Schuldgefühle.. Meine Mimi fehlt so sehr :(

Diskutiere Schuldgefühle.. Meine Mimi fehlt so sehr :( im Regenbogenbrücke Forum im Bereich Katzenfreunde; Hallo zusammen, Ich bin neu hier und dies wird eine längere Geschichte, aber ich muss mir das von der Seele schreiben und vielleicht kann ja...
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Steffi_W

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Hallo zusammen,

Ich bin neu hier und dies wird eine längere Geschichte, aber ich muss mir das von der Seele schreiben und vielleicht kann ja jemand nachvollziehen, was geschehen ist und ob ich richtig gehandelt habe.

ich ließ meine Mimi am Donnerstag Abend um 21.15 Uhr vom Tierarzt zu Hause einschläfern. Sie war meine über alles geliebte Seelenkatze, seit ich sie damals mit 6 Jahren als unvermittelbarer Fall aus dem Tierheim geholt habe. Sie war inzwischen 13 Jahre alt.

Sie war immer sehr gesund, hatte nie Krankheiten oder andere Probleme. (Einmal ein schlimmer Zahn, der entfernt wurde). Sie hatte jedoch die Narkose nicht vertragen bzw. aufgehört selbst zu atmen und musste beatmet werden, daher hab ich mir gesagt, Narkose gibt es nur noch in dringendsten Fällen.

Seit einiger Zeit hat sie öfters mal gehustet, dies wurde mit etwas Cortison behandelt (Was ihr sehr gut half) und als "Asthmächen" diagnostiziert. Nicht arg schlimm und das Husten trat nach der Spritze immer erstmal nicht mehr auf.

Im April diesen Jahres hatte sie dann plötzlich eine Mittelohrentzündung mit geplatztem Trommelfell. Sie bekam Antibiotika (Baytril soweit ich weiß) und die Entzündung war komplett abgeheilt.

Im Mai dann vermehrtes Husten und Röcheln, wieder gab es Cortison und das Herzabhören ergab ein Herzgeräusch. Sie bekam Prilium verordnet.
Das Husten und Röcheln blieb weg, aber sie hat ca eine Woche später plötzlich angefangen unglaublich viel zu Trinken.
Hier mein Fehler: Ich vermutete, dass ihre Nieren einfach mehr arbeiten mussten durch das Prilium und das AB und Cortison. Wir sind nicht sofort zu Tierarzt

Am 02.06 abends (ca 1 Woche später) hat sie dann mäkelig gefressen aber es war ja auch so heiß draußen. Am 03.06 hat sie weder morgens noch abends was fressen wollen, nur getrunken hat sie immer noch sehr sehr viel. Sie war auch nicht auf Toilette. Sie hat einmal erbrochen, weißer und gelber Schaum.
Also für Dienstag früh gleich einen Termin beim Tierarzt. Dort wurden Blutwerte und ein Sono der Nieren gemacht. Diagnose: akute Niereninsuffizienz und Darmschleimhautentzündung.
Sie bekam Flüssigkeit und AB wegen der Entzündung. Das Würstchen (das beim Tierarzt immer kam sah gut aus)
Zu Hause hat sie dann ein bisschen gefressen und ich dachte es wird besser. Abends war sie dann sehr sehr schlapp, wollte sich nicht mehr bewegen, nicht viel schmusen und sie war nur ein einziges Mal auf Toilette. Getrunken hat sie noch aber nicht gegessen.

Am Mittwoch waren wir wieder dort und sie bekam ein Flüssigkeitsdepo unter die Haut gespritzt und etwas gegen die Übelkeit. Wir wollten eine intravenöse Infusion machen aber sie hat sich so schrecklich gewehrt, dass der Arzt die subkutanen gegeben hat. Sie hat beim Tierarzt dann flüssigen gelben Durchfall gehabt.
Wieder zu Hause hat sie 2 Mini Leckerchen gegessen, getrunken und wurde danach wieder komplett apathisch. Zwangsernährung war aufgrund starker Gegenwehr nicht möglich (Sie hat gewürgt, ihr war ganz arg schlecht). Sie hat einmal unter starkem Schmerzen erbrochen, weißer und gelber Schaum.
Ich dachte, sie überlebt die Nacht nicht.
Morgens früh war sie dann wieder etwas fitter, ist mit auf den Balkon (das hat sie immer sehr geliebt) aber wollte weder Essen noch trinken.

Also wieder zum Tierarzt, dieses Mal gab es intravenöse Infusion über 3h, etwas gegen Übelkeit und urintreibendes Mittel, was eine einzige Qual für sie war. Sie hat sich ständig in ihrer Box auf ihren Fuß gestürzt, sich gebissen und geschrien. Ich saß die ganze Zeit dabei und habe ihr zugeredet. Etwa die letzten 30 min hatte sie sich etwas beruhigt, hat aber angefangen stark und unkontrolliert zu zucken. Ich vermute sie hatte Krämpfe.

Wieder zu Hause wollte sie sich hinter dem Bett verstecken, das tat sie sonst nie. Ich hab die Tür dann zugemacht (Ich hätte sie nicht mehr da raus bekommen) also hat sie sich ins Wohnzimmer auf ihren Sessel gelegt und sich nicht mehr gerührt. So lag sie dann und ich sah, sie driftete immer mehr ab. Sie kam einmal noch für 5 min zu mir, legte sich neben mich, schleckte mir über die Stirn und ging dann wieder auf ihren Sessel (Um zu sterben?)
Sie hat sich einmal noch aufs Klo geschleppt, da kam aber (trotz Infusion und Urinanregendes Mittel) nicht viel raus. Sie war sehr schwach und ist langsam und schwankend gelaufen. Auf ihrem Sessel glitt sie in tiefe Schlafphasen, sodass sie nicht mehr richtig ansprechbar war. Sie hat die (sehr harten) Nieren richtig rausgestreckt, weil sie so Schmerzen hatte, denke ich.. Nachdem sie dann nicht mehr auf mein Streicheln reagieren konnte und wieder angefangen hat, stark zu zucken und zu krampfen (denke ich?!) hab ich den Tierarzt angerufen weil ich nicht mehr weiter wusste. Dieser kam und erlöste sie schließlich.

Ich habe während der Woche sehr oft mit dem Tierarzt telefoniert und über mögliche Alternativen gesprochen (z.B. stationärer Aufenthalt in der Tierklinik). Dies wollte ich ihr aber ersparen, weil sie so sehr auf mich fixiert war und ich konnte sie nicht irgendwo alleine in einer dunklen Box lassen und ich konnte den Gedanken nicht ertragen, dass sie ohne mich im Fremden sterben muss. Außerdem meinte der Tierarzt, dass die auch nicht viel machen könnten als Infusionen (nach denen es ihr besser gehen sollte!!!)

Nun mache ich mir natürlich große Vorwürfe, ob ich zu schnell aufgegeben oder ob ich zu egoistisch war.. Aber sie hat so gelitten. Schmusen mit mir war für sie das Größte, wenn sie gekonnt hätte, wäre sie in mich reingekrochen.
Das wollte sie gegen Ende dann auch nicht mehr. Anfassen war ihr Unangenehm bis schmerzhaft..

Aber es ging alles so wahnsinnig schnell. Innerhalb einer knappen Woche war aus meiner munteren, hüpfenden, liebesbedürftigen und spielenden Maus eine todkranke Katze geworden..

Was denkt ihr, habe ich es richtig gemacht? Ich kann weder schlafen, noch essen.. Sie fehlt mir so unendlich und mich plagen eben diese Zweifel und Schuldgefühle so sehr..
Bitte helft mir..
 
  • Schuldgefühle.. Meine Mimi fehlt so sehr :( Beitrag #2
Hallo,
Welch eine dramatische Geschichte die du mit deiner kleinen erlebt hast. Es tut mir sehr leid das sie über die Regenbogenbrücke gehen musste. So wie du geschrieben hast, hast du alles erdenkliche und mögliche für deine kleine getan was ging. Ich bin mir sicher das man einfach weiß, wenn es an der Zeit ist ein geliebtes Tier gehen zu lassen und es nicht mehr leiden soll.

Sie bleibt auf jeden Fall in deinem Herzen

Run free and feel free kleine Mimi
 
  • Schuldgefühle.. Meine Mimi fehlt so sehr :( Beitrag #3
Du hast alles getan was dir in der aktuellen Situation richtig erschien und selbst wenn du hinterher den Eindruck hast etwas nicht ganz richtig gemacht zu haben, nimm es wie es ist.Wir sind doch alle nicht davor gefeit eine "falsche" Entscheidung zu treffen. Mein Beileid zu deinem Verlust. Und lass dir Zeit mit dem Drüberwegkommen,ich weiß sehr genau wie das ist. Letztens hab ich 4 J. gebraucht bis ich mich wieder FÜR ein Haustier bzw. die jetzigen 2 Katzen entschließen konnte.
 
  • Schuldgefühle.. Meine Mimi fehlt so sehr :( Beitrag #4
denkst du denn dass es eine falsche Entscheidung war? Ich bin da auf keinen Fall objektiv, es ging einfach alles zu schnell.. ich werde aber nochmal mit dem Tierarzt reden, denke ich. Andererseits hätte er sie doch sicher nicht eingeschläfert wenn es noch Chancen gegeben hätte..

ich hab noch einen anderen Kater, der versteht die welt auch nicht mehr.. eben hat er noch mit ihr gespielt und jetzt sucht er sie überall.
ich denke wir brauchen beide erstmal zeit zum trauern und verarbeiten und ob dann eine neue Katze einziehen kann, weiß ich nicht..
 
  • Schuldgefühle.. Meine Mimi fehlt so sehr :( Beitrag #5
Wer nicht dabei war kann sich da auch keine Meinung bilden,ich würde deine Entscheidungen niemals "bewerten" wollen und in richtig oder falsch einstufen,steht keinem zu das zu tun. DU führst "Regie" und sonst keiner. Rede ruhig nochmal mit dem Tierarzt, er kann deine "Unsicherheiten" bestimmt ausräumen.

Als ich 2012,2013 und 2014 meine Tiere erlösen musste ging es auch mega schnell. Da war überhaupt keine Zeit groß zu überlegen, da war sofort handeln nötig. In so einer Situation war unser Tierarzt und sein Rat goldwert,danach richte ich mich und wenn es dann heißt es ist besser das Tier zu erlösen,dann tu ich das auch. Bei mir ist das wie bei allen anderen ein Weltuntergang,damit komme ich nur sehr schlecht klar....aber was nicht mehr geht........

Der Kater,der nun "übrig" ist braucht wie du auch jetzt viel Zuwendung,ihr könnt euch sicher gut gegenseitig trösten und helfen.Hab Geduld mit dir und ihm,das wird schon wieder.
 
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  • Schuldgefühle.. Meine Mimi fehlt so sehr :( Beitrag #6
Mein Mitgefühl für den schweren Verlust. Ich bin mir sicher das du alles mögliche für deine Mimi getan. Deine Zweifel gehören zur Trauer dazu. Als die Katze meines Bekannten im Mai diesen Jahres erlöst wurde, ich war dabei, hat die Tierarzt erwähnt das es die Tatsache ist das wir in dem Moment Richter über Leben und Tod sind. Diese Tatsache macht es so schwer damit klar zu kommen.
Denk bitte daran das deine Mimi für immer in deinem Herzen ist und sie im RBL keine schmerzen mehr hat.
Lass dir und deinem Kater Zeit zum trauern. Irgendwann zieht dann bestimmt wieder ein Kumpel ein.

Traurige Grüsse
Marina
 
  • Schuldgefühle.. Meine Mimi fehlt so sehr :( Beitrag #7
Liebe Steffi!
Mein Beileid zum Verlust deiner geliebten Katze. Du hast alles für Mimi getan, um ihr zu helfen und du hast mit viel Liebe am Ende die Entscheidung getroffen, sie erlösen zu lassen, um ihr weiteres Leiden zu ersparen.

Mach dir keine Vorwürfe, du hast bestimmt nicht zu früh aufgegeben. Ich glaube sogar, dass es viel schlimmer gewesen wäre, wenn du um ein paar Tage Lebensverlängerung zu erreichen, Mimi in die Klinik gegeben hättest und sie dort vielleicht ganz allein verstorben wäre.

Es ist so schwer, diese letzte Entscheidung zu treffen, aber es ist unsere Chance, einem geliebten Lebewesen Schmerzen zu ersparen.

Komm gut an, kleine Mimi.
 
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