Ich hatte auch überhaupt kein gutes Gefühl dabei, da ich weiß, daß Antidepressiva zumindest im Humanbereich erst eingeschlichen werden. Von daher nicht von einem auf den anderen Tag wirken. Und die TÄ will dies nun einsetzen, um Ludwig zu beruhigen.
Nein, auch im Humanbereich werden Antidepressiva nicht grundsätzlich eingeschlichen. Das wird, bzw. wurde aber bei einer bestimmten Gruppe von Antidepressiva so gehandhabt weil viele Patienten die Behandlung wegen der Nebenwirkung vorzeitig abgebrochen haben und man sie so sanfter heranführen konnte. Inzwischen gibt es aber verträglichere Antidepressiva.
Man findet ganz wenig echte Erfahrungsberichte im Zusammenhang von Antidepressiva und Katzen. Auch kaum Fachliteratur.
Ich vermute mehrere Gründe:
Einerseits ein rein praktischer Grund, das ist die Zulassung. Das Medikament meiner Katze ist beispielsweise auch nur für Hunde zugelassen. Zulassungsverfahren sind teuer und aufwändig und scheinen sich in dem Fall für Katzen oft nicht zu lohnen.
Dann gibt es was Psychopharmaka im Allgemeinen angeht (also nicht nur in Bezug auf Tiere) sehr große Vorurteile in der Bevölkerung. Und oft auch viel zu wenig Aufklärung woran ich aber auch den Tierärzten Schuld gebe. Wenn eine Stoffwechelstörung wie z.B. Diabetes vorliegt dann ist es selbstverständlich und wird nicht hinterfragt, dass diese medikamentös behandelt werden sollte. Wenn aber eine Stoffwechselstörung im Gehirn vorliegt die z.B. zu einer Depression führt, dann ist die Ablehnung oft von vornehherein sehr hoch.
Und auch ich habe mir sorgfältig überlegt, ob ich überhaupt schreiben soll, dass meine Katze Antidepressiva bekommt. Das entspricht nämlich nicht dem Bild vom guten Katzenhalter mit der zufriedenen Katze das man vielleicht gerne vermitteln würde.
Keine Frage, natürlich sollte man zuerst einmal versuchen, den Grund des auffälligen Verhaltens zu beheben, aber dies geht eben nicht immer.
Du kannst deinem Ludwig seinen Wilhelm nicht zurück geben und wenn du bezüglich seiner Erkrankung Gewissheit haben möchtest wird er lange still halten müssen und ihr werdet ihm Blut abnehmen müssen.
Alle die mit ihren ablehnenden Beiträgen zu deiner Verunsicherung beigetragen haben, solltest du doch auch hinterfragen, worauf ihr Wissen über die Wirkung von Antidepressiva speziell bei Katzen beruht, auch was das Thema
Sedierung betrifft. ;-) Oder ist das vielleicht gar keine Fachkenntnis sondern Vermutungen und Vorurteile?
Nichts gegen Bachblüten, Zylkene und Co. Sie sind sehr sanft aber sie wirken eben auch sanft bis überhaupt nicht. Zumindest können solche Mittelchen aus einem Kampfkater kein Lämmchen machen der mal 10 bis 15 Minuten ruhig stehen/ bzw. liegen bleibt damit sein Herz gründlich geschallt werden kann. Für anderweitige Erfahrungen aus erster Hand bin ich aber offen :-D
Und gerade wenn du eigentlich Vetrauen zu deiner Tierärztin hast, rate ich dir, die schon in meinem ersten Post angesprochenen Punkte und deine Unsicherheit mit ihr in Ruhe zu besprechen.