Mika hat gut gefrühstückt und seine kleine Runde durch den Garten gedreht.
Geweckt hat er mich heute morgen wieder nicht... es fehlt mir so sehr, morgens sein kleines Pfötchen in meinen Gesicht zu spüren!!!
Ich wünsche mir nichts sehnlicher, als dass er wieder "der Alte" wird und hoffe insgeheim, dass sich die Tierärztin einfach nur "geirrt" hat...
Tumor - vielleicht.... Bösartig - vielleicht nicht (?)
Die prompte Äusserung der Tierärztin "er wird daran sterben... innerhalb Wochen, vielleicht Monate..." klingt mir seit Montag im Gedächtnis nach.
Es wurde noch kein Blut, geschweige denn eine Gewebsprobe untersucht - wie kann sie sich so sicher sein???
Mir will das alles einfach nicht in den Kopf!!
Mika allerdings großem Stress durch unzählige Untersuchungen auszusetzen, versetzt mich in Angst. Ich weiß, dass er das hassen würde - er war als Baby so oft krank und hasst den Tierarztbesuch einfach!
Wenn es wirklich stimmen sollte, dass er nicht mehr viel Zeit hat, dann soll diese Zeit wenigstens ohne Stress und Ängste vergehen!
Hab meine kleine Sonne vorhin geschnappt, auf dem Arm gekuschelt und wie so oft mit ihm vor der Terrassentür gestanden. Wir haben die Vögel beobachtet, die sich die letzten Weintrauben aus den Ranken holen... Mir kamen nach wenigen Augenblicken die Tränen und ich musste Mika absetzen.
Bei allem, was mit ihm zusammenhängt, kommt mir früher oder später der Gedanke, dass es vielleicht das letzte Mal sein könnte...
Das letzte Kuscheln, die letzte Mahlzeit, der letzte Blick in die Augen...
Ich muss mich unglaublich zusammenreissen - habe fürchterliche Angst davor, einzubrechen, keine Kraft zu haben, um für Mika da zu sein. Mehrmals täglich schütteln mich Weinkrämpfe.
Es ist fast halb zehn... der kleine Schlumpf liegt in der Transportkiste und macht ein Schläfchen...
Obwohl er sich verändert hat, könnte man doch denken, dass er gesund ist. Äusserlich ist ja auch nicht das geringste zu sehen!! Wenn er dann auch noch Appetit hat und frisst, kommt mir wieder der Gedanke "die Tierärztin hat Blödsinn erzählt..."
Mir ist tief im Innern bewusst, dass dieser Gedanke falsch und trügerisch ist - und u. U. "am Schluss" alles noch viel schlimmer macht, aber ich kann die letzte Hoffnung einfach nicht aufgeben.