Hallo ihr Lieben,
Wir haben eine ca 3-jährige freigänger Katze namens Mally. Vor 3 Tagen haben wir spontan einen einjährigen Kater ( auch freigänger) dazugeholt, den wir über einen Kontakt von Bekannten bekommen haben. Seine alte Familie muss aus Krankheitsgründen nach Österreich ziehen und der Kater kann leider nicht mit. Da sie nur noch 2 Tage bis zum Umzug hatten und sich sonst niemand gefunden hat, haben wir uns dazu entschieden, es mal mit ihm zu probieren. Leider ist der Kater weder Kastriert, noch geimpft noch gechipt.
Als wir also mit ihm nach Hause kamen, haben wir ihn in seinem Korb gelassen und wollten erstmal sehen wie unsere Katze auf ihn reagiert. Anstatt ihn aber zu beschnuppern hat sie ihn nur aus einer gewissen Entfernung misstrauisch beäugt, ihren Schwanz aufgeplustert und den Rückzug angetreten. Danach haben wir ihn in den Flur gesetzt und ihn raus gelassen, Mally haben wir im Wohnzimmer gelassen. Für die Tür zum Flur haben wir ein Gitter gebastelt, damit sie sich erstmal nur sehen. Der Kater hat allerdings keine Zeichen von Schüchternheit gezeigt, und alles wo er ran kam mit dem Kopf markiert, ohne Mally zu beachten, die noch immer extrem misstrauisch in der hintersten Ecke des Wohnzimmers hockte. Weil wir es nicht schlau fanden, ihn das Haus alleine zu beschnüffeln lassen, ohne das Mally etwas dagegen tun konnte, dachten wir uns es sei eine gute Idee die Türen zu öffene und sie zusammen zu lassen, damit Mally eine Chance hat ihr Revier zu vertreidigen. Leider stellte sich das als eine schlechte Entscheidung heraus. Der Kater markierte also fröhlich die Küche und als er Mally sah, kam er schnurstrackt mit aufgerichtetem Schwanz auf sie zumarschiert. Mally reagierte indem sie sich ganz klein machte, ihr Fell und ihren Schwanz dick auplusterte, ihn anfauchte und laut keifte. Er ging weiterhin auf sie zu, miaute zwischen durch und machte ein schmatzendes Geräusch (?) ( dazu muss gesagt werden dass der Kater mit seiner Schwester zusammen aufgewachsen ist und auch dort der Chef war; Mally hat diese Art von Verhalten auch schon gegenüber unseres Nachbarkaters gezeigt, allerdings kann man nicht sagen, dass sie unsozial ist, denn sie hat draußen auch ein paar Katzenfreunde.) Dann trat sie die Flucht an und wollte durch die Katzenklappe verschwinden, die aber nicht schnell genug ausgelöst hat. Also trenten wir die beiden wieder. Der Kater hat nun als Übergang den Dachboden für sich wo wir ihn oft besuchen und mit ihm kuscheln und spielen. Er ist wirklich sehr lieb und verschmust. Mally traut sich seit diesen Ereignissen nicht mal mehr die Treppe in der ersten Stock hoch und schläft wenn wir nicht da sind, auf einem Schrank.
Uns ist es wirklich wichtig dass sich Mally in ihrem Zuhause wohl fühlt und wir haben furchtbare Angst, dass sie abhauen könnte, wir wollen sie aber auch nicht einsperren weil wir so wenig wir möglich ihre Gewohnheiten einschränken möchten.
Gestern waren wir mit dem Kater bei der Tierärztin. Sie war erstmal sehr verwundert, dass wir dachten Mally könnte sich über einen Spielkameraden freuen, wo Katzen doch eher Einzelgänger sind und sie bisher sehr gut ohne eine andere Katze auskam und ihre sozialen Kontakte auf ihren Streifzügen stattfanden. Das stimmt natürlich aber wir würden auch gerne mal in den Urlaub fahren ohne uns Sorgen machen zu müssen, dass unsere Katze einsam ist oder abhauen könnte und sich ein neues Zuhause sucht. Die Tierärztin meinte außerdem, sie hielte nichts von dieser gefühlsduseligen Zusammenführung, von wegen die Katzen in getrennten Zimmern halten und nach und nach aneinander gewöhenen. Sie sagt wir sollen die beiden einfach zusammen für eine Stunde alleine in ein Zimmer setzen und das unter sich ausmachen lassen.
Was haltet ihr davon? Ich würde mich wirklich über ein paar Erfahrungsberichte und Meinungen freuen!
Liebe Grüße Marthe
