So, ich schieb mal gleich noch einen Thread hinterher
Seit wir Skadi vor 1.5 Jahren zu uns geholt haben spiele ich immer mal wieder mit dem Gedanken, ihr Leinenfreigang zu gönnen. Anreiz dazu ist unterschiedlich, ich gebe aber zu, dass Social Media mit tollen Berichten von Katzen die im Wald spazieren gehen, durchaus dazu beigetragen haben. Bis jetzt hab ich es aber nie durchgezogen, was unter anderem auch daran lag dass Skadi, als wir sie als Kitten an das Geschirr gewöhnen wollten, dieses einfach sau doof fand.
In letzter Zeit beschäftigt mich das Thema mal wieder mehr. Ich habe hier im Forum gefühlte 100 Threads gelesen, zahlreiche Websites etc. Und bin nicht wirklich weiter. Ich weiß auch, dass mir die Entscheidung im Endeffekt keiner abnehmen kann.
3/4 unserer Katzen sind seit klein auf reine Wohnungskatzen. Nummer 4 war am Anfang ihres Lebens Freigängerin, ist aber mit der reinen Wohnungshaltung mehr als zufrieden. Sie haben zu unterschiedlichen Zeitpunkten in ihrem Leben gesicherten Balkon oder nur gesichertes Fenster gehabt.
Keine unserer Katzen zeigt einen besonders ausgeprägten Drang nach draußen. Klar sitzen sie mal im Fenster oder der offenen Terrassentür und schauen raus, schnüffeln, lassen sich den Wind um die Nase wehen etc. Sie versuchen aber nicht aktiv auszubrechen oder jammern. Vor 2.5 Jahren als wir noch woanders gewohnt haben sind wir mal zu einer offenen Tür nach Hause gekommen (aus irgendeinem Grund war die Tür nicht richtig zu gewesen und ist dann durch Luftdruck aufgegangen). Alle zu dem Zeitpunkt drei Katzen saßen neben der Tür IN der Wohnung oder irgendwoanders IN der Wohnung. Ich bin mir sicher, sie waren alle zumindest mal gucken (im Garten).
Skadi ist extrem auf uns bezogen (nicht von Mutter sozialisiert - Fundkitten). Sie spielt zwar hin und wieder mit den anderen Katzen fangen, ist aber ansonsten lieber für sich alleine oder sucht eben extrem den Kontakt zu uns. Auch das ist ein Grund warum ich ihr gerne noch mehr Abwechslung/Beschäftigung geben möchte bzw. sie einfach mehr in meine eigenen Tätigkeiten einbinden (z.B. wenn ich auf der Terrasse sitze -langfristig vielleicht auch Ausflüge?). Ich werde auch mit ihr Clickern anfangen.
Skadi ist keine super ängstliche, durchaus aber eine vorsichtige Katze. Sie ist dickköpfig und selbstbewusst, aber findet sich durchaus auch mit Situationen ab. Nachts schläft sie durch und hat nicht wie unsere anderen Katzen Aktivitätsphasen.
Meine größte Sorge wie wohl von jedem, der sich mit dem Thema beschäftigt ist, mir eine Katze heranzuziehen, die eigentlich mit der Wohnungshaltung zufrieden war, und nun permanent Freigang fordert. Mein erster Fundkater war Freigänger und hat das auch eingefordert, auch Nachts um 3, mit schreien und zerkratzten Tapeten. Im Endeffekt hat er es mit seinem Leben bezahlt. Bei uns wird es nie mehr ungesicherten Freigang geben.
Ich möchte selbstverständlich das beste für mein Tier, aber ich möchte nicht gezwungen sein, jeden Tag, vielleicht auch noch mehrmals, mit ihr rausgehen zu müssen. Freigang gibt es sozusagen als Sahnehäupchen zu zusätzlicher Beschäftigung, nicht als die Hauptbeschäftigung. Mir ist klar, dass eine Katze kein Hund ist, ich will mich aber auch nicht von ihr rumkommandieren lassen (auch Katzen können Grenzen lernen).
Ich kann nicht sagen, wie unsere Wohn- und Arbeitssituation in 2, 5, 10 Jahren sein wird. Ich kann nicht sagen, ob wir irgendwann einen eingezäunten Garten bieten können. Oder weiterhin Leinengang (wobei das vermutlich noch einfacher zu realisieren ist - langfristig soll bei uns auch wieder ein Hund einziehen). Ich dachte halt auch, wenn, ist jetzt der richtige Zeitpunkt sie daran zu gewöhnen, wo sie noch jung ist.
Es reizt mich ungemein und ich finde es einfach toll, wenn ich so manche Fotos und Videos von Leinenkatzen sehe. Aber ich möchte keine schlafenden "Katzen" wecken und vielleicht etwas starten, was ich dann bereue und im Endeffekt noch eine "totunglückliche" (

) Katze heranziehe, weil ich ihr dann doch nicht das bieten kann, was sie will. Was sie bisher auch nicht vermisst.
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Wir haben vor und um Weihnachten sie nochmal neu an Geschirr und Leine gewöhnt, langsam aufgebaut mit vielen Leckerchen bzw. Geschirr mit Fressen verbunden. Als sie dann endlich angefangen hat, mit Geschirr nicht mehr aufzuhören zu funktionieren, hab ich sie ein paar mal mit auf die Terrasse genommen. Am Anfang war sie eher ängstlich (und sehr an mich gebunden), mittlerweile ist sie etwas mutiger geworden, so dass wir auch mal bis aufs Gras runtergegangen sind. Nicht lange, vielleicht 10-15 Minuten für den Anfang (mir ist klar, dass das auf Dauer viel viel zu kurz wäre - es war nur ein Test). Sie will dann gleich wieder raus, wenn ich sie reinhole, mauzt auch, gibt aber relativ schnell auf wenn nichts passiert. Wir haben das nicht jeden Tag gemacht, jetzt schon seit bestimmt einer Woche nicht mehr. Sie sitzt seit dem vielleicht ab und zu mal 2 Minuten vor der Tür wenn sie auf ist und mauzt sie an (man kann es ja versuchen), sucht sich dann aber schnell eine andere Beschäftigung. Einmal ist sie das Gitter hochgeklettert. Das kann sich aber natürlich auch ändern...
Meine Traumvorstellung wäre, dass sie den Leinengang eindeutig mit dem Geschirr verbindet und nur, wenn und wann wir wollen. Sozusagen wirklich als Belohnung. Aber das ist vermutlich mit einer Katze dann doch zuviel verlangt. Bzw. wüsste ich nicht so richtig, wie man das erzierisch aufbauen sollte.
PS: Bevor jemand fragt/vorschlägt, nein, wir können weder Terrasse noch Garten einzäunen.