Wann soll, wann muss ich den Tierarzt rufen, für die finale Spritze?
War es das letzte, was mir meine Eltern im Leben beigebracht haben, als sie beide an Krebs erkrankt und nach langem Kampf gestorben sind?
Oft stand ich damels an ihren Betten, habe darum gebetet, sie mögen loslassen können und es war dann oft so, daß sie sich wieder berappelt haben.
Es ging oft auf und ab.
Daß ich mit meiner Schwester zusammen ihre teilweise Intensivversorgung übernommen habe und ihnen dadurch die Möglichkeit gegeben war, zu Hause zu sterben, erfüllt mich schon mit Demut.
Als einmal beide wieder einmal imn der Klinik waren, starb mein Hund Ras, mehr oder weniger direkt beim Spielen. Als er zusammenbrach, dachte ich noch kurz an Mund zu Maul Beatmung, aber ein Blick in seine Augen sagte mir, daß es vorbei ist. Er verstarb im jungen Alter von 8 Jahren an einem Schlaganfall: Sekundentod! Der Schock war riesig, kam unvorbereitet, aber solch ein Tod, ohne lange Krankheit, ist doch das, was ich mir für mich und auch für meine Lieben wünsche.
Als bei Muuzepuckel die FIV diagnostiziert wurde, war der Abstand zwischen den, sein Leben erhaltenden Spritzen, zum Schluß ein zwei Tage Rhytmus.
Da er sich nach den Spritzen immer wieder aufgerappelt hatte, war da immer wieder Hoffnung, aber auch immer wieder, wenn es ihm dann schlecht ging, Verzweiflung und Schmerz.
Es war schwer, mit ihm die letzte Fahrt zum Tierarzt zu machen und die Situation beim Tierarzt war hart und tränenreich. Aber er ist in meinen Armen eingeschlafen, bevor der Tierarzt ihn dann erlöst hat. Der Doc war sehr einfühlsam.
Vielleicht hätte ich die letzte Spritze noch ein oder zwei Wochen hinausschieben können, denn irgendwie habe ich beim Sterben meines Vaters begriffen, daß sein Wille, immer noch einmal einen Tag zu leben, über meinem Wunsch nach Erlösung für ihn stand.
Bei Mascha war es ähnlich, als sie in relativ kurzer Zeit durch ihre Niereninsuffizienz immer schwächer wurde. Aber sie hat auch gekämpft und war sicher auch froh, über jeden Tag, den sie hier noch hatte, aber irgendwann musste ich auch mit ihr diesen letzten Weg gehen.
Und jetzt mit Ciccio?
Klar ist mir, daß falls das Wasser in der Lunge so viel wird und er daran innerlich ertrinkt, ich ihn nicht noch einmal als Notfall in die Sauerstoffbox bringe, sondern, daß dann der Zeitpunkt gekommen ist, ihn zu erlösen.
Der Tierarzt stimmt mir da zu.
Momentan bin ich bei einer Dosis von 2x15mg Furosemid und bei seinem Gewicht von 6,4 Kg könnte ich auf bis zu 64mg pro Tag gehen, aber ich denke so lange werde ich nicht warten.
Ich denke bei 40mg am Tag ist Schluß!
Das erscheint mir die "richtige" Zeit, denn dann hat er nicht das Gefühl, daß er mit dem Tod ringt, sondern fühlt sich noch soweit wohl und mitten im Leben.
Ich werde den Tierarzt zu mir nach Hause holen, damit er dann hier in seiner vertrauten Umgebung einschlafen kann.
Wenn ich ihn mir so ansehe, bin ich mir sicher, daß er um seine Krankheit weiß und auch Julchen weiß, daß er schwer krank ist. Sie riecht es und sieht es an seinem Verhalten und die zwei gehen seitdem er vom Tierarzt kam auch anders miteinander um.
Und noch etwas: wenn früher unsere Freigänger merkten, daß es zu Ende geht, haben sie sich irgendwo versteckt, abgesondert und das ist doch in der Natur normal.
Nur kann eben eine Wohnungs/Gartenkatze sich diese letzte Ruhestätte nicht suchen, schließlich ist sie unter ständiger Beobachtung.