Für Mika - Weißt Du noch, wie klein Du warst?

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Samika

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Mein kleines Bärchen - weißt Du noch, wie klein Du warst?

Es war eigentlich ein gewöhnlicher Tag im Mai 2010.
Alexander und ich besuchten einen befreundeten Bio-Bauern auf dessen Hof.
Beim Kaffeetrinken wurde uns von der Freundin des Bauern erzählt, dass Kinder ein Katzenbaby hinter der Scheune gefunden hätten...
Man hatte das Kitten ins Heu, über dem Stall gelegt und gehofft, dass sich die Katzenmutter wieder darum kümmert.
Doch bislang lag das kleine Fellbündel ohne Wärme und Nahrung im Heu...
Ich war schockiert und mir fiel es so schwer gelassen zu bleiben und den Unterhaltungen am Kaffeetisch zu folgen.
Schließlich bat ich darum, mir das Kätzchen doch zu zeigen.
Alexander blockte gleich ab "Schau's Dir nicht an... ich weiß schon, was dann kommt...!".
Doch wir gingen zum Heuboden - und da lagst Du, mein kleiner Schatz!
Die Augen noch geschlossen, winzig winzig klein, so hilflos.
Nachdem ich Alexander weinend und bettelnd davon überzeugen konnte, dass Du verhungerst, wenn wir Dich nicht aus dieser Situation holen, bereitete ich alles vor, besorgte Aufzuchtmilch und alles Notwendige beim Tierarzt und wir holten Dich am 27.05.2010 zu uns nach Hause!
Du wogst gerade mal 140 Gramm - bissle mehr als ein halbes Päckchen Butter und (das habe ich dir ja schon oft erzählt), sahst eher aus, wie ein Hamster als eine Katze.
Du nahmst Dein Fläschchen, wenn auch zögerlich und ich war zuversichtlich.
Nun brauchtest Du aber einen Namen...
Weil Dein Schwanz so hübsche Kringel in rot und weiß zeigte, erinnertest Du mich an einen kleinen, süßen Waschbär.
Im Internet stieß ich dann auf die Information, dass es einen Indianerstamm gibt, bei dem "Mika" die Übersetzung für "Waschbär" ist. Mir gefiel das und es passte zu Dir - so kamst Du zu Deinem Namen.
Doch bereits wenige Tage später schon, lagst Du wie leblos in Deinem Bettchen und wolltest nichts mehr trinken.
Ich fuhr ganz besorgt mit Dir gleich zum Tierarzt.
Ich weiß noch genau, wie Du kleines zartes Wesen auf dem viel zu großen Behandlungstisch lagst - mehr tot als lebendig.
Laut Tierarzt hattest Du wohl einen Lungeninfekt und es gab nur zwei Möglichkeiten - entweder gleich "erlösen" oder aber es mit einer Aufbauspritze zu versuchen.
Natürlich wollte ich, dass Du lebst!
Du bekamst also die Spritze und bliebst über Nacht in der Tierarzt-Praxis - für den Fall, dass Du während der Nacht Hilfe benötigen solltest, die ich Dir zu Hause nicht geben konnte.
Mit den größten Befürchtungen rief ich gleich am nächsten Morgen um 8 Uhr beim Tierarzt an.
Noch heute, nach so vielen Jahren, klingen mir die Worte der Tierarzthelferin in den Ohren:
"Es ist ein kleines Wunder! Dem kleinen Mann geht es gut!"
Oh - wie dankbar und glücklich ich war, mein kleiner Schlumpf lebte!!!
Ich fuher so schnell ich konnte, um Dich wieder nach Hause zu holen - überglücklich liefen mir Freudentränen über das Gesicht!
Von diesem Tage an, nahmst Du Dein Fläschchen wieder an. Du wurdest größer, kräftiger und immer schöner.
Deine Äugelchen öffneten sich, Du machtest die ersten tapsigen Schritte, lerntest, wie man eine Katzentoilette (damals noch ein "umgebauter" Schuhkarton!) benutzt und begannst auch nach einigen Woche damit, Nassfutter zu fressen - es war eine solch große Freude all das zu sehen.
Immer größer wurde auch der Platz, den Du in meinem Herzen einnahmst, mein Schatz.
Du hattest es aber trotz all meiner Fürsorge in den ersten Lebensmonaten nicht leicht.
Du warst stark verwurmt und ich durfte Dich erst mit Entwurmungsmittel behandeln, wenn Du mind. 500 gr Gewicht erreicht hattest.
Dann kam die Blasenentzündung und danach die schwere Ohrentzündung!
Ach - mein kleines Bärchen - was musstest Du schon über Dich ergehen lassen!?
Doch Du warst stets so tapfer!!! Und wir haben alle Krankheiten gemeinsam besiegt!
Du wurdest ein so wunderschöner, sanfter Kater! Deine Augen zogen jeden in Deinen Bann!
Im Laufe der Jahre entwickelten sich so wundervolle Rituale und ich konnte meinen Stolz darüber, was aus diesem 140 gr. leichten "Hamsterchen" geworden war, nicht immer verbergen.
Selbst der Tierarzt meinte einmal: "Ist das der Kater, den Du mit der Hand aufgezogen hast? Der ist ja prächtig!".

Da wir Dein Geburtsdatum nicht kennen, Du aber, als ich Dich gefunden habe, ca. 7 Tage alt warst, haben wir Deinen Geburtstag immer am 20. Mai gefeiert.
Bislang durften wir diesen Ehrentag schon sieben Mal miteinander feiern!

Nun aber, mein kleines Bärchen, bist Du wieder krank - und diese Krankheit werden wir wohl nicht gemeinsam besiegen können.
Die Diagnose am 9.10.2017 war so niederschmetternd, dass ich seit diesem Tag nicht mehr ich selbst bin.
Ich bin voller Trauer und Schmerz, empfinde nur noch Verzweiflung, Hilflosigkeit und Wut und frage mich jeden Tag erneut: Warum? Warum ausgerechnet Du? Warum "so"?

Du bist solch ein liebes Katerchen mit einem zarten Wesen! Du bist meine kleine Sonne, die mir immer - jeden Tag - ein Lächeln ins Gesicht zaubert!
Und nun soll ich Dich auf diese furchtbare Art und Weise verlieren!?
Unsere wunderbare gemeinsame Zeit soll bald vorüber sein? Das kann doch nicht wahr sein!!!
Warum das Schicksal dafür sorgt, dass Du in Deinen letzten Wochen auf dieser Erde auch noch so leiden musst, kann ich einfach nicht begreifen!
Wieso nur nimmt unsere Geschichte ein so tragisches und unwürdiges Ende?

Mika, mein geliebter Schatz, Du sollst wissen, dass ich für jeden Tag mit Dir dankbar bin und es immer war.
Dein Platz in meinem Herzen wird auf alle Ewigkeit Dir gehören und ich werde Dich immer lieben - egal wo Du bist!

Wie Deine, bzw. unsere, nächsten Tage und Wochen aussehen, kann uns niemand sagen. Doch ich verspreche Dir, dass ich - auch wenn mir schon der Gedanke daran das Herz zerreisst - Dich nicht unnötig leiden lassen werde!
Du hast es nicht verdient zu leiden, meine kleine Sonne!

Du wirst zwar nicht mehr gesund, aber vielleicht schenkt man uns noch ein paar schöne Momente - vielleicht noch gemeinsame Spaziergänge durch den Garten, die eine oder andere Kuscheleinheit... Und sei es nur ein liebevoller Blick von Dir - ich bin für jeden Augenblick dankbar!!

Aber Du musst, wenn Du das möchtest, helfen, mein Schatz!!! Nur wenn Du ausreichend frisst, wirst Du die Kraft haben, noch etwas bei mir, Alexander und Cachina zu bleiben.
Ich muss natürlich akzeptieren, dass Du vielleicht nicht mehr möchtest - wie und was Du fühlst, weiß ich ja leider nicht... Es ist so unfair und tut so unglaublich weh!!

Ach mein lieber, zarter, kluger, wunderschöner Mika... weißt Du noch, wie klein Du warst? Nur 140 gr - bissle mehr als ein halbes Päckchen Butter... Doch du wolltest leben, warst immer tapfer und stark!
Im Traum wäre mir nicht eingefallen, dass sich unsere Wege eines Tages auf diese furchtbare Art und Weise trennen sollen.
Ich habe mir immer gewünscht, dass Du einmal in einem hohen, gesegneten Alter friedlich auf Deinem Lieblingsplatz im Garten "einfach einschläfst" - doch dies bleibt Dir nun verwehrt, mein Schatz, und ich sitze hier hilflos, kann nicht aufhören zu weinen und mein Herz tut weh...

Mein Bärchen, mein kleiner Räuber, Schnupsel...ich liebe Dich und versuche stark zu bleiben!

Deine zutiefst traurige "Mama"
 

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