Freitag bekam Joy die 5. Chemo, nach Behandlungsplan erstmal die Letzte. Wir haben mit dem Tierarzt gesprochen. Er hat gesagt, er fühlt die Tumore nicht mehr. Das können wir in soweit bestätigen, als daß die Tumorkerne nicht mehr zu tasten sind, wohl aber das derbe Gewebe um den Größten und der zweite Tumor darunter fühlt sich an wie ein winziges Schottersteinchen. Das ist dann wohl Gewebe, das sich um den Tumor herumgebildet hat. Eine Kollegin hat mir gesagt, das wäre bei Menschen durchaus üblich und müsse also kein Tumorgewebe sein.
Unser Tierarzt hat uns die Wahl gelassen, ob wir noch 2-3 Chemogaben dranhängen wollen. Es würde aber nur die aktiven Tumorzellen angreifen, die schlafenden nicht. Die könnten aber wochen- bis monate- bis jahrelang oder auf ewig schlafen, man kann da gar keine Prognose geben. Zudem könne sich eine Resistenz gegen das Medikament aufbauen. Somit haben wir entschieden, mit der Chemo bis auf Weiteres zu pausieren. Unser Tierarzt meinte, er könne gerne Ultraschall und Röntgen machen (auf meine Anfrage), sagte uns aber, daß, wenn man Verschattungen sehen würde, würden wir uns zusätzlich Sorgen machen. Man kann dann eben auch nicht sagen, ob es tumorartige Veränderungen seien oder eben nicht. Somit haben wir entschieden, der Kleinen keinen Streß zu machen. Er hat Recht, daß ich mir sonst wahnsinnige Sorgen machen würde.
In 31/2 Monaten haben wir einen Untersuchungstermin in der Tierklinik, um zu sehen, ob sich was entwickelt hat. Bis dahin heißt es: Joy beobachten, verwöhnen und bekuscheln. Ich habe vor Erleichterung Rotz und Wasser geheult. Jetzt machen wir uns erstmal einen wunderschönen Sommer. Ist auch gut so, denn Joy frißt nach der Chemo immer recht wenig, trinkt aber bei Wärme gut. Aber man muß ja nix herausfordern. Und es ist ja auch eine Riesenbelastung für das kleine Körperchen.
Am Wochenende hat sie ziemlich wenig gegessen, aber auch nicht erbrochen. Sie kann mittlerweile damit wohl ganz gut umgehen. Gestern Abend hat sie dann ihren Appetit wiedergefunden. Ich füttere ganz vorsichtig, probiere Verschiedenes aus, was sie gerne ißt und gebe ihr kleine Portionen von ca. 50gr mit kleineren und größeren Pausen dazwischen und natürlich wenn sie maunzt, weil sie Hunger hat.
Am Freitag haben wir einen Termin bei einer Tierheilpraktikerin. Sie hat schon öfters Tiere nach der Chemo übernommen und naturheilkundlich weiterbehandelt. Bin mal gespannt, was sie für Joy tun kann. Scheint eine der Besten zu sein, wenn man den Berichten im Netz glaubt. Ergo weiterhin: Alles für die Katz´!, gelle?
Ansonsten geht´s Joy prima. Sie ist fürchterlich verschmust, was wir ja so von ihr kennen. Sie fühlt sich am Wohlsten auf meinem Bauch (tagsüber) und nachts im Bett bei meinem Mann. Da liegt sie auch tagsüber mächtig gerne und bügelt für ihn exklusiv Falten in seine Hemden und fusselt die natürlich auch ordentlich ein. ;0) Liebe Katze - teilt ihr Fell! Mal sehen, wann ihre langen Schnurrhaare wiederkommen...