Wir sind hier mit der aktuellen Diagnose unserer Tierärztin für unseren Kater Malibu (EKH, 13 Jahre) etwas unsicher. Sie hat eine CNI alleine auf Basis eines erhöhten Crea-Werts (2,9, Normwert geht bis 2,4) diagnostiziert und möchte gerne eine Nierendiät verordnen - das übliche Programm.
Zur Vorgeschichte:
2014 hatte Malibu eine Gastritis. Es wurde als Teil der Diagnose ein grosses Blutbild erstellt, bei welchem der Crea-Wert leicht erhöht war - in meinen Augen bei einer akuten Gastritis nicht besonders verwunderlich. Entgegen unserer Einwände dass die Werte ansonsten keine Auffälligkeiten zeigen, die Zusammensetzung der verordneten Nierendiät totaler Müll sei (Zucker und Getreide hat im Verdauungstrakt unserer Mieze wie wir finden nichts verloren), bestand sie darauf dass dies definitiv eine CNI sei. Malibu zeigte keinerlei andere Symptome, lediglich den auffälligen Crea-Wert. Das Nierenfutter hat er nicht erhalten, wurde jedoch wie geplant zwei Wochen später zur Kontrolluntersuchung vorgestellt. Der Crea-Wert war wieder im Normbereich und die Tierärtztin von ihrer Diagnose überzeugt, das habe sich durch den gesunkenen Wert ja nun definitiv bestätigt. Wir haben sie glauben lassen wir hätten die Nierendiät gefüttert und uns umgehend eine neue Ärztin gesucht.
Mit der neuen Ärztin sind wir soweit auch zufrieden.
Nun hat sich Malibu vor ein paar Wochen wieder mehrmals übergeben. Unsere neue Tierarzt war im Urlaub, ihre Vertretung hat wie von uns erwartet erneut eine akute Gastritis diagnostiziert (anhand unserer Schilderungen und einer äusserlichen Untersuchung, es erfolgte keine Blutentnahme). Das hat in unseren Augen gepasst, Malibu hat sich nach der Behandlung auch rasch wieder erholt. Ein paar Tage später ging es jedoch wieder los. Dieses Mal war unsere Stamm-Tierarzt wieder verfügbar. Wir haben sie mit dem Verdacht auf die nicht ausgeheilte oder wieder aufgeflammte Gastritis konfrontiert. Sie vermutet hingegen Probleme mit der Bauchspeicheldrüse. Mieze blieb den Tag über vor Ort, hat ein halbes Vermögen für alle möglichen Laborwerte gekostet. Behandelt wurde am Ende trotzdem auf Gastritis und zwei Tage später war Malibu wieder in Ordnung. Die Bauchspeicheldrüse war unauffällig, lediglich wieder der Crea-Wert erhöht. Wir warnen nicht weiter besorgt und sollten eine Woche später zur Kontrolluntersuchung kommen. Uns erschien der Zeitraum etwas kurz, aber die Tierarzt wird ja wissen was sie tut. Der Crea-Wert war unverändert hoch bei 2,9.
Hier erfolgte nun direkt die Diagnose CNI. Freilich bin ich kein Profi, habe aber 30 Jahre Katzenerfahrung. Eine CNI alleine durch den Crea-Wert festzustellen während schon alleine alle anderen Werte des Blutbilds vollständig im grünen Bereich sind, ergibt für mich nicht wirklich Sinn. Wir füttern ausschliesslich hochwertiges Nassfutter mit einem Phosphatanteil von maximal 0,2%, auch die Phosphatwerte sind im unteren Normbereich - die ganzen Jahre über auch immer gewesen. SDMA zeigt ebenfalls seit Jahren keine Auffälligkeiten (immer zwischen 7 und 9 bei einem Normbereich bis 14).
Zusätzlich sei zu erwähnen, dass vor anderthalb Jahren eine Behandlung wegen FORL erfolgte. Malibu befand sich im Anfangsstadium und hat seither lediglich ein paar Zähne weniger. Eine erneute Entzündung oder Schmerzen kann ich aktuell nicht feststellen, habe jedoch trotzdem FORL als möglichen Auslöser des erhöhten Crea-Werts im Verdacht und bin der Meinung für den Moment vielleicht eher in diese Richtung weitere Diagnostik bzw. Behandlung zu betreiben als direkt auf die CNI zu setzen. Freilich ist eine CNI für mich nicht ausgeschlossen, schon gar nicht bei einer 13 Jahre alten Katze. Ich möchte aber ungern eine ansonsten unauffällige Katze gegen etwas behandeln was sie gar nicht hat, während sich anderweitig möglicherweise ein ganz anderes Problem weiter entwickelt.
Wir stehen derzeit mit unserer Tierarzt im direkten Austausch, eine abschliessende Entscheidung zum Behandlungsweg gibt es derzeit noch nicht.
Ich wollte aber gerne trotzdem noch die Meinungen von ein paar anderen erfahrenen Katzenhaltern hören. Was meint ihr zu der ohne Ultraschall oder Urinuntersuchung gestellten CNI-Diagnose?