Hallo Corinnchen. Ich verstehe dich so gut... so unglaublich gut... Vor etwas über 2 Wochen mußte ich meinen Seelenkater gehen lassen - der Thread dazu ist auch hier zu finden (Das große Rouuh ist unterwegs). Auch er hat nicht ansatzweise etwas gezeigt - wir gingen von einer Kombi aus Infekt und Bißabzeß aus - also nun wirklich nichts, was einen Glauben lassen würde, dass er sterbenskrank ist... aber der angebliche Abzeß war ein aufgeplatzter Tumor und der Infekt die Metastasen in Lunge und Darm.... keine Chance.... und das einzige Anzeichen was er bis dato hatte war, dass er schlecht fraß. Die Lunge war dicht von Metastasen, aber er rannte als Freigänger draußen herum als wäre nichts - keine Atemnot, nichts...
Ich vermisse ihn so unendlich, sehe ihn überall, träume von ihm... ich funktioniere, erledige meinen Alltag, aber ich bin nicht wirklich da, bin in Gedanken bei ihm, kann es nicht fassen, nicht greifen, bin wie Tod..
doch es muß weitergehen und seine Mädels vermissen ihn genauso...
von daher habe ich gehandelt - morgen wird ein neuer Kater bei uns einziehen, einer der ganz anders ist, ganz anders sein wird, meinen Marou kann niemand ersetzen... aber unser Herz ist groß und wir können viele Wesen lieben - jedes auf seine Art. Es gibt einen Platz in meiner Gruppe, der leer ist ... und diesen darf nun ein Wesen bekommen, dass viel Leid erlebt hat... es wird für uns alle ein Neuanfang - für ihn, für mich, für Marous Frau und für die menschliche und kätzische Familie...
Und irgendwann wird dieser neue Kater mir ein Lächeln aufs Gesicht zaubern und ich werde Marou dafür danken, dass er ihn zu uns geführt hat ...
Liebe(r) Taskali,
lieben Dank für Deine Worte. Ja, die Lieben sind leider zu oft zu tapfer.
Ich finde es toll, dass Du einem neuen Fell-Lebensgefährten den leeren Platz Deines Seelenkaters gibst. Es ist richtig, dass unser Herz groß ist und viel Platz hat - und dass es auch viele Tiere gibt, die diesen Platz brauchen und jemanden, der sie endlich lieb hat und ihnen ein echtes Zuhause für die Ewigkeit gibt.
Du bist da einen Schritt weiter als ich.
Ich habe noch nicht den Richtigen gefunden. Da gibt es leider etwas, das unbedingt passen muss: Er zu unserer Lotti (and vice versa) Lotti haben wir seit einem Jahr und sie ist ca 1,5 Jahre alt. Recht klein geblieben. Sie hatte auch ein hartes Leben zuvor, und ihr Zuhause fand sie erst bei uns, nach zwei vorigen Versuchen, einer davon in einem Saustall. Wahrscheinlich wurde sie ,wie schon ein anderer vor Jahren verstorbener Kater von mir, den wir über ein Jahr päppeln mussten, über längere Zeit ungesund, womöglich mit Hundefutter, ernährt. Ihr Blutbild ist gut, sie ist auf alle Krankheiten getestet und negativ. Aber sie hat ein Geschwür im Rachen, das mal weniger wird, mal aufblüht und rot ist (z.B. wenn sie Stress hat wie letztens, als wir eine Woche im Urlaub waren und zwei katzenerfahrene Nachbarn sich um sie kümmerten.) Das haben wir erst nach Legos Tod rausgefunden, weil ich fand, dass sie schlecht aus dem Maul roch. Dazu hat sie Juckreiz und putzt sich zu viel. Manchmal hat sie deshalb vom Kratzen kleine Knötchen an den Ohren, vereinzelt. Nicht schlimm. Nur fühlbar. Das Geschwür nimmt ab und zu, ich beobachte das täglich. Sie ist seit 6 Wochen auf Allergikerfutter gesetzt, das sie gottlob gern frisst (Schmerzen scheint sie beim Essen keine zu haben, sie spachelt tüchtig) und jetzt probiere ich anderes Katzenstreu. Holz statt Betonit. Zum Glück nimmt sie es an. Ich tippe auf
eosinophiles Granulom und Allergie. Die Tierärzte zweier Kliniken haben mal wieder, auch bei ihr, keine Ahnung gehabt, was es sein könnte, was das Geschwür machte. Wieder 800 Euro in den Wind geschossen, 2 Wochen Antibiotikum gespritzt - und null Erfolg. Man bot mir eine Biopsie unter Narkose an. Es könne aber sein, dass sie dann durch die Wunde am Gaumen nicht mehr fresse. Ich habe abgelehnt. Das hörte sich nach Verschlimmbesserung an. Meinen Hinweisen, sie kratze sich zu viel am Kopf und hätte an den Ohren kleine Knoten gelegentlich, die irgendwann abfielen, folgte man nicht.
Also beobachte ich weiterhin. Sie ist fit, wiegt 3,9kilo frisst 300gr Sensitiv-Allergiker-Futter am Tag - und der Juckreiz ist zumindest zurückgegangen. Das Geschwür noch nicht. Das ist mal rosa und flach, mal rötlich mit weißen Pusteln. Das ändert sich täglich. Ich probiere jetzt kolloidales
Silber 25ppm 1 mal täglich einen Tropfen ins Mäulchen seit heute. Das hilft bei diesem Krankheitsbild anscheinend öfter -wie auch bei
Giardien, wie ich las. Ansonsten machen wir Ausschlussdiät. Rind, Schwein, jegliches Getreide außer Reis und Amaranth ist tabu. Zumindest mal hat es sich ein wenig seitdem gebessert und ihr Fell ist viel fluffiger und schöner.
Was ich damit sagen will: Der Stress eines neuen Freundes ist gut abzuwägen. Er muss schon charakterlich gut passen (sie ist, wie Legoli eher ein wilder Feger

ein kleiner Tigger :-D). Und andersrum genauso.
Praktisch ist es ein Dilemma. Sie ist sehr allein und braucht dringend einen Fellfreund. Andererseits... weiß ich nicht, ob das nicht aus Stress das Geschwür im Hals, das wir besiegen wollen, perpetuiert. Stress aus Alleinhaltung ist aber auch schlimm...
Aber wie auch immer die Dinge stehen: derjenige, der uns geschickt wird, wird nicht weitergereicht. Wenn ich eine Katze zu uns hole, ist das unverbrüchlich und ewig. Der kleine Kerl soll es ja schön und sicher haben. Versuche mache ich keine, und anders als Dir hat mein alter Knabe noch nicht den Richtigen geschickt.
Vielleicht ist im Moment noch nicht die richtige Zeit für uns. Ich denke, dass ich es fühlen werde, intuitiv, wenn der richtige Freund für Lotti da ist. In ihrem Alter, Aussehen und Rasse egal. Die Chemie

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Ich wünsche Euch ganz ganz viel Freude mit Eurem neuen Lebensbegleiter

und wünsche Euch ein freudiges gemeinsames Willkommen und eine möglichst einfache Freundschaftsschließung unter den Fellnasen

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Dir speziell wünsche ich die Freude mit einem neuen Compagnon, der den alten zwar nicht vergessen macht, aber ein neuer Sonnenstrahl sein wird

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Alles Liebe und Gesundheit Euch
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Liebe Mennemaus,
das stimmt. Sie bleibem für immer. Es ist schon etwas sehr Großes im Leben, diese Begleiter kennengelernt zu haben. Das ist ein großes Glück und ein Geschenk. Der Schmerz über den Verlust ist riesig, wiegt aber nicht die Momente auf, die man mit ihnen erleben durfte.
Ich danke Dir für Deine lieben Worte.
Dir auch alles Gute und viel Gesundheit für Dich und Deine menschliche und kätzische Familie
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Ach, Taskali, was ich noch vergaß: Dein Kommentar hat mich an das Gedicht: "Testament einer Katze" erinnert, bei dem ich immer weinen muss, wenn ich es lese.
Ja, Dein alter Knabe wollte das so. Dass ein anderer seinen Platz, seine Höhle, die Liebe seines Menschen bekommt, einer, dem es nicht gut geht.
Ich wünsche Euch alles Beste