht erwarten, dass sofort von einem Augenblick auf den anderen alles geklärt ist. Ich hoffe aber doch mal, dass sie sich an diesen ihren ersten Triumph erinnert, wenn er das nächste Mal was tut, was ihr nicht passt, und sich nicht wieder von ihren eigenen Hirngespinsten einschüchtern lässt.
Ich werde dann morgen berichten, wieviel Schlaf wir gekriegt haben. ;-)
 
  • Hilfe! Mit Neuankömmling wird alte Katze unerwartet zur Angstkatze. Beitrag #10
Ich drück Daumen.
bei unserer nicht- sozialisierten Erstkatze Ilvy passiert es immer noch; auch nach Monaten, dass sie manchmal auf den Teppich kotzt vor Aufregung, wenn eine unserer anderen Miezen sie scheinbar schief angeschaut hat. Obwohl die nur nett sein wollten, weil sie Katzenrudel kennen und mögen.
Das tut mir jedes Mal leid., Aber ich habe gelernt; je lockerer ich damit umgehe, desto schneller entspannt sie wieder. LG
 
  • Hilfe! Mit Neuankömmling wird alte Katze unerwartet zur Angstkatze. Beitrag #11
Das hört sich doch schon mal ganz gut an. Schön, dass der Kater ihre Gegenwehr akzeptiert.

Mal sehen wie lange das bei einem Teenie-Energiebündel anhält. :razz:

Ich wünsche euch viel Erfolg, Daumen sind gedrückt!
 
  • Hilfe! Mit Neuankömmling wird alte Katze unerwartet zur Angstkatze. Beitrag #12
Das klingt doch alles in allem nicht schlecht.
Nissan verhält sich sehr sozial und sehr angemessen.
Lizzy, die kleine Maus, muss über ihren Schatten springen.
Ich sehe das genau wie Ovi, man sollte Nissan nicht nachts wegsperren.
Die beiden müssen auch interagieren können. Und komischerweise geht das oft sehr gut, wenn keine Dosis anwesend sind (oder schlafen).
Für Lizzy ist das natürlich alles sehr schwierig, war sie doch lange ohne andere Katzen. Klar, dass es da nicht von heute auf morgen geht.
Aber ihr scheint ja den Richtigen gefunden zu haben, der jetzt nicht meint "yippie rauf auf die Katze!".

Nicht traurig sein, wenn sie heute lieber auf dem Schrank schläft, mit der Zeit kommt sie schon wieder ins Bett. Das ist einfach so. :mrgreen:
 
  • Hilfe! Mit Neuankömmling wird alte Katze unerwartet zur Angstkatze. Beitrag #13
Nissan ist sicherlich ein sehr sozialer Kater, die meisten Auslandskatzen sind das, wenn sie zuvor frei in größeren Katzengruppen gelebt haben.
Eure Lizzy hat lange alleine gelebt und muss sich erst mühsam an die veränderte Situation gewöhnen. Ihr könntet versuchen ihr Zylkene zum Entspannen zu geben. Fragt mal euren Tierarzt danach.
 
  • Hilfe! Mit Neuankömmling wird alte Katze unerwartet zur Angstkatze. Beitrag #14
Aaalsoo... Eigentlich ist bislang alles ziemlich gut gelaufen. Man kann wirklich nicht sagen, dass die beiden sich in irgendeiner Weise anfreunden würden, aber wir haben auch keine Kämpfe oder ausgedehnte Verfolgungsjagden zwischen den beiden erlebt. Lizzy meidet Nissan nach wie vor großräumig, und da er ständig um uns rumhängt und auch ihre Schlafstelle im Bett übernommen hat, kriegen wir sie kaum zu Gesicht. :-(
Eine große Sorge meinerseits war, dass sie ihr Klo nicht mehr benutzt, wenn er erstmal drin war, aber das scheint kein Problem zu sein. Sie wartet zwar immer, bis er nicht in der Nähe ist, aber dann geht sie wie immer zur Toilette, selbst wenn erst kurz zuvor eine echte Stinkbombe abgelegt hat. :oops: (Wir haben ein zweites Klo ohne Deckel im Badezimmer, aber offenbar mögen sie beide das Klo mit Deckel im Abstellraum lieber. Wir überlegen jetzt, noch ein drittes Klo, auch mit Deckel anzuschaffen.)
Eine andere Sorge allerdings bestätigt sich, nämlich dass sie praktisch nichts frisst. Sie ist es gewohnt sehr langsam, ganz in Ruhe über einen längeren Zeitraum verteilt zu fressen, und das geht natürlich nicht mehr, wenn da jetzt ein Katzen-Teenager rumstreunt, der ständig Hunger hat und alles wegputzt, was nicht niet- und nagelfest ist. Derzeit lässt sie sich in keiner Weise zur Eile nötigen, so dass sie immer nur einen Happen oder zwei intus hat, bevor er mit seinem Teller fertig ist und um die Ecke kommt. Sie verlässt dann die Szene und wir können nur entweder ihren Teller weggenehmen oder zugucken, wie er sich eine zweite Portion einverleibt. So oder so bin ich besorgt, dass sie nicht genug bekommt. :cry:
Wir haben gestern neben einem Feliway-Nachfüllpack (keine Ahnung, ob das Zeug überhaupt was bringt, aber ich bin nicht bereit einfach abzuwarten, ob es ohne vielleicht schlimmer wird) auch ein Packung Globuli Cat 52 bestellt, vielleicht hilft das ja ein bisschen.
 
  • Hilfe! Mit Neuankömmling wird alte Katze unerwartet zur Angstkatze. Beitrag #15
Das klingt doch ganz positiv :)
Wenn der kleine ihr Futter mitfrisst, dann kannst du ihm getrost noch mehr füttern. Immer so viel, dass noch etwas übrig bleibt. So kann er auch lernen, dass immer genug da ist und entwickelt keinen Futterneid und sie hat was zur Verfügung, wenn sie Hunger hat. So sollte sich dieses Problem eigentlich schnell lösen :)
 
  • Hilfe! Mit Neuankömmling wird alte Katze unerwartet zur Angstkatze. Beitrag #16
Wenn der kleine ihr Futter mitfrisst, dann kannst du ihm getrost noch mehr füttern. Immer so viel, dass noch etwas übrig bleibt.

Das Problem ist, er lässt nichts über. Er kann ungefähr 250g Futter auf einen Satz fressen bevor er kotzen muss. Aber er hört nie von selbst auf. Selbst nach dem Kotzen dauert es höchstens 5 Minuten bevor er weiterfrisst, wenn man ihn lässt. Ich vermute, das hat was damit zu tun, dass er im Gegensatz zu ihr bitteren Hunger kennengelernt hat, und jetzt ohne Sinn und Verstand alles in sich reinschaufelt, was ihm zur Verfügung steht. Das wir seine Zeit brauchen, bis er Vertrauen darin hat, nie wieder hungern zu müssen. Lizzy hatte früher grundsätzlich immer Futter auf ihrem Teller und hat selbst eingeteilt im Durchschnitt etwa 150g am Tag gefressen, aber wegen seiner Schlingerei haben wir jetzt zwei feste Fütterungszeiten festgemacht, zu denen er jeweils 150g bekommt, also 300g/Tag (plus das, was er aus dem Spielzeug noch rausfummeln kann), das sollte doch auch für einen Heranwachsenden eigentlich reichen, oder nicht? Er wog beim letzten Tierarzt-Besuch vor einer Woche knapp unter 3.5 kg.
 
  • Hilfe! Mit Neuankömmling wird alte Katze unerwartet zur Angstkatze. Beitrag #17
Könnte ein Futterautomat mit Chip Erkennung vielleicht eine Lösung? Da könnte sie sich das fressen selbst einteilen. Wir haben für unsere Kater auch welche , da sie leider nicht mehr das gleiche Futter fressen dürfen. Es hat ca. 3 Wochen Eingewöhnung gebraucht und nun klappt es prima.
Drück euch die Daumen das es immer Entspannter bei euch wird.
 
  • Hilfe! Mit Neuankömmling wird alte Katze unerwartet zur Angstkatze. Beitrag #18
Vielleicht magst du hier mal noch ein bisschen querlesen. Ich meine, dass das Problem schon andere hatten und dass die Katzen es irgendwann gelernt haben, dass sie nicht schlingen müssen. Dazu müsste er über längere Zeit so viel zu fressen kriegen, wie er will. Er wird zu beginn sicher weiterschlingen und sich auch übergeben, aber wenn er immer genug hat, kann es gut sein, dass er lernt, dass genug da ist. Klappt vermutlich nicht immer, aber er ist noch jung und wenn du die Chance hast, dass er selbst ein gesundes Maß herausfinden kann, dann würde sich das ja schon lohnen.
Wenn du es ihm jetzt schon so rationieren musst, während er ja noch im Wachstum ist, dann kann es sein, dass er irgendwann frustriert ist und das an der anderen Katze auslässt. Muss natürlich nicht, aber kann.

Zur Futtermenge noch kurz was: ich weiß nicht, welches Futter du fütterst, aber es gibt viele heranwachsende Katzen, die auch mal 600g oder mehr pro Tag fressen. Das ist in dem Alter völlig okay.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Hilfe! Mit Neuankömmling wird alte Katze unerwartet zur Angstkatze. Beitrag #19
Ich denke, was wir mal versuchen könnten, ist ihm einfach mehr als zwei Portionen anzubieten. Wir versuchen mal drei oder sogar vier. Dann übergibt er sich wenigstens nicht andauernd, aber kapiert hoffentlich schneller, dass er nie erst richtig hungrig werden muss, bevor es mehr Futter gibt. Du hast schon recht, es wäre sicher für alle Seiten angenehmer, wenn wir wieder dazu übergehen könnten, immer Futter bereitstehen zu haben, anstatt der armen Lizzy jetzt das Schlingen quasi aufzuzwingen, anstatt es Nissan abzugewöhnen.
 
  • Hilfe! Mit Neuankömmling wird alte Katze unerwartet zur Angstkatze. Beitrag #20
Wir füllen jetzt alle vier Stunden beide Teller relativ voll (je knapp 100g) und bislang sieht's vielversprechend aus. Nissan hat sich noch nicht einmal übergeben und ich bilde mir ein, dass er schon langsamer isst. Lizzy hat jedenfalls heute verhältnismäßig viel abgekriegt, ohne dass wir ihn daran gehindert hätten, ihr Futter auch zu fressen.
 
Thema:

Hilfe! Mit Neuankömmling wird alte Katze unerwartet zur Angstkatze.

Hilfe! Mit Neuankömmling wird alte Katze unerwartet zur Angstkatze. - Ähnliche Themen

Vergesellschaftungen schief gelaufen ? Territoriales Verhalten: Hallo meine Lieben! Ich bin neu hier und wende mich mit einem unschönen Thema an euch mit dem Gedanken Hilfe zu bekommen. Wir haben einen 3...
Vergesellschaftung im Freien: Hallo Zusammen, da ich immer hilfreiche Tips von euch bekomme hoffe ich jetzt ebenfalls darauf :tender: Falls Interesse besteht kann ich gern die...
Schwierige Zusammenführung mit junger Ägypterin: Meine Güte, ich war seit 2018 nicht mehr hier. Hab grad nachgeschaut, zuletzt als meine Loona gestorben ist. Seit dem hat sich viel getan...
Katze faucht plötzlich wieder: Hallöchen :) unsere Simba hat sich mittlerweile ja perfekt eingelebt & liebt uns zwei wie kein anderen. Mich mehr als meinen Partner aber ihn mag...
Erstkater Angst vor Kitten insbesondere bei Blickkontakt: Hallo Alle, ich bin neu hier (hoffe, ich bin hier richtig), auch ich stecke gerade in einer Katzenzusammenführung und bin total verunsichert und...
Oben Unten