Guten Tag Zusammen,
ich hoffe ich bekomme hier Hilfe und Erfahrungen von erfahrenen Katzenbesitzern und bedanke mich schon mal vorab für die Kommentare.
Unsere Familie hat seit letzter Woche folgendes Problem. Ein Katerbruder mobbt den anderen.
Begonnen hat das damit, dass wir bei einer Ärztin angerufen haben, zu der uns geraten wurde. Wir teilten Ihr mit, dass einer der Brüder (beide 8 Monate) anzeichen zeigt, dass er langsam geschlechtsreif wird (rollendes Miauen). Somit wollten wir Termin machen für die Kastration der beiden. Die Ärztin sagte uns dann, dass wir den einen bringen sollen, der die Anzeichen zeigt. Normalerweise erkundige mich selbst bei einem Toasterkauf vorher lange im Internet, aber da habe ich einfach der Ärztin vertraut und ihre Kompetenz nicht angezweifelt. Der eine Bruder (Beethoven) wurde somit kastriert. Als wir zu Hause waren haben wir gewartet bis er wieder fit auf den beinen war und haben ihm dann die Tür geöffnet. Der andere Bruder (Mozart) hat ihn mit fauchen empfangen und wir haben im Internet gelesen, dass es ganz normal sei wegen dem Geruch vom Tierarzt.
2-3 Tage vergingen und es entwickelte sich Mobbing zwischen den beiden. Alle typischen Symptome, welche man im Internet lesen kann, sind vertreten. Mozart beobachtet ob Beethoven den Raum verlässt und verfolgt diesen sofort und fixiert den Blick. Er jagt ihn direkt immer unter das Bett und legt sich hin zum lauern. Er verschließt ihm ständig Ausgänge und will ihm regelrecht damit sagen, dass er ihm nicht gestattet hier oder dort hinzugehen.
Natürlich gebe ich mir die Schuld, da man überall ließt, dass man die Kater nie getrennt kastrieren soll. Ich laß daraufhin die Bewertungen diese Ärztin und diese waren unterirdisch. Ich hatte daraufhin ein schlechtes Gewissen, dass ich meinen Beethoven überhaupt zu ihr gebracht habe. Sie hatte mich nur falsch beraten. Sie sagte mir, dass ich beim Abholen des Katers ihn zu Hause auf eine warme Decke legen soll. Wobei ich bei späterer Recherche festgestellt habe, dass man den Kater in der Transportbox lässt, bis er von alleine rausklettern kann. Einige Sachen habe ich nach der Kastration von Mozart noch zusätzlich festgestellt.
Wir haben schnell den Entschluss gefasst, dass Mozart auch kastriert werden muss, da er sich dem kastrierten Kater überlegen fühlt. Bis wir einen Termin am Montag bekommen haben, haben wir viel mit den Katzen gespielt und Leckerlies gegeben, wenn sie sich näher kommen und nicht streiten. Wir dachten dass alles wieder gut ist, als Beethoven auf dem Bett lag und Mozart ihn sanft beschnüffelt hat und es nicht passiert ist. Aber zu früh die Freude. Es geht jede Nacht und jeden Tag so weiter, dass wenn Beethoven z.B. zum Napf will oder zur Toilette, der Mozart ihn sofort verfolgt und wieder unter das Bett treibt.
Für die Kastration von Mozart haben wir einen anderen Arzt genommen und Beethoven war mit dabei, damit der Geruchsunterschied nicht so groß ist.
Im Vergleich zur ersten Kastration waren große Unterschiede. Mozart war gefühlt nach 2 Stunden wach und kam aus der Transportbox. Beethoven hatte bei seiner Kastration 5 Stunden geschlafen und war danach den ganzen Abend schwach und wackelig auf den Beinen. Und ich muss dazu sagen, dass Beethoven immer der körperlich überlegene und etwas größere Bruder war. Mozart konnte 4 Stunden nach dem Erwachen bereits Treppen gehen und war richtig Fit.
Es hört aber nicht auf. Beethoven meidet Mozart und verkriecht sich direkt und Mozart macht auch genau so weiter. Er legt sich dann vor dem Bett auf die Lauer und passt drauf, dass Beethoven nicht seinen Platz verlässt. Ich versuche schon auf die Sachen im Internet zu achten. Ich unterbinde sowas durch ein "Nein" und verweise dann Mozart des Zimmers und ignoriere ihn und zeige ihm, dass wir das nicht tollerieren und Beethoven unseren Rückenhalt hat.
Diese Woche habe ich noch HomeOffice und versuche das zu unterbinden, da Beethoven wirklich immer in die Ecke getrieben wird und nur faucht und knurrt. Viele sagen, dass diese Raufereien normal sind für die Hierarchiefindung. Aber es endet schon fast nicht mehr in Kämpfen. Beethoven geht so schnell wie er kann unter das Bett und Mozart belauert ihn. Es kommt nur kurz zum Kampf, wenn er es nicht schnell genug schafft. Und da ich nicht will, dass er so gestresst ist, mache ich schon Nachts kein Auge zu und versuche ihn davor zu bewahren, in dem ich den Mobber zurechtweise.
Wir haben im Haus bereits auf allen Etagen Feliway Friends aufgehangen und versuchen die beiden mit spielen zusammen zu bekommen. Aber so bald Beethoven den Raum wechseln will, ist Mozart direkt hinter ihm her.
Ich hoffe ihr habt Erfahrungen mit so etwas und könnt mir in meiner Lage helfen. Es tut mir im Herzen weh das anzusehen. Die beiden waren vorher unzertrennlich. Immer gegenseitig sauber gemacht oder zusammen geschlafen und gekuschelt. EIne toilette benutzt. Es gab nie Probleme, wer welchen Napf nimmt. Und nun ist diese Harmonie total zerstört und die beiden Brüder erkennen sich gar nicht und das ist meine Schuld.
Ich weiß nicht was ich machen soll, wenn ich wieder zur Firma muss. Den Stress will ich Beethoven den ganzen Tag nicht antun. Und die beiden zu Trennen in zwei Zimmer soll auch eher kontraproduktiv sein. Heute Nacht beginnt es wieder von Neu und ich weiß nicht wie ich mich langsam verhalten soll.
Grüße