Hallo meine Muckl-Katze,
heute ist genau der 365. Tag ohne dich.
Am 22.06.09 um ca. 18.15 Uhr musste ich dich über die Regenbogenbrücke gehen lassen.
Seit diesem Tag ist kein Tag vergangen, an dem ich nicht an dich denken musste.
Ich kann kaum schreiben, weil ich, wie so oft in diesem Jahr, weinen muss, weil du mir so wahnsinnig fehltst.
Trotzdem will ich hier mal unsere Geschichte aufschreiben.
Deine Mama war eine arme Streunerkatze, die keiner haben wollte. Beim Nachbarn meiner Tante fraß sie die Abfälle vom Kompost nur um nicht zu verhungern.
Da wir zu der Zeit gerade keine Katze hatten fragt meine Tante, ob wir deine arme Mama nicht aufnehmen könnten.
So zog sie also bei uns ein. Sie war zwar sehr scheu, fühlte sich hier aber bald Zuhause.
Dass sie zunahm und runder wurde wunderte keinen, immerhin hatte sie davor lange hungern müssen.
Am Morgen des 25.04.1989, es war 1 Woche vor meinem 5. Geburtstag, wachte ich im Elternschlafzimmer auf und sah deine Mama am Bettende in einem blauen Sack mit aussortierter Wäsche liegen.
Ich krabbelte runter um sie zu streicheln und sah plötzlich 3 kleine schwarz und schwarz-weiße Würmchen liegen.
Ganz aufgeregt zog ich an der Bettdecke meines Papas. Er solle mal schauen, wir hätten kleine Katzen bekommen!
Er war noch total verschlafen und meinte, ich solle wieder weiterschlafen und nicht solchen Blödsinn reden.
Als ich aber nicht aufhörte standen meine Eltern doch auf und waren über unseren Familienzuwachs genauso erstaunt.
Schnell hatte jeder seinen Favoriten gefunden. Deine pechschwarze Schwester sollte später zu meiner Oma kommen, dein Bruder gehörte meinem Bruder und du warst ab sofort mein Liebling.
Da ich ja selber noch sehr klein war kann ich mich leider nicht besonders gut an deine jungen Jahre erinnern, aber ich weiß, dass die Bindung zwischen dir und mir stetig gewachsen ist.
Du warst da, wo ich war und umgekehrt.
Und wenn du mal nicht da warst brauchte ich dich nur rufen und kurze Zeit später standest du schon vor meinem Fenster.
Mit der Zeit haben wir viele kleine gemeinsame Rituale entwickelt. Wenn ich z. B. nach Hause kam hast du das immer schon von weitem mitgekriegt. Du kamst auf mich zu und ich musste dich rufen, dann hast du dich umfallen lassen um damit ich dich ausgiebig durchkraulen konnte!
Dein Lieblingsschlafplatz war bei mir im Bett. Am liebsten unter der Decke an meinen Bauch gekuschelt.
Eine Zeit lang hast du auch ganz gern über meinem Kopf geschlafen. Dass du davor immer auf meinem Kopf getretelt hast tat zwar verdammt weh, aber nie im Leben hätte ich dich davon abgehalten. Hauptsache du hast dich wohl gefühlt.
Du konntest aber auch ganz schön anstrengend sein. 4 – 5 mal in der Nacht rein und raus wollen waren keine Seltenheit. Und wenn man nicht gehorchte wie du wolltest konntest du seeeehr aufdringlich und laut sein!
Weil mein Bett direkt unterm Fenster steht und du gern das ganze Fensterbrett abgeräumt hast, wenn man dir nicht in angemessener Zeit das Fenster geöffnet hat, hast du mir eines Nachts ein schweres Glas auf den Kopf geschmissen! Aber böse konnte ich dir trotzdem nie sein.
Und kochen, ohne dass für dich was abfällt gabs auf gar keinen Fall! Dein beharrliches maunzen und dein Blick, als wärst du halb am verhungern ließen keinen kalt. Du wusstest immer, wie du bekommst was du willst. Selbst den Hundekorb hast du dir zu eigen gemacht
Später, als du älter und langsam taub wurdest hast du fürchterlich laut geschrien. Wenn man dann aber nach dir geschaut hat bekam man einen den „Is was?“-Blick und du bist einfach davon marschiert.
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Als du im März 09 mit fast 20 Jahren mit deinem Beinbruch nach Hause kamst machte ich mir riesige Sorgen um dich, ob das auch alles wieder so heilt wie es soll. Nächtelang hab ich im Wohnzimmer auf der Couch geschlafen, weil du dich nur unterm Kachelofen verkrochen hast. Jeden Morgen bin ich zu dir runter gekrochen um dir mit Hilfe von Leberwurst deine Medizin zu geben. Zum Glück und zum erstaunen aller warst du aber recht bald wieder fast die Alte.
Du warst so fit, dass alle dachten, du würdest noch länger bei mir bleiben…
Ich weiß noch, wie du vor einigen Jahren bei mir im Bett lagst und ich anfing zu weinen, weil ich so große Angst davor hatte, dass du irgendwann nicht mehr bei mir sein wirst. Du warst doch mein Ein und Alles!
Zu diesem Zeitpunkt hätte ich aber nie geglaubt, dass du noch so alt werden würdest.
Aber irgendwann war der Zeitpunkt Abschied zu nehmen doch da.
Dass es aber so plötzlich kam und so schnell ging hätte ich aber nicht gedacht. Ich hab mir immer gewünscht, dass du eines Tages in Frieden Zuhause einschläfst, aber leider wollte es unser Schicksal anders.
Ziemlich genau jetzt vor einem Jahr, bevor wir zum letzten Mal zum Tierarzt fuhren haben wir noch zusammen im Bett gelegen. Ich hab dich gestreichelt und mit dir gesprochen und mir Zeit für den Abschied genommen.
Dich gehen zu lassen war die schlimmste Entscheidung, die ich bisher in meinem Leben treffen musste.
Aber ich bin dir so dankbar, dass du ich den vorherigen 20 Jahren mit dir lernen konnte, was es heißt die Verantwortung für ein Lebewesen zu tragen, damit ich an diesem Tag diese Entscheidung treffen konnte.
Ich danke dir, dass ich du dein Leben mit mir verbracht hast weil du es so wolltest.
Ich danke dir, dass du meine Welt um soviel schöner, besser und lebenswerter gemacht hat.
Durch dich habe ich gelernt wie fabelhaft Katzen sind und bin so auf ewig ein Katzenmensch geworden.
Ich liebe Basti, Susi und Lilli auch sehr. Sie alle haben mir geholfen, über deinen Verlust hinwegzukommen, aber dich kann nie jemand ersetzen.
Du wirst auf immer und ewig DIE EINE sein, meine Seelenkatze, die beste, die ich mir wünschen konnte!
Mäuslien, ich liebe und vermisse dich und ich hoffe, dass wir uns irgendwann wieder sehen.