Tag 9 nach der Diagnose

Diskutiere Tag 9 nach der Diagnose im Katzentagebücher Forum im Bereich Katzenfreunde; Heute ist kein guter Tag... dabei gibt es durchaus auch vielversprechende Neuigkeiten... Aber ich schreibe mal der Reihe nach: Wieder einmal...
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Samika

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Heute ist kein guter Tag... dabei gibt es durchaus auch vielversprechende Neuigkeiten...

Aber ich schreibe mal der Reihe nach:

Wieder einmal sitze ich verzweifelt und ratlos vor dem PC.
Hilf- und Ratlosigkeit überkommen mich und ich weiß nicht weiter.

Mika frisst von Tag zu Tag weniger.
Gestern Nachmittag habe ich damit angefangen, ihm ReConvales direkt ins Mäulchen zu geben.
Er ist so brav und tapfer und lässt es sich gefallen - doch er wird dann ungeduldig, so dass ich mehrere Anläufe brauche, um ihm einige Milliliter einzuflössen.
Eine fürchterliche Situation, die mich unsagbar traurig macht.

Schon gestern Abend hat er so gut wie nichts mehr zu sich genommen. Ich hatte ihm etwas Futter, wieder mit flüssig Leckerlie darüber, hingestellt. Doch er hat nicht mal den Flüssig-Snack vollständig aufgeschleckt und vielleicht zwei oder drei kleine Bissen Futter genommen...
Mir blutet das Herz, das mit ansehen zu müssen!
In der Küche stehen vier verschiedene, angebrochene Futtersorten - doch selbst Hühnchen oder Thunfisch werden bereits von Mika verschmäht!
Täglich werden Reste aus angebrochenen Futterbeuteln oder Päckchen im Klo runtergespült - es ist so frustrierend!

Mika liegt jetzt meistens abends auf der Bank auf der Terrasse.
Er kommt schon einige Tage nicht mehr auf mein Rufen hin aus dem Garten, sondern liegt still da. Er möchte von selbst auch nicht wieder in die Wohnung!
Gestern musste ich ihn - wie schon an manchen Abenden vorher - hineintragen!

Es war in der Vergangenheit meist der Hunger, der Mika veranlasste wieder hinein zu kommen. Manchmal saß er schon wartend vor der Terrassentüre.
Doch das scheint so endlos lange her...

Mika kam zwar gestern Abend mit mir ins Schlafzimmer, sprang allerdings nicht auf das Bett, sondern verkroch sich im Kleiderschrank.
Für mich war es ein wenig beruhigend ihn in meiner Nähe zu wissen und in der großen Hoffnung, dass er vielleicht bald doch wieder besser frisst, versuchte ich einzuschlafen.

Doch wie furchtbar war es, heute früh zu sehen, dass es Mika offensichtlich heute nicht gut geht!
Er wirkte irgendwie....hm..."traurig", lustlos und schlapp!
Nachdem ich ihm wieder etwas ReConvales ins Mäulchen gegeben hatte, stellte ich ihm frisches Futter, wieder mit flüssigem Leckerlie darüber, an seinen gewohnten Platz - doch er rührte nichts an! Nicht einmal den Schleck-Snack wollte er!

Entgegen seiner Angewohnheit morgens kurz in den Garten zu gehen, verzog er sich recht schnell wieder in den Kleiderschrank.
Mika hat nicht einmal einen Blick in den Garten vom Fensterbrett aus geworfen!

Ich bin völlig ratlos und zutiefst besorgt! Doch ich hoffe insgeheim, dass es vielleicht am Wetter liegt, dass Mika heute nicht nach draußen wollte... Heute ist doch ein eher kühler, nasser und ungemütlicher Herbsttag.
Es gab auch in der Vergangenheit Tage, an denen Mika nicht lange, oft oder auch gar nicht in den Garten ging.
Das waren dann verregnete und kalte Tage, an denen er lieber sein Katzenklo benutzte und die Zeit mit Dösen und Schlafen im gemütlichen Bett verbrachte.
Aber selbst an solchen Tagen hat er wenigstens gut gegessen und war aufmerksam...

Erst nach gut drei Stunden kam Mika vorhin kurz aus dem Schrank, hat ein paar wenige Bissen Futter genommen und ist anschließend wieder im Kleiderschrank verschwunden.

Ich bin ratlos - halte ich doch seit heute eine Möglichkeit in Händen, die Mika u. U. helfen könnte...

Gestern habe ich über 2 (!) Stunden mit Fr. Dr. Földy telefoniert!
Ich konnte kaum fassen, wie hilfsbereit und mitfühlend sie ist.
Wir haben über Mika, Tiermedizin und alternative Heilungsmöglichkeiten (TCM) gesprochen und sie berichtete mir über Erfolge, die sie durch Behandlung mit Artemisia Annua erzielen konnte.
Unglaublich, wie nett Fr. Dr. Földy ist!
Gleich nach unserem Gespräch erstellte Fr. Dr. Földy ein Therapiekonzept für Mika und schickte mir alle notwendigen Informationen per Mail zu.
Heute früh habe ich mir gleich alles ausgedruckt - die Medikamente kann ich selbst über die Apotheke oder das Internet beschaffen. Dosierungs- und Anwendungsanleitungen wurden mir von Fr. Dr. Földy in der Mail genannt.
Ich weiß gar nicht, wie ich dieser Frau danken soll!!!

Laut Fr. Dr. Földy soll Mika die Medikamente vor dem, bzw. zum Fressen bekommen und das ist für mich derzeit das Problem...
Da Mika so gut wie nichts mehr frisst, weiß ich nicht, ob ich ihm die Medikamente geben darf, oder soll...
Ich habe aufgrund seiner Verfassung heute den Eindruck, dass die alternative Heilmethode vielleicht zu spät kommt!
Auch Artemisia Annua benötigt eine Zeit, bis es wirkt und ich weiß nicht, ob Mika diese Zeit überhaupt noch hat!
Darf und sollte ich ihn zur Einnahme von Medikamenten zwingen?
Mir widerstrebt es jetzt schon, ihm das Ergänzungsfuttermittel einzuflössen - obwohl ich weiß, dass er es braucht und er es auch annimmt.

Wie lange darf ich dabei zuschauen, dass Mika immer weniger frisst?

Eine Katze, die nichts mehr frisst und sich zurückzieht leidet... unter Schmerzen, Stress oder Unwohlsein - das weiß ich und es zerreißt mir das Herz, aber irgendwie will ich es nicht wahrhaben!!
Mein Hirn will einfach nicht begreifen, dass ausgerechnet mein Mika so krank sein soll!
Vor allem weigert sich jede Faser meines Herzens gegen den Gedanken, Mika auf irgendeine Art und Weise leiden zu lassen!

Ich leide so sehr mit Mika, fühle mich selbst schon schlapp und erschöpft, kann kaum essen und das gesamte Umfeld leidet mit.
Geht es ihm ein klein wenig besser und er frisst, hebt sich meine Stimmung etwas an - doch geht die Laune schlagartig wieder in den Keller, sobald ich bemerke, dass er doch wieder kaum Nahrung zu sich nimmt und lieber alleine sein will.
Bei uns im Wohnzimmer war Mika seit Tagen nicht mehr...

Wie soll das alles weitergehen und wie soll ich das nur aushalten?
Am liebsten würde ich weglaufen....ganz weit weg!
Aber ich weiß natürlich, dass sich meine Probleme und Mikas Krankheit nicht in Luft auflösen - selbst wenn ich bis ans Ende der Welt laufen würde!

Was soll ich nur tun?
Macht eine alternative Behandlung für Mika noch Sinn? Sollte ich es trotz meines mulmigen Bauchgefühls probieren?

Wohl bemerkt: Meine Zweifel richten sich nicht gegen die Therapie oder die alternativen Mittel!
Ich bezweifle lediglich, dass Mika und mir ausreichend Zeit zur Verfügung steht.

Doch wie soll ich das wirklich wissen? Ich kann nur sagen, dass es zu spät war, wenn ich es überhaupt erst versuche, oder....?

Wenn ich doch nur früher von Artemisia Annua erfahren hätte!!!
Wenn ich doch nur viel früher bemerkt hätte, dass mein Mika krank ist!!!

Es ist schon so viel wertvolle und nicht wieder gutzumachende Zeit vergangen!
So kostbare Zeit, in der ich Mika nicht helfen konnte!

Oh - ich möchte meine Verzweiflung heute am liebsten in die ganze Welt hinausschreien!!!
 
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