Teilzeit-aggressive Katzendame

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  • Teilzeit-aggressive Katzendame Beitrag #1
LolaThropp

LolaThropp

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Hallo allerseits!

Heute geht es ausnahmsweise mal nicht um meine zwei Fellnasen, sondern um die Miez einer lieben Kollegin. Die Katzendame heißt "Hedda", ist 9 Jahre alt und leider größtenteils recht aggressiv ihrer Dosi gegenüber. Vielleicht hat einer von euch eine Idee, was man tun könnte, denn ich bin mit meinem Latein allmählich am Ende.

Hedda kommt aus dem Tierheim, wo sie wahnsinnige 4-5 Jahre verbracht hat. Abgegeben wurde sie damals wegen ihrer Aggressionen, allerdings weiß niemand, was genau alles vorgefallen ist. Wir vermuten, dass sie Gewalt von ihren vorigen Besitzen erfahren musste - aber das sind alles nur Spekulationen.

Sie ist nun seit Oktober 2019 bei meiner Kollegin und hat bereits ihre erste große OP hinter sich. Sie hatte Gallensteine, die entfernt wurden. Mittlerweile ist sie aber wieder topfit. Als Randnotiz: Kastriert ist Hedda ebenfalls.

Das Problem ist, dass Hedda ständig völlig unvermittelt attackiert. Manchmal liegt sie auf dem Schoß meiner Kollegin und ohne dass irgendetwas passiert, fährt sie die Krallen aus, kratzt, und beißt ihr ins Bein. Es reicht schon, dass sie vor ihr hergeht, weil sie ihr die Tür aufmachen möchte, und Hedda kratzt ihr von hinten in die Wade. Wenn sie um die Beine meiner Kollegin streicht, ist es völlig egal, ob sie sich hinunterbeugt, um sie zu streicheln, oder nicht - es wird gekratzt. Ganz nach dem Motto: "Komm mir nicht zu nahe!" Wir könnten es nachvollziehen, wenn sie diese Nähe nicht möchte, und meine Kollegin würde sie natürlich ganz in Ruhe lassen - aber gleichzeitig sucht Hedda offensichtlich Nähe. Gleichzeitig muss, wie gesagt, manchmal gar nichts passieren, um eine Attacke bei ihr auszulösen. Ich verstehe es nicht, da ist keinerlei Muster zu erkennen, kein Auslöser, nichts.

Hedda ist Freigängerin und hat nach so vielen Jahren im Tierheim nun ein Leben im absoluten Katzenluxus. Meine Kollegin wohnt sehr ländlich, Hedda kann den lieben langen Tag rausgehen, mit jede Menge Rückzugsmöglichkeiten, bekommt Futter, wird tierärztlich versorgt... Doch inzwischen ist meiner Kollegin (verständlicherweise) schon mulmig zumute, wenn Hedda zielstrebig auf sie zugeht, denn das bedeutet meist, dass die Krallen ausgefahren werden.

Habt ihr eine Idee? Wir freuen uns über jeden Ratschlag! Vielleicht hat ja schon jemand Erfahrungen mit so einem Kaliber... ;)

Schon vorab lieben Dank und viele Grüße,
Lola
 
  • Teilzeit-aggressive Katzendame Beitrag #2
Hallo 🙂

Für mich klingt dieses Verhalten nach einem Hilferuf.
Ich würde sie tierärztlich auf Links krempeln lassen.
Ein großes Blutbild mache lassen, die Blase schallen lassen und unbedingt dental Röntgen lassen.
Damit würde ich anfangen.

Liebe Grüße
Melanie
 
  • Teilzeit-aggressive Katzendame Beitrag #3
Hallo Melanie,

vielen Dank für deine schnelle Rückmeldung. Ich stimme dir zu, die Untersuchungen sollten gemacht werden. Ich hatte auch die Vermutung, dass gesundheitlich etwas nicht stimmen könnte, alles andere macht einfach viel zu wenig Sinn. Ich gebe es weiter. :)

Viele Grüße,
Lola
 
  • Teilzeit-aggressive Katzendame Beitrag #4
Gern. 🙂
Meine Daumen sind gedrückt und ich würde mich sehr über eine Rückmeldung freuen.

Ich habe neulich noch bei @Taskali von einem ähnlichen Fall gelesen und da war es, glaube ich, ein Polyp im Ohr.
 
  • Teilzeit-aggressive Katzendame Beitrag #5
Falls die Katze keine gesundheitlichen Probleme hat, ist es bekannt, ob sie immer alleine gehalten wurde? Es gibt Katzen, die ihr "Katzenverhalten" auf den Menschen übertragen, sprich sie behandelt deine Kollegin wie eine Katze, könnte zumindest eine Möglichkeit sein.
Leben dort noch weitere Katzen?
 
  • Teilzeit-aggressive Katzendame Beitrag #6
Moin und Hallo,

es scheint Hedda ist zusätzlich nicht ausreichend sozialisiert. Sie hat entweder vergessen wie man mit dem Menschen umgeht oder es tatsächlich nie gelernt.

Unsere Wanda war auch so ein Fall.... du wusstest nie wie sie reagiert, es gab oft Situationen wo es wirklich heftig wurde.

Nachdem wir gesundheitliches ausgeschlossen haben, sind wir ganz pragmatisch rangegangen.

Erst große Bögen gemacht um sie herum dann immer kleiner, dass sie gemerkt hat es droht keine Gefahr. Streicheln und Berührungen so lange vermieden.... bis sie angekommen ist. Unterstützung haben wir geholt von einer Tiertherapeutin. Wanda hatte Angst vor Hände und Nähe...

Wanda war so eine tolle Katze, nachdem wir beide gelernt haben uns zu vertrauen. Die ganze Mühe hat sich wirklich gelohnt.

lg
Verena
 
  • Teilzeit-aggressive Katzendame Beitrag #7
Hedda fehlt eindeutig Sozialisierung und ist meiner Meinung nach mit dem menschlichen Verhalten überfordert. Ich würde versuchen sie nicht zu erschrecken, nicht zu bedrängen, nicht in die Enge treiben und nicht über sie beugen. Deine Kollegin machte all die Bewegungen sicherlich nicht mit Absicht, aber wenn sie sich bweusster bewegt, hilft das bestimmt schon. Zusätzlich würde ich mir vertrauensfördernden Übungen anfangen- clickern, medical Training, Übungen in die Richtung.
 
  • Teilzeit-aggressive Katzendame Beitrag #8
Danke @yodetta - ich werde berichten, sobald ich etwas Neues höre. :)

@Sancojalou - Danke für deinen Beitrag! Sie lebt alleine und wurde auch ausschließlich in Einzelhaltung gegeben, da sie mit anderen Katzen soweit ich weiß gar nicht klargekommen ist. Dein Gedanke ist aber gar nicht abwegig, zumal wir ja nicht wissen, wie sie "aufgewachsen" ist. Vielleicht wurde sie viel zu früh als Kitten in "Einzelhaft" gesteckt und hat den Umgang mit Menschen und anderen Katzen nie gelernt.

Hallo @WinstonvonWensin & vielen Dank auch dir für die Rückmeldung! Das kann durchaus sein, da habe ich noch nie drüber nachgedacht. Eine ähnliche Situation hatte ich ja damals mit meinen Streunerkätzchen - aber im Vergleich dazu macht mich bei Hedda der lange Zeitraum etwas stutzig. Ich hätte vermutet, dass man nach fast einem Jahr doch gewisse Fortschritte erkennen kann, aber die Lage scheint ziemlich zu stagnieren, dabei gibt sich meine Kollegin alle Mühe. :/ Zumal Hedda nicht zwangsläufig ängstlich erscheint, sie ist anfangs schon recht schnell auf ihren Schoß geklettert, zwar schon mit einer gesunden Vorsicht, wie das eben so ist, aber immerhin.

Danke auch an dich, @goya - all das sind wir auch schon durchgegangen, aber selbst aus der Ferne muss ich sagen, dass sich meine Kollegin diesbezüglich echt vorbildlich verhält. Sie ist arg vorsichtig, doch es macht rein gar keinen Unterschied. Erst gestern hat sich meine Kollegin hingehockt, Hedda ist um sie herumgestrichen und hat ihr dann völlig unvermittelt in den Po gebissen. Manchmal, wenn sie auf ihrem Schoß lag, hat meine Kollegin ganz bewusst darauf geachtet, sich möglichst nicht zu bewegen, weil sie diesen friedlichen Moment nicht stören wollte. Aber auch das hat nichts genützt, urplötzlich werden die Krallen ausgefahren und auch die Zähnchen in die Hose gehauen.
An Clickertraining habe ich auch schon mal gedacht. Wenn gesundheitliche Probleme ausgeschlossen sind, wäre das auf jeden Fall eine Idee, um das Vertrauensverhältnis zu stärken, bzw. überhaupt erst einmal aufzubauen ...

Da man die Ursache für ihre Attacken nicht kennt, finde ich es auch schwierig zu sagen, wie man sich verhalten sollte. Schimpfen? Nicht schimpfen und einfach weggehen?
Heute erzählte mir meine Kollegin übrigens, dass Hedda sehr zahm war, als es ihr nach der OP so schlecht ging. Da hat sie ganz bewusst Nähe gesucht und hat auch nicht gebissen/gekratzt. Das spricht ja dafür, dass sie im Grunde genommen nicht wirklich allzu ängstlich ist, sonst hätte sie sich vermutlich eher zurückgezogen.

Ich danke euch für eure Rückmeldungen. Ein schöner Austausch, der uns schon jetzt neuen Stoff zum Nachdenken gegeben hat. :)

Lola
 
  • Teilzeit-aggressive Katzendame Beitrag #9
Da man die Ursache für ihre Attacken nicht kennt, finde ich es auch schwierig zu sagen, wie man sich verhalten sollte. Schimpfen? Nicht schimpfen und einfach weggehen?
Schimpfen würde ich auf keinen Fall. :)
Schon gar nicht, bevor man ausgeschlossen hat, dass sie evtl starke Schmerzzustände hat.

Ich drücke fest die Daumen, dass ihr dem "Übeltäter" bald auf die Schliche kommt.

Liebe Grüße
Melanie
 
  • Teilzeit-aggressive Katzendame Beitrag #10
Recht hast du.
Danke dir, Melanie. :)
 
  • Teilzeit-aggressive Katzendame Beitrag #11
Schimpfen würde ich auf keinen Fall. :)
Schon gar nicht, bevor man ausgeschlossen hat, dass sie evtl starke Schmerzzustände hat.
Auch ohne Schmerzen taugt schimpfen nicht. Das kommt nie wirklich passend an. Unerwünschtes Verhalten leite ich um, indem ich ihre Aufmerksamkeit erwecke. Was natürlich bei Schmerzen auch nicht so der Bringer ist.
Soll heissen, egal wie, eine Katze fängt mit Schimpfe nix an. Das muss anders gehen. Was keine Garantie für Erfolg ist. Fehlgeprägte Tiere haben da Defizite, die man vielleicht nie in den Griff kriegt.
 
  • Teilzeit-aggressive Katzendame Beitrag #12
Soll heissen, egal wie, eine Katze fängt mit Schimpfe nix an.
Ich glaube, dass man nichts, aber auch wirklich gar nichts pauschalisieren kann, wenn es um Katzen geht. 😀
Mit meinem Yoda schimpfe ich, wenn er Blödsinn macht und er hört dann oftmals tatsächlich auf, Blödsinn zu machen. 😻
 
  • Teilzeit-aggressive Katzendame Beitrag #13
Ich glaube, dass man nichts, aber auch wirklich gar nichts pauschalisieren kann, wenn es um Katzen geht.
Mit meinem Yoda schimpfe ich, wenn er Blödsinn macht und er hört dann oftmals tatsächlich auf, Blödsinn zu machen.
Tatsächlich?
Ich will ganz sicher keine Dogmen verbauen, das mag ich nicht.
Das Hermelin hat sich mittlerweile zur Bearbeitung vom Sofa verstiegen. Muss nicht sein, geht auch ohne. Ich spreche ihn ganz simpel an, hab sein Ohr und damit hört das Krallentheater auch gleich wieder auf.
 
  • Teilzeit-aggressive Katzendame Beitrag #14
Aber ja.
Yoda weckt mich gern, indem er immer wieder über meinen Kopf springt oder schreit.
Sobald ich anfange zu motzen, hört er meistens auf.
Es ist zwar immer das gleiche Spiel, aber das Motzen bringt ihn wieder zur Ruhe.
 
  • Teilzeit-aggressive Katzendame Beitrag #15
Ich "schimpfe" auch, aber halt nur wenn ich sie in flagranti erwische. Es reicht eigentlich nur ein warnendes "Name der Katze, Nein!". Phoebe beschwert sich dann kurz und hört auf. Lieke schaut immer und wundert sich wie ernst es uns ist. Bei ihr braucht es dann meistens die Andeutung, dass man jetzt aufsteht dann hört sie auch auf und geht.
 
  • Teilzeit-aggressive Katzendame Beitrag #16
Schimpfen und bestrafen sind zwei Dinge. Natürlich meckere ich meine Tiere an.....Und wenn Watson nicht aufhört huste ich.... das hasst er.... aber es hilft.

lg
Verena
 
  • Teilzeit-aggressive Katzendame Beitrag #18
Ja das hasst er ....wenn er mir so richtig auf die Eier geht da hilft hüsteln nicht. Aber so wirklich lautes aushusten.... da haut er ab..

Wenn er zum Nervkeks mutiert hilft nur husten. Auf liebevolle Erklärungen geht er leider nicht ein.1598604029373.png
 
  • Teilzeit-aggressive Katzendame Beitrag #19
Das mit dem Husten ist echt außergewöhnlich. :g020: (y)
 
  • Teilzeit-aggressive Katzendame Beitrag #20
Na ja, "schimpfen" klingt immer gleich nach einem Wutanfall. :LOL: Ich persönlich handhabe das wie @Sereknitty und bin durchaus der Meinung, dass man Katzen auf unerwünschtes Verhalten hinweisen sollte. Wenn das durch "die Aufmerksamkeit woanders hinlenken" funktioniert, ist das wunderbar. Wenn nicht, darf es sicher auch ein entschiedenes "Nein" sein. Das kann man nicht pauschalisieren und kommt ganz auf den Charakter der jeweiligen Katze an - da stimme ich @yodetta vollkommen zu. Mit meiner Streunermaus Misto gehe ich teilweise auch anders um, als mit Jelly.

Aber zurück zu Hedda: Meine Kollegin wies mich auf ein klitzekleines Detail hin - und zwar habt ihr natürlich recht, dass gesundheitliche Probleme ausgeschlossen werden sollten, allerdings muss man auch im Hinterkopf behalten, dass Hedda dieses "aggressive Verhalten" schon seit sehr vielen Jahren an den Tag legt. Sie wurde wohl auch schon mehrmals adoptiert und dann aufgrund ihres Verhaltens wieder weggebracht. Das arme Ding. Am Schluss hat sie dann auch das Tierheim gewechselt, weil man sie nicht vermitteln konnte. Die Tatsache, dass sie schon so lange "so tickt", lässt wieder eher zu dieser Sozialisierungssache tendieren.

Hedda wird auch aggressiv, wenn sie aus ihrem Zimmer soll und keinen Bock drauf hat. Dazu die Hintergrundgeschichte: Sie bekommt ihr Futter zwar im Haus, in einem separaten Raum, soll aber im Grunde genommen draußen leben. Sie hat, wie gesagt, sehr viele Rückzugsmöglichkeiten in der Scheune etc., ist also vor schlechtem Wetter und Kälte gut geschützt. Auf die "liebevolle Art und Weise" hat meine Kollegin ist bereits versucht, indem sie sie mit Leckerlis lockt, aber darum schert Hedda sich nicht. "Hochheben und Heraustragen" fällt bei ihr natürlich flach, also wird sie etwas deutlicher hinausgebeten. Dann attackiert sie gleich. :(

Auch über eventuelles Clickertraining haben wir uns unterhalten, aber meine Kollegin traut sich nicht, Hedda Leckerlis aus der Hand zu füttern. Ich habe schon mal überlegt, ob man ihr dann das Leckerli vielleicht einfach hinwerfen sollte, aber dann fehlt natürlich der schöne Nebeneffekt, dass etwas Gutes geradewegs "aus der Hand des Menschen" gereicht wird.

Es bleibt spannend. An dieser Stelle hoffe ich in erster Linie, dass meine Kollegin weiter durchhält - denn nach so langer Zeit ist der Frust natürlich enorm. Ich kann das total nachvollziehen. Immer wieder von einem Lebewesen ernsthaft verletzt zu werden, für das man so unglaublich viel tut und nur das Beste will, ist alles andere als schön. Will ich mir mit meinen Miezen gar nicht vorstellen. Aber der Gedanke, Hedda wieder zurückzubringen, sie wieder einzusperren und ihr all die Freiheiten wieder zu nehmen, ist ebenso unerträglich.
 
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