Als das Plüsch-Puschel 2007 ging war mir klar, dass ich nicht lange ohne Tigerin sein konnte. So sehr hab ich nach dir gesucht - und gefunden - und wieder verloren - und wieder gefunden.
Ich wußte es vom ersten Moment, als ich das Foto sah, dass DU es bist. Und doch brauchte es einen Umweg über alte weiße Erinnerungen bis ich dich in meinen Arme halten durfte. Ich habe dich gefragt, ob du es bist und du hast deine Pfote ganz sanft auf mein Auge gelegt und mir Frieden gegeben.
Du warst so klein und so verloren, viel zu früh entrissen aus dem sicheren Nest deiner Familie - erst 7 Wochen alt und doch schon seit einer Woche allein. Lina hat dir alles gezeigt.
Und so erstrahlte dein Sonnenscheingemüt mit dem du alle immer verzaubert hast. Alle mochten dich und deine liebe unbekümmerte Art.
Du mußtests soviel wieder lernen. Dein nächtlicher Teenie-Ausflug zur Disko wird unvergessen bleiben. Ich habe so gelitten, ich wußte du bist da irgendwo und konnte dich nicht finden. Immer weiter bist du von zu Hause weggelaufen - du warst sicher, du würdest nach Hause laufen, aber es war der falsche Weg. Nur dank des Halsbandes haben sie dich gefunden - es war so kurz vor knapp.
Danach bist du nie mehr außer Hörweite von mir gegangen, warst immer da, erreichbar, präsent - unauffällig, im Hintergrund.
Die Spaziergänge mit dir waren zu süß - wie ein kleines Rehböckchen bist du voran gesprungen - und hast dich immer nach mir umgedreht und dich mit Mauzen versichert, dass ich da bin. Das wird mir so fehlen.
Und wer bearbeitet jetzt morgens meine Stehlampe um mir klar zu machen, dass jetzt Kuschelzeit ist? Wer trampelt dann schnurrend auf mir rum um sich dann auf meiner Brust schlafen zu legen? Keine Rammbock-Köpflerin mehr...
So oft konnte man sehen, dass die Verbindung in die Ferne nie ganz abgerissen ist. Wenn du gekuschelt hast, an der Decke genuckelt, dann warst du dort - so weit weg. Aber dein Platz, deine Aufgabe war hier - bei mir. Begleiterin.
Dein Plüschfell - so weich - das dir deine Mix-Mama vererbt hat - wurde so oft von mir naßgeweint. Und du lagst schnurrend in meinem Arm, deine Pfote auf meinem Gesicht oder an meiner Hand - und gabst mir Frieden. Jetzt begleiten dich meine Tränen dorthin.
Die Mix-Mama hat dir neben dem weichen Fell und dem Puschelschwanz (der längste Schwanz den ich je bei einer Katze gesehen habe) auch den Tod vererbt. Ich habe es immer gewußt, auch wenn mir 3 Ärzte sagten, es sei alles ok -
HCM.
Doch dich hat das nie gestört, du hast es einfach ignoriert. So lebhaft, so verspielt, so hibblig - nichts konnte dich in deinem Bewegungsdrang aufhalten. Laufen, rennen, flitzen - die Bäume rauf und runter, eine andere Katze angesprungen und weiter, weiter, weiter - nur keine Pause. Drinnen sein war nichts für dich - zum schlafen, kuscheln - Ja - aber kaum warst du wach warst du unterwegs. So zufrieden mit sich und der Welt - Sonne - leben - Lebensfreude pur.
Wer schaut jetzt immer nach den Pflegis, ob sie verträglich sind? Wer begrüßt jetzt die Besucher? Wer schaut nach Tabbys altem Freund? Wer belagert die Kartons? - beinahe hätte ich dich aus Versehen mal verschickt....
Deine Aufgabe uns zu begleiten war zu Ende als das neue Leben hier begann. Einer kam, einer ging - Grünauge - es wurde Zeit.
Doch ich wollte dich noch nicht gehen lassen - nicht so schnell. Es war noch nicht Zeit... Wir bekamen Verlängerung. Ich wußte, es ist geborgte Zeit und es wird uns einholen. Nun war es soweit. Das Datum falsch - etwas zu früh - und doch hatte ich es gewußt, dass dieser Sommer dein letzter sein würde.
Es tut so weh
Ohne Tigerin
Soviele Jahre
Ich werde dich nicht suchen.
Doch ich weiß - irgendwann, irgendwo - werde ich in ein paar Seelenaugen schauen und es wissen.
Meine Tigerin wird mich begleiten.
Und nun lauf - ich hab dir die Wiese versprochen - ich bin da