Hallo Katzenfreunde,
ich habe mir gestern hier einen Account erstellt, weil ich mit meiner Trauer nicht weiß wohin.

Mein Kater "Bobby" kam als Spielgenosse 2008 im Alter von 3,5 Monaten zu mir. Anfangs war dies nicht einfach, immerhin hatte ich doch "Amy", eine Straßenkatze, ein Jahr lang allein. Die besten Ecken wollten halt ungern geteilt werden. Allerdings haben sich die beiden recht schnell zusammengefunden und am Ende war es wohl die große Liebe, mit gegenseitiger Fellpflege, gegenseitig Futter klauen aber auch hier und da Gerangel.
Einer war immer da wo der andere auch war, selbst in ihren Betten lag einer immer über dem anderen trotz der Auswahl.
Im September 2018 war es soweit, leider mussten wir Amy nach kurzer schwerer Krebserkrankung über die Regenbogenbrücke gehen lassen. Bobby wusste wohl dass mit seiner Freundin etwas nicht stimmte, in der letzten Zeit davor waren sie kaum noch zusammen zu sehen. Ich hab das wohl leider viel zu spät mitbekommen und mache mir solche Vorwürfe deswegen.

Ich wollte Bobby die Chance geben sich von seiner Freundin zu verabschieden, indem ich sie nach dem
Tierarzt Besuch noch einmal mit nach Hause brachte. Er schnüffelte mal kurz an ihr, und setzte sich dann einige Meter entfernt hin und beobachtete die Misere, seine Freundin nicht mehr unter uns und mich total verstört. Ich weiß nicht ob er es damals verstanden hat, denn er is einige Zeit danach noch maunzend durch die Wohnung gelaufen auf der Suche nach ihr. Ich denke allerdings wir haben es beide nie überwunden.
In der darauffolgenden Zeit wurden meine Tochter und ich immer mehr zu seinem Bezug, bis dato war Amy Freundin Nr#1. Immer boxen, immer schnurren und um die Beine schleichen dass man mit seinen eigenen nicht wusste wohin. Am 6.7. stellten wir fest, dass Bobby Probleme hatte Urin abzusetzen, also sind wir am 7.7. zum
Tierarzt gefahren, welcher ihm mit Verdacht auf Blasenentzündung Antibiotika und Schmerzmittel verabreichte.
Einen Tag später sind wir wieder zum
Tierarzt gefahren, da sich am Bild nichts verbessert hatte. Nach kurzer Ultraschalluntersuchung war klar, er hatte kleine
Struvitsteine welche den Harnleiter verschlossen hatten. Er bekam einen Katheter sowie Infusionen, Blasenspülungen und unzählige Medikationen, welches mir mit anzusehen sehr schwer fiel.
Die Blut- und Nierenwerte waren super meinte der Arzt, deshalb gingen wir in der Hoffnung dass er wieder gesund zurück kommen würde. Trotz des 4tägigen Klinikaufenthaltes schnurrte und boxte er regelmäßig mit uns wenn wir zu Besuch waren. Am 13.7. durfte er die Klinik verlassen, meine Tochter und ich haben uns sehr gefreut unseren Kameraden wieder an unserer Seite zu haben.
Leider währte die Freude nur kurz, einen Tag später hatte er wieder dasselbe Problem. Also wieder auf zum
Tierarzt, wieder Katheter legen, wieder unzählige Medikationen, Ultraschall, Röntgen. Auch diesmal verlief alles gut, er schnurrte und boxte wie sonst auch und war wohl auch der Liebling der Station.
Die Hiobsbotschaft kam Sonntag Abend, er habe Probleme mit dem Atmen und das Herz ist geschwächt hat mir der Arzt gesagt. Leider war es mir nicht möglich ihn an diesem Tag zu besuchen. Die folgenden Ereignisse gingen wie im Film an mir vorüber. Gestern früh 8Uhr habe ich gleich beim
Tierarzt angerufen wie es ihm denn ginge. Der Arzt sagte es gäbe Komplikationen mit Verweis auf eine
Herzinsuffizienz und Lungenödem, er hätte wohl eine 50%ige Chance die nächste Nacht durchzustehen. 13 Uhr erhielt ich den Anruf der Klinik, dass er unter akuter Atemnot litt und sie ihn erlöst haben.
Ich konnte in seinen letzten Minuten nicht mehr bei ihm sein, ich mache mir solche Vorwürfe.

Es ging alles so verdammt schnell. Ich verstehe das alles nicht, er war doch bis auf die Blasensteine kerngesund. Hätte es etwas geändert wenn ich da gewesen wäre? Hat er so rapide abgebaut weil ich ihn den Tag nicht besuchen konnte? Hat er aufgegeben weil ich nicht bei ihm war?
Uns hat es die Beine weggerissen, immerhin waren beide 12 Jahre an unserer Seite und meine Tochter ist damit aufgewachsen. 2 Monate und 2 Tage vor dem 2ten Todestag seiner Freundin ist er wieder mit ihr vereint. Ich hoffe den beiden gehts gut und sie fangen zusammen Mäuse.

Wir vermissen euch schrecklich.
LG Frank