alles hat damit angefangen, das ...ich nenne sie seitdem Magic-Luna......Luna, mein bis dahin noch unbewusstes Trauma aufgelöst hat und meine frisch eingezogene Munki mir gestern "den Rest" gegeben hat, in positivem Sinne.
Ich arbeite in der stationären Jugendhilfe in einer Wohngruppe in einem Dorf. Dort haben wir vor gut 3 Jahren 2 Geschwisterkatzen von einem Bauernhof zu uns in die WG geholt. Wir haben da einen riesigen Garten ohne Straße, Wintergarten ...kurz, ein Katzenparadies. Meine Beziehung zu Katzen war im Allgemeinen eher ablehnend...Katzen waren für mich Tiere, um die ich einen Bogen machte, die auf einen Bauenhof gehören, in der Scheune leben und die Mäuse wegfangen. Streicheln? Ich ? Niemals!
Komischerweise sind Katzen immer zu mir um die Beine schnurren gekommen, ich bin dann immer weggegangen. Kurz und gut, im letzten Jahr hat sich alles mögliche im Kollegium geändert, so dass es niemanden zu geben schien, der die beiden Katzen Luna und Emma für 3 Wochen über Weihnachten nimmt, oder hinfährt zum füttern und Klo etc. weil die Jugendlichen alle 3 Wochen Heimurlaub hatten und die WG solange schließt. Am Ende war es dann so, das eine Kollegin die Emma mitnahm, Luna aber nicht, weil schon bekannt war, dass eine der Katzen der Kollegin die Luna ständig mobbt. Was also nun mit Luna die nächsten 3 Wochen....ich hatte den letzten Dienst vor dem Urlaub.
Also, Klo, Näpfe, Spielzeug und Transporter mit Luna drin in mein Auto und ab zu mir nach Hause.
Puuuh, ok, dachte, die 3 Wochen kriegen wir schon irgendwie rum. Mein Sohn (19) ist ja auch noch da und er mag Katzen. Luna war also da. Ich habe dann erstmal einen Bananenkarton mit einem Kissen ausgestopft und eine Kuscheldecke drüber gelegt, dass der Karton nicht mehr zu sehen war und in den Flur, die Türen aber zu allen Räumen offen, das Klo ins Bad (überall so Türstopper gekauft) und das Futter in eine ruhige Ecke in die Küche, habe ihr alles der Reihe nach gezeigt und sie hat auch alles brav befolgt. Luna ist eine sehr menschenbezogene junge Lady, muss ich dazu sagen, aber dennoch, sie sollte auf Abstand bleiben. 3 Wochen jetzt jeden Tag von morgens bis abends zusammen, ich hatte zu tun am PC für die Uni (studiere nebenher online), saß also im Wohnzimmer im PC und schrieb an der Arbeit....Luna setzte sich mir genau gegenüber in einigem Abstand auf den Teppich und schaute mich an. Sie bewegte sich gefühlte 30 Minuten nicht und schaute mich einfach nur an. Das wurde mir irgendwann zu viel und ich setzte mich in einem anderen Winkel zu ihr. Ganz gemütlich setzte Luna sich in Bewegung und wieder mir genau gegenüber. Da musste ich immer öfter zurückschauen, merkte aber, dass mich das ärgert und setzte mich in noch größerem Winkel zu ihr. Wieder das gleiche Spiel. Gut! Ich beschloss, das zu ignorieren. Eine Weile saß Luna noch so da...dann kam sie ganz zögerlich in meine Richtung und blieb am Sofaende (ich saß am anderen Ende) sitzen und schaute mich an...miiiiiiiauuuuuu.....leise und pfffffffffffffff...ooook, du darfst da am Ende sitzen. Sie sprang hoch, rollte sich ein und schlief. Gut, dachte ich, das ist grade noch in Ordnung und konzentrierte mich wieder auf die Hausarbeit. Dabei bemerkte ich nicht, dass das Luder sich Stück für Stück in meine Richtung "geschmuggelt" hatte (sie sieht farblich aus, wie mein Sofa, also war gut getarnt), bis sie sich ganz plötzlich mit einem sanften aber deutlich spürbarem Ruck seitlich an mich gekuschelt hat. So!
Komischerweise war ich nicht sonderlich erschrocken aber doch sehr überrascht und jetzt kommt die eigentliche Geschichte....
In dem Moment, als Luna sich "ihren" Platz , als würde sie sagen, "so will ich das aber!", genommen hat, ist bei mit innerlich was seltsames passiert, ich hab urplötzlich was für diese Katze empfunden (komme mir blöd vor, das zu schreiben, aber es war so), dann hab ich angefangen, sie zu streicheln und Luna zu schnurren (dieses Geschnurre mochte ich an Katzen auch nie) und dann rollte sie sich auf den Rücken (ich kenne Luna seit 3 Jahren, wenn ich Dienst hatte/habe, und das sie wenn sie gestreichelt wird und etwas nicht mag, ohne Vorwarnung kratzt und ich habe bis dahin nie eine Katze gestreichelt)...also Luna rollt sich auf den Rücken und will offensichtlich gekrault werden. Ich habe sie dann weiter gestreichelt und dann tauchten Bilder auf aus meiner Kindheit, als ich so 4-5 Jahre alt war. Zwar noch nebelig, aber ich erinnerte mich an diese Situation sehr gut und es war, als wäre es nicht so lange her, es wurde von Minute zu Minute präsenter ....wir waren damals mit der Familie unterwegs (Vater, Mutter, älterer Bruder und ich) in einem größeren Zoo. Am Ende war da eine Ecke, an der man Kinderfotos machen lassen konnte. Zur Auswahl stand, auf einem weißen Pony sitzend oder sitzend mit einem Löwenbaby auf dem Arm...(!!!) Meine Eltern wollten unbedingt Fotos, auf denen ihre Kinderchen ein Löwenbaby im Arm halten.. "wie süssssssss!"....kotz!
Ja, als Luna so neben mir lag, ging mir dieser Film so real wieder durch die Knochen, ich hab mich an die Angst erinnert, die das Löwenbaby hatte und das Gerede meines Vaters, es wäre ja alles nicht so schlimm (ich hab geheult und gezetert, das ich das nicht mache usw) aber ich hab mich an das Gemauze und Geschreih des armen kleinen Löwenbabys erinnert.... zu guter Letzt, nach längeren Versuchen meiner Eltern, mich dazu zu bewegen, das Junge zu halten, gaben sie auf. Es gibt heute noch 2 schwarz/weiß Fotos, eins, auf dem mein Bruder mit dem Löwenbaby ist und eins mit mir auf dem weißen Pony. -
In den 3 Wochen haben Luna und ich uns bestens verstanden, ich habe mit einem Mal die Welt der Katzen verstanden (dank Luna) weil Luna irgendwie ein Seelenknacker ist und ich sie deshalb auch Magic- Luna nenne.....sowas sensibles. Wir hatten tolle 3 Wochen ohne jeden Kratzer und ich war traurig, sie wieder "hergeben" zu müssen. Luna gehört auch zu den "gesprächigen" Katzen und hat mich mit ihrer Intelligenz, zB beim spielen umgehaun. ich hätte bis dahin niemals im Ansatz geglaubt, das man Katzen so mögen kann. Seit 2 Jahren hatte ich überlegt, einen Hund anzuschaffen, aber es immer wieder ausgesetzt. Ja und im Januar hatte ich dann Kontakt zu einer Frau vom Tierschutz....bzw....bin ich ins nächste Tierheim gefahren und habe geschaut. Mir wurde empfohlen, mich bei einer Telefonnummer einer Pflegestelle zu melden, da wären ein Wurf einer gerettenten Katze aus Spanien. Einer der Söhne der spanischen Lady ist Bödefeld. Und weil er der einzige noch zu vermittelnde war, habe ich vorgestern Abend eine kleine Katze (Munki) als Zweitkatze (die Zusammenführung läuft) dazu geholt. Munki hat auf der Heimfahrt im Transportkorb (wasn Stress für Katzen) so herzerweichend miaut, das mich das Bild wieder an das Löwenbaby und dessen Angst erinnert hat. Mittlerweile ist Munki angekommen und schläft neben mir. Ich finde, ein kleiner Jungspund alleine ist doch Höchststrafe für eine Katze, denke ich. So ist das alles passiert, ich bin seither sowas von glücklich, die beiden zu haben und zu verwöhnen und bin gespannt, wie es mit der Vergesellschaftung weiter geht, noch ist ein Netz in der Tür und im Moment ist die Tür wieder zu. Sie hat in ihrem eigenen Zimmer ihren eigenen Kratzbaum und Spielzeug, 2 Klos, Näpfe, alles, was sie so braucht. Ich habe 2 Wochen Urlaub und wechsel immer zwischen beiden Zimmern hin und her

)). Bödefeld schläft tagsüber auch seine Runden, Munki natürlich auch....so kommen beide nicht zu kurz, Bödi aber erstmal immer zuerst

, er hat 2 Riesenkratzbäume und auch 2 Klos, und allen Tamtam, sogar ne Krankenversicherung....vielleicht hab ich einen Megaknall aber meine 2 sind vergnügt und fressen gut, spielen wie immer, bzw bei Bödi ist alles wie immer und Munki ist auch sehr verspielt. So, ich geh mal wieder zu Munki, denn Bödefeld schläft
Ach....das Leben ist schön, aber mit Katzen ist es um so vieles schöner