Sie nannten es Urlaub in der Toskana.
Ich nenne es, eine Woche Hausarrest!
Es hätte uns ja was passieren können, hat unsere Zweipfotige gesagt.
Nur weil sie irgendwo in die Fremde fährt, müssen wir alle auf frische Luft verzichten.
Eine Postkarte hat sie mir nicht geschrieben; in meiner „beleidigten Leberwurst- Verfassung“ hätte ich sie sowieso nicht gelesen!
Ich gebe zu, dass ich ganz schön pikiert war, als der schwarze Koffer in der Diele stand. Ich muss gestehen, dass dies nicht oft vorkommt.
Da waren sie um die Ecke und so guckten wir uns alle irritiert an.
Wie zu? Wie „keiner verlässt das Haus“...Hä?
Der Finni schmiedete sofort lauthals Fluchtpläne, der Fritz tat dies auf seine ruhige besonnene Art.
Aber das ist eine ganz andere Geschichte.
Finni arbeitete jeden Tag an seinen Fluchten, als wenn er den Ausbruch von Alcatraz plante. Er hatte was zu tun und ich was zu gucken.
Aber es ist nicht so, als wenn ich mich nicht beschäftigen könnte.
Wenn mir der Wind um die Nase weht und ich freien Blick auf wärmende Sonne und grüne Wiesen habe, geht alles besser.
Durch dreckige Scheiben ist das so eine Sache!
Die Nikki hat sich damit fit gehalten den Titus durch das ganze Haus zu jagen- work in- nicht out.
Ich habe mir das alles ziemlich sicher und ungestört von meinen Ausguck hinterm Sofa beobachtet. Ich bin einfach eine Einzelkatze und mag es gar nicht, wenn mir jemand mit vier Pfoten zu nahe tritt.
Aber ich kann mit meiner puren Stimmgewalt (fast) Gläser zum Zerspringen bringen).
Diese meine Mitbewohner haben einfach zu viel Energie, die meinige ist eher nach innen gerichtet.
Fritz hat alles vom Schrank aus beobachtet, ab und an mal gefaucht, aber sonst ruht der auch in sich selbst, eben so lange, bis man ihn zuviel ärgert.
Ich denke, er einzige, der das wirklich klasse fand, ist der Titus.
Beneidenswerte unschuldige Jugend!
er weiß nichts von diversen Düften, die Katz verträumt ein- und ausatmet.
Nichts von warmer glänzenden Sonnenstrahlen, ohne Scheibe.
Das leise Flüstern der Blätter und das grobe Plumpsen der Äpfel auf die Wiese.
Ach ja, alles einfach herrlich!
Aber wir wären in dieser kollektiven Misere ja nicht wir, wenn wir die Zweipfotigen, die uns versorgt haben, nicht in Schach gehalten hätten!
Der Titus hat in schöner Regelmäßigkeit in das gerade aufgefrischte Klo einen dicken stinkenden, bäh, ich rede lieber nicht weiter, sonst bleibt mir die Luft weg...
Meine empfindliche Nase, Kerle!
Die Zweipfotigen waren zauberhaft und liebevoll, obwohl sie einen kleinen verwöhnten Kläffer zu Hause haben.
Sie scheinen variabel, hier waren sie absolute Katzenmenschen.
Das Fazit der Einsiedlerwoche:
Zweipfotige zur Katzenliebe bekehrt- war aber eigentlich eine Selbstverständlichkeit!
Nikki und Titus können sich nun leiden. Die Nikki hat eingeräumt, dass sie doch gut mit ihm spielen kann und ihn nicht immer nur verkloppen muss.
Ich habe dem Finni mal ordentlich Bescheid gesagt und so richtig angefaucht.
Der meint nämlich immer, es würde gemacht, was er meint. Dass der wohl spinnt!
Wir haben uns nach anfänglichen Schwierigkeiten ganz gut zusammen gerauft und die letzten Tage dem Obi und dem Miezli lange Nasen gezeigt.
Weil die nie ins Haus dürfen. Der ungehobelte Obi pinkelt völlig ungeniert im Haus die Ecken an. Das findet meine Freundin nicht so prickelnd. Ich finde das allerdings auch recht grenzwertig.
Ach und das Miezli ist eine blöde eingebildete Ziegenkatze. Ich kann sie nicht leiden, sie hat so was an sich, ph...Das Wort hießt hier: Ignoranz meinerseits!
Nun nach zehn Tagen ist für uns Vierpfotigen wieder alles beim Alten.
Die Türen sind wieder geöffnet, die Sonne scheint, was will Katz mehr?
Titus hat mittlerweile „Teilausgang“
Ich sitze, wie immer gut getarnt und stille auf meinem Balkon und habe alles im Blick.
Einfach schön!