Neue Vergesellschaftung versuchen?

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Nala2020

Nala2020

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Hallo liebe Community,

Anfang 2020 haben wir eine Katze (9 Monate) aus einem Tierschutzverein bei uns aufgenommen, Nala. Eigentlich hätte ich gerne gleich zwei Katzen ein Zuhause gegeben, aber ich konnte nicht abschätzen, wie die Vergesellschaftung mit unserer 14-jährigen Hündin Maya klappen würde.
Und es lief super! Nala ist sogar richtig verliebt in unseren Hund und wurde gut akzeptiert.

Sechs Wochen später durfte dann die zweite Katze bei uns einziehen, Cleo. Sie war drei Monate jünger als Nala (aber deutlich zierlicher) und hatte zusammen mit ihr im Tierheim und dann in einer Pflegestelle gelebt – ohne Probleme.

Die Zusammenführung habe ich langsam angehen lassen. Cleo durfte erst einmal einige Tage in Ruhe im eigenen Zimmer ankommen, sie durften im Vorfeld ihre Gerüche kennen lernen und ich habe sie ohne Eingreifen aufeinander treffen lassen.

Aber Nala war mit Cleo ÜBERHAUPT nicht einverstanden.
Sie griff die ersten vier Wochen regelmäßig an, wenn Cleo abgelenkt war (auf dem Katzenklo, beim Trinken,…). Entweder trieb sie Cleo in die Enge und belauerte sie dort oder es gab ein „Katzenknäuel“, oder sie biss oder verteilte Hiebe, selbst wenn Cleo auf dem Rücken lag und vor Angst/Warnung aufschrie. Verletzungen gab es keine, es flogen „nur“ Fellbüschel.

Nach einem Monat resignierte Nala gefühlt und zog sich viel zurück. Sobald sie sich aber in irgendeiner Weise von Cleo provoziert fühlte (z.B. wenn sich Cleo neben sie auf die Fensterbank setzte, ihr ein Spielzeug wegnahm), griff sie wieder an.

Obwohl Nala zuvor sehr anhänglich und verschmust war, ließ sie uns zwei Monate komplett abblitzen und setzte sich z.B. abends beleidigt unter den Esstisch, statt mit uns auf der Couch zu kuscheln. Sie war sehr eifersüchtig.

Trotz der regelmäßigen Schikane suchte Cleo immer wieder die Nähe zu Nala, leckte ihr die Öhrchen, streifte an ihr vorbei, legte sich zu ihr. Sie traute sich sogar, Nala zum Spielen aufzufordern. Und die beiden spielten manchmal wilde Fangspiele – die leider zu gefühlten 70% in einem Kampf endeten, weil sich Nala sehr schnell provoziert fühlte.

Unsere Hündin bekam Cleos Stress RICHTIG zu spüren: Cleo griff sie vom ersten Moment an, als sie sich sahen und kratzte dem Hund die Schnauze immer wieder blutig. Unsere arme Hündin, die sich nie wehrt, schlich nur noch wie ein geprügelter Hund durchs Haus und hatte ständig Angst vor einem neuen Angriff. Das war schließlich auch der Grund, warum ich nach zwei Monaten die Vergesellschaftung abgebrochen habe. Der Tierschutzverein hatte in der Zwischenzeit eine ganz tolle Familie für Cleo gefunden, in der sie auch prima angekommen ist.

Ich hatte viel Unterstützung vom Tierschutzverein, habe Videos von den Angriffen besprochen und alles mögliche probiert (vom regelmäßigen Trennen der Tiere bis hin zur Wasserpistole, wenn es nur noch ein Katzen-Katzen oder Katze-Hunde-Knäuel war,…).

Seit Nala wieder Einzelkatze ist, ist sie komplett verwandelt, schläft und kuschelt wieder bei uns im Bett, springt auf den Schoß, spielt wieder und ist entspannt.Trotzdem habe ich das Gefühl, dass ihr etwas fehlt…

Sie sucht viel Nähe zu unserer Hündin, fordert sie zum Spielen auf, will mit ihr Gassi gehen, würde am liebsten in einem Bettchen mit ihr schlafen. Unsere Hündin akzeptiert Nala zwar sehr gut, aber erwidert ihre Zuneigung nicht und versteht auch nicht die Aufforderungen zum Fangenspielen. Das scheint Nala aber nicht zu stören.

Nala hat auch seltener ihre verrückten fünf Minuten wie vor dem Vergesellschaftungsversuch.

Ich hatte die Hoffnung, dass sie als Freigängerin Kontakt zu anderen Katzen finden würde, aber das ist gar nicht so einfach...eine Nachbarkatze verteidigt streng ihr Revier und vor einer anderen, die regelmäßig in unserem Garten ist, hat Nala eher Angst und möchte sie auch nicht in ihrem Revier haben. Und da Nala wenig draußen sein möchte und nur kurze Abstecher zu den Nachbarn macht, trifft sie wenige Katzen und ist eher ängstlich. Ihre Lieblingsbeschäftigung ist es, die Nachbarskatzen vom Fenster aus zu beobachten. Ist das einfach nur spannend oder vielleicht doch Sehnsucht nach Artgenossen?

In der Pflegestelle hatte sie sich anscheinend sehr gut mit zwei Katzen verstanden, die aber schnell vermittelt wurden.

Meine Sorge ist, dass sich Nala gerade im Winter als Einzelkatze extrem langweilen wird. Und ich mag gar nicht daran denken, eine Woche in den Urlaub zu verreisen, auch wenn sie von den Nachbarn bestimmt gut versorgt wird.

- Denkt ihr, Nala ist vielleicht eine „Einzelkatze“?

- Hatte jemand von Euch eine gescheiterte Vergesellschaftung und hat es dann wieder versucht?

- Wäre die Vergesellschaftung mit einem Kater sinnvoller?

- Dürfte eine neue Katze Ähnlichkeit mit der vorigen haben oder besser anders aussehen?

- Macht es Sinn, längere Zeit abzuwarten, bevor ich eine neue Vergesellschaftung versuche?

- Unsere Nachbarn haben zu ihrer sechsjährigen Katze eine Babykatze aufgenommen und es klappt gut – wäre das eine Option?

Das ist jetzt VIIIEL Text geworden. Herzlichen Dank schon einmal denjenigen, die sich die Zeit hierzu genommen haben!!!
Ich wäre euch total dankbar, wenn ihr mir Eure Erfahrungen/Einschätzungen schreiben könntet.

Sonnige Grüße aus Oberbayern,
Barbara
 
  • Neue Vergesellschaftung versuchen? Beitrag #2
Hi,
erstmal ja, ich würde noch eine Vergesellschaftung versuchen.

Aber du interpretierst Nala's Verhalten nicht richtig.
Nala scheint eine Katze zu sein, die sehr vorsichtig mit Artgenossen ist und anfangs Angst vor diesen hat.
Aber nach ein paar Wochen sah es doch so aus:
Trotz der regelmäßigen Schikane suchte Cleo immer wieder die Nähe zu Nala, leckte ihr die Öhrchen, streifte an ihr vorbei, legte sich zu ihr. Sie traute sich sogar, Nala zum Spielen aufzufordern. Und die beiden spielten manchmal wilde Fangspiele – die leider zu gefühlten 70% in einem Kampf endeten, weil sich Nala sehr schnell provoziert fühlte.
Das war eine vollkommen positive Vergesellschaftung.
Die beiden haben sich geputzt, zusammen gekuschelt, sich gejagt und sich geprügelt.
Das war mehr als 90% aller Vergesellschaftungen bringen.

Das einzige Problem war, das Cleo schlicht nicht mit Hunden ungehen konnte.

Du solltest deshalb nach einer Katze Ausschau halten, die Hunde erfahren ist und mit diesen Vierbeiner gut auskommt.
Ich würde wieder eine ähnliche Katze wie Cleo (Alter/Charakter) suchen, das hat ja schon mal geklappt.
 
  • Neue Vergesellschaftung versuchen? Beitrag #3
Hallo Geek,

Vielen Dank für Deine schnelle Antwort! Ich bin als Katzenanfänger froh um jede erfahrene Einschätzung!
Ja, da hast Du sicher recht, dass Nala eine eher ängstliche Katze ist.

Ich merke, dass ich das Verhältnis zwischen den Katzen in dem zitierten Abschnitt falsch rübergebracht habe...
Die neue Katze, Cleo, versuchte schon, sich an Nala anzunähern. Sie leckte Nala die Öhrchen und legte sich zu ihr. Aber dafür bekam sie entweder Tatzenhiebe oder Nackenbisse oder wurde auf den Boden gedrückt. Von gemeinsamem Kuscheln und Putzen war das leider weit entfernt...nur beim Spielen hatte ich manchmal das Gefühl, dass es beiden richtig taugt.

Denkst Du, es ist auch normal, dass die Erstkatze uns Menschen dann zwei Monate lang abblitzen lässt, obwohl sie vorher eine richtige Schmusebacke war?

Viele Grüße,
Barbara
 
  • Neue Vergesellschaftung versuchen? Beitrag #4
Hi,
wenn eine Katze es zuläßt, dass die Ohren von einer anderen geputzt werden ist das gleichzeitig SEHR viel Nähe und Vertrauen das sie zuläßt und zeigt, auch wenn das nur ein-zwei Sekunden sind und dann zuviel wird.
Nackenbisse und auf den Boden drücken ist ebenfalls eine eher positive Mama-Erziehungsrolle als ein "Mach dich weg".
Tatzenhiebe können allerdings auch nur negativ gemeint sein, kann ich ohne Video nicht beurteilen.

Klar stapeln sich manche Katzen förmlich übereinander aber für andere ist schon das Zulassen von Berührungen Kuscheln.

Und es ist komplett normal, dass bei einem Neuankömling die Dosis komplett uninteressant geworden sind, speziell für Einzelkatzen, die keine Artgenossen um sich haben.
Die Neue muss beobachtet werden, schließlich ist am Anfang noch komplett unklar ob die jetzt einen fressen will oder ob die harmlos ist.
 
  • Neue Vergesellschaftung versuchen? Beitrag #5
Das ist ja interessant! Ich merke, dass ich noch ein ziemlicher Laie bin, was Katzensprache angeht...
Danke für Deine ausführliche Antwort. Dann scheint die Vergesellschaftung doch nicht so schlecht gelaufen zu sein, wie ich es vermutet habe - das macht Hoffnung :)
 
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