Hallo zusammen,
Ich bin neu hier und dies wird eine längere Geschichte, aber ich muss mir das von der Seele schreiben und vielleicht kann ja jemand nachvollziehen, was geschehen ist und ob ich richtig gehandelt habe.
ich ließ meine Mimi am Donnerstag Abend um 21.15 Uhr vom Tierarzt zu Hause einschläfern. Sie war meine über alles geliebte Seelenkatze, seit ich sie damals mit 6 Jahren als unvermittelbarer Fall aus dem Tierheim geholt habe. Sie war inzwischen 13 Jahre alt.
Sie war immer sehr gesund, hatte nie Krankheiten oder andere Probleme. (Einmal ein schlimmer Zahn, der entfernt wurde). Sie hatte jedoch die Narkose nicht vertragen bzw. aufgehört selbst zu atmen und musste beatmet werden, daher hab ich mir gesagt, Narkose gibt es nur noch in dringendsten Fällen.
Seit einiger Zeit hat sie öfters mal gehustet, dies wurde mit etwas Cortison behandelt (Was ihr sehr gut half) und als "Asthmächen" diagnostiziert. Nicht arg schlimm und das Husten trat nach der Spritze immer erstmal nicht mehr auf.
Im April diesen Jahres hatte sie dann plötzlich eine Mittelohrentzündung mit geplatztem Trommelfell. Sie bekam Antibiotika (Baytril soweit ich weiß) und die Entzündung war komplett abgeheilt.
Im Mai dann vermehrtes Husten und Röcheln, wieder gab es Cortison und das Herzabhören ergab ein Herzgeräusch. Sie bekam Prilium verordnet.
Das Husten und Röcheln blieb weg, aber sie hat ca eine Woche später plötzlich angefangen unglaublich viel zu Trinken.
Hier mein Fehler: Ich vermutete, dass ihre Nieren einfach mehr arbeiten mussten durch das Prilium und das AB und Cortison. Wir sind nicht sofort zu Tierarzt
Am 02.06 abends (ca 1 Woche später) hat sie dann mäkelig gefressen aber es war ja auch so heiß draußen. Am 03.06 hat sie weder morgens noch abends was fressen wollen, nur getrunken hat sie immer noch sehr sehr viel. Sie war auch nicht auf Toilette. Sie hat einmal erbrochen, weißer und gelber Schaum.
Also für Dienstag früh gleich einen Termin beim Tierarzt. Dort wurden Blutwerte und ein Sono der Nieren gemacht. Diagnose: akute Niereninsuffizienz und Darmschleimhautentzündung.
Sie bekam Flüssigkeit und AB wegen der Entzündung. Das Würstchen (das beim Tierarzt immer kam sah gut aus)
Zu Hause hat sie dann ein bisschen gefressen und ich dachte es wird besser. Abends war sie dann sehr sehr schlapp, wollte sich nicht mehr bewegen, nicht viel schmusen und sie war nur ein einziges Mal auf Toilette. Getrunken hat sie noch aber nicht gegessen.
Am Mittwoch waren wir wieder dort und sie bekam ein Flüssigkeitsdepo unter die Haut gespritzt und etwas gegen die Übelkeit. Wir wollten eine intravenöse Infusion machen aber sie hat sich so schrecklich gewehrt, dass der Arzt die subkutanen gegeben hat. Sie hat beim Tierarzt dann flüssigen gelben Durchfall gehabt.
Wieder zu Hause hat sie 2 Mini Leckerchen gegessen, getrunken und wurde danach wieder komplett apathisch. Zwangsernährung war aufgrund starker Gegenwehr nicht möglich (Sie hat gewürgt, ihr war ganz arg schlecht). Sie hat einmal unter starkem Schmerzen erbrochen, weißer und gelber Schaum.
Ich dachte, sie überlebt die Nacht nicht.
Morgens früh war sie dann wieder etwas fitter, ist mit auf den Balkon (das hat sie immer sehr geliebt) aber wollte weder Essen noch trinken.
Also wieder zum Tierarzt, dieses Mal gab es intravenöse Infusion über 3h, etwas gegen Übelkeit und urintreibendes Mittel, was eine einzige Qual für sie war. Sie hat sich ständig in ihrer Box auf ihren Fuß gestürzt, sich gebissen und geschrien. Ich saß die ganze Zeit dabei und habe ihr zugeredet. Etwa die letzten 30 min hatte sie sich etwas beruhigt, hat aber angefangen stark und unkontrolliert zu zucken. Ich vermute sie hatte Krämpfe.
Wieder zu Hause wollte sie sich hinter dem Bett verstecken, das tat sie sonst nie. Ich hab die Tür dann zugemacht (Ich hätte sie nicht mehr da raus bekommen) also hat sie sich ins Wohnzimmer auf ihren Sessel gelegt und sich nicht mehr gerührt. So lag sie dann und ich sah, sie driftete immer mehr ab. Sie kam einmal noch für 5 min zu mir, legte sich neben mich, schleckte mir über die Stirn und ging dann wieder auf ihren Sessel (Um zu sterben?)
Sie hat sich einmal noch aufs Klo geschleppt, da kam aber (trotz Infusion und Urinanregendes Mittel) nicht viel raus. Sie war sehr schwach und ist langsam und schwankend gelaufen. Auf ihrem Sessel glitt sie in tiefe Schlafphasen, sodass sie nicht mehr richtig ansprechbar war. Sie hat die (sehr harten) Nieren richtig rausgestreckt, weil sie so Schmerzen hatte, denke ich.. Nachdem sie dann nicht mehr auf mein Streicheln reagieren konnte und wieder angefangen hat, stark zu zucken und zu krampfen (denke ich?!) hab ich den Tierarzt angerufen weil ich nicht mehr weiter wusste. Dieser kam und erlöste sie schließlich.
Ich habe während der Woche sehr oft mit dem Tierarzt telefoniert und über mögliche Alternativen gesprochen (z.B. stationärer Aufenthalt in der Tierklinik). Dies wollte ich ihr aber ersparen, weil sie so sehr auf mich fixiert war und ich konnte sie nicht irgendwo alleine in einer dunklen Box lassen und ich konnte den Gedanken nicht ertragen, dass sie ohne mich im Fremden sterben muss. Außerdem meinte der Tierarzt, dass die auch nicht viel machen könnten als Infusionen (nach denen es ihr besser gehen sollte!!!)
Nun mache ich mir natürlich große Vorwürfe, ob ich zu schnell aufgegeben oder ob ich zu egoistisch war.. Aber sie hat so gelitten. Schmusen mit mir war für sie das Größte, wenn sie gekonnt hätte, wäre sie in mich reingekrochen.
Das wollte sie gegen Ende dann auch nicht mehr. Anfassen war ihr Unangenehm bis schmerzhaft..
Aber es ging alles so wahnsinnig schnell. Innerhalb einer knappen Woche war aus meiner munteren, hüpfenden, liebesbedürftigen und spielenden Maus eine todkranke Katze geworden..
Was denkt ihr, habe ich es richtig gemacht? Ich kann weder schlafen, noch essen.. Sie fehlt mir so unendlich und mich plagen eben diese Zweifel und Schuldgefühle so sehr..
Bitte helft mir..