An meinen kätzischen Zwilling Lego, ein Brief in Trauer

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Corinnchen

Corinnchen

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Liebe Katzenfreunde, man sagt, dass Wunden mit der Zeit heilen, aber so richtig tun sie das nicht. Ich möchte auf diesem Wege für alle, die trauern, auch nach Monaten oder Jahren, um einen Menschen mit Fell, zeigen, dass das eben ganz normal ist. Den Brief schrieb ich schob lang im Geiste, und immer mal wieder rede ich mit ihm, weil ich weiß, dass er mich hört und sieht und (manchmal zeigt er sich durch seltsame Dinge) nicht tot ist. Aber ich vermisse ihn sehr. Wenn ich zu viel Zeit habe, dann fließen nach drei Monaten noch immer die Tränen und das Herz geht schweigend in den Keller, obwohl wir noch unsere junge Lotti "Mauzi" haben, die jetzt allein ist und für die wir einen neuen Freund suchen. 1000de Katzenanzeigen habe ich gesichtet..., aber so richtig gibt mir mein alter Knabe auf der Wolke kein Go dafür. Man sucht die Nadel im Heuhaufen, neu, nicht vergleichbar - und doch verliebe ich mich in jene Kater, die etwas von ihm haben. Ich finde, das ist keine gute Idee, nicht im Sinne des neuen Mitglieds der Familie. Angst habe ich, dass ich vergleiche. Mit meinem Lego verband mich, auch wenn er nur 4 Jahre bei uns war, ein älterer Kater aus dem Tierheim, der mit seinen geschätzten 11 oder 12 Jahren so unverdient und plötzlich starb, ja, mit ihm verband mich ein Stück Seele. Er fehlt. Wir waren Eins irgendwie. Ich hatte 6 Katzen in meinem Leben, aber diese Seelenpartnerschaft nur mit ihm und meinem Kater aus der Kindheit, an den ich heute noch denke. Unvergessen nach 32 Jahren. Alle waren toll, keine Frage. Alle habe ich geliebt. Aber diese beiden waren quasi angedockt an der eigenen Seele, Liebe außerhalb jeder Idee. Die besten Freunde auf dieser Welt. Und irgendwie Blutsbrüder.
Der offene Brief an Lego:
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Lieber Lego,

oft zähle ich die Tage nach, die verstrichen sind, seitdem Du ohne mich auf dem OP-Tisch gehen musstest. Bis zuletzt haben wir nicht gewusst, wie schlimm es stand, und ich dachte nach Deinem Zusammenbruch, das werde schon wieder. Viele Infusionen, Röntgenbilder, Ultraschall, Punktionen, und dazwischen in dieser Woche einen Tag Hoffnung, dass Du wieder der alte wirst. Das war das letzte Aufbäumen, wie ich später wusste. Du wusstest es schon vorher, denn Du drehtest Dich von mir weg, wenn ich nachts wach lag, Fieber maß und Dir Flüssigkeit einflößte wie damals, als Du die ersten Tage nach dem Tierheim bei uns warst und einen sehr schweren Katzenscgnupfen hattest, der Dir die Luft nahm. Damals fuhren wir täglich in die Tierklinik und obwohl Du mich nicht kanntest, ein dicker und unwirtlicher Brocken von 8kg warst, ganz Freigeist, hast Du mich zugelassen. Seitdem waren wir die zwei Musketiere :). (Die Tränen laufen jetzt schon wieder.) Ich dachte im Februar, März, dass es wieder so werden würde. Aber niemand, auch nicht die beste Klinik in Hamburg, fand heraus, was los war. Eine Woche lang bis zur Bauchöffnung... Peritonitis, alles entzündet. Magen- und Darmgeschwüre, Milz und Bauspeicheldrüse vergrößert, schwerst entzündet. Prognose bei geoäflächiger Darmresektion (Herd) bei unter 10%, mit schwerwiegenden Lebensqualitätseinbußen danach. Einen Tag zuvor hatte ich Dich in diese Klinik gebracht, die die beste sein soll. Und ich dachte, ich würde Dich abholen ein paar Tage später. Stattdessen ein Anruf während der OP und ich musste entscheiden, schnell, solang die Narkose anhielt. Ich entschied, laut heulend auf der Straße mit dem Handy am Ohr. Mit weichen Knien. Es regnete in Strömen und ich weinte so laut mitten in der Menge des Berufsmenschenmasse, die von der Arbeit kam. Aber ich entschied für Dich. So wie Du es für mich getan hättest. Und das Herz brach, denn ich hatte Dir in der letzten wachen Nacht versprochen, dass ich Dich nie allein lassen würde. Am Ende tat ich es. Das tut bis heute weh. Hätte ich es doch nur gewusst....
"Spielt wild" stand auf Deinem Käfig im Tierheim :). Und Du schautest so griesgrämig und stolz, aber irgrndwie liebten wir uns auf den ersten Blick. Du warst immer da, wo auch ich war. Und als ich ein Jahr dienstunfähig war und verzweifelt, riefst Du mich spät abends ins Bett und legtest Dich neben meinen Kopf, gabst mir mit der Pfote Stubser an die Nase und schnurrtest ganz laut und ließest Dich auf den Rücken fallen.
Ich vermisse Dich, die Blicke, Deine Augen, die so sehr wussten und kannten, die Fenster waren zu Deiner menschlichen Seele. Manchmal dachte ich, gleich würdest Du anfangen zu sprechen. Wir waren wie... eineige Zwillinge, füreinander da.
Warum hast Du geschwiegen? Warum zeigen Katzen oft nicht, was ihnen fehlt. Alles schien in Ordnung, und nur in den letzten zwei Tagen vor dem Downfall merkte ich, dass Du recht viel schliefst. Das war alles. Sonst sah es normal aus.
Heute schaust Du mich aus mehreren Bildern an, die um Deine Urne drapiert sind, die in meinem Zimmer auf dem Bücherregal steht. Eine einfache Urne in Herzform. Kein Bombast. Schlicht und ehrlich, wie Du warst. Das musste so sein. Keine Sammeleinäscherung oder so. Ich wollte, dass Du nach Hause kommst. Am Ende doch.

Manchmal fühle ich, dass Du da bist. Manchmal besuchst Du mich. Das freut mich. Und ich bin sicher, wenn ich einmal über die Regenbogenbrücke gehe, wirst Du mich abholen, im Kommittee mit anderen mir lieben gegangenen Menschen und Tieren.

Lass es knallen da drüben, mein Legoli. Ich hab Dich lieb. Du fehlst. Zeig uns bitte den richtigen Nachfolger. Lotti braucht einen lieben Freund.

Deine
alte Schwester Corinna
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:)
 

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  • An meinen kätzischen Zwilling Lego, ein Brief in Trauer Beitrag #2
Liebe Corinna,

deine Liebe zum wunderhübschen Lego mit den Meeresaugen spricht aus jeder Zeile.
Mehr Worte gibt es für mich nicht. Ich bin sehr berührt.
Alles hat seine Zeit. Die werdet ihr finden.
Ganz liebe, mitfühlende Grüße,

Maja
 
  • An meinen kätzischen Zwilling Lego, ein Brief in Trauer Beitrag #3
Liebe Corinna,

deine Liebe zum wunderhübschen Lego mit den Meeresaugen spricht aus jeder Zeile.
Mehr Worte gibt es für mich nicht. Ich bin sehr berührt.
Alles hat seine Zeit. Die werdet ihr finden.
Ganz liebe, mitfühlende Grüße,

Maja
Liebe Maja, ich danke Dir. Am 4. Juni sind es 3 Monate. Am 3. nachts um 2 drei Monate, dass ich ihn das letzte Mal sah und nicht ahnte, dass es zu Ende war. Denn er wehrte sich auch dagegen und sich gegen den Tierarzt. Nur von mir ließ er sich beruhigen, die Infusion legen. Irres Vertrauen, wie immer. Er war einer, den man beim Tierarzt mit Handschuhen und 4 Leuten "besiegen" musste. Ein Tiger. Auch noch an seinem letzten Tag, um ein Kilo magerer, wild. Ein Kater gegen zwei Ärzte.
Das begreife ich heute noch nicht. Dass sr es nicht "gesagt" hat, dass er am Ende war.

Hätte ich es gewusst, in dieser Odysseewoche von einer Klinik zur anderen, die das Problem nicht fand, trotz Aufwendung eines Beamtengehalts in der höheren Laufbahn (ich hätte Haus und Hof für ihn verkauft), hätte ich gewusst, dass er ein Todgeweihter war, ich hätte ihn zuhause friedlich einschlafen lassen. Aber er war so Kerl, er hat alles gegeben bis zuletzt. Vielleicht?... Weil er selbst nicht gehen wollte oder aber mich nicht traurig machen wollte?
Am Ende fraß und trank er nicht mehr, und er kotzte, wenn ich ihm etwas gab. Und ich fuhr in der Nacht mit ihm zur Klinik in Norderstedt, wo er wieder tat, als ob er fit sei. Als ich ging, fiel er in sich zusammen.

Es war ein Trost, als ich seine Urne holte und ihn nach Hause holte. Ich legte sie im Bus aif meine Beine, im Gefühl , dass er da war. Und meine Hände und Beine wurden dabei unfassbar warm. Er war bei mir. Das ist er noch immer, auch wenn ich manchmal überlege, seine verbliebenen 526 gramm an einem schönen grünen Ort zu begraben, mit einem Rosenbusch darüber, den ich dann pflanzen würde.
Noch kann ich nicht

Ja, Meeresaugen. Die hatte er. So war er. Eine Seele von Mensch. Eine Marke und ... so unfassbar wissend. Aber was rede ich in der Vergangenheit? Er ist es noch immer, da drüben.
 
  • An meinen kätzischen Zwilling Lego, ein Brief in Trauer Beitrag #4
Liebe Corinna, auch ich hatte Tränen in den Augen beim Lesen dieser Zeilen. Auch ich hatte einen solchen Seelenzwilling der leider nur 5 Jahre wurde und ganz plötzlich an einem sehr aggressiven Lebertumor verstarb. Als er seine letzte Reise alleine in einer Box beim Tierarzt an Neujahr antreten musste wussten wir das allerdings noch nicht. Das ist nun schon mehr als 2 Jahre her und lässt mich nicht los. Ich kann nur sagen: die Trauer bleibt unvermindert, die Schuldgefühle lassen mit der Zeit nach. Wir haben alles mögliche getan, um unsere Schützlinge zu retten. Am Ende sind wir aber nicht allmächtig. Mein Beileid
 
  • An meinen kätzischen Zwilling Lego, ein Brief in Trauer Beitrag #5
Liebe Corinna, auch ich hatte Tränen in den Augen beim Lesen dieser Zeilen. Auch ich hatte einen solchen Seelenzwilling der leider nur 5 Jahre wurde und ganz plötzlich an einem sehr aggressiven Lebertumor verstarb. Als er seine letzte Reise alleine in einer Box beim Tierarzt an Neujahr antreten musste wussten wir das allerdings noch nicht. Das ist nun schon mehr als 2 Jahre her und lässt mich nicht los. Ich kann nur sagen: die Trauer bleibt unvermindert, die Schuldgefühle lassen mit der Zeit nach. Wir haben alles mögliche getan, um unsere Schützlinge zu retten. Am Ende sind wir aber nicht allmächtig. Mein Beileid
Hallo Nink, lieben Dank für Deine lieben Worte. Man kann das niemandem erklären diese Verbindung mit einem Tier, die ein menschliches Maß hat, die sogar vielleicht darüber hinaus geht und auf Stufe der eigenen Kinder steht. Das verstehen nir die, die es erlebten.
Ich hoffe, dass Du Deine Trauer verarbeiten kannst. Vergessen tut man seinen Partner nie, das weiß ich seit ich 14 war und mein Kater, Siam, 8jährig an galoppierendem Krebs starb, mein bester Freund der Kindheit. mit dem ich alles teilte. Interessant ist, dass er auch bis zuletzt den Macho gab, auf den turmhohen Kratzbaum kletterte, siegesgewiss schaute, die Prognose nach OP um 3 Monate überlebte, obwohl sein Zitzenkrebs mit Metastasen aufplatzte und blutete. Und jeden Tag blutete er mein Kissen voll und tat so, als ob nichts dabei wäre. Als er sich dann verkroch, holten wir den Tierarzt nach Hause zur Gnade. Auch bei ihm war ich damals nicbt dabei, ich zerlegte währenddessen unser Bad, in das ich mich eingeschlossen hatte.
Nachts drauf wachte ich auf und sah eine Kontur mit großen lieben Augen an meinem Bett - und ich wusste heute wie damals, dass er das war, um mir zu sagen, dass alles OK sei. Danach habe ich nicht mehr geweint. An ihn denken tue ich aber bis heute. Er wurde leider sammeleingeäschert. Aus meinem Herzen verschwindet er nicht, solang es schlägt.
Es ist merkwürdig. Die Katzen, die prajtisch in ser eigenen Seele implementiert sind, Seelenpartner, dass ausgerechnet diese so tapfer sind.

Ich glaube, sie tun das aus Liebe zu uns, was es nicht eben leichter macht, den Verlust - vor allem unter unglücklichen Umständen - zu verdauen.
Ja, in der Tat. Immer noch sind da die Schuldgefühle. 1. Warum habe ich nichts vorher bemerkt? 2. Warum war ich so blind und habe ihn gequält in Ärzteodyssee? Und: Icg habe mein Versprechen gebrochen Aus Hoffnung und weil er immer ein Kämpfer war. Am Ende trennten uns 20 km am Scheideweg und ich hatte kein Auto und an diesem Tag ausgerechnet Ec-Karte und Brieftasche bei der Arbeit vergessen. Aber auch damit wäre icg zu spät gewesen, man hätte ihn weiterhin in Narkose halten müssen. Das wollte ich nicht. Ich ging nach Hause, zündete eine Kerze an und habe mit meiner Tochter gebetet für ihn. In anderer Art waren wir da. Und doch tut es weh. Immer noch.
 
  • An meinen kätzischen Zwilling Lego, ein Brief in Trauer Beitrag #6
Ich glaube es sollte alles so kommen wie es war. Vielleicht hätte er nicht in Ruhe gehen und loslassen können wenn du bei ihm gewesen wärst? Man weiß es nicht. Ich hatte Mephisto an dem Tag noch auf Heimaturlaub- wir hatten eine sehr enge Bindung und er gefiel dem Tierarzt gar nicht nachdem er 2 Nächte ohne mich dort verbringen musste. Ich sollte ihn für ein paar Stunden mit nach Hause nehmen und da hat Mephisto sich furchtbar angestrengt für mich. Das war sicher nicht schön für ihn und vielleicht hat er tatsächlich darauf gewartet, wieder weg von mir zu sein. Wer weiß das schon? Bei euch war es möglicherweise ähnlich und es war eine Erleichterung für das Tier, dass du ihn so nicht mehr erleben musstest
 
  • An meinen kätzischen Zwilling Lego, ein Brief in Trauer Beitrag #7
Ich glaube es sollte alles so kommen wie es war. Vielleicht hätte er nicht in Ruhe gehen und loslassen können wenn du bei ihm gewesen wärst? Man weiß es nicht. Ich hatte Mephisto an dem Tag noch auf Heimaturlaub- wir hatten eine sehr enge Bindung und er gefiel dem Tierarzt gar nicht nachdem er 2 Nächte ohne mich dort verbringen musste. Ich sollte ihn für ein paar Stunden mit nach Hause nehmen und da hat Mephisto sich furchtbar angestrengt für mich. Das war sicher nicht schön für mich und vielleicht hat er tatsächlich darauf gewartet, wieder weg von mir zu sein. Wer weiß das schon? Bei euch war es möglicherweise ähnlich und es war eine Erleichterung für das Tier, dass du ihn so nicht mehr erleben musstest
Ja, Nink, das denke ich auch. Sie sind so selbstlos.
Ich habe ihn auch nicht zusammengefallen mit rasiertem Bauch abgeholt, sondern ihn an einen lieben Tierfriedhof schicken lassen, in dem man ihn kremierte, offiziell, mit Urkunde, Schamottstein und liebevoller Urkunde.

Ich wollte das Elend nicht sehen, den Schatten eines großen Individuums, der meine Erinnerungen getrübt und ihn degradiert hätte in Hilflosigkeit, die er nie war und sein wollte. Das war in seinem Sinne. Das Spiel war eh verloren für uns beide. Lazarus gibt es nur in der Bibel.

Bei sterbenden Menschen ist es ja auch oft so, dass sie warten,bis die geliebten Menschen aus dem Raum sind. Dann erst können sie gehen.
Wir Tiere und Menschen unterscheiden uns nicht in der Art, nur im Charakter und den Vorlieben, Nink. Meine Tränen hätte er nicht ausgehalten. Ich glaube fest, dass er das wusste. Du hast recht.
Und Mephisto war wohl auch so einer, der seinem Seelenfreund nicht wehtun wollte. Dafür muss die Liebe riesig sein.
Ich denke, dass wir uns damit trösten sollten, dass wir eine Zeit mit ihnen verbringen durften. Sie waren ein himmlisches Geschenk, viel Einsicht und Wissen in das Leben, weise Lehrer.
Liebe stirbt nie. Und ich glaube fest daran, dass wir sie wiedersehen, wenn unsere Zeit kommt. Vielleicht können sie dann sogar mit uns reden :D.
 
  • An meinen kätzischen Zwilling Lego, ein Brief in Trauer Beitrag #8
Ja, ich spüre ihn auch oft. Er war genau und einzig nur für mich bestimmt. Viele hatten zuvor versucht, das beinahe verhungerte Kitten zu fangen aber er hat nur auf mich gewartet. Er hat mich vor allem zu beschützen versucht und wenn ich „aua“ gerufen habe kam er angerannt und drückte sich laut schnurrend an mich. Er kam sogar mit unter das fließende Wasser der Dusche! Ich bin mir sicher, dass er damals Edgar und Kröte zu uns geschickt hat um das Leben seines Kumpels Stinki zu retten und mich zu trösten, selbst im Tod war er selbstlos. Aber du hast recht: schlimmer als der Verlust einer so tiefen Liebe ist allein der Gedanke, etwas so tolles nie erlebt haben zu dürfen
 
  • An meinen kätzischen Zwilling Lego, ein Brief in Trauer Beitrag #9
Ja, ich spüre ihn auch oft. Er war genau und einzig nur für mich bestimmt. Viele hatten zuvor versucht, das beinahe verhungerte Kitten zu fangen aber er hat nur auf mich gewartet. Er hat mich vor allem zu beschützen versucht und wenn ich „aua“ gerufen habe kam er angerannt und drückte sich laut schnurrend an mich. Er kam sogar mit unter das fließende Wasser der Dusche! Ich bin mir sicher, dass er damals Edgar und Kröte zu uns geschickt hat um das Leben seines Kumpels Stinki zu retten und mich zu trösten, selbst im Tod war er selbstlos. Aber du hast recht: schlimmer als der Verlust einer so tiefen Liebe ist allein der Gedanke, etwas so tolles nie erlebt haben zu dürfen
Richtig, Nink. Diese Liebe ist "unconditonal", allumfassend, selbstlos, riesig. Etwas Ähnliches empfindet man nur für seine Kinder. Manche auch für ihren Lebenspartner. Es ist ein Stück geschenkter Himmel und das ,was ich mir unter Himmel nach Leben vorstelle. Manchmal trifft man solche Wesen, ob Mensch oder Tier. Für die man alles, sich selbst, gäbe. Man hat Glück, wenn es so ist. Das ist meiner Meinung nach ein Ausblick davon, wie es bei Gott ist.
Es ist unverbrüchliche Liebe, ohne Bedingung, einfach so. Das Verständnis gegenseitig mit Blicken. Du weißt, was ich meine.
Ja, und es ist knallhart, seinen Seelenfefährten gehen lassen zu müssen. Ob Mensch oder Tier. Das gibt es nicht oft hier auf Erden. Aber wir sollten glücklich sein, dass es sie gab. Eines Tages fallen wir uns in die Arme und Pfoten :).
Ergänzung ()

Nink, ich möchte Dir dazu noch ein kleines Erlebnis schildern. Wir wissen alle, dass man für verrückt erklärt wird, wenn man etwas Seltsames berichtet. Es gab mehrere Dinge nach seinem Tod. Und ich glaube, er hat sich wirklich Mühe gegeben :D
Das Erste war einen Tag nach seinem Tod. Ich stand da so an der Edeka-Kasse an, die von einem Monitor gefilmt wird. Man sieht da nur die Beine der Menschen in der Schlange. Dazu noch die Obsttheke. Ich kaufe da ein, seitdem ich hier wohne. Also ca. 15 Jahre. Auf dem Monitor war nie irgendwas Seltsanes. Man sah ehen so die Obsttheke und die Beine derer, die kurz vor oder an der Kasse standen. Aus Langeweile beim Warten schaue ich immer drauf. An diesem Tag war es anders als zuvor. Ein heller Fleck, hellblau, sonnenlichtgetränkt im Aussehen, changierend, so groß, dass er die Beine des Zahlenden überdeckte, kam auf. Sah aus wie eine riesige Amöbe. Ich starrte drauf, aucb wegen der irren hellen Farbe, außen blau, in der Mitte in einem gleißenden Weiß... Es verabschiedete sich, und ich schaute weg. Wenn das Dein Zeichen sein soll, Legoli, dann mal bitte konkreter :p Dann schaute ich wieder hin. Es kam wieder, diesmal kleiner und in anderer Form. Diesmal war es die Form einer Katze, und sie bewegte sich und putzte ihre Pfoten
Danach habe ich, nach dem Zahlen, geschaut nach Lichteinfall, Sonne und so (gab es nicht, da alle Fenster mit Werbung zugeklebt waren). Ich habe auch nach dem Bezahlen nach Wasserflecken auf dem Boden gesucht, die eine Reflexion der Scheinwerfer der Obsttheke hätten bedingen können. Gab es aber nicht .
Jeden Tag drei Tage lang zir selben Uhrzeit bei selber Beleuchtung (auch durxh das Wetter): nix. So wenig wie in 15 Jahren. Es gab noch mehr solche Sachen. Manchmal so, dass ich zuhause aufhüpfte auf dem Weg von der Küche ins Wohnzimmer. Ohne Gedanken zuvor. Huh, machte ich, während ich mit meiner Tochter sprach. Denn irgrndwie war mir etwas auf Kniehöhe ans Bein gesprungen, recht vehement. Sehen tat man das etwas aber nicht.
Schräg, oder?
Erzählt man nicht in "real life". Denn man wird dann für irre gehalten.

Ja, sie zeigen sich. Man fühlt sie auch. Weil es sie noch gibt. Deshalb. Man muss nur bewusst sein und Antennen haben und es nicht abtun...

Wenn wir an ihrer Stelle wären, würden wir es genausi machen. Es sind nur die Seelenwesen, bei denen das vorkommt. Die anderen schweigen für immer, meiner Erfahrung nach. Aber das gibt ea schon, das Seltsame. Es war zu viel davon in meinem Leben um zu denken, dass das Zufälle waren

Am Ende sehen wir sie wieder, wenn aucg unsere Zeit gekommen ist. Ich bin mir darin irgrndwie inzwischen sicher.

Trotzdem tut es weh. Machen wir das Beste draus.

Einen schönen Tag Dir morgen, Nink.
 
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  • An meinen kätzischen Zwilling Lego, ein Brief in Trauer Beitrag #10
Hallo Corinnchen. Ich verstehe dich so gut... so unglaublich gut... Vor etwas über 2 Wochen mußte ich meinen Seelenkater gehen lassen - der Thread dazu ist auch hier zu finden (Das große Rouuh ist unterwegs). Auch er hat nicht ansatzweise etwas gezeigt - wir gingen von einer Kombi aus Infekt und Bißabzeß aus - also nun wirklich nichts, was einen Glauben lassen würde, dass er sterbenskrank ist... aber der angebliche Abzeß war ein aufgeplatzter Tumor und der Infekt die Metastasen in Lunge und Darm.... keine Chance.... und das einzige Anzeichen was er bis dato hatte war, dass er schlecht fraß. Die Lunge war dicht von Metastasen, aber er rannte als Freigänger draußen herum als wäre nichts - keine Atemnot, nichts...

Ich vermisse ihn so unendlich, sehe ihn überall, träume von ihm... ich funktioniere, erledige meinen Alltag, aber ich bin nicht wirklich da, bin in Gedanken bei ihm, kann es nicht fassen, nicht greifen, bin wie Tod..
doch es muß weitergehen und seine Mädels vermissen ihn genauso...
von daher habe ich gehandelt - morgen wird ein neuer Kater bei uns einziehen, einer der ganz anders ist, ganz anders sein wird, meinen Marou kann niemand ersetzen... aber unser Herz ist groß und wir können viele Wesen lieben - jedes auf seine Art. Es gibt einen Platz in meiner Gruppe, der leer ist ... und diesen darf nun ein Wesen bekommen, dass viel Leid erlebt hat... es wird für uns alle ein Neuanfang - für ihn, für mich, für Marous Frau und für die menschliche und kätzische Familie...
Und irgendwann wird dieser neue Kater mir ein Lächeln aufs Gesicht zaubern und ich werde Marou dafür danken, dass er ihn zu uns geführt hat ...
 
  • An meinen kätzischen Zwilling Lego, ein Brief in Trauer Beitrag #11
Liebe Corinna,
dein Brief an Lego hat mich sehr berührt. Es gibt solche Seelenverwandtschaften, so eine innige Verbundenheit zu manchen unserer Tiere (wobei man die anderen natürlich auch liebt), die immer etwas Besonderes bleiben werden. Diese innere Verbundenheit bleibt. Der Schmerz und die Trauer wird zum Glück irgendwann weniger, aber die Erinnerung bleibt, sie bleiben für immer in unserem Herzen.
 
  • An meinen kätzischen Zwilling Lego, ein Brief in Trauer Beitrag #12
Hallo Corinnchen. Ich verstehe dich so gut... so unglaublich gut... Vor etwas über 2 Wochen mußte ich meinen Seelenkater gehen lassen - der Thread dazu ist auch hier zu finden (Das große Rouuh ist unterwegs). Auch er hat nicht ansatzweise etwas gezeigt - wir gingen von einer Kombi aus Infekt und Bißabzeß aus - also nun wirklich nichts, was einen Glauben lassen würde, dass er sterbenskrank ist... aber der angebliche Abzeß war ein aufgeplatzter Tumor und der Infekt die Metastasen in Lunge und Darm.... keine Chance.... und das einzige Anzeichen was er bis dato hatte war, dass er schlecht fraß. Die Lunge war dicht von Metastasen, aber er rannte als Freigänger draußen herum als wäre nichts - keine Atemnot, nichts...

Ich vermisse ihn so unendlich, sehe ihn überall, träume von ihm... ich funktioniere, erledige meinen Alltag, aber ich bin nicht wirklich da, bin in Gedanken bei ihm, kann es nicht fassen, nicht greifen, bin wie Tod..
doch es muß weitergehen und seine Mädels vermissen ihn genauso...
von daher habe ich gehandelt - morgen wird ein neuer Kater bei uns einziehen, einer der ganz anders ist, ganz anders sein wird, meinen Marou kann niemand ersetzen... aber unser Herz ist groß und wir können viele Wesen lieben - jedes auf seine Art. Es gibt einen Platz in meiner Gruppe, der leer ist ... und diesen darf nun ein Wesen bekommen, dass viel Leid erlebt hat... es wird für uns alle ein Neuanfang - für ihn, für mich, für Marous Frau und für die menschliche und kätzische Familie...
Und irgendwann wird dieser neue Kater mir ein Lächeln aufs Gesicht zaubern und ich werde Marou dafür danken, dass er ihn zu uns geführt hat ...
Liebe(r) Taskali,
lieben Dank für Deine Worte. Ja, die Lieben sind leider zu oft zu tapfer.
Ich finde es toll, dass Du einem neuen Fell-Lebensgefährten den leeren Platz Deines Seelenkaters gibst. Es ist richtig, dass unser Herz groß ist und viel Platz hat - und dass es auch viele Tiere gibt, die diesen Platz brauchen und jemanden, der sie endlich lieb hat und ihnen ein echtes Zuhause für die Ewigkeit gibt.
Du bist da einen Schritt weiter als ich.
Ich habe noch nicht den Richtigen gefunden. Da gibt es leider etwas, das unbedingt passen muss: Er zu unserer Lotti (and vice versa) Lotti haben wir seit einem Jahr und sie ist ca 1,5 Jahre alt. Recht klein geblieben. Sie hatte auch ein hartes Leben zuvor, und ihr Zuhause fand sie erst bei uns, nach zwei vorigen Versuchen, einer davon in einem Saustall. Wahrscheinlich wurde sie ,wie schon ein anderer vor Jahren verstorbener Kater von mir, den wir über ein Jahr päppeln mussten, über längere Zeit ungesund, womöglich mit Hundefutter, ernährt. Ihr Blutbild ist gut, sie ist auf alle Krankheiten getestet und negativ. Aber sie hat ein Geschwür im Rachen, das mal weniger wird, mal aufblüht und rot ist (z.B. wenn sie Stress hat wie letztens, als wir eine Woche im Urlaub waren und zwei katzenerfahrene Nachbarn sich um sie kümmerten.) Das haben wir erst nach Legos Tod rausgefunden, weil ich fand, dass sie schlecht aus dem Maul roch. Dazu hat sie Juckreiz und putzt sich zu viel. Manchmal hat sie deshalb vom Kratzen kleine Knötchen an den Ohren, vereinzelt. Nicht schlimm. Nur fühlbar. Das Geschwür nimmt ab und zu, ich beobachte das täglich. Sie ist seit 6 Wochen auf Allergikerfutter gesetzt, das sie gottlob gern frisst (Schmerzen scheint sie beim Essen keine zu haben, sie spachelt tüchtig) und jetzt probiere ich anderes Katzenstreu. Holz statt Betonit. Zum Glück nimmt sie es an. Ich tippe auf eosinophiles Granulom und Allergie. Die Tierärzte zweier Kliniken haben mal wieder, auch bei ihr, keine Ahnung gehabt, was es sein könnte, was das Geschwür machte. Wieder 800 Euro in den Wind geschossen, 2 Wochen Antibiotikum gespritzt - und null Erfolg. Man bot mir eine Biopsie unter Narkose an. Es könne aber sein, dass sie dann durch die Wunde am Gaumen nicht mehr fresse. Ich habe abgelehnt. Das hörte sich nach Verschlimmbesserung an. Meinen Hinweisen, sie kratze sich zu viel am Kopf und hätte an den Ohren kleine Knoten gelegentlich, die irgendwann abfielen, folgte man nicht.
Also beobachte ich weiterhin. Sie ist fit, wiegt 3,9kilo frisst 300gr Sensitiv-Allergiker-Futter am Tag - und der Juckreiz ist zumindest zurückgegangen. Das Geschwür noch nicht. Das ist mal rosa und flach, mal rötlich mit weißen Pusteln. Das ändert sich täglich. Ich probiere jetzt kolloidales Silber 25ppm 1 mal täglich einen Tropfen ins Mäulchen seit heute. Das hilft bei diesem Krankheitsbild anscheinend öfter -wie auch bei Giardien, wie ich las. Ansonsten machen wir Ausschlussdiät. Rind, Schwein, jegliches Getreide außer Reis und Amaranth ist tabu. Zumindest mal hat es sich ein wenig seitdem gebessert und ihr Fell ist viel fluffiger und schöner.

Was ich damit sagen will: Der Stress eines neuen Freundes ist gut abzuwägen. Er muss schon charakterlich gut passen (sie ist, wie Legoli eher ein wilder Feger :D ein kleiner Tigger :-D). Und andersrum genauso.
Praktisch ist es ein Dilemma. Sie ist sehr allein und braucht dringend einen Fellfreund. Andererseits... weiß ich nicht, ob das nicht aus Stress das Geschwür im Hals, das wir besiegen wollen, perpetuiert. Stress aus Alleinhaltung ist aber auch schlimm...
Aber wie auch immer die Dinge stehen: derjenige, der uns geschickt wird, wird nicht weitergereicht. Wenn ich eine Katze zu uns hole, ist das unverbrüchlich und ewig. Der kleine Kerl soll es ja schön und sicher haben. Versuche mache ich keine, und anders als Dir hat mein alter Knabe noch nicht den Richtigen geschickt.

Vielleicht ist im Moment noch nicht die richtige Zeit für uns. Ich denke, dass ich es fühlen werde, intuitiv, wenn der richtige Freund für Lotti da ist. In ihrem Alter, Aussehen und Rasse egal. Die Chemie :).

Ich wünsche Euch ganz ganz viel Freude mit Eurem neuen Lebensbegleiter :) und wünsche Euch ein freudiges gemeinsames Willkommen und eine möglichst einfache Freundschaftsschließung unter den Fellnasen :).
Dir speziell wünsche ich die Freude mit einem neuen Compagnon, der den alten zwar nicht vergessen macht, aber ein neuer Sonnenstrahl sein wird :).

Alles Liebe und Gesundheit Euch
Ergänzung ()

Liebe Mennemaus,

das stimmt. Sie bleibem für immer. Es ist schon etwas sehr Großes im Leben, diese Begleiter kennengelernt zu haben. Das ist ein großes Glück und ein Geschenk. Der Schmerz über den Verlust ist riesig, wiegt aber nicht die Momente auf, die man mit ihnen erleben durfte.
Ich danke Dir für Deine lieben Worte.
Dir auch alles Gute und viel Gesundheit für Dich und Deine menschliche und kätzische Familie
Ergänzung ()

Ach, Taskali, was ich noch vergaß: Dein Kommentar hat mich an das Gedicht: "Testament einer Katze" erinnert, bei dem ich immer weinen muss, wenn ich es lese.

Ja, Dein alter Knabe wollte das so. Dass ein anderer seinen Platz, seine Höhle, die Liebe seines Menschen bekommt, einer, dem es nicht gut geht.

Ich wünsche Euch alles Beste
 
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